„Nee, wir malen jetzt“ – Impressionen aus dem Unterricht

Orscha, 19. Januar 2019. – In diesem Beitrag soll es vor allem um den Unterricht an meiner Schule gehen, aus dem ich die eine oder andere Anekdote erzählen kann. Ich bin mittlerweile ziemlich gut zurück im Alltag angekommen und kann Einiges berichten.

Ich finde es sehr schwierig, einen Gesamteindruck aus der Schule zu beschreiben, denn meine Eindrücke variieren doch sehr stark. Es gibt die frohen Stunden, wenn die Viertklässler stolz ihre selbstgemalten Plakate über ihre Familie oder ihre Freunde präsentieren und sich dabei gegenseitig vorstellen – alle lachen, während Andrej seinen Freund Dennis als „faul und feige, aber schön“ präsentiert, während dieser das lächelnd hinnimmt – oder wenn sie großen Spaß am neuen Spiel „Wer hat den Keks aus der Dose geklaut?“ haben (wieso bin ich darauf nicht früher gekommen?!)… Aber dann gibt es auch die Stunden, in denen die Schüler (wieder aus Klasse 4) langweilige grammatische Übungen machen müssen, deren Lerneffekt sehr gering ist. Zwei Schüler hinten im Deutschraum haben ihre Bücher vergessen und können nicht mitarbeiten – als ich sie dazu auffordern will, entspricht die Antwort in etwa der Überschrift diesen Blogeintrags – „ne, wir malen jetzt„.

Ich verstehe nicht, wie man Klasse 4 so quälen kann… Alle diese Schüler können unheimlich begeistert sein, wenn man sie malen, spielen, singen lässt, aber mit langweiligen, sinnlosen Übungen macht man alles nur kaputt. Dann kann die eine Hälfte der Klasse, die sinnvollen Unterricht hatte, in ein paar Jahren vielleicht super Deutsch, und die andere Hälfte ist völlig unmotiviert. Das komische ist auch, mir bewusst zu sein, dass die Schüler, die ich jetzt kennengelernt habe, genauso weiterlernen werden wie ich, wenn ich wieder weg bin. Und in ein paar Jahren kann ich vielleicht sehen, wohin das Lernen all die knuffigen kleinen Kiddies gebracht hat…

Bei einer weiteren Lehrerin gibt es noch eine Besonderheit. Dazu sollte ich zuerst erwähnen, dass der Russischanteil in unserem Deutschunterricht ziemlich hoch ist. Für mich ist das relativ gut, so kenne ich schon alle typischen Lehrer-Phrasen, und für die Schüler ist es oft notwendig. Bei dieser Lehrerin ist es aber noch etwas extremer: ich glaube, sie vergisst manchmal einfach, dass es besser wäre, mit mir Deutsch zu sprechen. Zum Beispiel erzähle ich im Deutschunterricht etwas auf Deutsch, danach erklärt sie den Schülern noch einmal auf Russisch den Inhalt – und dann dreht sie sich zu mir um und redet auf Russisch weiter, stellt mir eine Frage, ohne innezuhalten. „Значит у вас в Германии в каждом соборе есть орган?“ Das kann ich schnell bejahen, bin aber doch sehr verblüfft, wie sie mich ohne Zögern im Deutschunterricht auf Russisch anspricht, ohne das etwas komisch zu finden.

Das Jesuiten-Kollegium in Orscha

Nach dem Erfolg in der Deutscholympiade ist das Hauptthema im Bereich Deutsch bei uns die kommende A2-Prüfung. A2 bedeutet bei uns Klasse 8 und 9, was eigentlich nicht besonders gut ist, vor allem im Vergleich mit DSD-Schulen. Unser Deutschniveau an der Schule ist wirklich nicht übermäßig gut, über A2 kommen nicht viele Schüler hinaus. An DSD-Schulen ist es anders, weil eine bestimmte Quote B1 erreichen muss, damit die Schule weiter Förderung erhält. Bei uns gibt es nicht mal B1-Prüfungen. Für die A2-Prüfungen nehmen die jeweiligen Schüler an Vorbereitungskursen teil, in denen alle Kompetenzen für die Prüfung geübt werden: Lesen, Hören, Schreiben, Sprechen. Mittlerweile kenne ich die Aufgaben und die betreffenden Schüler ziemlich gut, denn ich helfe  häufig bei der Vorbereitung. Besonders spannend wird es am Montag: wir veranstalten eine Probe-Prüfung für alle Interessenten.

Für alle, die sich nicht so gut damit auskennen, und sich fragen, was A2 bedeutet, hier ein Beispiel. Im Teil Sprechen bekommen die Schüler ein Thema („Fernsehen“, „Deine Schule“, „Gesundheit“) und einige Stichworte dazu und müssen dann über sich selbst erzählen. Typische Antworten: „Ich sehe nicht viel fern, denn ich habe wenig Zeit. Manchmal ich sehe fern mit meiner Freundin, wir schauen Serien. Das macht uns Spaß. Aber ich weiß, dass Fernsehen ist schlecht für die Augen.“

Üblicherweise haben die Kinder die Texte schon vorformuliert und geben sie nur wieder. Dabei wurden die Texte immer weiter verfeinert, damit die Schüler mehr reden – zum Beispiel nicht nur was sie machen, sondern auch wie sie diese Sachen finden. Kleine Fehler sind nicht so wichtig, die Hauptsache ist, dass die Schüler reden. Wenn dann etwas kommt wie „ich bringe viel Zeit mit meinem Handy ver„, ist es auch egal.

Am Donnerstag konnte ich noch einmal sehen, dass unser Niveau in Orscha nicht übertrieben hoch ist, da ich in der Witebsker DSD-Schule (Schule Nr. 45) zu Gast war. Am Bahnhof werde ich von Irina Anatoljewna freundlich empfangen und wir fahren weiter in die Schule, die mit etwa 1900 Schülern ziemlich riesig ist. Was mich am meisten überrascht, ist die siebte Klasse, in die ich zuerst komme. Eigentlich soll ich über Feiertage erzählen, doch die Schüler dürfen erst Fragen stellen, und tun das ganze 25 Minuten lang selbstständig. Das Deutschniveau übersteigt das unserer siebten Klasse bei weitem. Natürlich ist das eine der speziellen Deutsch-Klassen, aber ich bin trotzdem sehr positiv überrascht, wie motiviert die Schüler sind. Ungefähr jeder stellt eine Frage. Noch extremer ist es in Klasse 5 danach: drei Klassen kommen zusammen, und jeder der Schüler hat mehrere Fragen vorbereitet, von „wie alt bist du?“ über „was ist dein Lieblingstier?“ und „welche Städte in Belarus kennst du?“ bis zu „was machst du an Ostern?“. Wir verbringen 45 Minuten nur mit den Fragen der Fünftklässler, deren Deutsch für ihr Alter wirklich unerhört gut ist.

Der Siegesplatz in Witebsk

So weit, so gut. Der ganze Tag in Witebsk verläuft eigentlich super, abgesehen dann von der neunten Klasse, die ich rücksichtslos totlabere, nachdem mir vorher gesagt wird, ich soll über Landeskunde erzählen, und zwar „je mehr, desto besser“.

„Je mehr, desto besser“ ist in der Regel keine gute Idee, auch wenn man dazu aufgefordert wird, und das hätte ich mir denken sollen. Man sollte das weder Deutsch-LKlern noch Organisten sagen, und ich bin sogar beides.

Und so schauen die Schüler mich nach dem Vortrag nur stumm an und sagen keinen Piep. Они в шоке, кажется. Während ich die Fragen der Lehrer beantworte – sie sind sehr interessiert, wie z.B. ein schriftliches Abitur in Sport funktionieren soll, oder warum es in Deutschland erst die Noten 1-6 und dann die Punkte 15-0 gibt – fühle ich mich entsprechend schlecht und hätte mich wohl besser zurückhalten sollen.

Zu erwähnen ist noch ein Teil des Essens in Witebsk – der wahrscheinlich chlichéhaft russischste Salat überhaupt: Eine Art Eisbecher oder Eispokal, in dem sich unter einem wahren Berg aus geriebenem Käse gekochtes Ei, saure Gurke und Schinken befinden. Auf der ungelogen 1,5 Zentimeter dicken Käseschicht klebt ein Kleks Mayonaise. (Salatsoße ist hier nicht üblich, man bevorzugt es, einfach Mayonaise auf den sogenannten Salat zu klatschen. Im Prinzip so ähnlich wie Smetana (saure Sahne), die in jede Suppe gekippt wird.)

Und dann noch eine Anekdote von der Zugrückfahrt im Regionalzug: wieder einmal werden alle Fahrgäste zweimal kontrolliert – einmal von den beiden Schaffnerinnen, die ständig durch den Zug marschieren und die Zugestiegenen kontrollieren, und dann noch einmal von zwei weiteren Kontrolleuren. Anscheinend reicht es nicht, dass das Ticket eingerissen wird, sondern es muss auch eingestanzt werden, und zwar von einer unabhängigen zweiten Person. Es ist albern, aber dieses Mal haben die Zweitkontrolleure sogar etwas zu tun: sie dürfen sich die ganze Zugfahrt lang mit einem Mann unterhalten, der sein Ticket gerne in russischen Rubel bezahlen würde, worauf die Schaffner sehr allergisch reagieren. Der Mann hat keine belarussischen Rubel, also bleibt das Gespräch am Ende ziemlich ergebnislos, soweit ich es erkennen kann.

