Die Kraft der Angst

Die Kraft der Angst

Wenn ich keine Angst (vorm Tod) mehr hätte,
Würd ich sterben (paradoxerweise)
Ja, ich würd mit meinem Surfboard auf die raue See rauspaddeln, hyperventilierend und berauscht vom Anblick der gewaltigen Brandung, der Wassermasse, würde staunend und erregt weiter paddeln, bis mir bei einem Tauchgang irgendwann die Luft ausginge, ich unter Normalnull um Atem ringe, und stürbe.

Wenn ich keine Angst mehr hätte, hätt ich dann noch Adrenalin?
Würd ich dann überhaupt noch in die Wellen ziehn? Oder wär mir das alles viel zu schöde? Viel zu lahm?

Und Mut? Hätt ich dann noch Mut?
~ Mut heißt nicht keine Angst zu haben, singt Sarah Lesch, sim, sim, Mut heißt nur trotzdem zu springen. ~
Ohne Angst gäb es kein Trotzdem mehr.
Stolz wohldenn, den gäb es trotzdem noch. Auch ohne Trotzdem.

Ohne Verlustangst, wüsst ich da noch um den Wert der Dinge? Der Liebe?

Holz

Papa und ich fahren in den Wald, Brennholz sammeln, frisches Holz, denn Altes ist in Nullkommanix runtergebrannt. In den Tiefen des Waldes sägt er dicke, frische Äste in transportfähige Größen, von dort aus ziehe ich die Stämme hinter mir hier. Wie erkennt man frisches Holz? Die Schnittenden sind hell; ich sammele, helle, transportfähige Schnittenden, meine Arme werden lang, sie hängen, wie ein benutztes Kondom. Papa pausiert in der Ferne, die Ferne, vielleicht hat er sich den weiten Transportweg extra ausgesucht, um mir zu zeigen, dass Holzsammeln doch anstrengender ist als meine große Klappe es zuvor verheißen hatte, ich gluckse. Ich höre ein leises Pfeifen über mir, ein Fluggeräusch, meine Pupillen springen nach oben und segeln mit herunterrasselnden Ästen auf den Waldboden zurück, sie landen einen Meter vor mir, dünne, in sich verdärtelte Äste, die sich aus der kahlen Baumkrone gelöst haben. Totholz, aufpassen, kann dich erschlagen. Und woran erkennt man Totholz? Hat keine Rinde mehr, die ist abgefallen. Siehst du den Ast, der über dem Weg hängt? Hier rechts hoch bis zur Gabelung, ich folge seinem Finger, dann wieder rechts, die Zweite, nicht die Erste, und da der Ast, der über dem Weg hängt? Totholz. Deshalb am besten bei Windstille in den Wald gehen. Wie heute. Ja, heute ist es windstill. Bis auf ein paar Böen, die die kahlen Baumkronen ins Wanken bringen, nackte, ausgehungerte Gesellen, die durch die Windkraft sachte beisammen gedrückt werden, um sich mit einem Wangenkuss zu begrüßen, so meinte man, ehe sie wieder zurückschwanken. Dein Werkzeug heißt Handsappie. Ich lächele ihn an, wie jemand lächelt, der sich des Nutzens einer Sache sicher ist, er lächelt zurück, wie jemand, der etwas ausgefressen hat und sich des Nutzens des Ausgefressenen sicher ist, der sogenannten Beute. Ich hole weit aus und ramme den Handsappie in die nassen Baumstämme. Pures Wasser, was wir hinter uns herziehen. Und warum sammeln wir dann keine trockenen Stämme? Da lässt sich schwer erkennen, wie alt die sind. Je älter, desto niedriger der Brennwert. Zu hohes Risiko. Ich streife meine Handschuhe ab und rieche an meinen Fingern, vertrauter Geruch, Geruch von Harz und Sauerstoff, der durch die Handschuhe getrieft und sich unter den Fingernägeln festgesetzt hat.

