Woche 9 – Back to work

Zitat der Woche: „Das ist frech!“ (Luca)

Buna ziua!

Nachdem ich den letzten Eintrag ja zu spät gepostet habe, kommt dieser nun pünktlich wie die Maurer! Der Eintrag wird auch ein wenig kürzer, da  neben dem einem Tag weniger auch deutlich weniger los war!

Diese Auszeit konnte ich aber wirklich gebrauchen und so nahm ich mir den Dienstag frei, schlief ein wenig länger und machte nötige Besorgungen.  Wie inzwischen üblich ging ich also zu Kaufland, aus zeitlichen und finanziellen Gründen ist das mit Abstand der beste Laden für mich. Außerdem ist die Produktvielfalt wirklich super! Und nein, dieser Blog ist nicht von Kaufland gesponsert.

Auf den wirklich entspannten Dienstag folgte der ereignisreichste Tag der Woche. Es war ein dienstlicher Trip nach Fagaras geplant und so trafen Sophia (Zurück aus Bulgarien), Johanna und ich uns um 6:45 Uhr am Brasover Bahnhof, den ich in den letzten Wochen gut kennenlernen durfte! In der rumänischen Regionalbahn, der zweiten und langsameren  Zugklasse hier im Lande, fuhren wir dann zusammen in zwei Stunden ins 60 Kilometer entfernte Fagaras. Ob ihr mit Physik vertraut seid oder nicht, ihr könnt euch mit Sicherheit vorstellen wie langsam das war. Aber eben auch günstig.

Vor Ort angekommen besichtigten wir die Festung in der Mitte der Stadt, wir konnten aber leider nicht hineingehen, da Renovierungsarbeiten stattfanden. Auch die örtliche, orthodoxe Kathedrale besuchten wir. Da Fagaras ein wirklich kleiner Ort (ähnlich wie das Dorf Hennigsdorf) ist, war das auch alles gut erreichbar. Unser echtes Ziel war aber die evangelische Kirchengemeinde.

Die Festung in Fagaras

Die imposante Kathedrale

Dort empfing uns der sehr freundliche Paul, der durch das Institut für Auslandsbeziehungen (IfA) nach Rumänien entsandt wurde und zeigte uns alles erst einmal. Außerdem besprachen wir wichtige Infos bezüglich den sogenannten „Kinderspielstädten“, in welchen wir im Sommer helfen sollen. Eine Kinderspielstadt ist ein Projekt, bei welchem zwischen 50-100 Kinder unter Betreuung eine kleine, fiktive Stadt führen (von 10-16 Uhr zumindest), ein cooles Ferienlager. Wir als im Sommer unbeschäftigte kulturweit-Freiwillige passen da gut rein, besonders, da einige unserer Schüler wahrscheinlich als Betreuer arbeiten! Wir wurden auch tatsächlich dann auch zum Ort der Veranstaltung gefahren, ein Dorf namens „Bekokten“, wo die Spielstadt am Fuße der alten Kirchenburg stattfinden wird.

Ein Ferienlager am Fuße dieser Burg, das wird toll!

Gutes Essen gab es dann auch noch, netterweise für lau, und nachmittags halfen wir bei einer Synagogen-Führung in Fagaras. Es gab in gesamt Siebenbürgen nämlich vor der Nazi-Zeit, die auch hier ihre Auswirkungen hatte, eine große jüdische Minderheit. Heute ist die alte, aber gut erhaltende Synagoge leider außer Betrieb, da alle jüdischen Menschen Fagaras verlassen haben. Sie wird aber nun zu einem Kulturzentrum umgewandelt! Die Führung am Nachmittag galt praktisch als Auftakt für dieses Projekt und trotz der rumänischen Sprache während des Vortrages, konnte ich viel lernen! Ein tolles Erlebnis.

Die alte Synagoge…

…erkundet mit Helmen.

Nach einem langen Tag in Fagaras ging es dann vom örtlichen Bahnhof, an dem man einfach über die Schienen zum Zug läuft, zurück nach Brasov. Erschöpft fiel ich ins Bett, bereit aber für den Beginn der letzten Schulperiode vor den Sommerferien in sieben Wochen!