Die Tickets der Regionalzüge sehen nicht so spektakulär aus wie die hochwertigeren… oben sieht man Knick und Zangenabdruck

Gestern hat nach längerer Pause mein Russischunterricht wieder begonnen. Nachdem das vorherige Lehrbuch eher einfach war, hat meine Lehrerin beschlossen, das Niveau drastisch zu erhöhen. Aus der Stunde gestern nehme ich gleich vierzig neue Vokabeln mit, auf dem Niveau von ein Arbeitsverhältnis kündigen, beabsichtigen etwas zu tun, sich immatrikulieren, Scheidung, Schlafstörung, Aufrichtigkeit. Dazu grammatische Konstruktionen, die mir gänzlich unbekannt waren – so etwas wie „он старше меня на два года„, „er ist zwei Jahre älter als ich“, was wörtlich aber „er – älter – mich – auf- zwei – des Jahres“ bedeuten würde. Etwas ungewöhnlich, aber natürlich sehe ich darin eine willkommene Herausforderung.

So viel erst einmal von mir.  Mit 0° ist es übrigens zu warm hier – auf den Straßen sammeln sich schon kleine Bäche des geschmolzenen Schnees. Dann doch lieber Frost.

Счастливо и до свидания!

Jonathan (Йонатан)

Eintrag Nr. 1 im Jahr 2019, sogar mit Fotos

Orscha, 10. Januar 2019. – Вот, sooo…

Nach dem Besuch meiner Schwester in den Ferien geht für mich endgültig der Alltag wieder los. So lange wird das gar nicht mehr Alltag sein, es sind nur noch sechs Wochen bis zur Rückreise. Diese Wochen sehen bisher noch sehr leer aus, aber sie werden sich schon füllen. Wieder einmal merke ich, dass dieses halbe Jahr nur eine Zwischenstation ist, alles hier – bald geht es zurück, und dann wird es ganz normal sein, wieder in Deutschland zu leben. Alles ist so komisch, ich verstehe es selbst nicht. Im Blog meiner Vorgängerin lese ich, wie sie die gleichen Menschen beschreibt, die ich auch kennengelernt habe, und zu denen sie jetzt vermutlich genauso wenig Kontakt mehr hat wie ich bald haben werde, ohne dass irgendjemand das komisch findet. Das macht mich unheimlich nachdenklich.

In den letzten Tagen mit meiner Schwester haben wir überwiegend Orte besucht, die ich mindestens grob schon kannte. Das hat einige Nebeneffekte:

*Ich kenne mich dort ganz gut aus, was essenziell ist – dieses Grundwissen, aber am besten mit genug Russisch versehen, ist in Belarus sehr hilfreich

*Bei mir kommen ständig Erinnerungen hoch, ohne dass ich weiß, was ich mit all ihnen machen soll

*Mein Eindruck von einigen Orten ändert sich – z.B. ist Magiljow doch viel interessanter und schöner, als ich dachte (würde ich gerne im Frühling/Sommer sehen…)

*Meine Schwester kann mit ihrer guten Handykamera endlich Fotos von diesen Orten machen, die ich hier nachschieben kann.

In diesem Beitrag kommen also endlich wieder viele Bilder.

Neujahrsdeko auf dem Ruhmesplatz in Magiljow

Zuerst sollte ich noch über Neujahr in Minsk erzählen. Im Gegensatz zu Deutschland gilt Neujahr hier als das größte Fest, nicht Weihnachten. Das geht so weit, dass der Weihnachtsmann bzw. Väterchen Frost an Neujahr kommt, es keine Weihnachts- sondern eher Neujahrsgeschenke gibt und die jüngeren Schüler bei Bildern von Weihnachtsdeko zuerst an Neujahr denken. Dementsprechend ist in Minsk an Neujahr Einiges los. Auf großen Plätzen gibt es vor und nach 0 Uhr öffentliche Konzerte, teilweise sind sehr viele Menschen auf den sonst eher leeren Straßen.

Aus der Perspektive von meiner Schwester und mir sah das Ganze so aus:

  1. Am Platz der Republik stehen viele Leute, doch die Konzertbühne ist um 23 Uhr noch leer. Auch bis kurz vor 0 Uhr tut sich eher wenig.
  2. Ein junger Mann engagiert uns mit anderen Passanten zusammen als Wunderkerzenhalter im Hintergrund, während er seiner Freundin einen Heiratsantrag macht.
  3. Kurz vor 12 wird die Neujahrsansprache des Präsidenten übertragen, die, nach dem was ich verstehe, keinen besonders wichtigen Inhalt hat.
  4. Danach Countdown. Um Mitternacht jubeln alle ein bisschen, aber es gibt – für uns überraschend – kein Feuerwerk.
  5. Meine Schwester ist völlig verwirrt, als Väterchen Frost auf die Bühne steigt und allen Anwesenden ein frohes neues Jahr wünscht.
  6. Väterchen Frost übergibt die Bühne an belarussische Sänger*innen. Der Platz leert sich deutlich.
  7. Etwas später sind die Straßen ziemlich leer, es gibt fast kein Feuerwerk. Wir wollen schon gehen. Auf einem anderen Platz ist dafür mehr los.
  8. Gegen viertel nach eins kommen aus der Metro auf einmal hunderte oder tausende Menschen, die нямига ist so voll wie noch nie.
  9. Kurz darauf erfahren wir den Grund: um halb zwei gibt es ein zentrales Feuerwerk („Salut“), das sich die Menschen anschauen. Das, zusammen mit den Konzerten, scheint draußen das Wichtigste zu sein. In das Familienfest haben wir eben keinen Einblick…

Die Metro fährt an Neujahr übrigens ausnahmsweise bis vier Uhr nachts (!).

Hier jetzt Bilder, wie versprochen.

Ein Teil des massiven Regierungsgebäudes in Magiljow „Allee der Helden“ (Magiljow) Ein „Dranburger“ – Draniki (Pfannkuchen) statt Brötchen

Witebsk Marc-Chagall-Zentrum in Witebsk

Weitere Fotos hebe ich mir noch auf :)

Der erste Schultag war wieder ein guter Tag, vor allem natürlich durch die motivierten Viertklässler. Die nächste Zeit kann doch schön werden, mitten in all dem Schnee. Bei -25° gibt es kältefrei, habe ich jetzt erfahren, und das kam in den letzten Jahren auch vor… Mal sehen, was die nächste Zeit bringt, was ich aus meinen letzten sechs Wochen hier machen kann. Vilnius muss eigentlich noch einmal sein.

Ausstellung in Witebsk

Aktuell sind es etwa -8°C hier, die Temperaturen bewegen sich zurzeit zwischen -7 und -12°.

Всё. Ich melde mich demnächst wieder, bis dann. До свидания!

Jonathan

P.S.: Noch ein unnötiger Fun-fact:

Ist es nicht lustig, dass Russisch Вот (siehen oben, gesprochen wot, entsprichtsooo, also„, wie Englisch „well)…

…genauso aussieht wie Portugiesisch Bom  (gesprochen wie Franz. bon, „gut“)?

Zu Hause zu Gast und zurück nach Minsk

Minsk, 31. Dezember 2018. – Nach einer Weihnachtspause melde ich mich wieder aus der belarussischen Hauptstadt, wo ich mit meiner Schwester Silvester verbringen werde. Das neue Jahr beginnt hier schon zwei Stunden früher als in Deutschland, wir feiern also gleichzeitig mit den Menschen in Moskau, St. Petersburg und Istanbul.

Der größte „Weihnachtsbaum“ des Landes mit wechselndem Leuchtmuster

Aber eins nach dem anderen.

Über die letzte Schulwoche habe ich nichts mehr geschrieben, hier nur so viel: es ist alles ganz gut gelaufen, bin gut durchgekommen. Am Ende war es gar nicht so heftig stressig wie erwartet und die Treffen mit den Witebsker Gästen und in Schule 17 waren sehr angenehm.

Am Freitag dann Antritt zur Zugfahrt. Die РЖД (Russische Eisenbahn) schickt vorher noch eine Erinnerungsmail inkl. Wettervorhersage, die mir einen 20-gradigen Temperaturunterschied zwischen Orscha und Berlin vorhersagt (-10°C vs. +10°C) und nach langem Packen, Aufräumen und Überlegen bin ich rechtzeitig am Bahnhof und kann in den Zug einsteigen. Dieser wirkt ganz anders als der belarussische Zug, mit dem wir in der Ukraine zum ZWS waren – gefühlt sehr viel näher an der Deutschen Bahn als an der БЧ (Belarussische Eisenbahn), im positiven Sinne. Soll heißen, alles ist etwas moderner, bequemer, komfortabler und auch internationaler als das bei unserer Fahrt nach Lwow der Fall war. Ich vermute, dass es an der Strecke liegt (Moskau <–> Berlin), wahrscheinlich eine absolute Prestigestrecke.

Meine Russischlehrerin hatte mir vorher Angst gemacht, dass das Passieren der Grenze einige Stunden dauern kann. Ich kann aber jetzt bestätigen, dass das nicht stimmt, obwohl die Fuhrwerke an der Grenze wegen der unterschiedlich breiten Gleise in Polen und Belarus/Russland umgestellt werden müssen. (Besser noch mal googeln, ich verstehe es selbst nicht genau.) Das Überqueren der Grenze samt aller Kontrollen hat insgesamt etwa 1:30 h gedauert, was völlig in Ordnung ist.