Kindheitserinnerung reloaded. Wir sind im Wald, Mama, Papa und ich – eine der wenigen Erinnerungen, in denen wir alle zusammen sind, und die ich vermutlich habe, weil wir zusammen sind. Der silberne Ford Focus steht mit geöffnetem Kofferraum am Waldrand. Wir laufen über zerzaustem Waldboden, ein Schlachtfeld an wüst umherliegenden Ästen und gekappten Bäumen. Wie Arbeiterwespen schwärmen wir aus, um Brennholz für unser Nest zu suchen, für unsere Nestwärme. Wir machen das öfter. Mehrmals im Jahr fahren wir in den Wald, um Holz zu sammeln, das im Garten gesägt, dann gespalten und schließlich im Schuppen aufgeschichtet wird, um dort zwei Jahre lang zu trocknen. Meine Aufgabe ist es, kleine „Käsestücke“ einzusammeln, die Enden von dicken Stämmen, die ich (als vielleicht Zehnjährige?) tragen kann. Ich erinnere mich an das Gefühl, beschäftigt zu sein, schwer zugange zu sein. An einsetzenden Hunger. Ich rieche Waldluft, erdigen Boden, der unter meinen dicken Profilschuhen nachgibt, leicht sinke ich ein und drücke mich von dem organischen Material wieder ab; der federnde Boden und die sperrigen Schuhe geben mir das Gefühl von Trainingscamp, zum Aufbau von Kondition und Durchhaltevermögen. Wir machen eine Pause, setzen uns in den Kofferraum. Mama öffnet eine Thermosflasche, die heiße Wienerwürstchen enthält. Ich empfinde Belohnung, die haben wir uns verdient, diese superleckeren Wienerwürstchen. Dann später Sättigung, Geborgenheit.

Freundschaft

Schneegestöber, unangenehme Kälte, weiße Flocken fielen auf unsere Nasen und verflüssigten sich unmerklich zu Wassertropen, theatralischer Schniefer, regarde! die beschlagenen Fenster des Cafés verzauberten uns.

An deiner Hand zogst du mich durch die Türe; Musik lud uns ein, eine hohe Männerstimme jonglierte rhythmisch von einem Vokal zum Nächsten, au premier temps de la valse, toute seule tu souris déjà; du tänzeltest bereits auf der zweiten Silbe, im Rausch der Sprache deiner Kindheit; schon draußen wanderte Musik durch deinen Körper als du elegant einer Schneeflocke auswichst und dabei aussahst, als wolltest du dich vor jemandem verstecken, schelmisch, die Entdeckung eines unerwünschten Freundes ins Gesicht geschrieben.

Jetzt hüpften deine Knie über den Läufer im Eingang; eine Sekunde dachte ich, der gehört nicht zu mir, diese Konfettikanone, du drehtest dich nach mir um, sahst mich selbstvergessen an; eine Wolke von Zuneigung segelte durch meinen Körper. Ich knetete deine kalten Finger zusammen und umschloss sie. Cafégäste beugten sich über die Tische, einander intim zugewandt, dumpfe Gespräche aus vermeintlich ernsten, bedeutungsvollen Sätzen, verborgen hinter suppenfüllenden Kaffeetassen.

Der Rhythmus der Musik beschleunigte, Blasinstrumente setzten ein, ein Bass; von linker zu rechter Hand vollzog ich eine Wellenbewegung, sendete dir einen Impuls; in Zeitlupe warfst du mir eine Kusshand zu;