Der kleine Bahnhof, ohne wirklich sicheren Schienenübergang

Der Schulstart prägte dann die nächsten beiden Tage, das Arbeitspensum fuhr wieder hoch. Ich bin darüber aber eigentlich ganz glücklich, es hält einen ja auch auf Trab, mal ein wenig was zu tun zu haben. In diesen beiden Tagen erstellte ich einen Instagram-Channel für die Honterusschule (@cn_johanneshonterus) und startete mit ein paar Neuntklässlern ein Projekt über Tourismus in Brasov, bei welchem hoffentlich ein gutes Video entstehen wird.

Am Freitag gab es dann direkt zwei Highlights. Ein großer Grund zur Freude bestand darin, dass die Bars und Restaurants für Geimpfte (zu welchen ich zu diesem Zeitpunkt zählen werde) ab dem 01.06.2021 in Brasov geöffnet werden. Das werde ich dann – natürlich in Maßen 😉 – ausnutzen. Ich habe echt das Gefühl, dass der Sommer langsam kommt, ich freue mich wirklich auf meine Lieblingsjahreszeit. Highlight Nummer zwei entstand dadurch, dass Sophia und ich uns entschieden den Hausberg von Brasov, die Zinne, hoch zu joggen. Als wir nach 23 Minuten Serpentinen-Lauf oben ankamen, waren wir dann wirklich stolz auf uns. Diese Leistung werden wir denke ich mal in den nächsten Monaten noch öfter wiederholen!

Am Wochenende lies ich ein wenig die Seele baumeln und erledigte ein paar fällige Aufgaben. Über meine alte Freundin Emily hatte ich am Samstag Nachmittag Zugang zu einem gratis Coaching, welches ich gerne mitnahm. Mit Coach Mark sprach ich also über die fünf Säulen der Identität (Körper, Soziales, Karriere, Finanzen und Werte), definierte diese für mich und erstellte ein persönliches Ranking dieser Säulen! Diese Aktivität kann ich jedem empfehlen, es ist wirklich interessant, mal in sich zu gehen und über eigene Werte und Ziele nachzudenken.

Am heutigen Sonntag gab es ein Pancake-Frühstück bei Johanna und Sofia und ich konnte auf dem Rückweg beobachten, dass die gesamte Innenstadt mit meist maskenlosen Menschen gefüllt war. Zugegeben das Wetter ist heute wirklich schön, doch das war schon erschreckend. Die Inzidenz hier in Brasov liegt bei 144 auf 100.000 Einwohner, Tendenz sinkend, doch aufgrund fehlender Testmöglichkeiten und einem eher legeren Umgang mit dem Virus im gesellschaftlichen Raum vertraue ich diesen Zahlen eher weniger, sie entsprechen einfach nicht meinen Beobachtungen… wie oben sichtbar wird trotzdem munter gelockert.

Die wirklich volle Innenstadt 🙁

Naja, nachdem ich meiner Mutter natürlich zum Muttertag gratuliert habe, sitze ich jetzt hier und warte auf das Formel 1-Rennen. In der nächsten Woche könnte vielleicht ein Kurztrip anstehen – lasst euch dahingehend überraschen – und schulisch ist doch einiges geplant, das wird lustig :).

Bis dahin hoffe ich, dass euch dieser Eintrag gefallen hat. Folgt mir gerne auf Instagram (@luca_ccr3) und bleibt weiterhin gesund! Dieser etwas weniger lange Eintrag war hoffentlich eine Abwechslung zu den Romanen der letzten Wochen!

Grüße an alle,

Luca

 

Woche 8 – Das Donau Delta

Zitat der Woche: „Lieber fünf Mal nachgefragt als einmal nachgedacht!“ (Unknown)

Hallöchen!

Erstmal tut es mir sehr Leid, dass ich diesen Eintrag einen Tag zu spät hochgeladen habe, es ist wirklich viel passiert und das gesammelte Material legitimiert die Verspätung. Ich hoffe ihr seht das auch so!

