Nackt und transparent

Wenn es sich so anfühlt, das Aufwachen nach einem chirurgischen Eingriff, der einst tatkräftig und kalkuliert versuchte, es zu richten oder gar zu errichten, sodann will ich mich auf die Stelle ins Krankenhaus begeben, mich unter die Klingen werfen, zuvor bis aufs Nötigste enthüllen, ja, vielleicht gerade drum, tragen sie dort bloß weiße, luftige Gewänder, in denen es sich, so glaube ich, ausgezeichnet atmen lässt, und vielleicht gerade drum, sind sie auf der Straße so schichtenweise bunt ummantelt, dass einem gar schwindelig werden kann; nach so einem wundersamen Aufenthalt in der Chirurgie, in der man es wässrig schwenkte, behutsam massierte und Yo-Yo-flugartig in die Höhe schnellen ließ, da verweile es für einige Sekunden, ja, es suhle sich in einem mit Lammfell bedeckten Schaukelstuhl, mit ruhig anhaltendem Puls, wie ein Ausstellungsstück, nackt und transparent, sowie man es sezierte, das geerdete Herz.

Âme derrière ta clavicule

Que l’âme se trouve pas derrière tes yeux
Mais derrière ta clavicule, as-tu raconté,
C’est-à-dire entre l’omoplate et le sternum
Qu’elle est pas verte comme tes yeux
Mais plutôt rouge, fondue avec le sang qui l’entoure
Elle, cette petite espèce qui nous assure qu’on existe
Pas que physiquement
Qu’il y a un « je » qui peut s’interroger, 
qui peut parler à lui-même
Une telle âme es tu
Une qui ne cesse pas à s’interroger
Sur son état, son bien-être, ses sentiments
Y-a-t-il une vérité ?
Y-a-t-il un dernier doute ?
Une âme qui brille comme le soleil
Qui crépite comme la pluie
Qui est engagée comme un p’tit soldat dans la rue
Garde-t-elle.
Elle te protège.

Von deiner unbeirrbaren Zuversicht

Was wärst du ohne deine stille Zuversicht? Ohne deine Augen, die sich zu allem Anderen wenden, vielmehr als zu dir selbst. Ich merk, wie deine Erzählungen langsamer werden. Worte finden ist schwer. Sich die Welt in Erinnerung zu rufen auch. Was Anderen ihr Charisma ist, ist dir deine Weichheit. Aus ihr spricht dein Leben. Deine Lebendigkeit. Das i meines Namens, das du bewundernd in die Länge ziehst. Stärke in deiner gemächlichen Ruhe. In deiner unbeirrbaren Zuversicht. Dass ich das schon schaffe. Ob du weißt, was du da sagst? Fühlen bestimmt. Dein Herz ist mit mir. Zumeist erwartungslos. Wie schön. Wie liebevoll. Ich werd dir Bücher widmen, ja eine ganze Bibliothek. Dass du für immer bei uns bleibst.

Tausendjähriger Hefeteig

Die Zeit, die vergeht ohne etwas von dir zu hören, kommt mir ewig vor. Ewig lange her. Wo hat man das schon, dass das Ticken eines Zeigers sich wundersam über mehrere Zeitzonen erstreckt? Dass die Zeit sich einmal dehnt, statt zu schmelzen; wie ein über Tausend Jahre gedeihender Hefeteig