Der deutsche Teil der Reise (Berlin Ost–> Kassel –> Gießen) verläuft ebenfalls problemlos. Und natürlich fallen mir sofort alle Kleinigkeiten auf, die Deutschland von Belarus unterscheiden, vor allem die fehlenden Wartesäle am Bahnhof und die teureren Preise. Das wichtigste für mich aber war tatsächlich, wieder deutsche Umgangssprache zu hören. Wie man überall einen Hauch Dialekt, regionales Gebabbel und umgangssprachliche Wendungen und Verkürzungen („nee, Tee hammer net“) hören kann, wenn man will. Und außerdem, wie einfach alles doch scheint, sobald man ohne jede Anstrengung grundsätzlich einfach genau das sagen kann, was man sagen will (ohne dass man als einziger Ausländer im Zug erkannt und neugierigen Fragen ausgesetzt wird).

Da merkt man doch, wie weit man sich von der Komfortzone entfernt hat.

Ich habe mich riesig gefreut, nach Hause fahren zu können, auch wenn es wirklich ein seltsames Gefühl ist. Ich war zuhause nur Gast, nur für eine kurze Zeit, und habe nicht nur all die Menschen daheim sehen können, sondern auch wieder das, was ich zurückgelassen habe und wohin ich bald zurückkomme. Das gibt meiner Zeit in Belarus jetzt noch mehr das Gefühl von Begrenzt-, Abgeschlossenheit, da ich genau weiß, dass es danach in Deutschland weitergehen wird.

Es war definitiv die richtige Entscheidung, über Weihnachten für diese kurze Zeit nach Deutschland zu kommen, um dann schnell wieder aus der Komfortzone zu verschwinden. Länger wäre vielleicht wirklich nicht gut gewesen, sonst tritt mein jetziges normales Leben in Belarus weiter in den Hintergrund.

Ich muss am Ende einfach einen guten Abschluss mit der Zeit in Orscha finden, sodass ich beruhigt nach Deutschland kann. Aber natürlich möchte ich nochmal zurück – und zum Glück kann man zumindest zwei Orte in Belarus auch ohne Visum und ohne Flug besuchen.

Die Zeit in Deutschland war wahnsinnig schnell vorbei und jetzt geht es schon wieder weiter. Schon von gestern und heute gibt es wieder genug zu erzählen. An dieser Stelle deshalb noch einmal vielen lieben Dank an all die Menschen, die ich in dieser für mich ganz besonderen Weihnachtszeit 2018 treffen und wiedersehen konnte!!!

Puh.

Seit gestern bin ich mit meiner fast sechszehnjährigen Schwester wieder in Belarus, in Minsk. Ich kann und möchte gar nicht alle Details erklären, aber bis jetzt ist alles überraschend gut verlaufen. Unser Hostel war nicht meine erste Wahl – doch jetzt hat es sich als ausgezeichnet herausgestellt. Wir sind im Osten der Stadt, Metro-Station Московская. Passend zu diesem Namen („Moskauer Station“) sind zwei Frauen aus Moskau im Hostel, mit denen wir am Abend zusammensitzen. Die beiden packen ihr Schuldeutsch und ihre begrenzten Englischkenntnisse aus und wir unterhalten uns eine ganze Weile über alles Mögliche – Schüler in Moskau und Deutschland („Sind die Schüler bei euch auch so schlecht erzogen?“), Sprachen lernen (der einmonatige Englischkurs hat bei Irina nicht so viel gebracht, aber ein tolles Zertifikat), noch mehr über Sprachen (meine Schwester musste Französisch reden, weil die Sprache ja so toll klingt) und zuletzt das Thema Urlaub: auf der Krim sei es total toll, es sei sehr schön, dass man als Russe jetzt dort hin fahren könne. Und diese tolle neue Brücke!

(Das letzte Thema ist natürlich etwas kritisch, aber ich fand es um so spannender, auch diese Sichtweise zu hören, die man in Deutschland so nicht kennt.)

 

Heute dann noch ein längerer Stadtrundgang in dem Teil von Minsk, den ich kenne – der gar nicht so klein ist, wie ich gemerkt habe. Dazu gehören die großen Plätze (Unabhängigkeitsplatz, Platz der Republik, Siegesplatz) am breiten Прaспект Незалежнасцi (Unabhängigkeitsprospekt), die „rote Kirche“, die größten Kaufhäuser, Parks, der Bahnhof und ein Café. Gar nicht wenig für einen Tag, und alles ganz ohne Probleme oder Langeweile.

Wie man sieht, sind Bürgersteige in Minsk grundsätzlich eng und überfüllt

Ein Einkaufszentrum

Nicht zu vergessen die Metro.

Es läuft also soweit ziemlich gut. Nach dem Übergang ins nächste Jahr (Neujahr ist ein riesiges Fest hier, mal schauen, wieviel wir heute Abend noch davon mitbekommen) geht es morgen wieder nach Orscha, von dort aus melde ich mich demnächst wieder.

Zuletzt das Wetter: es ist gar nicht übertrieben kalt, um die 0°C. Heute hat es auch eher geregnet als geschneit, aber Schnee bleib   t noch liegen.

:)

С новым годом вам! Frohes Neues!

Jonathan

Vorweihnachtsstresschen in Orscha

Orscha, 16. Dezember 2018. – Es ist immer noch gar nicht soo kalt, trotzdem bin ich gerade viel drinnen in meiner Wohnung. Diese Woche bin ich schon das zweite Wochenende in Folge nicht unterwegs, und das ist auch ganz angenehm so. Alles Andere wäre gerade auch unvernünftig. Seitdem ich am Samstag aufgestanden bin und mich fertig gemacht habe, sprinte ich nur so durch meine To-do-Liste, um möglichst gut durchzukommen. Die nächste Woche wird ordentlich voll, ich muss unbedingt vorarbeiten. Die Präsentation „Deutsche Massenmedien“ für Montag habe ich bewusst auf heute aufgeschoben, denn gestern musste ich mich zuerst auf Dienstag vorbereiten. Deutschlernende Schüler (und ihre Lehrer) aus Witebsk werden unsere Schule besuchen, deshalb müssen wir uns ins Zeug legen. Die Grundidee: wahrscheinlich ist diese andere Schule besser in Deutsch, aber wir haben tollere Projekte und eine schöpferischere Atmosphäre. (Die Schüler sagen aus irgendeinem Grund schöpferisch, wenn sie kreativ meinen.) Konkret bedeutet das eine Vorstellung der Schule mit allen ihren schönen Seiten. Von mir wird noch eine Stunde über Weihnachten erwartet, diesmal ganz anders, da das Niveau vermutlich höher sein muss. Die Planung ist nicht so ganz einfach. Jedenfalls muss ich am Samstag zuerst meine Dokumente mit Weihnachtsbildern fertigmachen, da wir in der Schule keinen Farbdrucker haben und der Kopiershop unter meiner Wohnung samstags früh schließt.

Falls ich es noch nicht erwähnt habe: meine Bushaltestelle heißt центр/Zentr, und das sagt schon alles über die Umgebung meiner Wohnung. Ich bin genau mittendrin im Stadtzentrum, fast alles Wichtige ist in der Nähe – oder sogar im gleichen Gebäude.

Im gleichen Zeitraum am Samstag ist dann noch Russisch (Vokabeln aufschreiben; aus den letzten 90 min Unterricht habe ich ganze 35 neue Vokabeln mitgenommen), SIM-Karte aufladen, Kochen, Wäsche, Einkaufen und Geld abheben angesagt. Auch einen Geldautomaten gibt es direkt in meiner Straße, obwohl ich es nicht mag, dort Geld abzuheben – er liegt genau auf der Straße, durch die ständig Leute laufen, ich fühle mich immer beobachtet. Leider hat man bei so etwas andere Ansprüche als in Deutschland, so kommt es mir zumindest vor – es kann immer wieder mal sein, dass Menschen direkt neben einem selbst warten, während man am Schalter Geld abhebt, was mich immer nervös macht.

Ich bin sehr froh, dass es mir gerade gut geht und ich gut durch die Arbeitsphase durchkomme, sonst wäre ich gerade nur noch demotiviert.

Am Nachmittag treffe ich mich wieder mit P., sodass ich am Wochenende nicht die ganze Zeit alleine bin. Der mittlerweile ganz normale Treffpunkt Leninplatz ist noch eine dieser vielen Kleinigkeiten, die dieses einmalige halbe Jahr ausmachen. Bei unserem längeren Spaziergang quer durch die halbe Stadt findet sich das ein oder andere Mitbringsel für Weihnachten, aber leider kein берёзовый квас (Birkensaftkwas). Das wäre auch zu schön gewesen…

Außer „Massenmedien“ und den Gästen aus Witebsk ist nächste Woche natürlich noch mehr: an einem Tag bin ich in P.s Schule, dazu kommt noch eine Präsentation in Orscha, zwei Mal Russischunterricht und die Vorbereitung auf die Abreise: am Freitag geht es auf Heimaturlaub. Vorbereitung heißt Packen, Aufräumen und Saubermachen, aber auch Klavier üben, denn ich habe für Gottesdienste an Weihnachten zugesagt. Es gibt also mehr als genug zu tun, deswegen freue ich mich sehr darauf, am Ende der Woche in den Zug zu steigen und für Weihnachten nach Deutschland zu kommen.

Wenn alles gut läuft, wird sich auch meine Entscheidung, Zug zu fahren, sehr lohnen. Ich kann von Orscha aus direkt nach Berlin fahren (das ist die Zugverbindung Moskau – Berlin) und muss deswegen nur zwei Mal umsteigen. Der Großteil der Fahrt ist über Nacht, also werde ich die meiste Zeit einfach schlafen. Das ist sogar ziemlich bequem im Zug, so war es zumindest letztes Mal bei der Fahrt zum Zwischenseminar. Und der besondere Reiz ist, meinem Zuhause in Deutschland Schritt für Schritt immer näher zu kommen. Das wird etwas ganz Besonderes, und ebenso Einmaliges. Ich kann es schwer beschreiben, aus meiner Sicht ist es einfach einzigartig.

