Die Karpaten im Schnee, Nebel und Sonnenschein

Der Februar in Siebenbürgen stand für mich unter dem Motto Wandern. 

Zusammen mit einem Freund von mir, der selbsternannter Wanderführer ist, bin ich gleich zu Beginn des Monats zum Königssteig, etwa 30 Minuten von Brasov gefahren.

An diesem Tag hat es geschneit wie verrückt und die Temperaturen sind nochmal auf fast schon zweistellige Minusgrade gesunken. Lebt man so zentral in den Karpaten, kommt man eigentlich nicht darum herum, regelmäßige Ausflüge in die Berge zu machen und die unberührte Natur zu genießen, selbst wenn das Wetter ungemütlich ist.

Der Schnee war so hoch, dass wir immer wieder bis zu den Knien eingesunken sind. Die kalten Temperaturen wurden hier auf dem Berg durch einen extrem frischen Wind verstärkt und am Anfang schneite es ununterbrochen. Kurz gesagt, es war die perfekte Winterwanderung!

Der Aufstieg zum Königsteig war nicht ganz einfach, vorallem, weil durch die niedrigen Temperaturen auch die Luft vergleichsweise dünn erschien. Ab einer bestimmten Höhe lichteten sich die Wolken und die ersten Sonnenstrahlen fielen auf den frisch gefallenen Schnee.

Unser Ziel war eine Hütte mitten im Parcul național Piatra Craiului, wo wir eine Pause mit selbstgemachten Erdnussbällchen und heißem Tee machten. Auch von hier war der Blick auf das weiße Panorama wieder überwältigend.


Der Abstieg ging wesentlich schneller, als der Aufstieg, auch weil wir ab einem gewissen Punkt ungebremst den Hang runter rannten und über spiegelglatte Eisflächen schlitterten . Natürlich durften bei all dem Schnee auch kreative Zeichnungen nicht fehlen. Nach den Gesichtsdrucken auf der Parkbank in Ruse, folgt hier nun ein Schneeengel mit Bergblick.

Daneben standen im Verlauf der folgenden Wochen auch noch einige Aufstiege zur Zinne an, die die Begegnungen mit einem Fuchs, flauschigen Raupen und etlichen Singvögeln bereit hielten und als Training für das letzte Februarwochenende dienten.

Mit drei weiteren Freiwilligen traf ich mich dafür in Cluj, um von hier aus im Apuseni-Nationalpark wandern zu gehen. Nach einer langen Zugfahrt voller spannender Gespräche mit Mitreisenden, erreichte ich am Freitag sehr spät Cluj-Napoca. Da blieb dann gerade noch Zeit, um mich über das Wiedersehen mit Nicole und Fynn zu freuen, bevor wir versuchten, etwas Schlaf für den folgenden Tag zu tanken.

Samstags ging es in aller Frühe per Auto, durch dichten Nebel in Richtung Nationalpark. Die Serpentinen der Straße führten uns zwischen all den Bäumen, vorbei an einem gigantischen Stausee, Schluchten, halblegalen Anglern und unberührten Dorfgemeinden.

Das Alter der Bäume lässt sich nur schwer erraten, aber durch die Größe der riesigen Nadelbäume bekommt man eine leise Vorahnung.

Der Nationalpark wurde in den 90er Jahren gegründet und Anfang der 2000er zum Naturschutzgebiet erklärt. Wir durchquerten den Park auf der Ostseite von Norden nach Süden, um nach Scărișoara zu gelangen. Bestimmt ginge die Fahrt auch schneller zu bewältigen, doch mit einigen Panoramastops und falschen Abstechern auf unbefestigten Wegen, kamen wir erst knappe fünf Stunden später an unserem Ausgangspunkt an. Die zerschlissene Kalksteinlandschaft der Karpaten, voller Flüsse und Bäche, die sich entlang steiler Klippen schlängeln ließen uns immer wieder innehalten und sie bewundern.

Je weiter und höher wir im Park kamen, umso mehr Schnee und Eis häufte sich an der Straße und in den Wäldern an.

Irgendwann hatte sich der Nebel auch restlos verzogen und die Sonne präsentierte den Park in seiner vollen Pracht.

Dann begann unsere eigentliche Wanderung, glücklicherweise im Sonnenschein. Gefrorene Quellen hatten bizarre Eisformen an den Felsen hinterlassen, die wir entdeckten, als wir entlang einer beeindruckenden Steinschlucht zur Fledermaushöhle liefen.

Das Eis erinnerte mich mit seiner glatten und vollkommenen Struktur an eine sehr große Milchglaskonstruktion. Auch wenn das Wasser wohl wesentlich schöner ist.

An der Decke kann man die Ansätze der großen Stalaktiten erkennen. Hier wurden wir ausdrücklich gewarnt, keinen unnötigen Lärm zu verursachen, um die Steine nicht in Schwingung zu versetzen.

Wir wurden gemeinsam mit einer rumänischen Großfamilie durch die hohen Steinhallen geführt. Höhlen wie diese, die man zahlreich im Apuseni findet, dienen verschiedenen seltenen Fledermausarten als Unterschlupf. Es gab sogar einen Teil mit unterirdischem See, dessen schwarzes Wasser auf uns keinen besonders warmen und einladenden EIndruck machte und nicht erkennen ließ, was sich unter der Oberfläche befindet.

Für den restlichen Nachmittag im Park genossen wir einfach nur noch die Natur und faszinierenden Bergkämme. Trotz der Abgeschiedenheit trafen wir immer wieder auf kleine Dörfer, deren Bewohner und natürlich Hunde. Das Leben kommt mir hier noch sehr traditionell vor, mit vielen eigenen Nutztieren und sehr sporadischen Häusern. Irgendwie idyllisch, zwischen all den Bergen.

Auf der Rückfahrt nach Cluj sahen wir sogar noch einen wunderschönen Sonnenuntergang zwischen den Tälern des Parks und schafften es letztlich das Auto unbeschadet wieder am Vermietungsbüro abzugeben.

Es war echt schön, so anders in die Naturlandschaft Rumäniens einzutauchen und der Ausflug fühlte sich an, wie ein kleines Abenteuer.

Am nächsten Tag blieben uns noch ein paar Stunden, bevor wir zurück in unsere Städte fahren mussten. Diese Zeit nutzten wir, um ins Muzeon zu gehen, einem recht zentralen Museum, das sich mit der Geschichte der Juden aus Cluj beschäftigt. Ich war schon lange nicht mehr so gefesselt von einem Museum. Wir wurden mit Audioguides durch die Ausstellung geführt, in denen die historischen Personen aus ihrer Perspektive berichtet haben und  anhand verschiedener Ausstellungsstücke, die Ausprägungen des Judentums erklärten.

Auf künstlerische Weise wurden mit einfachen Zeichen und Symbolen so starke Aussagen verbunden, dass die Geschichten unter die Haut gingen.

Anhand von Nachstellungen einer Synagoge, dem gedeckten Tisch am Sabbath oder VR-Brillen, die Bilder der Vergangenheit zum Greifen nah zeigten, wurde die Geschichte wieder Realität. Das Museum ist definitiv einen Besuch wert, wenn man nach Cluj kommt! https://muzeon.ro/ro/

Dann mussten wir uns leider schon trennen, weil Nicole und Fynn zum Bahnhof mussten, weshalb Lena, die in Cluj eingesetzt ist, mir nachmittags noch ein bisschen alleine ihre Stadt zeigte.

Cluj ist so eine moderne und schöne Stadt! Extrem studentisch und die meisten Häuser im Zentrum sind wieder ganz elegant im Jugendstil gebaut.

Vom kleinen Hausberg aus hat man auch einen wundervollen Blick auf die Stadt, wo sich bei gutem Wetter viele Gruppen zum Spazieren und Picknicken verabreden. Sehr cool war, dass ich von zwei Freundinnen aus Brasov am Abend wieder mit zurück genommen werden konnte, wodurch die lange Zugfahrt bis nach Hause ausfiel. Somit endete der Februar, ganz im Namen des Wanderns, abends wieder in Brasov.

Sophia in Sofia

Meine Pläne änderten sich nochmal recht spontan, als ich mich entschloss, im Anschluss an Shumen weiter in die Hauptstadt Bulgariens zu fahren.

Also hatten Karla und ich am Mittwoch Morgen noch einen ruhigen Vormittag, den wir mit Yoga und Porridge gestalteten. Dann ging es auch schon ziemlich schnell zum Bahnhof, von wo aus mein Zug nach Sofia abfuhr. Ganz bulgarisch sind wir über die Schienen zum Gleis gekommen, wobei die Zeit leider nicht mehr für einen Kaffee aus dem Automaten gereicht hat.

Inzwischen habe ich durch die Zugfahrten in Bulgarien einiges dazu gelernt und fühle mich, als könnte ich ein ganz passables Handbuch mit Tipps und Tricks verfassen. Hier mal die Top 3:

  1. Man muss sich in einem Abteil nur so großflächig ausbreiten, dass es so wirkt, als wären noch mindestens fünf andere Personen bei einem, die sich gerade die Beine vertreten sind. Eigentlich eine ziemlich alte Methode, aber dennoch sehr wirksam! Das hat auf meiner Fahrt so lange gut funktioniert, bis eine ältere Dame mich durchschaute und zielgerichtet bei mir Platz nahm.
  2. Die bulgarischen Züge stellen im Winter einen günstigen Ersatz für Saunabesuche dar. Deshalb sollte man sich dringend ein Abteil suchen, bei dem die Fenster zu öffnen sind…

    Sollte das Fenster nicht von selbst auf bleiben, nimmt man am besten seinen Rucksack und bindet ihn daran fest. EIn Trick, den ich von Karla gelernt habe.