Auf in die Woche. Da wir die Vorwoche der orthodoxen Ostern hatten, gab es nicht wirklich etwas zu tun. Ich besorgte mir endlich einen Topf und klärte auf der Arbeit meine nächsten Aufgaben ab, die sich stark im Bereich von Social Media abspielen werden, nächste Woche wird es da einen stärkeren Input geben! Ich muss auch generell hier einmal sagen, dass sich meine Tätigkeit hier vielseitig über das Deutsch sprechen im Unterricht hinaus entfaltet! Ich mache auch echt viel für die Schule und, das denke ich zumindest, helfe eben viel beim drumherum!

Bis Donnerstag-Abend geschah ansonsten echt nicht viel, ich nutzte die Zeit für Sport und um ein wenig runter zu kommen. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag begann die inhaltliche Füllung der Woche. Das Unwichtigste kam zuerst, der NFL-Draft. Ich blieb gekonnt bis drei Uhr nachts wach, um diesen inoffiziellen Start in die kommende NFL-Spielzeit zumindest teilweise mitverfolgen zu können. Ja, ich bin halt immer noch ein absoluter Football-Freak!

Nach einer Stunde Schlaf stand ich dann um 5:45 Uhr wieder auf und machte mich fertig. „Warum machst du das?!“, fragen sich nun bestimmt Einige von euch. Keine Sorge, genau wegen solcher Fragen schreibe ich ja Blog. Um sieben Uhr ging der angepeilte Bus, der uns zum Bukarester Flughafen brachte, von wo aus ich nach Dubai fliegen würde. Okay nein, ich weiß es war nicht so lustig. Vom Flughafen sollte es mit einem weiteren Bus in Richtung Tulcea, der Stadt, von welcher aus das Donau-Delta bereist werden konnte. Das war nämlich mein Reiseziel für die nächsten Tage.

Um 6:45 Uhr traf ich mich also am Brasover Bahnhof mit Joena (einer Freiwilligen aus Deva), um mit ihr den Kleinbus zum Flughafen zu besteigen! Wir kannten uns vorher nicht und das machte die doch eher lange Fahrt trotz aller Müdigkeit zu einer Fahrt mit vielen interessanten Gesprächsthemen! Der Bus war glücklicherweise eher wenig gefüllt, weshalb uns die Rückbank gehörte. Leider mussten wir nach einer entspannten Wartezeit am Flughafen feststellen, dass dies beim zweiten Kleinbus, welcher auch noch länger fuhr, nicht der Fall war. Dieser war voll und ich war sehr glücklich neben meiner FFP2-Maske meine Impfung bereits zu haben.

Nach einer coolen, aber auch teuren und übermüdeten Anreise, checkten wir in unserer Pension ein, kauften ein paar Dinge und warteten auf die anderen Freiwilligen, die bald eintreffen würden. Ich bezog ein Zimmer mit einem 1,20 m-Bett nur für mich, was im Gegensatz zu meiner harten 80 cm Matratze im Wohnheim wirklich befreiend wirkte. Abends trafen dann auch Nicole, Klara, Samuel und Henning, Freiwillige aus Oradea und Sebes, ein, wir aßen zu Abend, ich lernte sie alle kennen und wir besprachen den Plan bzw. die Ziele für die Tage.

Die gesamte Planung in diesem Urlaub zeigte mir generell mal wieder, dass der Schlüssel zu einem entspannten Leben in Rumänien Spontanität mit sich brachte. Beide unserer Touren wurden nämlich ungefähr 2-3 Stunden vor Abfahrt gefunden und gebucht.

Wir wussten also am Samstag Morgen zwar, dass wir nach Sulina, die östlichste Stadt des EU-Festlandes und Stadt am Schwarzen Meer/Ende der Donau, wollten, aber noch nicht wie. Wir fanden zum Glück ein Wassertaxi, dass uns dann mittags nach Sulina brachte. Vormittags besuchten wir noch das Donau-Delta-Museum, in dem wir neben interessanten Informationen über dieses riesige Naturschutz-Gebiet auch Nemo und Dorie sahen, das war lustig.