In dieser Woche war ich außerdem noch einmal in Dubrowna, was mir ziemlich gut gefallen hat. Mein interaktives Sprech-Spiel kam für die Schüler etwas überraschend, war aber am Ende (по-моему, meiner Meinung nach) erfolgreich. Auch in Dubrowna gibt es motivierte Schüler(innen)… Dazu dann noch Weihnachtslieder singen in der Aula und ein kleiner Spaziergang durch das Stadtdorf mit den stärkeren Schülerinnen. Dubrowna ist zwar klein, aber dennoch kann man hier die bedeutenden Sieben Wunder von Dubrowna bestaunen. Nach dieser Woche kenne ich noch nicht alle, vielleicht lerne ich noch mehr davon kennen. Und es tut mir leid, dass ich das Dubrowner Schloss – eines der Wunder, auch wenn „Schloss“ eine Übertreibung ist – nicht fotografiert habe und dieser Beitrag wieder bilderlos ist.

Die kommende Woche wird also voll, aber ich hoffe, am Freitag dann problemlos die Rückfahrt antreten zu können.

Zuletzt noch das Wetter: aktuell nur leichte Minustemperaturen, -2 oder -3° C. Schnee liegt überall noch ein bisschen, Matsch hält sich in Grenzen. Es soll bald kälter werden, aber das gilt hier ja grundsätzlich immer.

Alles Gute und bis bald!

Jonathan

P.S.: Nachdem das Treppenhaus vor meiner Wohnungstür monatelang nach 17 Uhr völlig finster war, hat man am ersten Advent eine Lampe angebracht. Diese leuchtet jetzt allerdings durchgängig 24/7, mal schauen, wie lange noch.

Gemischte Tage und Gefühle

Orscha, 8. Dezember 2018. – Seit meinem letzten Eintrag ist es Dezember und damit Advent geworden und der Heimaturlaub ist noch einmal näher gerückt. Es hat seinen Grund, dass ich länger als üblich nichts geschrieben habe, aber ab jetzt geht es hoffentlich normal weiter.

Nach dem Ende des Seminars war meine Ansprechpartnerin eine Woche lang auf einer Fortbildung und ich daher bei den anderen Lehrerinnen eingesetzt, meistens mit weniger Stunden als normal. Genauso wie immer läuft das manchmal gut, manchmal weniger. Mittlerweile kann ich die Schüler wie auch die Lehrer besser einschätzen, kenne die Klassen besser, kann die Lehrer besser „beurteilen“, sofern mir das überhaupt zusteht. Nach einer Weile sind manche Menschen doch etwas anders, als zunächst erwartet, meine Meinung hat sich bei einigen etwas verändert- positiv und negativ…

Es ist eben so, dass viele Unterrichtsstunden sich letztendlich für keinen der Beteiligten lohnen. Klasse 4 und 5 ist da meistens sehr dankbar, aber in Klasse 8 (wo ich oft bin) kann viel danebengehen. Die Schüler dürfen Texte über „Musikfestivals in Deutschland“ auswendig lernen oder in Gruppenarbeit erarbeiten. Und es ist viel zu klar, dass mindestens die Hälfte der Klasse den Zusammenhang des Textes nicht versteht. Eine andere achte Klasse darf ihre Lieblingssänger vorstellen, wirkt dabei aber genauso motiviert wie Klasse 8б beim Aufsagen der Biographie Beethovens.

(Diese Biographie war als Text im Buch und übrigens nicht mal korrekt, um ehrlich zu sein. Im Text stand, dass Mozart Beethovens Lehrer war, doch die beiden haben sich nicht einmal getroffen.)

Der spannendste Tag dieser vorigen Woche war der Donnerstag, an dem ich in eine weitere Schule eingeladen war: Дубровно (Dubrowna) liegt noch etwas östlich von Orscha, nur noch dreißig Kilometer entfernt von der russischen Grenze. Die Straße Orscha-Dubrowna führt schnurgerade von meiner Einsatzstadt in den 8000-Einwohner-Ort, der offiziell Stadt ist, sogar Zentrum des dortigen Landkreises, aber irgendwie auch ziemlich Dorf. „Dorfstadt“ oder „Stadtdorf“ passt meiner Meinung nach am besten. Von Dubrowna aus würde die Straße vermutlich genauso gerade weiter nach Russland führen. Das Bittere: die Grenze ist offen und wird nicht kontrolliert, aber genau deshalb darf ich sie nicht überschreiten. Belarus und Russland arbeiten so eng zusammen, dass man alle Grenzkontrollen gestrichen hat; das bedeutet gleichzeitig, Ausländer dürfen die Grenze nicht passieren, da sie dann nicht kontrolliert werden können und ihr Visum so nicht überprüft werden kann. Demnach werde ich leider nicht ins nahe Russland fahren können und Dubrowna bleibt vorerst der östlichste Punkt Europas, an dem ich je war.

Den Kontakt nach Dubrowna hat eine Lehrerin in Orscha hergestellt. Es ist relativ offensichtlich, warum ich die Schule besuchen soll: die Schüler haben kaum Sprachpraxis und werden außer mir in nächster Zeit kaum noch einen Deutschen treffen. Diese Erwartung bestätigt sich in der Schule: die Schüler scheinen wenig darauf vorbereitet, ihre Sprachkenntnisse tatsächlich anzuwenden, und sind sehr scheu. Ich möchte die Schule gerne noch einmal besuchen, um vor allem sprechen zu üben.

Neben dem Austausch mit den Schülern werde ich noch von einigen Lehrern empfangen, darunter die beiden Deutschlehrer, eine Englischlehrerin und die Schulleitung. Es geht vor allem um Sprachen, wie schade es doch ist, dass immer mehr Schüler Englisch lernen wollen und so weiter. In Dubrowna gibt es bisher noch Deutsch und Französisch, und ich als Freiwilliger werde auch nicht verhindern können, dass beides neben Englisch weiter und weiter schrumpfen wird.

Am Abend komme ich noch zur Probe der Schulmusikgruppe, die zurzeit deutsche Weihnachtslieder einstudiert. Eigentlich mache ich nicht viel außer ein bisschen Aussprache üben, aber die Lehrerin findet es trotzdem toll und stellt irgendwelche Videos davon auf Facebook. Nach dem Weihnachtsteil üben die SuS- es sind tatsächlich zwei Jungs dabei, für die ich großen Respekt habe – noch die spaßigeren Stücke, ihre belarussischen und russischen Lieder und Tänze. Ich bitte eine weitere anwesende Lehrerin, sie möge mir doch bitte jeweils die Namen der Stücke aufschreiben, sodass ich später noch mal reinhören kann, und sie schreibt gleich den ganzen Text mit. Problem dabei: die Texte sind teilweise auf Belarussisch, der Sprache, die eigentlich niemand in Orscha spricht. Über die Rechtschreibung muss die Lehrerin sich also wieder mit anderen Kollegen beraten. Eine insgesamt ziemlich lustige Situation, finde ich, aber vielleicht muss man hier sein, um das zu verstehen. Jedenfalls kenne ich jetzt etwas mehr Musik auf Russisch und Belarussisch.

Am ersten Adventswochenende bin ich wieder in Minsk, Denise aus Sluzk hat Geburtstag. Wir verbringen das Wochenende zusammen, unsere „Feier“ gefällt mir insgesamt aber weniger, ich schreibe hier nichts mehr dazu. Ich bin jedenfalls relativ froh, als ich am Sonntag gegen 18 Uhr wieder in Orscha ankomme und noch ein bisschen telefonieren kann, doch schon am nächsten Tag bin ich krank. Vermutlich habe ich mich über das Wochenende erkältet, das trifft mich in dieser Woche mit voller Wucht. Ich gehe noch in die Schule, weil es gerade noch geht, aber ohne große Lust.

Am Mittwoch bin ich wieder in Minsk, für das „Kulturmittlertreffen“. Weil ein Zug ausfällt, muss ich frühmorgens losfahren und komme abends am gleichen Tag zurück, insgesamt fünf Stunden im Zug. Im Voraus hatte ich gar keine Lust, am Ende ist es aber doch sehr okay. Dieses Mal sind wieder alle fünf Freiwilligen da, was relativ selten ist. Vor dem Treffen sind wir мальчики noch im ГУМ, dem staatlichen Kaufhaus, wo man von allen Seiten beim Einkaufen oder Bummeln überwacht und damit unsanft daran erinnert wird, in welchem Land man sich gerade befindet. Trotzdem spricht mich hier eine Verkäuferin an, ich soll beurteilen, welche von zwei Farben modischer ist, als junger Mann müsse ich das doch wissen. Das wiederum könnte auch Deutschland sein.

Nachdem mein Russisch zwischendurch ein paar Mal Aussetzer hatte, habe ich am Mittwoch überraschend noch einen Erfolg: ein ziemlich langes Gespräch im Zug. Mein Gegenüber wird neugierig, als ich (endlich mal wieder :/ ) meine Karteikarten durchgehe, und spricht mich darauf an. Als meine Situation klar wird, kommt ein Feuerwerk der Standardfragen. Ich werde über alles ausgefragt, der junge Familienvater ist fasziniert. Er will mich am Ende sogar zu sich nach Hause einladen und mich seiner Familie vorstellen, wir haben auch Telefonnummern ausgetauscht – aber trotz seiner Beteuerung „я позвоню!“ ist bisher, am Samstag Abend, nichts gekommen.