  3. Wirklich praktisch ist, dass man sich sein Ticket auch erst im Zug kaufen kann. Dafür braucht man aber in jedem Fall Bargeld und eine gute Orientierung, da weder Zeiten noch genaue Orte für die Umstiege angegeben werden.

Die Fahrt bis nach Sofia (София im kyrillischen) dauerte knapp sechs Stunden. Zu Beginn hielten sich noch dichte Nebelfelder, die mich auch schon bei den letzten Fahrten begleitet hatten, bis plötzlich hinter einem Tunnel die Wolken aufrissen. Hier veränderte sich die Landschaft auch schlagartig. Im Gegensatz zu den flachen, geschwungenen Feldern aus der Gegend zwischen Ruse und Varna, erhoben sich nun lauter Steilklippen. Deren gezackten Einkerbungen warfen in der tiefstehenden Sonne lange Schatten.


Besonders schön war der Ausblick, als der Zug sich entlang des Flusses Iskars durch die Schluchten schlängelte. Reiher und andere Wasservögel tummelten sich hier im seichten Wasser und die Ortschaften, durch die wir fuhren, wurden immer überschaubarer und seltener.

Karla hat mal sehr treffend gesagt, dass das Rattern der bulgarischen Züge ihrem Herzschlag entspräche. So eine Verbundenheit zum Schienenverkehr in Bulgarien kann man aber auch verdammt schnell aufbauen, wenn man unberührte Landschaften, sehr traditionelle Dörfer und unzählige Bahnhöfe an sich verbei ziehen sieht. Unfassbar cool finde ich immernoch die Fenster, die einem erlauben, seinen Kopf in den Fahrtwind zu strecken, frische Luft zu schnappen und die Gedanken durchpusten zu lassen.

Bei meiner völligen Begeisterung über die Landschaft vor Sofia hatte die alte Dame in meinem Abteil nur ein ganz schwaches Lächeln übrig. Wer weiß, wie oft sie die Strecke schon gefahren ist, aber ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass das Staunen darüber irgendwann aufhört.

Der Sonnenuntergang, kurz vor der Ankunft in Sofia.

Als der Zug in Sofia einfuhr war ich erstmal ein wenig misstrauisch, da nirgends Schilder aushingen, die angaben, an welchem Bahnhof man sich befindet. Nachdem Karla und ich einmal falsch ausgestiegen sind, wollte ich den gleichen Fehler nicht nochmal machen. Da sich der Zug aber zusehends leerte, folgte ich den anderen auf den Bahnsteig.

Meine Verwirrung über die Ausschilderung des Bahnhofes war wohl gerechtfertigt, da Elias, der mich abholte und ich ziemlich lange brauchten, bis wir uns gefunden hatten. Dann aber konnten wir los und auf dem Weg durch die Stadt, habe ich direkt die erste Stadtführung bekommen.

In den letzten Tagen war ich schon ziemlich reizüberflutet gewesen, von dem Bulgarien, das ich kennenlernen durfte. Hier in der Hauptstadt wurde das umso mehr verstärkt. In den Parks tummelten sich Gruppen von jungen Leuten, überall spielte Musik. Lichtinstallationen an Häuserwänden, machen die Straßenbeleuchtung mit Kaffeeautomaten unnötig. Die Mannigfaltigkeit meiner geliebten Snackstores ist sehr zu meiner Freude exponentiell gesteigert und die Häuser im Zentrum der Hauptstadt sind wundervoll bunt gestaltet und reihen sich abwechselnd an historische Monumente und coole Graffitis.

In den nächsten Tagen lernte ich all die schönen Flecken Sofias kennen und lieben. Ob das nun ausschließlich an meiner Namensvetternschaft mit der Stadt oder am tatsächlichen Charme liegt, kann ich nur subjektiv beurteilen.

Das wortwörtlich blühende Leben in den Straßen hat mich einfach in seinen Bann genommen!

Es gibt so viele, verwinkelte, kleine Blumenläden, die sogar schon die ersten Bienen angezogen haben! Und das Anfang Februar!

Am Horizont kann man von fast jedem Punkt der Stadt den Vitosha-Berg sehen. Ich konnte es kaum glauben, das die verschneiten Gipfel so klar zu erkennen sind und sich das Panorama so schön in das Stadtbild einfügt. Allerdings führt die Lage der Großstadt auch dazu, dass alle Abgase wie in einem Kessel eingeschlossen, nicht gut zirkulieren können und die Smogbelastung dementsprechend hoch ist. Die Sterne kann man nachts trotzdem sehen, was ich schon mal als gutes Zeichen gedeutet habe.

Wahrscheinlich war ich nur zu kurz da, um die Nachteile einer Stadt dieser größe zu erleben, aber ich habe das Großstadtflair sehr genossen.

An einem Vormittag war das Wetter schon so frühlingshaft, dass wir eine Tour durch die großen Parks machten. Der große Boris kam mir an dieser Stelle fast schon vor, wie ein Volksfestplatz, mit so viel Leben und spielenden Kindern. Studenten haben Volleyball gespielt und ein Vater mit Sohn und deren Modellflugzeug, glaube ich Jagd auf uns gemacht. Ein leichter Sonnenstich am Ende des Tages konnte die gute Stimmung dann aber auch nicht abmindern.

Mein Lieblingspark ist allerdings keiner von den großen bekannten, sondern vielmehr der Platz vor der Kirche Sveti Sedmochislemits, in dem man sehr schön die Sonne und das bunte Treiben genießen kann.

Die Kirche etwas abseits vom direkten Zentrum sieht finde ich schon von Außern sehr ästhetisch und durch die runden Formen sehr glatt aus. Im Inneren sind wieder Unmengen Verzierungen und Ausschmückungen zu finden.

Viele bunte Bilder und Ornamente schmücken hier wieder die Wände aus. Auch wenn die meisten der orthodoxen Kirchen auf den ersten Blick ähnliche Geschichten in ihren Bildern erzählen, so sieht doch jede Kirche anders aus. Es ist jedes Mal wieder spannend, an den Wänden nach Besonderheiten zu suchen.

Auch schön fand ich, dass ich mich so schnell in Sofia zuhause gefühlt habe und mich ziemlich schnell zurecht finden konnte.

Die Alexander-Newski-Kathedrale im Zentrum der Stadt, sticht bei Tag mit den grünen Dächern besonders hervor. Nachts sieht sie unter dem Sternenhimmel, von lauter Flutlichtern angestrahlt, auch sehr beeindruckend aus.

Abschließend kann ich sagen, dass Sofia neben einer ziemlich coolen Boulderhalle, wunderschöne Orte hat, die sicherlich mehr als einen Besuch wert sind und mich ganz bestimmt nochmal zurück holen werden!

Meine Rückfahrt zog sich über den ganzen Sonntag hin und ich klapperte nochmal (fast) alle Stationen meiner Reise ab, als ich zunächst über Ruse, nach Bukarest, bis nach Brasov fuhr, wo das kleine Abenteuer zwei Wochen zuvor begonnen hatte.

Сбогом България!

Wenn das Echo von den Felsen wiederhallt

Nun war ich schon zwei Tage im schönen Shumen, ohne die Stadt bis dahin bei Tageslicht gesehen zu haben! Das musste sich also schleunigst ändern.

Nach einer schnellen Runde Boza-Porridge und Karlas Sprachkurs, wurden mir die schönsten Ecken Shumens gezeigt. Fynn hatte uns am Morgen schon wieder verlassen und sich zurück nach Rumänien verabschiedet, wodurch wir nun erstmal wieder zu zweit waren.

Als obligatorischen Einstieg in Karlas neue Heimat gab es ganz traditionell Baniza, als zweites Frühstück, auf unserem Weg durch die Altstadt. Sie ähneln im Prinzip den rumänischen Blätterteig-Placinta, die von Käse über Pilze und Kürbis, mit allem gefüllt sein können.

Shumen liegt sehr schön umringt von Bergen, was mich ein wenig an Brasov erinnert hat. Gemeinsam mit den Pflastersteinen und bunten Häuschen im Zentrum, habe ich mich direkt heimisch gefühlt.

Hier kann man im Hintergrund das inoffizielle Wahrzeichen Shumens erkennen, das durch seine Form und Größe von den Einheimischen einen ganz treffenden Spitznamen erhalten hat. EIn bisschen unheimlich sieht das verlassene Gebäude nur aus, wenn unzählige Vögel, aufgescheucht um die Spitze schwirren.

Der Turm ist von überall sichtbar. Hier nochmal im Panorama der Stadt, von Karlas Wohnblock, aus einer anderen Perspektive.

Am anderen Ende der Stadt erreichten wir, von Möwengeschrei und unserem Baniza-Dauerohrwurm begleitet, die Tombul Moschee.

Die Moschee ist gilt als größte Bulgariens und zweitgrößte der Balkanhalbinsel. Erbaut wurde sie Mitte des 18. Jahrhunderts, noch während der Zeit der osmanischen Herrschaft. Sofort ins Auge gefallen ist mir das Minarett, also der Gebetsturm, der mit seiner bestimmt an die 40m Höhe, alle umliegenden Gebäude bei weitem überragt. Als wir die Gebetshalle betreten haben, hat uns eine tiefe Stille umhüllte.

Die Decke hat es sowohl Karla, als auch mir, besonders angetan! Es ist fast schon meditativ, sie einfach nur  zu betrachten und den Raum auf sich wirken zu lassen.

