Nachtrag: Schließung aller Schulen

Hallo,
nur ein paar Tage nach dem letzten Blogeintrag melde ich mich schon wieder. Vor ein paar Tagen habe ich noch geschrieben, dass sich für mich nicht viel verändert hat, weil Kindergarten und Grundschule offen geblieben sind. Nach dem Schließen vom Gymnasium hat keiner davon gesprochen, dass auch die Grundschulen schließen. Erst einige Tage später kam dieses Gerücht auf. Dann ging es ganz schnell und am Montag (16. November) haben Kindergarten und Grundschule nicht mehr geöffnet. Das bedeutet für mich natürlich, dass ich keinerlei Aufgabe mehr außerhalb meiner Wohnung habe und viel hier bin. Was für mich letzte Woche noch normal war, ist jetzt nicht mehr da. Selbst in die Metro zu steigen, wäre was Besonderes.

Es ist jetzt auch schwierig, sich so schnell auf die neue Situation umzustellen. Diese Woche habe ich noch wenige Aufgaben, da sich die Schule erstmal neu ordnen und den Online-Unterricht vorbereiten und starten muss. Wenn die Entscheidung über die Schließung so kurzfristig kommt ist es echt schwer. Ich habe einige Vorträge am PC korrigiert und auch schon eine Online-Sprechstunde mit Schülern gemacht, indem wir über verschiedene Themen geredet haben. Das wird hoffentlich beibehalten. Außerdem bin ich wahrscheinlich auch bald bei dem Online-Unterricht dabei und kann helfen.

Nach jetzigem Stand (19.11) ist es aber so, dass der Lockdown (und die Schließung der Schulen) nur bis 30. November geht und der Online-Unterricht nur noch nächste Woche läuft. Das ist natürlich problematisch, wenn es nur kurz so läuft. Dann kommt man nicht wirklich in eine Routine und es ist schon wieder vorbei. Jedoch bin ich jetzt an einem Punkt, an dem ich einfach nur hoffe, dass es am 1. Dezember wieder normal mit den Grundschulen weitergeht. Auch den Kindern und den Lehrern meiner kleinen Schule wäre es zu wünschen. Alles online zu organisieren ist echt schwer und zeitaufwändig.

Draußen zu Laufen ist immer noch eine schöne Beschäftigung

Regenbogen bei Thisseio

Ein Monat Athen und Lockdown

Γεια σας zurück aus Athen,

Ich melde mich hier auf der Startseite zurück, nachdem es die letzten Male mehrere Updates zum Thema Ausflüge gab. Seit dem letzten Post vor etwas mehr als einer Woche ist hier sehr viel passiert: Es wurde ein Lockdown ausgerufen!

Das bedeutet nicht wie in Deutschland einen Lockdown Light, sondern es ist hier fast so streng wie im März/April. Wir haben eine Arbeitserlaubnis bekommen und Zeiten, in denen wir zur Arbeit hin und wieder zurück fahren dürfen. Ansonsten muss man immer ein Formular ausfüllen (oder eine SMS von einem griechischen Handy schreiben) wenn man das Haus verlässt. Das Haus verlassen darf man aber nur bei sechs verschiedenen Gründen. Unter anderem Einkaufen und Sport treiben. Außer Kindergarten und Grundschulen wurden alle anderen Schulen geschlossen.

Das schränkt die Freiheit natürlich ein, ist aber nach den Zahlen der letzten Wochen verständlich und wichtig. Die Zahlen waren fast bei 3000 Neuinfektionen in 24 Stunden, was bei nur 10,7 Mio Menschen sehr viel ist. Was hat sich jetzt für mich verändert? Diese Maßnahmen hören sich sehr streng, besonders wenn man aus Deutschland nur den Lockdown Light kennt. Viel hat sich für mich nicht verändert, denn ich gehe nach wie vor zur Schule (bisher hat die Grundschule ja noch offen, kann sich aber auch schnell ändern). Nachmittags machen wir meistens in der WG etwas zusammen oder ich mache auch gerne Sport. Einkaufen oder einfach so in die Stadt kann man im November nicht mehr. Das war bisher noch nicht so schlimm, aber mal schauen wie es weitergeht. Neue Leute kennenlernen kann man so natürlich nicht. Die erste Woche des Lockdowns habe ich auf jeden Fall schon hinter mir.

Jetzt noch kurz allgemein zum letzten Monat: Mittlerweile bin ich schon 4 Wochen hier. Die Zeit vergeht so schnell. Kaum zu glauben, dass schon ein Monat vergangen ist. Es fühlt sich so an, als ob ich erst vor Kurzem hier angekommen wäre. Die ersten Wochen habe ich mit den anderen Freiwilligen viele Sachen unternommen und Athen besser kennengelernt. Da das zurzeit nicht geht, bin ich froh, dass wir schon viel gesehen haben.

Das Wetter war Mitte Oktober noch sehr heiß, es fühlte sich fast wie im Sommer an. Sehr langsam aber konstant wurde es in den letzten Wochen ein paar Grad kühler. Mittlerweile fühlt es sich eher nach Herbst an, auch wenn es an guten Tagen mit Sonne immer noch warm ist. Mit täglich 20 Grad ist es definitiv noch nicht kalt und das obwohl es schon Mitte November ist. Wir hoffen auf jeden Fall, dass wir nächsten Sommer immer noch hier sein dürfen. Da einige Freiwillige aus anderen Ländern wieder zurück reisen mussten, sind wir so froh noch hier sein zu dürfen.

An der Schule fühle ich mich bisher auch wohl, denn sie ist sehr klein und dadurch kennt mich jeder und ich fast jeden. Die Namen der Kinder merke ich mir auch immer besser. Im Unterricht helfe ich den Lehrerinnen bisher noch nicht so viel, das wird sich aber in den nächsten Wochen noch ändern, wenn ich alles besser kenne. Es macht aber viel Spaß. Obwohl ich schon 4 Wochen hier bin, war ich höchstens 2 Wochen an der Schule. Dadurch kann ich noch nicht so viel sagen. Ich bin aber sehr gespannt!

Athen ist eine so schöne Stadt und hat sehr viel zu bieten. Ich hoffe sehr, dass ich bald wieder mehr davon sehen kann als Wohnung und Schule. Wenn alles normal läuft, endet der Lockdown am 1. Dezember und es geht weiter. Ob das wirklich so läuft wird sich zeigen.

 

Blick während des Laufens

Blick auf die Akropolis während des Laufens