El memoria

Erinnerst du dich noch? An deinen Blick? Du hast ihn ja nicht gesehen. Wenngleich bei dir wohl ungewiss ist, was du siehst. Wer weiß, wo dir überall Spiegel stehen. Bestimmt vielerorts. Jedenfalls hast du so betont bedächtig, so lauthals nachdenklich geschaut, dass es ja doch kein Nachdenken sein konnte, was in dir stattfand. Vielmehr Komik. Lachhaftigkeit. Wo auch immer du warst, sicher nicht in deinen Gedanken. Vielleicht wars bloß der Mundwinkel, der dich verraten hat, vielleicht bloß dein schlecht gespieltes Zuhören. Er war herrlich, dein Blick. Ich sah Opa in dir. Wie verwunschen. Und dann riefst du mich von weit weg. Und ich antwortete. Welche Farbe hörten deine Ohren, frage ich mich. Oder Farblosigkeit? Sie hallten nach, deine Frage, meine Antwort. Und als ich schließlich kam, da begrüßtest du mich, obwohl der Tag doch schon seit vielen, vielen Stunden angebrochen war. Du sagtest etwas Blödes, Verspieltes, Musikalisches. Und ich antwortete. In genau demselben Duktus. In genau derselben Art. Vielleicht klang es niedlich. Ich hab’s erst überhört, das abermals nachschwingende Echo, die Süße. Du hast sofort gelacht. Ich dann auch, konnte gar nicht mehr zu Ende atmen, prustete die Luft heraus. Vorbei. Flüchtig. Niedlich und sanft. Erinnerst du dich noch?