Das Farbschema grün-gelb-rot, war besonders auffällig und ich fand sehr spannend zu beobachten, dass anders als in den vielen orthodoxen Kirchen, die ich in den letzten Monaten gesehen habe, hier keinerlei Bilder an den Wänden Geschichten erzählen. Vielmehr spielen Farben, Muster und kleine Ornamente eine Rolle. Neben der Mihrab, der Gebetsnische, gibt es einige wenige arabische Inschriften, die für uns allerdings ein Rätsel blieben.

Abgesehen vom Innenraum der Moschee, kann man draußen auch weiter gehen und im Innenhof die alte Bibliothek und den Brunnen sehen.

Ebenfalls beim Brunnen spiegelt sich das Farbschema von drinnen wieder.

Im Obergeschoss wurden jahrzehntelang wichtige Bücher und Schriften aufbewahrt. Inzwischen wurden diese aber an andere Bibliotheken im ganzen Land aufgeteilt.

Der Gebetsturm der Moschee, aus der Perspektive vom Brunnen.

Von hier aus sind wir quer durch die Stadt in die große Markthalle Shumens gegangen, um uns mit frischem Obst und Gemüse einzudecken. Schnell als Ausländer enttarnt, versuchte eine Verkäuferin mit uns die Zahlen auf Bulgarisch zu wiederholen, damit wir ihr das passende Rückgeld für die Rotebeete geben konnten. Der beste Sprachkurs bleibt wohl doch außerhalb von (online-)Klassenzimmern…

Nachmittags planten wir einen Spaziergang zum Monument Shumens ein. Die 1300 Stufen bis nach oben, symbolisiere die 1300 jährige Geschichte Bulgariens und haben es echt in sich. Doch erstmal an der Spitze angekommen, wird man damit belohnt, die vergangenen Herrscher der letzten Jahrhunderte im kubistischen Stil vorgestellt zu bekommen. Mit teils grimmiger Miene und überdimensionaler Größe sind die Zaren und ihre Nachfolger beeindruckend, das Monument im Ganzen fast ein bisschen bedrückend.

Ich habe mich zwischen den, auf einen zugeneigten Betonwänden ziemlich klein gefühlt, was durch die Aussicht auf die freie Fläche rund um Shumen nochmal verstärkt wurde.

1981 wurde das Monument, zum 1300 jährigen Jubiläum des ersten bulgarischen Reiches, erbaut.

Bei längerer Betrachtung der Wände hat es auf mich fast schon ein Bisschen so gewirkt, als würde die geneigte Mauer langsam auf einen zukommen.

Um uns nach dem Auf- und Abstieg wieder ein bisschen aufzuwärmen, machten wir zurück im Ort einen Abstecher in der Second-Hand-Kette Mania, eigentlich ohne besondere Vorstellungen. Doch in jedem Second Hand Laden versteckt sich das ein oder andere Schmuckstück und so kamen wir, um einige Kleidungsstücke reicher, wieder heraus. Der riesige, neue Pulli, eine Jacke und Bluse füllten dann aber auch gerade so, den noch verfügbaren Platz meines Rucksacks aus.

Unseren Abend ließen wir daraufhin noch mit Yoga und der Vorbereitung unseres Lunchpaketes für den kommenden Tag enden.

Am Dienstag hieß es nämlich gleich darauf, früh aufstehen und einen Sprint zum Bahnhof hinlegen, um den Zug in Richtung Ruse zu erreichen. Unser Ziel:

Die Felsenkirchen von Ivanovo zu besichtigen, die etwa 15 Minuten von der Grenzstadt an der Donau entfernt liegen. Also fuhren wir von Shumen die ca. vier Stunden bis nach Ivanovo, wobei Ivanovo zu viel gesagt ist, da wir eine Station zu früh ausstiegen und erst über Umwege zu unserem Ausgangspunkt gelangen. Die Fahrt nutzen wir für viele gute Gespräche, einen phantastischen Einblick in die Landschaft Bulgariens, sehr viele Snacks unseres professionell vorbereiteten Picknicks und Zeit zum Tagebuchschreiben und Gedanken sortieren.

Hier hat unser Abenteuer definitiv begonnen, wie Karlas Brotdose uns erinnert hat. Die Kicherebsenpatties mit Hummus könnten zwar als einseitige Ernährung angezweifelt werden, waren aber sehr gut!

Tagebuch schreiben hat mir unheimlich geholfen, all die neuen Eindrücke und Erlebnisse zu verarbeiten. Allerdings fällt es mir wirklich schwer, tatsächlich alles so festzuhalten, ohne wichtige Elemente auszusparen. Noch schöner ist es dann eigentlich, mit jemandem zu reisen und zu reden, der die gleichen Erfahrungen sammelt, haben Karla und ich beide festgestellt. Vieles lässt sich so schwer für andere in Worte fassen.

Im Dorf angekommen, war unsere Reise zu den Kirchen aber noch lange nicht zu Ende. Um diese zu erreichen, hatten wir noch eine einstündige Wanderung durch einen wunderschönen Nationalpark zu bewältigen. An einigen Stellen mussten wir stoppen, weil wir so beeindruckt von den vielen Farben der Natur waren, die von giftgrün, über ein tief orangenes braun, zu fast schwarzer Erde und blühtenweißem Schnee reichten. In anderen Momenten wurden wir von überprotektiven Tankstellenhunden und Dornbüschen gezwungen uns den Weg  freizukämpfen, was wir mit der ein oder anderen Blessuren überstanden.

Unfassbar war auf jeden Fall die Stille, die im ganzen Nationalpark herrschte. Als wir im Tal ankamen, stießen wir erstmal zu unserer Freude auf die UNESCO, die die Felsenkirche zum Weltkulturerbe erklärt haben. Etwas stutzig hat uns schon der geschlossene und verbarrikadierte Souvenirshop gemacht, wodurch wir uns nicht mehr all zu sehr wunderten, als wir nach dem Erklimmen der Treppen entlang der Steilwand, vor verschlossenen Türen standen. Immerhin konnte man durch die vergitterte Tür das ein oder andere Fesco der Kirchen entdecken und neben der (geschlossenen) Klosteranlage gibt es einen sehr schönen Panoramaweg, der einen entlang der Klippe, zu verschiedenen Felsvorsprüngen führt.

Bei Höhlen mit entsprechendem Panorama ist es nicht schwer sich vorzustellen, dass früher Mönche zum Gebet förmlich angezogen wurden. Die Aussicht über das Tal war wirklich atemberaubend und der feine Nebel, der über allem hing, trug zur entsprechenden Stimmung bei.

Schon im 12ten Jahrhundert sollen hier die ersten Menschen begonnen haben, Höhlen in den Kalkstein zu graben, woraus wenige Jahrzehnte später ein spirituelles Zentrum entstand. In unterschiedlichen Kirchenräumen kann man Fresken der vergangenen Zare besichtigen und Wandmalereien, die schon mehrere hundert Jahre überdauern. Naja und selbst wenn man uninformiert vor Ort ist und die Kirchen geschlossen sind, lohnt es sich, die unberührte Natur in vollen Zügen zu genießen.

Das haben wir auch gemacht. Gleich neben befreienden Schreien die von den Felswänden geechot wurden und einem Picknick mit eingelegtem Gemüse vom Markt. Es war wundervoll!

Lange konnten wir leider nicht im Nationalpark bleiben und so traten wir bald den Rückweg nach Ivanovo an, wo wir glücklicherweise unseren Zug in Richtung Shumen erreichten und uns wieder aufwärmen konnten. Während der Fahrt lasen wir uns gegenseitig scheinbar traditionelle bulgarische Märchen, wie ,,der Vampir und das Mädchen“ und lachten eine Menge zusammen.

Am Abend waren wir mit einer Freundin von Karla zum Kochen und Essen verabredet, was auch noch viele witzige Gespräche über Musik und gemeinsames Lachen aufkommen ließ. Daraufhin schlossen wir unseren Tag noch mit einer Portion deutscher Märchen bei SImsalagrimm ab und reflektierten, was für besondere Eindrücke wir an diesem Tag gesammelt hatten und was wir alles erleben durften! Etwas, worauf wir sicherlich noch sehr lange, mit einem Lächeln zurückblicken werden! 🙂

Am nächsten Tag sollte es dann schon Чао Шумен und oтидете до София heißen!

Ein Sommersonnetag am Meer

Ist das der Zug nach Shumen?

Kopfschütteln, ,,Шумен! „

Kurze Verzweiflung meinerseits, während ich an diesem einsamen, dunklen Bahnhof, mitten im Nichts Bulgariens stand. Ohne Anzeigetafeln oder genaue Kennzeichnungen der Züge, war ich auf die Hilfe des Bahnpersonals angewiesen, meinen Umstiegszug richtig zu finden.

Also probierte ich es nochmal. Ich deutete auf den Zug. Shumen? Wieder kopfschütteln und ein freundliches Lächeln.

Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen! Das vehemente Kopfschütteln ist äquivalent zum Nicken bei uns, was ich schon von anderen Berichten aus Bulgarien gehört und wieder völlig vergessen hatte! Ich bedankte mich glücklich und stieg in den Wagon. Knappe vier Stunden, nachdem ich Pyce verlassen hatte, kam ich endlich in Shumen an.

Der Schaffner, der mein Dilemma beim Umstieg miterlebt hatte und wohl ein wenig an meinen Reisekompetenzen zweifelte, kam persönlich zu mir, um mich an meinen Ausstieg zu erinnern, als wir im Bahnhof einfuhren. Ein ziemlich guter Service!