Dann Freitag wieder Schule, Wochenende eher frei. Habe mir endlich die Haare schneiden lassen, es war höchste Zeit. Gerade liegen die Temperaturen bei etwa -3°, aber natürlich wird es noch kälter. Momentan ist außerdem alles glatt, nachdem der Schnee für einen Tag geschmolzen und dann wieder gefroren ist.

Zum Schluss noch etwas zum Schmunzeln: Klasse 4 redet gerade über ihre Familie, ein tolles Thema, weil die Schüler dafür einen schönen Stammbaum gestalten durften. Sie verwechseln nur immer mal Wörter und sagen Dinge wie „Meine Mutter ist sechsunddreißig Jahres Zeit“. Knuffig.

Всё… До свидания и всего хорошего!

Jonathan

Halbzeitpause in der Ukraine

Orscha, 26. November 2018. – Nach unserem Zwischenseminar kommt die schwierige Aufgabe auf mich zu, unsere völlig gefüllte gemeinsame Woche einigermaßen gut in einen Blogeintrag zu verpacken. Es war so eine besondere Zeit, dass ich das unbedingt würdigen möchte, ohne dass es für Außenstehende zu viel wird. Ich bemühe mich.

Erst einmal der grundsätzliche Rahmen. Unser Zwischenseminar findet in Iwano-Frankiwsk in der Ukraine statt, ein paar Stunden von Lwiw (Lemberg) entfernt. Eingeladen sind die zwölf Freiwilligen aus Belarus (5), der Ukraine (5) und Moldau (2). Wir „Belarussen“ reisen zusammen an, treffen am Samstag morgens ein und fahren am folgenden Samstag abends wieder los. Eine ganze Woche Zeit in Lwiw und Iwano-Frankiwsk also.

Entgegen unserer Erwartungen haben wir im Vergleich keinen übermäßig langen Anreiseweg. Die Ukraine ist, wie wir bemerken, durchaus riesig, deshalb sind unsere 13-15 h von Minsk nach Lwiw gar nicht übertrieben viel. Die Zugfahrt über Nacht lässt sich gut aushalten. Während meiner Zeit im Ausland werde ich wirklich zum Gewohnheitszugfahrer, es hat so viele Vorteile…

Schließlich natürlich das Wiedersehen mit all den anderen „Homies“. Ich kann es kaum beschreiben, es ist wieder so eine einmalige Situation. Man kennt die Leute schon seit dem ersten Seminar und kann sich jetzt endlich wieder austauschen – und genau das tun wir auch, in den ersten Stunden bewegen wir uns vor lauter Reden kaum. Es ist unheimlich angenehm. Wieder so eine komische, unglaubliche Situation: mitten in der Ukraine Leute treffen, mit denen man sich gut versteht – wie gesagt, kaumbeschreiblich.

Ich habe keine Ahnung, wieso unsere Gruppe so gut zusammenpasst, wie sie es scheinbar tut, obwohl wir so zufällig zusammengeschoben wurden, aber ich bin unheimlich froh darüber. Die Zeit zusammen ist insgesamt einfach nur schön. Teilweise zu viele Eindrücke, zu viel Stoff zum Nachdenken auf einmal, aber am Ende eine rundherum tolle Woche.Unsere Gruppe am ersten Abend, ein Schnappschuss beim Kirschlikör. Fehlend: Ira Z.

Was man an unserer Gruppe allerdings bemängeln muss: die wortwörtlich fehlenden Rückblicke. Innerhalb der wenigen Tage prescht ein Teil unserer Gruppe einige Male schon vorwärts, während ein kleinerer Teil von uns orientierungslos zurückbleibt. Die Abstimmung untereinander lässt da doch immer wieder zu wünschen übrig. (Foto unten: zwei traurige abgehängte Jungs)

Links ich, rechts Björn (Moldau)

Der Aufenthalt sorgt nebenbei für die größtmögliche Sprachverwirrung. Russisch sollte man nicht sprechen, dafür geht Englisch plötzlich. Ein paar Wörter Ukrainisch schaden auch nicht, während die Moldauer etwas Russisch zu ihrem üblichen Rumänisch hinzufügen. Ukrainisch ist übrigens recht nah an Belarussisch, wie mir an einigen Details auffällt. Dazu kommen lateinische Inschriften und Ähnliches. Außerdem: die Ukrainer in russischsprachigen Gebieten lernen dialektgefärbtes Russisch, das sich in der Aussprache von unserem Russisch unterscheidet (und deswegen ungewollt völlig falsch klingt, sorry Marlene).

Iwano-Frankiwsk

Iwano-Frankiwsk (Foto: Leo Maier)

Eines der größten Themen des Seminars ist der unerwartet große Unterschied zwischen Belarus und der Ukraine, der uns Belarussen sehr schnell bewusst wird, soll heißen, schon kurz nach der Ankunft in Lwiw. Die Stadt ist voll – vollkommen, völlig voll – mit historischen Gebäuden und Plätzen, es gibt Touristen und die Menschen sprechen Englisch. Sowohl Ausländer wie auch Personen mit eher auffälligem Aussehen (Männer mit langen Haaren, Dunkelhäutige usw.) sind häufig anzutreffen, das Stadtzentrum ist eng und verkehrstechnisch eine kleine Katastrophe, an Wänden hängen Wahlplakate, den Boden bedeckt ein Kopfsteinpflaster. Alle diese Einzelheiten um uns herum zeigen uns schon, wie groß der Unterschied zu Belarus tatsächlich ist. (Ich fühle mich eher an Prag erinnert.)

In Lwiw (Fotos: Leo Maier)

Natürlich werden diese Beobachtungen von uns humoristisch aufbereitet.

Wir „Belarussen“ propagieren während unseres Aufenthalts durchgängig unsere Gegendarstellung: die Ukraine versinkt in Desorganisation bis zur Anarchie, während in Belarus die Welt noch in Ordnung ist, mit breiten, sauberen Straßen, strengen Verkehrsregeln und überwiegend leeren Plätzen. Zuletzt wird sogar der Begriff „präparadiesisches Belarus“ zum running gag. (So ein Seminar wird auch durch den vielen Blödsinn angenehm, ich streite es gar nicht erst ab.)

Die Seminareinheiten selbst finden in einem ehemaligen Fabrikgelände statt, welches zurzeit von unterschiedlichen Unternehmen und Organisationen neu hergerichtet wird, eine modern-innovative Umgebung, die wir sehr genießen. Petra, unsere Seminarleiterin, führt uns durch unterschiedliche Übungen, Lerneinheiten und Themen, während sie sich immer wieder wundert, wie diskussionsfreudig und eingespielt unsere Gruppe ist. An einem Nachmittag haben wir eine Stadtführung durch Iwano-Frankiwsk, an einem anderen ein Gespräch mit einer Vertreterin der Zivilgesellschaft, für Programm ist also gesorgt. Dabei wird mein und unser Blick auf die Region unheimlich geweitet. Schon jetzt sehe ich den Ukraine-Konflikt mit ganz anderen Augen. Von außen können wir die Lage kaum begreifen, kaum verstehen, was alles daran hängt. Wie durch den Krieg im OSten, um nur kleine Beispiele zu nennen, die Binnenflüchtlinge von dort im Westen Innovation, Wirtschaft und Aktivismus voranbringen, oder wie die verwendete Sprache (Russisch/Ukrainisch) in der Ukraine vollkommen politisch geworden ist.

Überraschend ist auch die Offenheit unserer neuen Bekannten. Sie gibt ohne Zögern zu, dass die gesamte Politik in der Ukraine korrupt ist – aber das ist eben so. „Wir erwarten von unserem Präsidenten, dass er nichts macht, die Leute regeln das schon untereinander“, sagt sie, eine Einstellung, die mich völlig verblüfft. Dazu Sprüche wie „Die Ukrainer sind ziemlich gut in Revolutionen – wann muss man auf die Straße, wann muss man verschwinden, wie kocht man draußen am besten Borschtsch usw. – nur nicht in dem, was danach kommt“.

Dadurch lernen wir auch Belarus besser zu verstehen, indem jemand, der sich auskennt, unsere subjektiven Eindrücke bestätigt. A) Belarus ist viel zu ordentlich und starr, B) Belarus ist wie ein Land der Vergangenheit. Beide völlig subjektiven Eindrücke lassen sich recht gut nachvollziehen, wenn man unser Einsatzland mit der zwar völlig korrupten und krisengeschüttelten, aber lebendigen Ukraine vergleicht. Erst aus der Ferne erkennt man die eher starren, geplanten Strukturen so richtig.Platten gibt es natürlich trotzdem noch

Während der Woche tauschen wir uns über alles Mögliche aus und gehen mit vielen neuen Eindrücken, Ideen und Überlegungen zurück in die Einsatzstellen. Ich genieße den Schritt zurück aus der Einsatzstelle sehr, die Zeit, in der man über seine Lage und sein FSJ reflektieren kann. Dadurch hat mir das ZWS sehr geholfen.

Am letzten Tag besuchen wir in Lwiw den alten Friedhof, auf dem die Geschichte uns wieder einmal voll erwischt. Man findet polnische, ukrainische, russische Gräber genauso wie einige deutsche und in min. einem Fall französische. Im Eingangsbereich ist ein besonderer Gedenkbereich für die Gefallenen des aktuellen Krieges und für andere Helden der Ukraine. Die aktuelle Politik fühlt sich sehr nah an.