Zu meinem Schreck machtest du aus deiner Kusshand eine ganze Show; du ließest meine Hand los und entwichst in eine Tischreihe, die bereits besetzt war, aber egal, du suchtest keinen Stuhl, du suchtest das Unbekannte, die Challenge, mit deiner festen Hüfte, die, fand ich schon lange, gut zum Walzer passte, und deinen raumfüllenden Armbewegungen, rums, Fingerschnips, da lag die Aufmerksamkeit aller Kunden auf dir. Ich drückte meine Scham in den Boden, an deiner Seite schon wieder im Mittelpunkt! Ich entwich in die Tischreihe dir gegenüber, drehte mich, links, rechts, griff über einen Tisch hinweg nach deiner Hand; wir gaben ein junges verliebtes Paar, das sich selbst und alle anderen verkackeierte, Verlobung, heute, siebzehn Uhr achtundzwanzig! Im absurden Mary Poppins-Film jetzt: mit jeder gemeinsamen Drehung rissen unsere wehenden Mäntel die Gläser von den Tischen, sie fielen in Zeitlupe zu Boden, zerplatzten tragisch in zehntausend Scherben, die wie weihnachtliches Eis den Boden des Cafés verzierten. Auf die hohen Dur-Tasten des Klaviers kreuzten wir unsere Schritte, Dreh, Schwingung nach rechts, du umarmtest mich von hinten; harmonierten wir eigentlich? Gab es hier kostenlosen Glühwein? Zigaretten zu schnorren? Ich sah es deinem Blick an, ich sollte dir Eine schnorren, von der brünetten Frau dort hinten, deren betonte Wangenknochen das Gesicht graziös und elegant aussehen ließen, dass sie mich anziehen würde – das erkanntest du, bevor ich sie registrierte; du dirigiertest unseren Tanz in ihre Richtung; soweit kommt’s noch! dachte ich und entfernte mich abrupt mit drei Dreihundertsechziggraddrehungen. Allez, une clope, allez, sie raucht, das sieht man. Tu demandes une clope pour moi, s’il te plaît ? sagten deine Augen. Ich grinste beschämt. Wessen Geschenk sollte das sein?

Schwieriger Schauspieler

Es ist Premierenabend. Der Theatersaal ist ausgebucht. Ich sitze in einer der letzten Reihen und schaue steil abwärts auf die Bühne. Mein Vorhaben ist, die Regisseurin ausfindig zu machen und auf dich anzusprechen. Ich kenne sie nicht persönlich. Ich weiß nur, in den 90ern inszenierte sie am Residenztheater in München; dort kreuzten sich eure Lebenswege.

Ein paar Wochen zuvor sehe ich mir Fotos an. Ihr Anblick erinnert an ein kokettes Erdmännchen, ihr Gesicht sieht außerordentlich herzlich aus. Ich lese mich fasziniert ein. Wer ist diese Frau, die schon mit 23 Jahren Theaterklassiker der Literaturgeschichte auf die Bühne brachte? Die schon so früh wusste, was sie wollte. Auf meine Frage, wie du sie fandest, sagtest du Gut. Als sei dieses Gut alles, was es zu ihr zu sagen gäbe, abschließend und wahrheitsgemäß.