Hier kam mir auch sogleich die freudestrahlende Karla entgegen, um mich abzuholen und ich war überglücklich sie wiederzutreffen! Wir hatten uns das letzte Mal im Sommer gesehen und schon die ganze Zeit geplant uns gegenseitig zu besuchen. Fast schon ein bisschen surreal, dass das nun Realität wurde!

Fynn, der am Goethe Institut in Bukarest eingesetzt ist und das Zwischenseminar ebenfalls in Bulgarien verbracht hatte, war auch vor Ort und wir ließen den Abend entspannt zu dritt ausklingen. Dabei durfte natürlich das traditionelle Bier Shumens, ,,Shumensko“ und das allseits verpönte, fermentierte Weizengetränk ,,Boza“ nicht fehlen. Letzteres schmeckt ein bisschen nach einer Mischung aus dem Wasser, in dem weiße Bohnen liegen und der Hafermilch von Lidl und hat eine ziemlich dicke, schleimige, dabei aber komischerweise sämige Konsistenz.. Auf keinen Fall zu empfehlen ist es, unseren Unfall von einer Shumensko-Boza-Ingwerteemischung nachzuahmen, dabei treffen einfach zu viele gegensätzliche Geschmäcker aufeinander. Für abendliche Bespaßung ist es jedoch einen Versuch wert. Wird wohl insgesamt nicht mein go to-Getränk, aber sicherlich nochmal ausprobiert. Bei Gelegenheit.

Boza wurde mir nun schon mehrere Male erwartungsvoll vorgesetzt, mit der Hoffnung, dass ich es auch sehr eklig finden werde. Ich war selbst überrascht, wie gut es eigentlich ist! So gut sogar, dass in den folgenden Tagen gleich mal ein Porridge damit gekocht wurde. Etwas gewöhnungsbedürftig, durch den getreidigen Geschmack, aber mit viel Erdnussbutter und Apfelmus durchaus lecker!

In Karlas Wohnung wurde ich abends von den Nachbarn mit einem Feuerwerk begrüßt, das direkt vor unseren Fenstern gezündet wurde. Shumen heißt übersetzt wohl auch laut, also alles ganz normal. Der Wurstkalender, über den Karla in ihrem Blog (https://kulturweit.blog/dieshumenshow/) berichtet hat, hängt obwohl Weihnachten rum ist, immer noch am Balkon gegenüber. Wir trotzen dem kalten Boden der Wohnung neben einem sehr effektiven Heizstrahler, noch mit guter bulgarischer Musik, wie dem Baniza-Song, der damit den Ohrwurm der Woche begründete (https://www.youtube.com/watch?v=EX05noO1zFU).

Am nächsten Morgen ging es schon sehr früh los, als Fynn und ich den Zug nach Warna nahmen.

Zugfahren ist jedes Mal wieder schön. Außer einer Frau mit Katze waren wir alleine und konnten sogar den Sonnenaufgang auf dem Weg bestaunen.A propos, bei mangelnder Orientierung am Bahnhof kann man einfach den bulgarischen Weg wählen und die Abkürzung über die Schienen nehmen, wenn man schnell zum anderen Gleis kommen muss. Unterführungen sind eher pro forma zu finden.

Ca. zwei Stunden später kamen wir bei strahlendem Sonnenschein an der Küste an.

Die Altstadt ist wundervoll restauriert, mit lauter bunten Gebäuden und ganz vielen Ornamenten in den Fassaden. Überall kann man Säulen, Gesichter und Figuren entdecken, die entweder aufs Meer oder je nach Botschaft, auch gerne mal gen Westen blicken.

Mein liebstes Gebäude der Stadt, bei dem ich ganz pathetisch feststellte, dass es wirkt, als würde sich der Himmel in der Fassade spiegeln.

Mit grimmigem Blick und Handgranate ist die Statue im Primorski-Park definitiv einschüchternd. Allerdings nicht so sehr, als dass sie Familien mit Kindern, vom Spielen und Picknicken abhalten würde.

Es hat einiges an Arbeit gekostet, auf diese Mauer zu gelangen. Nicht zuletzt wegen der Möwenüberbleibsel, die überall hinterlassen werden. Mit ziemlich guter Wahrscheinlichkeit steht auf dem Schild davor, dass es untersagt ist, die Mauer zu betreten, aber was soll man tun, als ahnungslose Touristen.

Im strahlenden Sonnenschein hatten wir fast schon sommerliche Temperaturen und konnten sogar ohne Jacken am Meer sitzen und die Aussicht genießen. Auf dem Weg zum Leuchtturm des Hafens, bieten sich die Wellenbrecher wunderbar an, um eine Pause einzulegen und sich zu sonnen. Mit guten Gesprächen über Musik, unsere Zeit im FSJ und vielem mehr, verging der Vormittag wie im Flug und wir liefen dabei noch den größten Teil der Küstenpromenade ab.

Der heilige Niko wacht als Schutzpatron über das Meer und die Seefahrer, die von Warna aus in See stechen.

Mit tollem Ausblick auf das schwarze Meer picknickten wir später an einer Klippe, eine bulgarische Zacusca und Reis in Weinblättern, bevor wir uns auf den Rückweg durch die Innenstadt, zum Bahnhof machten. Sehr zu Fynns Freude ist ganz Warna besiedelt von Katzen, weshalb wir neben tollen Aufnahmen der Gebäude, Unmengen an Tierbildern am Ende des Tages auf seiner Kamera fanden.

Insgesamt stammen ein Großteil der Fotos dieses Eintrags von Fynn, der auch einen sehr lohnenswerten Blog schreibt, in dem er sehr viel Spannendes von seinen zahlreichen Reisen durch Rumänien berichtet! (Immer mit ziemlich coolen Fotos!) (https://kulturweit.blog/notizenausderwalachei/)

Zurück in Shumen gab es wieder ein Bisschen Shumensko (Boza sparten wir uns an dem Abend) und nach gemeinsamen Kochen ein paar Runden Rommé.

Der Ausflug nach Warna ist wirklich sehr lohnenswert gewesen und die Stadt außerhalb der Tourisaison zu besuchen wohl auch ein echter Geheimtipp! Ein sehr schöner Tag am Meer, der mir einen schönen neuen Einblick, in eine weitere Facette Bulgariens, gewährt hat.

Fünf Tage Ruse und die Straßen voller Kaffeeautomaten

Zusammen mit dem Beginn des Zwischenseminars startete ein kleines Abenteuer. Nachdem bei meinen Behördengängen einiges schief gelaufen ist, konnte ich nicht wie geplant am Samstag in Richtung Bulgarien abreisen. Also entschloss sich Elias, ein weiterer Freiwillige aus Sofia, mit dem ich mich eigentlich in Русе treffen wollte, kurzerhand nach Brasov zu kommen.

Ich konnte ihm am Wochenende erstmal ein bisschen meine wunderschöne Stadt zeigen. Dank des schönen Wetters auch von der Zinne aus, wobei der geschmolzene Schnee unseren Auf- und Abstieg etwas halsbrecherisch werden ließ.

Die Aussicht auf Brasov ist jedes Mal wieder eine Wucht. Wir hatten unheimliches Glück mit dem Wetter und einen phantastischen Blick

 

 

 

 

 

 

Nach nur zwei kurzen Tagen neigte sich das Abenteuer Rumänien, für Elias auch schon wieder dem Ende zu und am Montagabend brachen wir in Richtung Bukarest auf. Mittags hatte ich zum Glück alle notwendigen Unterlagen von der Amtstelle bekommen können, womit das auch abgehakt und mein Kopf frei war.

Mit dem Zug durch die Berge zu fahren und in der Abenddämmerung noch einen letzten Blick auf die Landschaft zu erhaschen, war toll! Alles voller Schnee und Eis. Dementsprechend befanden sich vor allem Ski und Snowboardfahrer mit uns im Zug, die auf dem Rückweg in die Hauptstadt waren. Dort angekommen, irrten wir eine Weile umher, bis wir die Wohnung der Bukarester WG fanden.

Mit zwei weiteren Freiwilligen sind wir daraufhin nochmal losgezogen und haben die Stadt ein wenig erkundet. Die riesigen Gebäude im Zentrum wirken schon sehr eindrucksvoll im Vergleich zu den kleinen, bunten Häusern in Brasov. Da fällt es fast leicht, sich schnell mal in den tiefen Straßenschluchten zu verlieren.
Insgeheim waren wir eigentlich auf der Suche nach Essen und wurden derbe enttäuscht, dass in Bukarest nach 21 Uhr schon alle Bürgersteige hochgeklappt waren! Glücklicherweise hatte als letzte Instanz noch der Stammlibanese der WG, in der Nähe der Wohnung auf, der uns rettete.

Für einen ersten Eindruck, hat sich der kurze Besuch in Bukarest auf jeden Fall gelohnt, wird aber sicherlich nochmal bei Tag wiederholt, um noch mehr kennen zu lernen! Wir hatten nur einen kurzen Zwischenstopp hier eingeplant und so ging noch in der gleichen Nacht, unser Bus nach Ruse.

Eines der vielen, beeindruckenden Gebäude in der Innenstadt Bukarests.

Mit nur drei anderen Mitreisenden, waren wir in windeseile an der rumänisch-bulgarischen Grenze und überquerten diese ohne Probleme. Ob das nun an der frühen Stunde oder den Mitbringseln unseres Fahrers lag, der den Grenzbeamten verschiedenes Gebäck aus der ,,best bakery in town“ mitgebracht hatte, ist nicht ganz geklärt.

