Erste Eindrücke aus Minsk (sponsored by Belavia)

Minsk, 13. September 2018. – Der Tag der Abreise (gestern) verläuft überraschend entspannt, um das gleich vorwegzunehmen. Am Flughafen ist mein Übergepäck kaum ein Problem, auch sonst verläuft alles gut. Ein Deutscher vor mir in der Schlange erzählt von seinen Erfahrungen mit dem Land und gibt mir bereits Tipps. Man muss einfach rein in das Land, sagt er, dann lernt man auch die Sprache. Und die Leute seien ohnehin gastfreundlich ohne Ende.

Insgesamt sind die Passagiere eine interessante Mischung aus Geschäftsreisenden, Heimkehrern und undefinierbaren Gestalten wie mir. An Bord bekommen wir alle eine (für das, was ich kenne) üppige Mahlzeit inklusive Süßigkeiten, dazu Kaffee oder Wasser. Während wir essen, überfliegen wir eine unspektakuläre Landschaft, von der ich nicht sagen kann, ob es sich jetzt um Brandenburg, Polen oder schon Belarus handelt. Macht von oben auch keinen großen Unterschied.

Vom Flughafen führt eine schnurgerade zweispurige Straße zum einige Kilometer entfernten Minsk. Um die Straße herum: Wald. Ich erinnere mich daran, was die Nationalfarben von Belarus (grün und rot) bedeuten: grün für die Wälder, rot für das Blut der Gefallenen. (Wobei man rot auch als die kommunistische Vergangenheit deuten könnte.) Dieser grüne Teil wird auf dieser Fahrt deutlich sichtbar, ob das die Gesamtsituation wiederspiegelt, ist eine andere Frage.

Minsk selbst ist einigermaßen beeindruckend, es gilt vor allem eines: man hat Platz. Die Straßen sind breit ausgebaut und trotzdem befinden sich überall ebenso breite Fußgängerwege, weit angelegte Parkanlagen, riesige Gebäudeblöcke, Denkmäler und viel, viel mehr, dass ich nicht zuordnen kann. Und so viel grün! Die Stadt zeigt sich modern, hübsch, aufgeräumt, nicht überlaufen, aber immer noch mit vielen kleinen Hinweisen, wo man sich befindet: Neonreklamen staatlicher Konzerne, monumentale Kriegsdenkmäler und typische Sowjet-Statuen.

Ein Blick auf die Swislatsch – Foto: Denise Rödel

Im Hostel treffe ich auf Denise und Leo, die schon vor mir angekommen sind. Wir tauschen uns über unsere Ankunft und unseren Eindruck aus, bevor wir raus zum Abendessen gehen. Irgendwo ein paar Straßen weiter finden wir ein Restaurant, indem wir einige Kleinigkeiten bestellen. Die Bedienung redet ausschließlich Russisch und bemüht sich nicht besonders, auf uns zuzugehen. Als unfreundlich sehe ich das aber nicht unbedingt: man scheint uns zu sagen: „Wir reden hier Russisch. Wenn ihr das nicht versteht, warum seid ihr dann überhaupt hier? Niemand zwingt euch, herzukommen!“ Überhaupt fallen wir – so scheint es uns – kaum auf, denn Touristen existieren quasi nicht oder sind nicht zu erkennen.

Draniki (blr. Kartoffelpfannkuchen) mit Smetana (saurer Sahne)

Belarus-Rubel und Kopecken

(1 EUR ~ 2,5 BYN)

Heute haben wir noch einen freien Tag und schaffen es evtl., uns zum ersten Mal mit allen Freiwilligen in Belarus zu treffen. (Wir sind übrigens fünf Leute.) Vor allem aber wollen wir mehr von der Stadt sehen.

Liebe Grüße an alle!

Всего хорошего и до свидания!

Jonathan

2 Gedanken zu „Erste Eindrücke aus Minsk (sponsored by Belavia)“

  1. Hallo Jonathan, wie schön von dir zu lesen, du klingst richtig neugierig und zufrieden . Wie sind denn die Temperaturen dort, sammle reichlich neue Eindrücke, wir sind gespannt auf deine Berichte, freuen uns wenn wir an deiner Reise teilhaben können

    1. Die Temperaturen sind (noch) ganz normal hier, etwa 20°. Es dauert noch, bis der Winter kommt ;) Gestern hat es allerdings viel geregnet, während wir in der Datscha waren – ich schreibe noch darüber. Danke für Deine Nachricht und liebe Grüße an alle, Jonathan

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