Applaus tritt ein. Die Zuschauer erheben sich. Im Anschluss findet ein Premieren-Soirée mit Podiumsdiskussion statt. Eine Frau, dem Publikum zugewandt, mit kurzen lockigen Haaren, erzählt von ihren Überlegungen zur Inszenierung. (Im Traum scheine ich all die Informationen zu ihrem Aussehen und ihrer Karriere nur diffus, unbewusst zu besitzen; laut meiner Kurzrecherche hat deine Münchener Regisseurin lange, leicht gewellte Haare). Trotzdem, ich bin mir sicher, die Frau, die die Aufmerksamkeit Aller innehat, ist es, die ich suche. Außer ihr, der Rednerin und mutmaßlichen Regisseurin, kommt niemand als Sie in Frage. Sie erzählt von der Wichtigkeit eines stimmenden Timings und gibt die Bühne frei. „Ab drittem Auftritt?“, fragt die sie. Frage heißt Konsens. Frage heißt Auf die Plätze, fertig, los! Eine ausgewählte Szene mit Schnittstellen. Personen treten auf, treten ab, man unterbricht sich, läuft, setzt an, läuft, hört zu, bleibt stehen, unterbricht. Die Bewegungsabläufe und Sätze gehen nahtlos ineinander über, ein fließendes Spiel, einstudiert mit der Akribie und Geschmeidigkeit eines Balletttänzers, dessen Knochen und Gelenke einer eingeschriebenen Routine folgen, übergegangen in Fleisch und Blut. Kurz darauf tosender Applaus. Ich bin begeistert. Dann nehme ich wahr, dass Sie sich eine Baseballcap aufsetzt, wie es Hollywoodstars tun, die nicht erkannt werden wollen. Sie nimmt einen Jungen, vermutlich ihr Sohn, denke ich, an die Hand und verschwindet in Richtung Ausgang des Theatersaals, zwischen ihr und mir die tosende Menschenmasse, berauscht von der abklingenden Energie der Darbietung. Ich setze mich in Bewegung, drängle mich zwischen den Menschen hindurch, bis ich ebenfalls den Ausgang des Theatersaals erreiche. Die Regisseurin mit Sohn an der Hand entschwindet durch die Dunkelheit; der Theaterplatz ist menschenleer. Ich darf sie nicht aus den Augen verlieren, denke ich aufgeregt. Aus irgendeinem Grund kann ich mich nur langsam fortbewegen, etwas bremst mich, eine Gehbehinderung, ein Schmerz; sie und ihr Sohn hingegen entfernen sich schnell. Ich rufe: „Warten Sie! Ich habe eine Frage!“. Ich komme mir vor wie ein Groupie, oder eine sensationsgeile Bild-Journalistin. Natürlich bin ich das nicht. Ich will vorbeugen, dass auch sie diesen Eindruck bekommt. Wie mache ich mich kenntlich, frage ich mich, als Nicht-Groupie und Nicht-sensationsgeile Bild-Journalistin? Wie befreie ich mich von diesen abschreckenden Schein-Etiketten? Wie bringe ich sie dazu, mir zuzuhören? Sie dreht sich um und kommt auf mich zu. Ihr Sohn protestiert, er wolle nach Hause. Ich empfinde hektische Aufregung, peinliches Berührtsein, und einen meine Gehbehinderung durchwandernden Hoffnungsschimmer. Da darf jetzt nichts schief gehen, womöglich habe ich nur diese eine Gelegenheit, feuere ich mich an. Sie erreicht mich, aber geht an mir vorbei. Ich mache kehrt, und humpele ihr nun wieder hinterher, diesmal in Richtung Theater. „Ich bin die Enkelin von … Sie haben mit ihm in den 90ern am Residenztheater inszeniert. Erinnern sie sich an ihn?“. Ich sage das alles wie aus einem Guss. Wahrscheinlich ähnele ich einer Dame, die einem etwas am Telefon verkaufen und ein genervtes Auflegen um jeden Preis verhindern möchte.

Jetzt steht das Geschehen.

„Ja“, sagt sie und lächelt flüchtig. „Er war ein schwieriger Schauspieler. Hat leise gesprochen“, stellt sie fest. Ihre Feststellung und überhaupt ihr Auftreten zeugen von analytischer Schärfe und hoher Sachkompetenz. Es besteht kein Zweifel, Opa. Du warst ein schwieriger Schauspieler. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass nicht alles gesagt ist, dass Erklärungsbedarf besteht. Ich bin mir sicher, sie wird dieses Vakuum im Verlauf des Abends füllen. Noch bin ich unzufrieden, meine Neugierde ist nicht gesättigt. Diese Gewissheit, Weiteres über dich zu erfahren, was den ganzen Sachverhalt aufklären wird, diese unbändige Frage, wie du warst, als Schauspieler, treibt mich an ihrer Seite zurück ins Theater.