Etwas übermüdet, aber zugleich glücklich, endlich in Bulgarien angekommen zu sein, war ich überwältigt von den ersten Eindrücken des neuen Landes. Ich hatte geglaubt, dass besonders die Grenzstadt sehr ähnlich zu Rumänien sein würde und war umso überraschter, von all den Unterschieden! Zunächst wirkte das Kyrillisch, das nun an jeder Ecke zu lesen war, sonderbar und zugleich sehr schön auf mich und auch der Sprachklang, ganz melodisch und warm, wie ich finde.

Auch die Kaffeeautomaten, die einen an jeder Ecke begrüßen und mit ihrer Anzeigetafel zur Straßenbeleuchtung, in den frühen Morgenstunden beitragen, kannte ich noch nicht. Elias und ich haben nach intensiver Zählung der Automaten, die These aufgestellt, dass man wohl im Umkreis von knapp 500m, mit 99.99% Wahrscheinlichkeit eine Kaffeanlaufstelle antreffen könnte. Definitiv ein Punkt, durch den mir Land und Leute direkt sympathisch geworden sind. Viel Bulgaren die man auf der Straße sieht haben sich auch gerade einen Kaffee geholt und schlürfen diesen fröhlich.

Im Selbstversuch haben wir zu später Stunde auch mal einen Espresso probiert, der tatsächlich gar nicht schlecht war! Jedoch muss man das Zuckerlevel gut austarieren, was ich erst im Laufe der folgenden Zeit in Bulgarien lernte. Der Kaffee hat mich aber trotzdem nie enttäuscht.

Daneben hat mich auch die Snackkultur Bulgariens überzeugt! Abgesehen von Kaffeeautomaten findet man an jeder Straßenecke einen Laden, der Nüsse, Trockenobst und weitere Leckereien verkauft, was mich, als ich das erste Mal in einem entsprechenden Geschäft stand, in den siebten Himmel versetzt hat.

Nun gut, genug von den allgemeinen Besonderheiten. Ruse (im kyrillischen Русе) hat natürlich auch eine ganze Menge zu bieten!

Zum einen ist die Stadt wunderschön an der Donau gelegen, wodurch man an jedem Ort die Schreie der Möwen hört und ein Gefühl von Mee(h)r aufkommt.

Allein bei diesem Foto kommt sofort wieder Urlaubsstimmung hoch! Über mehrere Tage hat es geschneit und die ganze Gegend, mit einer weißen Decke überzogen. Ein wunderschöner Moment, als die Sonne, auf der rumänischen Seite der Donau, untergegangen ist.

Die Altstadt konzentriert sich auf einen großen Platz, mit wieder monumental großen Gebäuden (und Unmengen Kaffeeautomaten).

Es gibt sogar ein Kunstmuseum, das wir nach Beendigung eines langen Seminarnachmittags besuchten. Von Einheimischen wurde uns eine tolle Ausstellung, rumänischer Künstler zugesichert. Da wir uns eine rumänische Identität anlegten, um lange Erklärungen um unsere Arbeit im Ausland zu umgehen, war es fast obligatorisch, die Werke unserer Landsleute zu besichtigen. Im Museum selbst wurden wir wohl auch als Künstler eingestuft, die als Teil der sehr eingeschränkten Zielgruppe die Ausstellung besuchten.

Zunächst bin ich von einer spannenden Eimer-Installation ausgegangen, bis sich herausstellte, dass hier der verzweifelte Versuch unternommen wird, das Wasser, das von der maroden Decke tropft, aufzufangen.

Abgesehen von dem schlechten Zustand des Gebäudes, waren die Bilder auch nicht wirklich überzeugend. Trotzdem hatten wir einen riesen Spaß, Spekulationen zum tieferen Sinn verschiedener Gemälde anzustellen und den Eimern und Wannen am Boden auszuweichen.

Irgendwie muss in der Stunde im Kunstmuseum wohl doch unsere künstlerische Ader geweckt worden sein: Auf unserem Heimweg fertigten wir Schneeabdrücke unserer Gesichter auf einer Bank an und schufen einen lebensgroßen Schneemann im Park.

Das Werk könnte den Titel ,Künstler im Schnee´ erhalten. Besonders, da im Original noch zwei weitere Abdrücke daneben entstanden. Sehr kalte, nasse und extrem witzige Angelegenheit!

Als wir am nächsten Tag wiederkamen, war der Schneemann leider zu einem undefinierbaren Haufen zusammen geschmolzen. Im Schaffensprozess, waren wir dafür noch unheimlich stolz, auf die Ausarbeitung der an ,,die Monster-AG“ erinnernden Figur.

Somit verflogen die Tage in Ruse förmlich. Anders als geplant, bin ich nicht sofort nach Rumänien zurück gefahren, als sich die Woche dem Ende zu neigte, sondern habe mich spontan auf den Weg nach Shumen, zu Karla gemacht, während Elias vorerst zurück nach Sofia gefahren ist.

Zu diesem Abenteuer und allen weiteren Ausflügen und Erlebnissen, die daraus resultierten, muss ich noch weitere Blogeinträge machen, da sie den Rahmen dieses Beitrags sprengen würden.

So gut wie alle, der wunderschönen Fotos, gehen im übrigen auf Elias Konto, der einen sehr spannenden und guten Blog mit anderen Bulgarien-Freiwilligen up to date hält! Definitiv lohnenswert, um noch mehr Einblicke, in dieses wunderbar vielfältige Land zu erhalten! (https://kulturweit.blog/bulgarienweit/)

Хайде България!

Drei Kilo Zwiebeln und die Rückkehr ins Winterwonderland

Wo beginnen viele der großen Abenteuer unserer Zeit? Genau, meistens am Flughafen. In meinem Fall am Frankfurter, von wo aus die Rückkehr aus dem Homeoffice nach Rumänien anstand.

Mein Gepäck, um einen Toaster und Mixer reicher, war von Anfang an mein Sorgenkind gewesen und versetze mich in einige Sekunden der Schockstarre, als mir die Waage der Kofferabgabe vorwurfsvolle 27kg anzeigte. Nach einigen Momenten pendelte sich die Skala jedoch ein und die Flughafenmitarbeiterin drückte bei den knapp 24 kg mal eben beide Augen zu.

Anders als der Verantwortliche beim Sicherheitscheck, der mich als ,,very gefährlich“ eingestufte und meinen Handgepäckskoffer zusammen mit einem Kollegengremium vom Band zog und kritisch betrachtete. Gedanklich verabschiedete ich mich schon von meinen getrockneten Chilis, die ich dummerweise im Karton des Spiels Flügelschlag verstaut und nicht mehr in meinen großen Koffer gepackt hatte.

Misstrauisch wurde der Trolli geöffnet und zielgerichtet der Deckel des Spiels entfernt. Da es bei diesem liebevoll gestalteten Spiel darum geht, durch Vogelkarten, deren Futter und Eier, Punkte zu sammeln, gibt es natürlich auch kleine Miniatureier, die zur Chaosvermeidung, in einem Beutel verstaut sind. Nun ja, ich habe eine vage Vorstellung, wie letzteres auf dem Bildschirm des Gepäckscanners ausgesehen haben muss… Die Beamten hatten jedenfalls ihren Spaß mit dem Fund und präsentierten die Holzeier lachend ihren Kollegen. Glücklicherweise vergaßen sie bei all der Freude, das Spiel weiter auseinander zu nehmen, um meine Chillis zu entdecken und somit konnte ich mit vollständigem Gepäck weiter nach Bukarest reisen.

In București angekommen, wurden Johanna und ich per Transfer zurück nach Brasov gebracht, wo daraufhin unsere 10 tägige Quarantäne beginnen sollte. Deutschland wurde aufgrund der hohen Corona-Fallzahlen von der rumänischen Regierung kürzlich als Risikogebiet eingestuft, was uns erstmal in Isolation versetzte.

Um trotzdem mit Lebensmitteln versorgt zu werden, bestellten wir gleich am nächsten Morgen eine Lieferung über die App Bringo, von Carrefour. Die Mengenangaben waren etwas unübersichtlich, weshalb wir davon ausgingen, dass wir mit geringen Anzahlen an Lebensmitteln alles richtig machen würden. In der Theorie mal wieder keine schlechte Idee. Allerdings stellte sich das als Fehler heraus, als wir anstelle von 3 Zwiebeln und einer Knolle Ingwer, direkt fünf Kilo des ganzen erhielten. Jetzt verbringen wir unsere Freizeit damit, Zwiebeln und Ingwer zu schneiden, um sie in unserem kleinen Gefrierfach einzufrieren und somit haltbar zu machen.

Der zweite Einkauf über einen entsprechenden Bringdienst verlief vor ein paar Tagen dann immerhin, schon wesentlich erfreulicher, als wir tatsächlich erhielten, was wir bestellt hatten.

Dass unsere Selbstisolation eingehalten wird, nehmen die örtlichen Gesundheitsämter auch ernst. So wurde sich vereinzelt, telefonisch nach unserem Befinden erkundigt und die Polizei rief einmal an, um anzumelden, dass sie demnächst für eine Kontrolle vorbei kommen würde. Eine sehr faire Angelegenheit, auch wenn sie den Sinn der Kontrolle ein wenig verfehlt.

Ansonsten verfliegt die Zeit gerade rasend schnell, unter der Vorbereitung für Unterrichtsstunden, groß geplanten Kochaktionen und ruhigen Abenden, im Kerzenschein, mit Oreos und Flügelschlag.

Unten links kann man auf den Karten gut besagte Holzeier erkennen, die am Flughafen für große Verwirrung gesorgt haben.