An diesem Ewigkeitssonntag denke ich sehr an meine, unsere Kirchengemeinde. Ich wünsche euch allen alles Gute an diesem besonderen, dunklen Tag und denke an euch.

Bevor ich über Weihnachten nach Deutschland komme, werde ich vermutlich noch viel unterwegs sein. Doch durch das Seminar bin ich insgesamt beruhigt worden und stehe den neuen Aufgaben ruhig gegenüber.

Zuletzt das Wetter: gerade am Morgen sind es -1° bei bewölktem Himmel. Die Temperaturen werden am Tag vermutlich nur wenig steigen, für den Rest der Woche ist noch stärkerer Frost vorhergesagt.

Всё.

Всего хорошего и до свидания!

Jonathan

P.S.: Hier noch die Links zu Mitfreiwilligen, die ebenfalls beim Seminar waren:

https://kulturweit.blog/fernwehstillerukraine/

https://kulturweit.blog/izmail181/

https://kulturweit.blog/irainkiew/

Es wird ernst(er) – Der Vorseminarschnee

Orscha, 17. November 2018. – Passend zum neu gelernten Satz „наступила долгожданная зима“ (ein langerwarteter Winter ist angebrochen) beginnt in Orscha der Winter: am Dienstag hat es das erste Mal so richtig geschneit, der Restschnee liegt bis jetzt noch. Die Temperaturen schwanken um null Grad, soll heißen, am Morgen Minusgrade (gerade sind es -8°!) und am Nachmittag dann wärmer, bis zu 4°C, so war es gestern.  Bei den anderen Freiwilligen gab es übrigens keinen Schnee, Orscha ist da schon etwas Besonderes.

Sehr bald ist auch schon die Hälfte des Freiwilligendienstes erreicht – überrascht mich gar nicht so sehr, da die Zeit unheimlich gefüllt war – weshalb es für uns Freiwillige aus der ehemaligen Homezone 18 (Gruppe Belarus, Ukraine, Moldau) auf unser Zwischenseminar in Iwano-Frankowsk (Ukraine) geht. Morgen steht uns die lange, anstrengende Anreise per Zug bevor, doch das Seminar wird hoffentlich entspannt und vor allem gesellig… es muss eine ganz besondere Atmosphäre sein, es ist toll, dass wir eine ganze Woche zusammen verbringen können. Und auch ein bisschen Ruhe vor den Terminen der nächsten Zeit, wenn wir einmal angekommen sind.

Und noch mal eine Beobachtung aus dem Deutschunterricht: der Freitag war interessanter als die Freitage davor, aber mir ist vor allem wieder aufgefallen, wie viel unnötiges Zeug die Schüler lernen müssen. Meine Aufgabe ist häufig, Hausaufgaben abzufragen, denn diese bestehen oft aus Auswendiglernen. Am Freitag musste z.B. Klasse 8 die im Deutschbuch abgedruckten Musikstile aufsagen.

25 Musikstile. Ohne Erklärung, ohne Erzählen. 25 (!) Wörter aufsagen, von denen die meisten auf Englisch sind, und von denen ich einige noch nie gehört habe (Dancehall? Break n Beat?). Der Lerneffekt dieser Hausaufgabe ist de facto 0, aber niemand stellt sie in Frage.

Dazu tolle Lesetexte im Buch, die entweder „Jugendliche“ mit Namen wie Ronald oder Torsten zu Wort kommen lassen, oder vor deutscher ausländischer Kulturpolitik nur so triefen („Deutschlands Ruf als bedeutende Musiknation ist für immer mit den Namen von Bach, Beethoven, Brahms, Händel, Wagner verbunden„).

Das ist nur ein Beispiel, und das ist auch nur der inhaltliche Teil. Über die Grammatik will ich gar nicht reden.

Irgendwie bin ich noch gut durch den Rest der Woche gekommen, indem es an Terminen und Ähnlichem nicht gemangelt hat. Aber dazu kamen immer wieder auch angenehme Stunden, über die ich mich freuen konnte, teilweise in der Schulzeit, teilweise außerhalb.

Allerdings auch sehr viel Stoff zum Nachdenken. Seit einem langen Gespräch gestern sehe ich Belarus noch einmal anders und verstehe Vieles vielleicht besser. Und es sieht nicht gut für das Land und die Leute aus, eher traurig.

An dieser Stelle werde ich nicht viel mehr schreiben. Ich hoffe auf eine gute Anreise in die Ukraine und melde mich von dort aus hoffentlich wieder.

До свидания и всего хорошего,

Jonathan

 

Das Wsjo-Paka-Prinzip

Orscha, 13. November 2018. – Heute wieder ein neuer Beitrag aus der Stadt, in der es schon längst hätte schneien sollen, mit einem Rückblick auf die letzten Tage und Beobachtungen aus meiner Zeit hier im Osten.

Von Donnerstagabend bis Sonntagnachmittag bin ich in Minsk, wo das PASCH-Theaterfestival stattfindet. Da in diesem Jahr die Initiative PASCH: Schulen – Partner der Zukunft (immer noch kein guter Name) ihren zehnjährigen Geburtstag feiert, ist der Aufwand besonders groß. Die Schulen mit ihren Theatergruppen mussten sich zuerst bewerben, um teilnehmen zu dürfen und in den Genuss unterschiedlicher Theater-Workshops zu kommen. (Das Bewerbungsverfahren dient vermutlich nur dem Zweck, zu verhindern, dass absolut jeder teilnehmen kann, wie in den letzten Jahren.) Ich selbst bin aber in keinem der Workshops anwesend, da wir Freiwilligen die meiste Zeit hinter den Kulissen aktiv sind. Soll heißen, wir bereiten die Kaffeepausen vor, tragen Zeugs hin und her, kümmern uns um die Mülltrennung (also die Trennung des Mülls vom restlichen Zeugs, weiter geht man hier nicht) und essen vor allem Kekse.

Viele Kekse.

Am Freitagabend können wir noch eine „echte“ Theateraufführung besuchen. Das Stück mit dem deutschen Namen „Aufzug“ ist allerdings auf Belarussisch – in der Sprache also, die hier kaum jemand freiwillig spricht, die aber in der Kultur einen großen Stellenwert zu haben scheint. Ich höre den Unterschied zu Russisch fast nur an einigen belarussischen Wörtern, die ich kenne – der Rest könnte auch Russisch sein, obwohl es auf Russisch vielleicht einfacher zu verstehen wäre. Wie auch immer, die Handlung ist zwar grob verständlich, die langen Dialoge allerdings kaum bis gar nicht.

Das Highlight am Samstagabend ist natürlich die Aufführung der Theatergruppen. Wieder sind wir hinter den Kulissen aktiv, aber auch von dort ist es sehr eindrucksvoll. Alle Gruppen haben etwas ganz Eigenes vorbereitet, und auch der Beitrag aus Orscha kommt gut an. Vor allem sind wir alle mit unseren Schauspielerinnen (unten) sehr zufrieden. Die Mischung aus drei älteren (Klasse 10) und zwei jüngeren Mädchen (Klasse 4) ist gewissermaßen ideal, ich kann es kaum richtig beschreiben und bin beeindruckt, wie gut alle ihre Rollen ausgefüllt haben. Die kleinen waren während des Wochenendes fast durchgängig von allem begeistert – Zitat Irina: „Sie haben nix verstanden, aber fanden alles toll.“ Der volle Erfolg unseres „Debüts“ liegt vor allem an unseren Schauspielerinnen, keine Frage.

Die beiden Mädchen aus Klasse 4 spielen im Stück zwei Freundinnen…

…und die großen Zehntklässlerinnen deren Mütter und die Kellnerin

Der Fairness halber muss man aber sagen, dass die Gastgruppe aus Litauen mit Abstand am besten war. Die Litauer haben die Belarussen deutlich in den Schatten gestellt, werden das nächste Mal also wahrscheinlich nicht mehr über die Grenze gelassen.

Nach noch ein bisschen Zeit in Minsk komme ich wieder zurück nach Orscha. Ich weiß immer noch nicht, ob mir Minsk gefällt, um ehrlich zu sein, ich kenne die Stadt wenig. Und ich weiß auch nicht, ob mir das Leben in so einer Metropole gefallen würde. Es gibt natürlich Vor- und Nachteile, ich kann sie einfach nicht abwägen. Orscha ist bereits groß im Vergleich zu Gießen, das merke ich, aber hier komme ich soweit gut klar. Wie es in einer Millionenstadt wäre – keine Ahnung.

Es ist seltsam, wie ich manchmal sehr viel und manchmal kaum etwas zu tun habe, was meine Arbeit angeht. Für diese Woche sind relativ plötzlich drei neue Episoden meiner Powerpoint-Präsentationsserie (PPPS) dazugekommen, dazu noch einige der Dinge, die ich weiter aufschiebe oder zu lange aufgeschoben habe. Es gibt viel zu organisieren für die nächsten Wochen, während die Zeit hier sehr schnell zu vergehen scheint. Am kommenden Montag beginnt schon das halbzeitige Zwischenseminar und ich plane bereits bis weit danach (muss ich auch), was mir gewissen Stress macht.

Noch ein paar kurze Beobachtungen direkt von heute.

–Immer häufiger werde ich in der Schule für andere Aufgaben als im Unterricht eingesetzt – zum Beispiel Texte formulieren. Irina überlässt es gerne mir, die Texte „красиво“ (schön) zu gestalten, was mir auch wirklich Spaß macht. Wenn Irina dadurch beim Goethe-Institut Pluspunkte sammelt, haben alle etwas davon. Und ich schreibe recht gerne, wie man auch in meinem Blog sieht… Außerdem kommen vielleicht Musikprojekte, wir werden es noch sehen.