Die Stars aus „Findet Nemo“ und „Findet Dorie“

In Sulina angekommen betrachteten wir ein wenig die Hafenpromenade und die Innenstadt. In Sulina herrscht 40% Arbeitslosigkeit, was sehr schade ist, da wir alle dachten, dass man mit ein wenig Geld aus Sulina eine super Touristen-Stadt machen könnte. Wir pilgerten natürlich auch zum Strand, an dem ich das erste Mal in meines Lebens meine Füße ins schwarze Meer hielt. Im Sommer werde ich das auf jeden Fall auch machen, dann aber in Konstanz. Wir mussten nach einem schnellen Gruppenfoto zwar zurück hetzen, um unser Boot nicht zu verpassen, doch der Strandbesuch war es wert.

Der Strand des schwarzen Meers, mit Schirm und der rumänischen Version von Flensburger

Das Bild ist kurz vor dem Aufbruch entstanden, weshalb ich leider als einziger Schuhe trage. Von links an haben wir Henning, Klara, Joena, mich, Samuel und Nicole. Eine super Gruppe!

Am Abend gingen wir dann erstmal irgendein offenes Lebensmittelgeschäft suchen. Aufgrund des stattfindenden, orthodoxen Osterfest, war nämlich Samstag-Abend und Sonntag fast alles geschlossen. Zum Glück fanden wir dann einen offenbar unorthodoxen Gemischteren-Laden, in welchem wir uns nochmals eindeckten. Zurück gekommen lernten wir dann den Leiter der Pension kennen. Die Organisation lag zwar bei seiner Familie, die im gleichen Haus wohnten, aber er leitete alles andere. Er ging mit uns in eine Bar am Hafen. Ich war erstaunt, dass Bars für Außenbetrieb geöffnet waren, hielt mich aber zurück. Radu ist ein Opernsänger in Bukarest und wirkt wie ein klarer Freigeist. Er hat uns aber sehr gut behandelt und uns echt gerade bezüglich der Erkundung des Deltas sehr geholfen.

Dies war nämlich am nächsten Tag, meinem letzten Tag, der Plan. Um 8:30 wussten wir nur noch nicht, wie genau wir ins Delta, also die vielen Nebenflüsse, die vom großen Arm von Sulina abgingen, kommen sollten. Zum Glück fand Radu jemanden der uns mit seinem überdachten, aber nicht windgeschützten Boot kutschieren würde. Die Kleinboote in dieser Gegend fahren echt ziemlich schnell und der Wind kann auch mal schnell kalten werden. Um zehn Uhr machten wir uns also auf die Reise. Vorweg gesagt, das Delta ist riesig und voll mit verschiedensten Tier- und Vogelarten. In einer Fünf-Stunden-Tour wie der Unseren war es nicht möglich alles zu erkunden. Das hätte Tage gebraucht. Wir fuhren trotzdem über die engen Kanäle und riesige Seen nach Mila 23 und zurück.

Mila 23 ist ein Fischerdorf mitten im Delta, in welchem das Leben auf Familie, Gott und der Fischerei beruht. Unterwegs sahen wir unberührte Natur, abgeschottete, aber bewohnte Fischerhäuser und stellenweise auch tollten Vögel. Diese waren aber generell nicht so präsent, da Brutzeit ist. Dieser Trip hat mich mit wirklich vielen interessanten Gedanken und Eindrücken bereichert und er war das Geld zu 100% wert. Ich würde jedem, wirklich jedem, der einmal die Möglichkeit hat, ein Trip ins Delta hinein empfehlen. Natürlich präsentiere ich Bilder, doch man sollte das Delta selbst gesehen haben! Wir sahen auf dem Rückweg sogar Wildpferde!

Radu, Joena und ich machen faxen auf dem Kleinboot.

Einer der vielen, hunderten Kanäle im Delta

Pure Natur, wirklich wunderschön

Das Donaudelta wurde schon in der Bronzezeit von Menschen besiedelt, aber die meisten Populationen bewegen sich bis heute nur am Rande. Natürlich ist Fischerei das mit Abstand größte Geschäft in diesem Teil Rumäniens, was sich zum Beispiel dadurch zeigt, dass schon bei Einfahrt in den Landteil Tulcea, 50 Kilometer vom Delta entfernt, Händler mit Fischen aus dem Delta auf dich warten! Das Delta ist wirklich wunderschön, birgt aber für unerfahrene Menschen auch große Gefahren! Ich bin wirklich fasziniert von diesem Spektakel.