Unsere wunderschöne Stadt, schneebedeckt und bei Nacht.

Als wir wieder vor die Tür durften, konnten wir endlich einen riesigen Punkt auf unserer To-Do-Liste abhaken : einen Besuch in Brasovs Kunstmuseum.

Von Picasso über Kandinsky und Munch wurde sehr viel von modernen Künstlern ausgestellt und auch einige bekannte, rumänische Maler, wie etwa Teutsch oder Andreescu, waren vertreten. Da wir die einzigen Besucher waren, nahm sich eine der Mitarbeiterinnen besonders viel Zeit und führte uns durch die Ausstellung. So viele schöne Eindrücke und Bilder! Besonders gut gefallen, hat mir ein Gemälde des Dadaisten M. H. Maxy gefallen und die Porträts von Picasso.

Die Collage von M. H. Maxy

Die erste Freiheit nach unserer Quarantäne haben wir im Kunstmuseum in Brasov genossen. Hier gibt es eine aktuelle Ausstellung, zu den Künstlern des 20ten Jahrhunderts und eine Dauerausstellung der rumänischen Maler und Bildhauer.

Ein wirklich gelungener Ausflug, den wir sicherlich nochmal wiederholen werden. Alleine schon, weil wir nicht ganz durch die Ausstellung gekommen sind, da wir uns zu sehr mit der Galerie-Mitarbeiterin verquatscht hatten… Definitiv eine Empfehlung!

Picnic în cursul de limba română

,,Okay, pay attention!“

Schon wenige Minuten nachdem unser Sprachkurs begonnen hat, die erste Nachfrage von seitens der Schüler und diese energische (Lieblings-)Aufforderung unseres Lehrers nun aufzupassen.

Unser Kurs, aus Johanna, mir und einer Hand voll Hobby-Linguisten im gehobenen Rentenalter bestehend, könnte wohl kaum diverser sein. Nicht nur was den Humor der einzelnen Teilnehmer angeht, sondern auch im Bezug auf ihre Herkunft.

Unser Lehrer, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Jojo und mich alle schwierigen Wörter vorlesen zu lassen, um daraufhin seinen Lieblingssatz anzubringen, probiert nun schon seit zwei Monaten uns rumänisch auf englisch zu vermitteln. Naja meistens zumindest. Durch ein goldiges französisches Paar wird unser Unterricht regelmäßig trilingual erweitert und daraufhin noch von einem weiteren Teilnehmer, Roland, auf deutsch ergänzt.

Dieser scheint davon auszugehen, dass Johanna und und ich neben rumänisch wohl auch nicht so fit in den anderen Wahlsprachen sind und probiert uns die rumänische Grammatik anhand von holprigen Wortwitzen zu erklären.

Der beste bisher: Cafeaua, da der bestimmte Artikel an die Nomen angehängt werden muss und man sich, wie in diesem Fall, ja nur an einem bestimmten Kaffee verbrennen kann, wenn er heiß ist. Soweit die Theorie. Roland, der seinen Zoom-Hintergrund jede Stunde wechselt und wahlweise aus den Bergen, von den Bahamas oder den Pyramiden von Gizeh an unseren Besprechungen teilnimmt, hat seine helle Freude daran und bringt diesen Witz dementsprechend regelmäßig im Kurs.

Erweitert wird unsere Gruppe noch von einem Niederländer und einer Britin, die scheinbar beide auch (schon länger) in Brasov wohnen, dadurch aber auch einen Vorsprung in Vokabular und Aussprache haben.

Dank der Vielfältigkeit dieser Gruppe ist es auch nicht schlimm, wenn wir mal ein wenig abdriften, da jeder von uns etwas zu den Kursthemen beitragen kann und es immer viel zu lachen gibt.

Dadurch gestalten sich die Stunden jedes Mal sehr abwechslungsreich und reichen von der völligen Verwirrung durch die Konjugation aller existierenden Verben, hin zum Lesen von schönen Texten über die touristischen Highlights Siebenbürgens. Wenn es dann mal schwer zu verfolgen ist, versüßen Jojo und ich uns den Unterricht wortwörtlich, mit einem ausgedehnten Brunch oder Dinner und helfen uns anschließend gegenseitig die Grammatik zu verinnerlichen.

Aber ich darf mich garnicht beschweren. Online-Unterricht ist wirklich schwer, habe ich in den letzten Wochen gelernt. Wenn man aus der Lehrerposition eine Frage stellt und nur die ausgestellten Mikrofone zurück echoen oder die Schüler verständlicherweise, nach Wochen des Unterrichts per Meet nur noch eine schwindende Menge an Motivation aufbringen können…

Doch da gibt es auch immer wieder Highlights. Zum Beispiel, als ich in der Vorweihnachtszeit Hänsel und Gretel mit einer Klasse gelesen habe; die Gruppe vollständig aufgeblüht ist und wir einen ausführlichen Austausch über traditionelle Märchen in Deutschland und Rumänien hatten. In einer weiteren Stunde; an die ich mich noch sehr gut erinnern kann, habe ich mit einer kleinen Gruppe über Apps und die Verbreitung von Fake-News gesprochen habe. Die Schüler haben anhand von verschiedenen Beispielartikeln versucht zu differenzieren, welche Schlagzeilen fake und welche real waren. Die aus solchen Stunden resultierenden Gedanken und Diskussionsideen, machen mir jedes Mal wieder unheimlich viel Spaß zu moderieren und zu verfolgen!

– https://www.suedkurier.de/ueberregional/politik/Die-erfolgreichsten-Fake-News-Wir-zeigen-Ihnen-was-hinter-den-bekanntesten-Falschnachrichten-steckt;art410924,9713663 – https://de.style.yahoo.com/kurios-wahr-skurrile-kurznachrichten-aller-slideshow-wp-131053804.html  So hat dann eine Folie die wir besprochen haben; beispeilsweise ausgesehen und neben dem Inhaltlichen auch Fragen zur technischen Ausgestaltung der Artikel aufgeworfen.

Insgesamt waren die ersten Dezemberwochen in Rumänien auch noch sehr schön und Brașov hat sich wirklich von der aller schönsten Seite gezeigt!

Der Marktplatz von Brasov mit erster Weihnachtlicher Dekoration…

… und die davon abgehenden Straßen bei Nacht.

Die Strada-Sforii ist mit einer Breite von etwas über einem Meter als Europas engste Gasse deklariert. Zumindest wenn man aus der hiesigen Perspektive sieht.

Wir haben unsere Zeit hier wieder für viele ausgedehnte Spaziergänge, Wanderungen und entspannte WG Nachmittage genutzt. Stutzig gemacht hat uns bloß der Morgen, nach den nationalen Wahlen – am 6ten Dezember – als unser Haus kurioserweise von einem Ei erwischt wurde. Woher das kleine Geschoss gekommen sein soll, ist uns immer noch ein Mysterium, da ich für meinen Teil nicht dazu in der Lage wäre auf die entsprechende Höhe und praktisch um die Ecke zu werfen, aber da das einmalig war, machen wir uns jetzt erstmal keine weiteren Gedanken darüber…

Nun ja, und dann war es auch schon bald so weit und wir haben Mitte Dezember unsere Koffer gepackt, um unser neues Zuhause vorerst zu verlassen und für einige Wochen ins Homeoffice nach Deutschland zurückzukehren.

Jetzt (09.01) sind wir wieder zurück und motiviert, mit vollem Elan weiterhin die Zeit unseres FSJs zu gestalten!

Briefpapier, ein Flambierer und eine volle Arbeitswoche

Eine Woche voller DSD-Prüfungen und eine Woche voller Arbeit.

Für die deutschlernenden Schüler unserer Schulen stellt das deutsche Sprachdiplom den krönenden Abschluss ihrer Karriere in der 12ten Klasse dar. Nachdem es ziemlich lange auf der Kippe stand, ob und in welcher Form die Prüfungen dieses Jahr abgehalten werden können, waren wir umso erleichterter, als wir grünes Licht für die Wochen vom 16. bis 27. November bekommen haben.

Doch es gab unheimlich viel zu sortieren und vorzubereiten, damit alles zügig und coronakonform ablaufen konnte. Somit waren wir gut beschäftigt, Raumpläne zu erstellen, Wörterbücher zu verteilen und das Schulgebäude auszuschildern.

Am Tag der Prüfungen bestand unsere hauptsächliche Arbeit darin, dafür zu sorgen dass die Schüler pünktlich zur Vorbereitung und später zu den Prüfern kamen, die richtigen Themen erhielten und genug Ruhe auf dem Flur herrschte.

Im Zuge dessen, mussten wir uns gut mit dem anderen Schulpersonal absprechen, was sich als noch immer kompliziert herausstellte.

 

Ich hatte mich irgendwann ganz gut damit arrangiert möglichst freundlich zu schauen, wahlweise ,,da“ (=ja), ,,gata“ (fertig) oder ,,mai târziu“ (später) zu sagen und so die Mitarbeiter während der Prüfungen auf dem Laufenden zu halten. Das hat scheinbar so gut funktioniert, dass einer unserer Hausmeister mir zur Begrüßung jetzt immer die Ghettofaust gibt!

Während das bloße Verstehen vom Rumänischen, durch den ähnlichen Klang wie Spanisch, garnicht so schwierig ist, fällt mir das Sprechen noch echt schwer. Doch mit einer guten Mischung aus meinem sporadischen rumänisch und spanisch komme ich ganz gut zurecht. Wenn garnichts mehr hilft, greift man eben auf die altbewährte Zeichensprache zurück und schlägt sich irgendwie durch.