–Es ist auffällig, wie sehr die starken Schüler hier gefördert werden. Die Deutschlehrer nehmen sich viel Zeit für die starken Deutschschüler (de facto nur Mädchen, natürlich). Diese bekommen viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln, und nutzen das auch. Ich kann nicht sagen, ob das in anderen Fächern auch so ist; ich kenne nur den Deutschunterricht, und hier fällt es mir auf.

–Heute Morgen durfte ich Klasse 10 das deutsche Schulsystem präsentieren, was für die Schüler ziemlich interessant war. Vom Föderalismus über die Notengebung bis zu den Abschlussprüfungen, alles ist in Deutschland ganz anders als in Belarus. Wahrscheinlich waren die SuS nach dieser Stunde gründlich verwirrt bzw. konstruktiv irritiert.

–Für Klasse 4 habe ich einen Übungstext geschrieben und dort mit den Sätzen „Um 8 Uhr habe ich Belarussisch. Das ist doof. Belarussisch ist nicht mein Lieblingsfach.“ genau den Nerv der Klasse getroffen. Yay)

Am Ende sollte ich noch den Titel dieses Beitrags erklären. Es geht um etwas, das mir schon vor längerer Zeit aufgefallen ist: ich nenne es das wsjo-paká-Prinzip (russ. всё пока). Hier sieht man nämlich einen tatsächlichen kulturellen Unterschied, wenn man das so bezeichnen will: auf Russisch ist es vollkommen legitim, ein Gespräch ausschließlich mit den Worten „Alles. Tschüss.“ zu beenden, wobei „alles“ (всё) im Sinne von „das wars, das war alles“ gemeint ist. Man hört es ständig, wenn Leute in der Öffentlichkeit telefonieren, wahlweise auch als „всё, давай“. Im Restaurant fragen die Kellner nicht „Darf es noch etwas sein?“ sondern nur „всё?“ usw. usf. In vielen Situationen kann man hier sehr viel weniger Wörter verwenden, ohne unhöflich zu wirken – in den meisten Alltagssituationen muss man kaum oder gar nicht reden. Es gilt, wie fast immer in Belarus: wenn man sich ein bisschen auskennt, ist es kinderleicht, und wenn man sich gar nicht auskennt, hat man ein Problem.

Sich zu verabschieden dauert auf Russisch in der Regel jedenfalls maximal 1,5 Sekunden, Abschiedsworte sind meistens nicht erwünscht oder sogar unangemessen. Meiner Erfahrung nach zumindest. Das ist ein relativ grundsätzlicher Unterschied zu Deutschland, wo man am Telefon kaum so schnell fertig werden wird, ohne unhöflich zu sein.

Wie mir das gefällt, weiß ich noch nicht, es hat aber auch jeden Fall seinen Reiz.

Zuletzt das Wetter: 0 bis 1°C, kalt aber trocken. Angeblich schneit es morgen. Посмотрим.

Всё. До свидания!

Jonathan

Zwei Städte, ordentlich Stress und reichlich Nebel

Orscha, 07. November 2018. – Der Tag der Oktoberrevolution heute beginnt mit dem üblichen Nebel, der sich von den Flüssen aus über ganz Orscha verbreitet. Es ist ein vergleichsweise entspannter Tag nach ordentlich Stress, der auch noch nicht ganz vorbei ist.

Aber eins nach dem anderen.

Nach sehr ruhigen Ferientagen beginnt am Freitag unser Ausflug in den Norden, nach Witebsk und Polozk. „Wir“ sind die Freiwilligen des GI, also Sophia, Denise, Linus und ich (der fünfte kulturweit-Freiwillige, Leo, ist beim PAD/ZfA). Ich empfange Denise und Sophia am Freitagabend in Orscha und sie übernachten bei mir, die Wohnung ist ja groß genug.

In Witebsk treffen wir am Samstag erst Linus und dann die Studenten, die uns durch die Stadt führen sollen. Witebsk ist die viertgrößte Stadt in Belarus und gilt als Kulturmetropole; die Hauptstadt der Oblast ist auch eine Universitätsstadt und der Geburtsort von Marc Chagall. Die Studenten, mit denen wir uns treffen, haben eigentlich überhaupt keinen Bezug zu uns, aber da Irina das Treffen so arrangiert hat, nehmen wir das so hin.

Die Stadt ist an diesem Samstag völlig in Nebel getaucht, wie man auf den Fotos sehen kann. Bis es anfängt zu regnen, macht das den Ausflug aber nur noch eindrucksvoller. In Witebsk steht die schönste orthodoxe Kirche, die ich bisher gesehen habe, und die großen Plätze, Brücken und Gebäude sind auch bei Nebel oder Dunkelheit sehr beeindruckend.

Erst viel später können wir die Farbe erkennen

Der Siegesplatz in mysteriöser Atmosphäre

Das Wochenende nutzen wir vier, um uns ausgiebig über alles Mögliche auszutauschen. Ich habe Denise und Sophia einen Monat lang nicht mehr gesehen, da gibt es viel zu erzählen und zu besprechen. Einerseits sehr viel Organisatorisches: das vom GI verlangte Freiwilligenprojekt, das PASCH-Festival, die Reise in die Ukraine für das Zwischenseminar und so weiter. Dazu können wir auch gut vergleichen, wie es den anderen so ergeht; und zuletzt ist es auch einfach nett, sich über all die Sachen zu unterhalten, die uns allen hier auffallen – sich wiederholende Vornamen, das Gerede unserer Ansprechpersonen über uns, (fehlende) Hobbies in Belarus, was auch immer.

Mit dem folgenden Ergebnis, wie Denise es ausgedrückt hat: „Unser Wochenende besteht in großen Teilen daraus, das wir uns irgendwo hinsetzen und reden.“

Als wir in Witebsk in einem Restaurant genau das tun, spricht uns eine Gruppe Russen aus Moskau an und unterhält sich mit uns – eine sehr witzige Situation, vor allem, weil wir sie am nächsten Tag in Polozk noch einmal treffen. Völlig zufällig, aber sehr amüsant.

Wie geplant besuchen wir in Polozk das Orgelkonzert. Ich bin ziemlich beeindruckt von der Gast-Organistin aus Japan, was die anderen scheinbar weniger teilen, aber sie hätten ja auch nicht mitkommen müssen.

(Schon traurig, wie fast alle Konzertbesucher zwischen Fantasie und Fuge anfangen zu klatschen. Was für Idioten, sorry.)

Da ist sie

Wiederum werden wir von Studenten empfangen – diesmal hat Linus über Ecken etwas arrangiert – die uns die Stadt Polozk zeigen und mit uns ein paar Stunden verbringen. Wieder nutzen wir das Englisch-Deutsch-Russisch-Gemisch, wie schon in Baranowitschi, was soweit gut funktioniert. Polozk hält sich für das geographische Zentrum Europas und hat sich dafür ein Denkmal gesetzt. Dieses liegt mitten in einer langen, langen Park-Straße (schwer zu erklären), in der auch das Foto unten entstanden ist. Polozk ist wirklich eine nette Stadt, sie gefällt mir sehr.

Um genau zu sein: den russischen Teil nutzen die anderen Freiwilligen nicht. Wie ich an diesem Wochenende erfahre, haben Denise und Sophia noch nicht angefangen, Russisch zu lernen. Natürlich gibt es Gründe dafür, und es ist letztendlich ihre Sache – aber ich könnte das einfach nicht, und ich kann die beiden in dieser Hinsicht nicht verstehen.

Gerade in Sluzk (Denise) sind die Dinge scheinbar sehr kompliziert, da kann ich wohl froh sein, dass es bei mir so gut läuft.

Unsere Freiwilligengruppe gibt mir viel zu denken, wenn ich ehrlich bin. Man sieht jetzt schon, wie sich ganz klar eine Gruppendynamik entwickelt, und diese wird vermutlich so bestehen bleiben. Ganz interessant ist es auch, ein Jahr zurückzuschauen: der vorherige Jahrgang war eine vieeel größere Gruppe, die Situation bei ihnen war ganz anders. Und dieses Jahr werden ab März nur noch drei Freiwillige in Belarus sein…

Auf der Rückfahrt am Montag schwirrt mir dementsprechend viel zu viel im Kopf herum. Zu all den Eindrücken aus dem Wochenende kommt weiterer Stress: mein Laptop hat zwischendurch aufgehört zu funktionieren, die kommenden Reisen sind noch nicht organisiert, ich muss noch Dokumente einreichen und mich um die Aufenthaltsgenehmigung kümmern.

Die временное проживанние ist ohnehin ein Thema für sich.

Vor diesem Termin am Dienstag hatte ich den meisten Stress überhaupt. Ich sollte alleine zur Migrationsbehörde, ohne Irina, und dort alles Nötige klären.

Um es vorwegzunehmen: ich habe alles falsch gemacht, aber es hat am Ende geklappt.