Zurück im sicheren und heißen Tulcea (27 Grad Celsius) aßen wir dann natürlich Fisch und begaben uns dann an einen idyllischen kleinen See in der Nähe des Hafens, wo wir uns dann verdienter Maßen im Schatten ausruhten. Meine Reise (die Anderen blieben einen Tag länger, aber ich musste zurück) ließen wir dann mit Snacks und Spielen ausklingen. Wir unterhielten uns zudem darüber, wie schnell man doch zusammenwächst, wenn man als Gruppe ein so tolle Zeit verbringt!

Das ist wirklich so ein kulturweit-Erlebnis. Ich gehe mit Mensch auf Reisen, die ich davor noch nie kennengelernt habe, und kann sie drei Tage später als Freunde bezeichnen! Am Montag morgen, als ich in aller Frühe aufstand, um mich von Ihnen zu verabschieden, hatte ich nicht das Gefühl diese fünf Menschen erst am Freitag kennengelernt zu haben. Ich bin wirklich froh diesen Trip spontan angetreten zu haben und dankbar in einer so coole Truppe aufgenommen worden zu sein! Cheers oder auf Rumänisch „Noroc“!

Die Anderen machten sich noch auf eine weitere Tour auf, während ich mich wieder schlafen legte. Mittags machte ich mich dann nach einem schönen Frühstück mit klassisch rumänischen Süßbrot auf den Weg nach Brasov. Ich wurde von Radu mit nach Bukarest genommen, von wo ich praktischerweise stündlich verkehrende Züge nach Brasov nehmen konnte. Die Autofahrt war wirklich cool und gefüllt von musikalischen Fakten, denn Radu hat Musik studiert! Auf diese Weise musste ich auch nur den Zug nach Brasov bezahlen, was mir wirklich Einiges an Kosten ersparte. Ich weiß, du liest das hier nicht, aber Danke, Radu!

Jetzt sitze ich gerade im Zug nach Brasov, wo dann ab morgen der Alltag wieder beginnt. Ich bin gefüllt mit positiven und spannenden  Eindrücken und froh über fünf neue Freunde, die ich auf jeden Fall wiedersehen will! Nur leider ruft jetzt erstmal die Arbeit, da die Ferien enden und der Unterricht wieder anläuft!

Nächste Woche werde ich eine kleine dienstliche Tages-Reise unternehmen und am Mittwoch startet zudem ein neues Kleinprojekt mit Neunt-Klässlern meinerseits. Das wird bestimmt spannend.

Ab nächster Woche werden die Einträge auch erstmal wieder kürzer, ich hoffe euch hat dieser wirklich lange Bericht trotzdem gefallen! Ich grüße nochmal ganz herzlich Henning, Joena, Klara, Nicole und Samuel! Folgt mir gerne auf Instagram (@luca_ccr3) und bleibt gespannt auf die Berichte der nächsten Woche! Nachträglich wünsche ich frohe orthodoxe Ostern aus dem immer wärmer werdenden Rumänien! Bis Sonntag!

Luca

P.S. Glückwunsch an Trevor Lawrence, der an der ersten Stelle ausgewählte Spieler im NFL Kraft 😉

Woche 7 – „German Shop“ und Hermannstadt

Zitat der Woche:  „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir nicht ganz sicher.“ (Albert Einstein)

Konnichi Wa!

Während das Wetter hier in Brasov immer wärmer wurde, war diese Woche vollgepackt mit neuen Entdeckungen und Erlebnissen. Arbeitstechnisch war diese Woche sehr entspannt (Unterricht am Montag, Dienstag, Mittwoch Vormittag) und ich konnte meinen Fokus auf andere Aktivitäten setzen und eine coole Zeit mit den Freiwilligen aus Radauti und Iasi verbringen.

Wir aßen zum Beispiel fast jeden Abend etwas zusammen und quatschten über verschiedenste Themen. Dadurch, dass wir alle von kulturweit entsandt sind ist es auch verhältnismäßig einfach ein Gespräch aufzubauen und zu führen. Wir sitzen ja praktisch alle in einem Boot! In der Zeit, in der die Freiwilligen aus Iasi da waren, hatte ich sogar einen Mitbewohner in meinem kleinen Wohnheim-Zimmer. Es war zwar irgendwie echt cool, aber (und jetzt kein Front an Jakob) ich präferiere dann doch lieber ein eigenes Zimmer!