Nächste Szene. Wir sitzen um einen Esstisch, Szenerie ist jetzt das Wohnzimmer meiner Mutter, die Regisseurin mir gegenüber, am Kopfende hat sich ein Journalist der Neuen Züricher Zeitung zu uns gesellt, ein Auslandskorrespondent aus Singapur. Ein Tohuwabohu an Symbolen. Die Wände des Wohnzimmers sind transparente Glasschreiben, die den Blick in die schwarze Nacht freigeben. Das Wohnzimmer steht auf einer Anhöhe; durch ein Tal weiter unten fließt ein breites Flussbett, Schlieren und Wellenhäufchen münden in eine sanfte, meditative Strombewegung. Am Flussrand stehen vier Schauspieler, deren Gesichter goldfarben geschminkt sind. Es sind die vier, die sich in der Szene zuvor bekriegt hatten. Sie fallen ins Wasser und treiben als goldfarbene Leichname stromabwärts, Gesichter als Goldkleckse Richtung Nachthimmel. Ich frage mich, ob sie tot oder lebendig sind. Das ist ein Theaterritual, dämmert es mir. Die müssen das machen. Na klar leben sie noch! Mit diesem Gefühl des Mir-dämmerns blinzele ich in mein dunkles Schlafzimmer.

Antoine Villoutreix

Es ist Frühjahr, permanent scheint Sonne, Menschen sind im Park unserer Wohngegend oder im Stadtzentrum. Die WG ist lichtdurchflutet, bis 12 Uhr dringt die Sonne an der Ostseite ins Wohnzimmer, ab 14 an der Westseite. Das färbt den Innenraum. Die Wandfarbe der Wände ist mattes Deckweiß, der Boden wirkt gelb gebleicht. Alle halbe Stunde robbe ich nach hinten, um weiter im Sonnenfleck zu baden. Wir verbringen die letzten Tage miteinander. Den Abenden haftet Melancholie und Genuss an, ein bisschen Bohème. Bei Sonnenuntergang sitzen wir auf dem Balkon und trinken Rum. Zwei Wochen später sind meine liebsten Mitbewohner ausgezogen. Ihre Zimmer sind leer. Nur einmal erlaube ich mir das Pathos, ihre ehemaligen Zimmer zu betreten, und die Leere zu begutachten, das Gewesene. Wir feiern Abschiede. Letztes gemeinsames Abendessen, vorletztes Auf Wiedersehen, Auszug Nummer eins, Auszug Nummer zwei. Vorletzter WG-Putz, letzter WG-Putz, letzte Verantwortlichkeiten. Alles hat Bedeutung. Ich erlebe einen Bewusstseinsmoment: hier ist ein Cut, hier ist das Ende unseres gemeinsamen Lebens. Ich weine, und umarme sie. In der leeren lichtdurchfluteten WG übermannt mich der schlimmste Liebeskummer aller Zeiten. Ich muss raus, muss tun, mich beschäftigen. Ich will meiner inneren Unruhe über äußere Reizüberflutungen entkommen. Eine Art Aufbruch. Auf, in die Welt. Und Bruch mit einer erlebten Geborgenheit, mit dem Schönen von Bordeaux, das mir jetzt schmerzlich, verdorben und belegt vorkommt. Zu den wenigen einsamen Momenten, die ich zuhause in der leeren WG verbringe, läuft Musik: Antoine Villoutreix, ganz im Vordergrund. Melancholisch dudelnder Folk. Ein bisschen übertönt er die innere Lautstärke. Die Zeilen sind sanft, fast belanglos.