So auch bei meinem ersten Postabenteuer, als ich Briefmarken und Umschläge mit Papier bekommen und ein Paket ins Nachbarland Bulgarien schicken wollte. Leider konnte die Dame am Postschalter weder Englisch, noch hat sie mein Sprachgemisch verstanden, war aber immerhin die Ruhe selbst und hat mich versucht, so gut es ging zu beraten. Auch wenn die Schlange hinter mir immer länger wurde, hat sie sich ganz geduldig meine pantomimische Darstellung von Briefpapier angeschaut und ist dann wohl wissend zu ihrem Drucker und hat mir Papier daraus gereicht.

Die Sache mit dem Paket stellte sich allerdings als ein bisschen schwieriger heraus. Für die Anschrift des Empfängers wurde mir ein großer, roter Edding in die Hand gedrückt, woraufhin ich die Adresse so überdimensional und leserlich wie nur möglich auf dem Deckel geschrieben habe. Die Postbeamtin versicherte mir, dass es in spätestens sieben bis zehn Tagen Sofia erreichen würde und ich mir keinerlei Gedanken machen müsse. Die ganze Situation kam mir schon sehr verdächtig vor und auch die Tatsache, dass das Päckchen bis heute -knapp drei Wochen später- immernoch nicht angekommen ist, hat mein Vertrauen in die Post nicht weiter gestärkt.

Immerhin sind meine Grüße aus Brasov, die ich durch die neu gewonnenen Schreibutensilien und Briefmarken, in die Welt versenden konnte, schon alle gut bei ihren Empfängern angekommen. Vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung.

Eine weitere abenteuerliche Erfahrung haben Johanna und ich vergangenes Wochenende gemacht:

Das weihnachtliche Plätzchenbacken, mit unserem launischen Gasofen. Dieser besitzt genau drei Stufen, des Grills von unten, zwischen denen man wählen kann:

  • eine leichte Sommerbrise
  • gemäßigtes Backen mit Vorsicht
  • die Verbrennung aller Teigwaren auf dem Blech

Im Nachhinein betrachtet ist die mittlere Stufe wahrscheinlich immer die beste Wahl, allerdings sind wir von Anfang an (mutigerweise) all in gegangen. Daraufhin haben wir, passenderweise von in der Weihnachtsbäckerei begleitet, einen leicht rauchigen Geruch in der Küche wahrgenommen und so schnell wie es ging die Ausstechplätzchen wieder aus dem Ofen geholt. Von unten schwarz, ansonsten noch ziemlich roh haben sie eine weitere Runde auf erster Stufe und im nachhinein eine Spezialbehandlung bekommen.

Beim nächsten Blech wussten wir so langsam wie der Hase läuft und spätestens unserer Lebkuchen bekamen auch die Bedingungen, die sie benötigten. Trotzdem stellte Jojo wehmütig fest, dass ein Crème-brûlée-Flammenwerfer in unserem Fall, zum Ausgleich der Unterhitze, genau richtig wäre.

Dennoch konnten wir uns somit noch einen guten Vorrat an Hildabrötchen, Schokocrossies und co. anlegen und an Bekannte und Freunde verteilen.

Dafür, dass wir so katastrophal begonnen haben, kann sich das Endergebnis dann doch echt noch blicken lassen.

Jetzt können wir bei unseren Wanderungen immerhin auch eigene Plätzchen mitnehmen und müssen auf nichts gekauftes mehr zurückgreifen.

An die stressigen Phase der DSD-Prüfungen hat sich erstmal ein verlängertes Wochenende angeschlossen, das wir dazu genutzt haben, wieder ein bisschen zur Ruhe zu kommen.

Nach zwei Wochen voller Prüfungsvorbereitung und anstrengenden, langen Prüfungstagen, kam uns das ganz gelegen. Wir sind viel nach draußen, zur Zinne gegangen, haben lauschige Lesestunden samt Tee und Plätzchen in unserem Wohnzimmer verbracht und den ersten Advent mit einem selbst zusammengestellten Adventskranz begonnen.

DIe Einzelteile von Zweigen, Blättern, Moos und Tannenzapfen konnten wir auf unseren zahlreichen Waldtouren zusammentrommeln. Allerdings erforderten einige echten Einsatz und Kletterkünste, um auch noch den schönsten kleinen Moosteppich vom obersten Felsen mitnehmen zu können.

Unsere Wohnung ist auch immer gemütlicher geworden und eine Tanne als Weihnachtsbaum gar nicht mehr nötig.

Da am Dienstag, dem 1ten Dezember, der Nationalfeiertag war, wurde der Montag noch als Brückentag genutzt und hat unheimlich viele Besucher in die Stadt gezogen. Überall waren die Flaggen des Landes aufgehängt und die Touristen spazierten durch Brasov. Die größten Besucherströme vermeidend, haben wir auch versucht ein bisschen die gute Stimmung, die in diesen Tagen durch die Stadt strömte, aufzufangen und einige Ecken erkundet, die wir bis dato noch nicht kannten.

Sogar das Brasov-Logo erstrahlt momentan in den Nationalfarben des Landes.

Der Feiertag und das Wochenende war glücklicherweise auch von sehr gutem Wetter und Sonnenschein begleitet, was die Spaziergänge rund um das Zentrum noch schöner machte.

Endlich habe ich auch den ersten Bären seit unserer Ankunft in Rumänien entdeckt, wobei mir dieses Exemplar ganz friedlich vorkam.

Wieder gut erholt, können wir nun diese Woche im online-Unterricht durchstarten und unsere parallel laufenden Projekte weiter voran treiben.

Beispielsweise erstellen wir im Kreis der Freiwilligen aus Rumänien, einen online-Adventskalender für die deutsch lernenden Schüler. Marie, die ihr FSJ gerade in Craiova macht, hat den großteil der Website liebevoll und kreativ designt und für uns zum Befüllen zur Verfügung gestellt. Die Schüler können nun jeden Tag ein neues Türchen mit Bastelanleitungen, Geschichten, Musik und Traditionen öffnen und so die Weihnachtszeit, wie sie in Deutschland verbracht wird, kennenlernen. (https://you-can-decide.wixsite.com/intea)

Im diesem Sinne auch weiterhin an alle eine schöne Adventszeit und dass sich hinter den nächsten eigenen Türchen noch schöne Überraschungen verstecken!

Alle Jahre wieder!

Da basteln Johanna und ich an einem Abend noch fröhlich Schneeflocken, dekorieren unsere Wohnung feierlich und hören uns durch die Weihnachtshits der letzten 70 Jahre und schon hat sich Brasov am nächsten Morgen ins Winter Wonderland verwandelt.

Noch bevor unser wöchentlicher Sprachkurs beginnen konnte, sind wir nach draußen, zur Promenade unter der Zinne, haben einen Mini-Schneemann gebaut und den frisch gefallenen Schnee genossen.

Die Dächer der Stadt unter einer weißen Decke und die immer weiter fallenden Flocken haben die erste Weihnachtsstimmung schon so richtig aufkommen lassen!

Nachmittags haben wir uns deshalb gleich noch mit einer Freundin aus der Schule getroffen und sind auf die Zinne gewandert. Die Stadt selbst hatte den ganzen Tag unter einer dicken Wolkendecke gelegen, weshalb der Nebel im Wald umso dichter hing, je höher wir kamen. Der Boden schon leicht angefroren, wurde auf den Serpentinen nach oben abschnittsweise wirklich abenteuerlich, doch wir genossen die Wanderung und vertrieben uns die Zeit mit dem Spiel ,,Wer bin ich?“, Blackstories und einem interessanten Austausch über die Weihnachtsbräuche von Rumänien und Deutschland.

Das Land ist stark von der orthodoxen Kirche geprägt, jedoch scheint das Weihnachtsfest, wie wir es beispielsweise in Deutschland kennen, trotzdem sehr ähnlich hier in den Familien gefeiert zu werden. Besonders das Essen spielt -wie bei uns- eine zentrale Rolle und setzt sich anscheinend typischerweise aus den traditionellen Krautwickeln und Kuchen des Landes zusammen.

Sehr verbreitet ist es außerdem, dass während und kurz vor den Feiertagen Kinder, in kleinen Gruppen, von Haus zu Haus ziehen und rumänische Volks- und Weihnachtslieder vortragen.

Weiter auf unserer Wanderung wurde der Weg immer glatter und die Bäume umso tiefer verschneit, bis wir plötzlich die Wolkendecke durchbrochen hatten und die Sonne mit voller Kraft durch die Zweige glitzerte.

Die Aussicht erinnerte uns beinahe schon an den Ausblick aus einem Flugzeug und als wir ganz oben angekommen waren, wurden wir mit einem traumhaften Panorama über die Karpatenzüge unserer Umgebung belohnt. Hier pausierten wir eine Weile und tranken mitgebrachten (Weihnachts-)Tee und aßen einige Plätzchen, bevor wir uns wieder an den Abstieg machten.

Diese Einstimmung auf die anstehende Weihnachtszeit war wunderschön und auch wenn der Schnee in der Innenstadt inzwischen nur noch vereinzelt auf Dächern liegt, hoffe ich doch sehr, dass wir spätestens, wenn Jojo und ich erneut Schneeflocken basteln, wieder so eine schöne Überraschung erleben!

Bună ziua Brașov!

Hallo zusammen!

Zwar befinde ich mich weder auf dem Appalachian Trail, noch ist mein Weggefährte Robert Redford, aber ein Picknick mit Bären scheint dennoch garnicht so unwahrscheinlich!