Am Dienstag Mittag bezahle ich noch die entsprechende Rechnung. Habe ich zumindest vor. Die Dame am Schalter der Belarusbank (natürlich eine staatliche Bank, was denkt ihr denn) ist zwar freundlich und zuvorkommend, aber das ändert nichts daran, dass sie mich die falsche Rechnung bezahlen lässt. Ich hetze noch zur Belgazprombank und besorge dort die richtige Quittung – super, fast achtzig Euro ausgegeben. An der Behörde erfahre ich, dass das Amt eigentlich schon geschlossen hat, und dass meine Dokumente noch nicht fertig sind. Ich wirke aber anscheinend verwirrt genug, dass sich eine Polizistin noch um mich kümmert und alles fertig macht. Damit reicht die Zeit auch gerade noch, dass ich am Tag vor der Ausreise in die Ukraine alle Dokumente bekomme, die ich brauche, um nach dem Seminar wieder einreisen zu dürfen. Puh.

Was für ein Stress.

Der Laptop läuft übrigens wieder, noch eine gute Nachricht.

Und so ist der Tag der Oktoberrevolution heute vergleichsweise entspannt, auch wenn der Stress noch nicht vorbei ist. Gestern habe ich eine Anfrage bekommen, ob ich an Weihnachten nicht einen Organistendienst übernehmen könnte, oder mehrere. Die Zeit vergeht sehr schnell und in meiner Vorstellung ist der Halbjahresrest meines FSJs schon sehr voll.

In den letzten Tagen ging es mir nicht gerade super, jetzt schaue ich, wie es weitergeht.

Zuletzt das Wetter: gerade fünf Grad plus bei Nebel, mehr als acht werden es wohl nicht.

До свидания и всего хорошего!

Jonathan

Kein Ponyhof und so

Orscha, 29. Oktober 2018. – Die Redewendung „Das Leben ist kein Ponyhof“ findet Irina, meine Ansprechpartnerin in der Schule, totaaal klasse, seit ich sie darauf hingewiesen habe, und ich durfte den Satz einige Male in der letzten Woche hören. Hauptsächlich wegen der vielen Behördengänge für die временное проживание, die Aufenthaltsgenehmigung, die demnächst fertig sein muss, damit ich länger als nur eine kurze Zeit hierbleiben kann. Aber zum Glück ging es seit dem letzten Blogeintrag hier in Orscha nicht nur darum.

Die Deutscholympiade am Mittwoch ist soweit relativ normal verlaufen. Bei dieser ersten Runde des Wettbewerbs durfte ich den Großteil der Tests korrigieren, was aber gar nicht langweilig war. Es ist interessant, zu sehen, wie gut die Schülerinnen (nein, immer noch keine Jungs) in einer schriftlichen Prüfungssituation sind. Ich war etwas enttäuscht von Даша, второя (Daria Nr. 2), aber dafür war „Nr. 1“ besser als gedacht. Und natürlich sind genau die drei Mädchen in die nächste Runde gekommen, bei denen es schon ziemlich klar war.

Am Freitag geht es dann auf die Polizei (милиция, „Miliz“), um den Antrag für die Aufenthaltsgenehmigung zu stellen. Diesem Moment sind schon einige Behördentermine vorausgegangen, ich hoffe nur noch, dass es irgendwie hinhaut. Die девушка im Ausländerbüro (Djewuschka, entspricht in diesem Fall in etwa dt. Fräulein; so werden alle weiblichen Angestellten hier bezeichnet) ist zwar grundsätzlich nett, hat aber ansonsten nur mit Ausländern zu tun, die vor dreißig Jahren noch nicht den Status Ausländer gehabt hätten, wenn man versteht, was ich meine – sie wirkt also auch etwas unsicher. Wahrscheinlich sind wir alle froh, wenn das ganze fertig ist.

Am Samstag treffe ich wieder P., die noch eine weitere Freundin mitnimmt. Wir fahren in ein Dorf etwas außerhalb von Orscha, gehen spazieren und unterhalten uns.“Wir sind nicht immer zierlich und manierlich, aber jetzt gehen wir auf dem richtigen Weg“, sagt P. mittendrin und deutet auf einen asphaltierten Weg anstelle eines Trampelpfads. Ich muss sehr über ihre Ausdrucksweise lachen, was sie nicht versteht, und ich ehrlich gesagt auch nicht. Diese Art, es zu formulieren, war einfach zuckersüß, wäre von einem Deutschen nie gekommen und war für mich völlig unerwartet, deswegen vermutlich.

Wenn du das liest, P.: das Lachen war wirklich nicht böse gemeint, ich war in diesem Moment nur sehr verwundert. Benutze gerne weiter solche Ausdrücke, es wird nicht schaden!))

Traurigerweise hatte ich jetzt schon häufiger Unterricht im schlimmen Russisch bei P. als im gewöhnlichen Russisch bei Irina. Aber vielleicht wird das jetzt besser, Irina hat es zumindest angedeutet.

Russisch als Sprache ist schon gemein teilweise. Zum Beispiel enthalten absolut alle Begrüßungen ein gerolltes r (russ. „р“) -здравствуйте, здрасте, здорово, привет, приветик, добрый день/вечер, доброе утро, also sdrástwujtje, sdrástje, sdarówa, priwjét, priwjétik, dóbryj djen/wjétscher, dóbraje útra. Das „r“ bekomme ich üblicherweise über die Lippen, aber nicht immer, und schon bei „sdrrastje“ weiß dann jeder, dass ich Ausländer bin. Aber auch das ist gar nicht unbedingt nötig, ich mache auch sonst genug Fehler. Beim Mützenkauf am Samstagvormittag lief das Gespräch eigentlich gut, nur habe ich beim Bezahlen wieder mal dwenádzat mit dwádzat verwechselt (das sind 12 und 20). „Sie kommen von weit her, oder?“, fragt mich der Verkäufer und lacht. Wir reden noch kurz, immerhin sind die meisten Menschen hier sehr freundlich.

Am Sonntag mache ich mich auf den Weg zu einem Orgelkonzert in Polozk. Im Zug sitzt neben mir ein kleines Mädchen mit seiner Mutter, das sich riesig über sein neues Spielzeugpferdchen freut (мой коник, мой коник!), während mir gegenüber ein älteres Mädchen ungefähr so genervt dreinschaut, wie das nur möglich ist. Weil mir der Gedanke gefällt, als Deutscher auf einer Zugfahrt in Weißrussland ein portugiesisches Buch zu lesen, lese ich weiter bei Fernando Pessoa.

Aber natürlich treffe ich dabei auf einen Text voll von depressiver Philosophie, „O eremita da serra negra“, hätte diesem Gedanken also vermutlich besser nicht folgen sollen. Viel zu deprimierend.

Dafür ist das Orgelkonzert sehr schön. Ich habe in der Sophienkathedrale keine Fotos gemacht, denn schon am vierten November werde ich noch einmal dort sein. An diesem Sonntag spielt ein Organist aus Deutschland zusammen mit seiner Frau, einer Sopranistin. Am Anfang bin ich etwas skeptisch, aber dann gefällt mir das Konzert immer besser. Zusammen tragen die beiden ein Magnifikat und zwei Gebete vor, und allein zeigt der Organist durch viele weitere Stücke zahlreiche unterschiedliche Klangfarben der Polozker Orgel. Ich bin verzaubert. Nach zwei Monaten ohne Live-Orgelmusik wäre ich wahrscheinlich schon von einem einfachen Gedackt begeistert, da sind die vielfältigen Farben in der Kathedrale schon fast zu viel, von den vielen sanften, dunklen oder hellen Flötenschattierungen über die Zungen und Streicher bis zum herrlichen Plenum. Der Organist spielt unheimlich gefühl- und effektvoll, ohne es zu übertreiben. Ich kann es kaum beschreiben (aber die Nicht-Organisten (also ungefähr alle meine Leser) werden sowieso nicht verstehen, was ich daran finde).

Nach dem Konzert kann ich kurz mit dem Organisten sprechen. Er wirkt etwas zerstreut, kann mir aber bestätigen, dass er bei der Fuge einen 32‘ Fuß (Untersatz) gezogen hat, was ich im Konzert schon vermutet hatte. Der klangliche Effekt war überwältigend. Außerdem erfahre ich, dass er schon zum dritten Mal in Polozk ist, direkt im Anschluss weiter nach Vilnius fährt und ich ihn vielleicht im kommenden Jahr in Deutschland hören kann.

Nach dem Konzert laufe ich durch die Stadt und verlaufe mich ein bisschen, bevor ich den Bahnhof finde. Immerhin regnet es nicht. Ich habe noch lange Wartezeit, bevor der Zug abfährt, der dann noch vier Stunden bis Orscha brauchen wird. Um viertel vor zwölf komme ich etwas frustriert in meiner Wohnung an, da die Fahrt doch sehr anstrengend geworden ist. Nebenbei habe ich die Ergebnisse der Hessenwahl mitbekommen, aber ich sage einfach mal nichts dazu. Es wird schon genug darüber geredet.

Am Bahnhof in Polozk wurde übrigens ein Mann, der neben mir auf einer Bank saß, von zwei der vielen Polizisten verhaftet, ohne dass er irgendetwas getan hätte. Ich verstehe diese Situation bis jetzt noch nicht und bin leicht geschockt.

In den Ferien habe ich für die Schule nicht übermäßig viel zu tun, was schon einmal gut ist. Am Wochenende wollen wir Freiwillige (vier von fünf) nach Witebsk und Polozk fahren, vielleicht kann ich auch noch Orscha zeigen. Ich kann nur hoffen, dass alles gut geht und nicht zu anstrengend wird.

So viel von mir, genug geschrieben für heute.

Zuletzt das Wetter: es ist kalt und nass bei durchgängig 3°C.

Liebe Grüße an alle,

Jonathan

P.S.: Für alle die es nicht mitbekommen haben: der Zeitunterschied nach Deutschland beträgt seit Sonntag 2 Stunden.