Kultur-Familie

Papa und ich befinden uns auf der Bühne, das Stück ist vorbei. Wir erfahren, dass es keine Zugabe geben wird, trotz Premiere. Dann scheint es, als würdet ihr doch auf die Bühne kommen. Ich schäme mich ein bisschen für meinen Voyeurismus. Schnell verschwinden Papa und ich von der Bühne, suchen uns Plätze in der ersten Reihe, er setzt sich links vor die Bühne, ich mittig, zwischen uns ist ein Platz frei, kurzerhand setze ich mich doch neben ihn. Dann tauchst du auf. Nach der Zugabe versetzen sich die Menschen im Theatersaal in Bewegung. Im Aufstehen und Getümmel schaust du in meine Richtung, ohne dass sich unsere Blicke treffen. Du kommst zu uns. Wir reden über Papa (ich erinnere mich nicht über was genau). Papa benimmt sich wie ein pubertierender Junge, überdreht und findet sich cool. Ich sage: „Und genau das ist das Problem!“. Daraufhin formt er mit seinen Fingern ein Loch, drückt sein Becken nach vorne, tut als hielte er seinen Schwanz und pinkelte in meine Richtung. Du nimmst das alles zu Kenntnis, wertfrei. Dann fragst du: „Ein Teil deiner Familie war doch eine Kultur-Familie, oder?“. Im Aufwachen frage ich mich, worauf deine Frage reagierte. 

C’est un sentiment

C’est un sentiment. C’est pas facile à décrire. Je ressens la chaleur, je m’ouvre à ce sentiment. Mon cœur est touché, tellement touché que je pleure. Je ressens aussi une tristesse. (Je ne sais pas d’où elle vient, mais elle est là.) Et puis une partie de ce sentiment est un choc. J’ai la sensation que mon cœur tremble légèrement. Le choc suite à une nouvelle tragique et lumineuse. La mort d’un bébé et sa naissance en même temps. C’est comme si mon cœur avait compris quelque chose (que je ne sais pas exprimer par des mots). Je me débats contre moi-même, ressentant chaleur et tristesse en même temps. Il faut que je m’agrippe à la table pour ne pas perdre l’équilibre. Je suis émue, bouleversée. Des vagues de sensations et surtout d’illumination.

Démence

Je suis dans la salle de bain de mes grands-parents. Dans le rêve, c’est une salle de bain plus spacieuse, des murs en grès. Je remarque que l’eau coule hors de la baignoire. Apparemment ma grand-mère a oublié de fermer le robinet. Elle rentre et m’empêche de le fermer. Elle résiste fortement. On se bat. La ptite lutte se déplace vers la porte. J’ai peur. Avant que je puisse m’enfuir de la salle de bain, elle me pousse sous l’eau. Je vois l’agressivité dans son visage, la détermination. Elle me tuera, je pense. Sous l’eau, je ne bouge pas. Pour l’instant, j’ai suffisamment de réserves d’air. Je m’interroge sur comment m’arracher de sa prise. Je prétends être morte, les yeux figés. Mon plan, c’est de la surprendre pour me libérer. Avec ces pensées stratégiques je me réveille.

Bouleversée

On danse l’une à côté de l’autre. Puis, j’avance vers toi, je justifie mon rapprochement par une chanson séductrice. On danse ensemble. Je ressens ton corps. Ça me bouleverse un peu d’être collée au corps d’une femme. Tu prends mes deux mains, fortement, comme si tu voulais nous rassurer. Puis, on s’embrasse.

On est interrompu par des hommes excités, il me semble car on est deux femmes à s’embrasser. Ils s’approchent tout proche de nos visages, nous touchent, demandent s’ils peuvent embrasser chacune de nous séparément. Moi, je m’en fous. Toi, t’es gênée. Tu préfères changer d’endroit. On s’embrasse, je t’embrasse. Parfois, tu sembles hésitante, douteuse, comme j’ai hésité à l’époque quand j’ai pécho des mecs. J’étais flattée et en même temps dégoûtée par leur désir pour moi. J’hésitais.

On est presque viré de la boîte. Ça m’amuse. Les prochains jours, on s’embrasse dans d’autres bars. Apparemment, on agresse les gens, puisqu’on peut tout voir. Je m’en fous. On se pécho à la plage, dans l’océan, sur nos planches de surf, à l’auberge. On n’est pas très discrètes. Tu dis que jsuis surexcitée, tu te moques un peu. Même là, je m’en fous. Je me sens bouleversée, mes hormones explosent. Découvrir le corps féminin est découvrir un nouveau monde. Quel est le problème?