Das haben mir zumindest Reiseführer und Berichte aus dem Internet in der Vorbereitung auf meine Zeit in Rumänien wirksam glauben machen wollen, weshalb ich mich etwas unbedarft bei meiner Ansprechperson Carol, nach der Notwendigkeit eines Bärenglöckchens erkundigte.

An seiner Reaktion gemessen, wurde mir die Realität des rumänischen Alltags schnell bewusst, die sehr fern von meiner damaligen Vorstellung der wilden Natur, mit einer Menge Bären und Wölfen lag. Johanna, meine Mitfreiwillige und -bewohnerin hier in Brasov und Karla (https://kulturweit.blog/dieshumenshow/), die gerade ihr FSJ in Bulgarien macht, nutzen meinen Geburtstag als Vorwand dennoch gnadenlos aus, um mich bis zu meiner Ausreise mit einem passenden Glöckchen zu versehen.

Daraufhin gut ausgestattet stand meiner Ausreise Mitte Oktober glücklicherweise nichts mehr im Wege und so begann mein Weg ins Unbekannte, mit der Fahrt von Aschaffenburg nach Schöndorf, von wo aus ich mit Johanna, ihrem Vater und deren Wohnmobil, über Österreich und Ungarn bis nach Rumänien gelangte.

Die zweitägige Reise ist vor lauter ungeduldiger Erwartung und dem phantastischen Ausblick auf die vorbeiziehende Landschaft wie im Flug verstrichen und ehe wir’s uns versahen, hatten wir die Grenze nach Rumänien überquert.

 

Dass es vermehrt Grenzkontrollen gab, die vermutlich vor allem der aktuellen Corona-Pandemie verschuldet sind, haben wir auf jeden Fall auch erlebt, sind aber dennoch ohne weitere Probleme durchgekommen. Nach der Fahrt quer durch Ungarn war der Übertritt nach Rumänien für uns alle ein besonderer Moment, der die Vorfreude auf Brasov umso mehr steigerte!

Die Landschaft erschien mir zunächst verglichen mit Österreich flacher, das Gras irgendwie ein bisschen grüner und die Erde dunkler als in Deutschland. Ob das an meiner euphorischen Aufbruchsstimmung oder tatsächlich an satteren Farben der Natur lag, lässt sich jetzt im Nachhinein schwer einschätzen, ändert aber nichts an der Schönheit der Landschaft, die sich im Verlauf der Fahrt stetig änderte.

Noch einige Kilometer weiter und wir erreichten das in die Karpaden eingebette Brasov, was für die kommenden Monate unsere neue Heimat werden sollte.

Begeistert habe ich festgestellt, dass auf der Straße, über die wir ins Zentrum gelangten, sogar feste Radwege integriert waren und somit mein Plan Fahrrad zu fahren nicht völlig abwegig war. Ein weiterer Vorteil der Anreise mit dem Wohnmobil war nämlich auch, dass neben unseres ganzen Hausstandes auch mein Rad einen Platz gefunden hat und mir zumindest dadurch die Möglichkeit geben kann, mich freier in der Stadt zu bewegen. Wenigstens in der Theorie.

Später musste ich erst noch lernen, dass viele Leute (insbesondere die Autofahrer) in Rumänien noch nicht an Fahrräder in der Stadt gewöhnt sind und es daher zum Teil echt gefährlich sein kann, sich so fortzubewegen, was mich in der ersten Woche ein bisschen demotiviert hat. Legt man allerdings die nötige Vorsicht an den Tag und fährt vor allem auf Geh- und den ausgebauten Radwegen, kann eigentlich wenig passieren.

Inzwischen fühle ich mich auch immer schon sehr mit anderen Radfahrern verbunden und freue mich jedes Mal wie ein kleines Kind, wenn ich einen weiteren in der Stadt sehe. Die Notwendigkeit eines Helms wird hier aber anscheinend- ähnlich wie in Deutschland -mit geteilter Meinung gesehen, obwohl die Unfallrate so vergleichsweise hoch ist.

Nachdem wir an unserem ersten Abend total übermüdet unser Gepäck ausgeladen (mithilfe einiger super lieben Schüler von Jojos Schule) und eine Pizza aus der Nachbarschaft to go geholt haben, sind wir anschließend nur noch ins Bett gefallen.

Die folgenden Tage konnten wir dann aber umso mehr nutzen, um die Stadt und das wunderschöne Umland zu erkunden.

Insbesondere morgens bei Sonnenaufgang wird die Stadt oft in einen besonderen Charme eingehüllt, wenn die Zinne (der große Berg, auf dem das Brasov-Logo zu sehen ist) noch im Nebel versunken ist und dennoch die ersten Sonnenstrahlen über ihre Kuppe blitzen.

Die Zinne, auf die man sowohl mit einer Seilbahn gelangen kann, oder (mein persönlicher Tipp!) über verschiedene Wanderwege erreicht. Von oben hat man einen phantastischen Blick über die ganze Stadt und kann von Aussichtspunkten rund um die Spitze das ganze Umland überblicken.

Bald darauf folgten auch schon unsere ersten Tage in den Einsatzstellen.

Meine Schule liegt etwas abseits vom Altstadtzentrum im moderneren Viertel Brasovs, weshalb ich viele neue Straßen und Wege in den ersten Arbeitstagen kennenlernen konnte, als ich mich noch nicht traute, das Rad zu nehmen. Jetzt, vier Wochen später, bin ich wesentlich routinierter und kenne die Stadt und ausgetretenen Pfade schon um einiges besser. Trotzdem gibt es jeden Tag noch so viel neues zu entdecken!

Auch meine Arbeit gestaltet sich als sehr vielfältig und spannend! Deutsch wird am Colegiul Natioal Dr. Ioan Mesota als Fremdsprache gelernt. Wie an anderen Schulen können die Schüler der 12ten Klasse dann im November die DSD Prüfungen im B2 oder C1 Niveau ablegen, worauf schon in den Jahrgangsstufen zuvor vorbereitet wird.

Nachdem ich in den ersten Tagen meistens mit den Deutschlehrerinnen meiner Schule, im Unterricht mitgegangen bin, konnte ich bald darauf eigenes DSD-Training mit der 12ten beginnen und vor allem den mündlichen Teil der Prüfung üben.

Daneben führe ich das Projekt ,,Lesefüchse“ mit Schülern der 9ten und 10ten Klasse durch und arbeite regelmäßig mit Schülergruppen einer Klasse zu bestimmten Themen in einer Stunde zusammen.

Bei den Lesefüchsen lesen wir über das Jahr verteilt verschiedene Bücher, der aktuellen deutschen Jugendliteratur und besprechen diese thematisch danach zusammen. Zur Zeit lesen wir noch das Buch ,,Was wir dachten, was wir taten“, was das schwierige Thema eines Amoklaufs an einer Schule nachzeichnet, doch ich bin jedes Mal wieder begeistert, wie gut das Verständnis der Schüler für die Sprache und die Inhalte ist! Darüber hinaus helfe ich bei Jugend Debattiert mit, was an der Mesota fest etabliert ist und woran die Schule in den letzten Jahren, auch im nationalen Vergleich, immer sehr erfolgreich war!

Was mir außerdem sehr viel Freude bereitet ist ein Marketingprojekt, das ich mit ein paar motivierten Jugendlichen der 11ten begonnen habe. Hierbei konzentrieren wir uns auf Sehenswürdigkeiten der Stadt Brasov und wollen eine Broschüre erstellen, um sie für Touristen zu präsentieren und auf deutsch und englisch zugänglich zu machen.

Generell haben mich sowohl Schüler als auch Lehrer extrem freundlich und offen in Empfang genommen und mir den Einstieg in der Einsatzstelle somit enorm erleichtert!

Neben dem Alltag in der Schule hat es sich schon fest in mein Leben hier integriert die traumhafte Natur zu genießen. Zusammen mit Johanna bin ich schon einige Male rauf auf die Zinne gewandert und auch einen Ausflug nach Poiana Brasov (der Ort in unserer Gegend, der sich im Winter ins Skiparadies verwandelt) haben wir bereits unternommen.

Der Ausblick von der Zinne auf die Stadt ist wirklich eine Wucht! Mit dem großen Brasov-Logo kommt auch immer ein bisschen Hollywood-Flair auf, wenn man die Spitze erreicht hat, wobei wir hier cooler weise sogar bis an die Buchstaben kommen und es sogar eine Aussichtsplattform gleich daneben gibt!

Bei den dichten und ursprünglichen Wäldern hier in Siebenbürgen wundert es mich nicht, warum so viele Märchen rund um Drachen und Zwerge entstehen konnten.

 

Insgesamt ist es trotz der kurzen Zeit, die ich jetzt erst hier bin, verrückt, wie heimisch sich alles anfühlt. Selbst solche banalen Dinge wie Einkaufen, die zu Beginn des FSJs durch die enorme Sprachbarriere wirklich eine Herausforderung gewesen sind, fallen mir jetzt schon so viel leichter!

Was die Einfindung in den Alltag aber auch enorm vereinfacht hat, ist der deutsche Einfluss, den man hier an jede Ecke spürt und der von vertrauten Straßennamen, über bekannte Produkte in den Regalen, bis hin zu echt guten Deutschkenntnissen einiger Einheimische , die viele Rumänen zumindest hier in Brasov haben!

In der kommenden Zeit möchte ich mir auf jeden Fall noch mehr Zeit für ausführliche Berichte nehmen und gerne gezielter auf einzelne Aspekte des Lebens hier eingehen.

Bis dahin hoffe ich, dass es allen gut geht und wir die aktuell noch verschärfte Coronazeit gut überstehen!

La revedere!