An einem Nachmittag besuchten wir zusammen dann auch mal die „Schwarze Kirche“, das Wahrzeichen Brasovs. Ich bin davor leider nie dazu gekommen, diese von innen zu besichtigen – obwohl sie doch direkt neben meiner Schule liegt. Mit Gratis-Tickets (wir sagten an der Kasse wir wären Teil der Honterus-Schule, was wir ja auch irgendwie sind) haben wir dann also die größte gotische Hallenkirche Südosteuropas betreten. Ich präsentiere euch in diesem Eintrag auch ein paar, rare Bilder, Fotos machen war offiziell nämlich untersagt. In der heute evangelischen Kirche waren interessanterweise auch viele verzierte Teppiche aus dem Orient ausgestellt. Wir haben vermutet, dass diese etwas mit der historischen Besiedlung Rumäniens durch die Osmanen zu tun hatten, aber wir konnten diese Information leider nirgends finden. Ein wenig nervig war leider auch, dass der Wachmann uns auf Schritt und Tritt folgte. Das erschwerte das Fotos machen abermals!

Orientalische Teppiche in den Gängen der Kirche!

Die größte gotische Hallenkirche Südosteuropas, prächtig!

Neben diesem imposanten Erlebnis war, als die Freiwilligen nacheinander abgereist waren (Gruß an Marie, Marie und Jakob), in der zweiten Hälfte der Woche ein Kurztrip nach Sibiu aka Hermannstadt geplant. Da Sophia momentan in Bulgarien ist, war ich nur mit Johanna unterwegs, was aber kein Problem war. Da wir planten bei einer Bekannten Johannas unterzukommen wollten wir im Voraus ein paar „deutsche Geschenke“ besorgen, als Zeichen der Dankbarkeit. Dieser Plan führt dann zu einem der lustigsten Ereignisse der Woche.

Es gibt offensichtlich in Brasov bzw. generell in Rumänien sogenannte German-Shops. Das sind kleine Läden, die nur aus Deutschland importierte Produkte verkaufen. Was für uns Deutsche die allseits bekannten „Asia-Shops“ sind, sind für Rumänen offenbar diese „100% Germania“-Geschäfte. Ich besuchte also einen dieser Läden und war wirklich erstaunt, was ich wiedererkannte. Von Gewürzgurken, über Spargel im Glas, bis hin zu Leibniz-Butterkeksen gab es ein breites Sortiment verschiedenster Waren und das Alles sogar in deutscher Sprache. Nur leider konnte die Verkäuferin kein Deutsch und schüttelte nur verdutzt den Kopf als ich sie in bestem Englisch fragte, ob sie denn Deutsch spräche. Naja auch kein Problem. Positiv überrascht von diesem für einen Deutschen doch sehr ungewöhnlichem Erlebnis verließ ich dann den Laden!

100% Germania, echt lustig!

Am Donnerstag Mittag ging es dann los in Richtung Hermannstadt. In einem für rumänsiche Verhältnisse schnellem Zug fuhren Johanna und ich gen Westen. Zum Vergleich, der Zug kam bezüglich Aussehens knapp an den deutschen Intercity (IC) ran, wobei der IC doch deutlich schneller fährt. Wir schlichen und ruckelten also in einem Waggon der 2. Klasse, in dem es nur 4er-Sitzplätze gab, durch die Landschaft Transsilvaniens. Naja, dafür hat das Ticket auch nur 10 Euro gekostet.

Nach drei Stunden Fahrt für eine Strecke von 150 km (und das war schon der Schnellzug), hielt dann der Zug am Hauptbahnhof von Sibiu, wo uns Johannas Bekannte schon erwartete! Wir fuhren nicht in die Stadt, denn der Plan ja war bei ihr (sie wohnt auf einem alten sächsischen Dorf) zu schlafen, was uns einige Kosten ersparte! Im bald 600 Jahren alten Dorf Rusi oder auf Deutsch Reussen ist alles sehr ländlich gehalten und die Luft war eine positive Abwechslung zur Stadtluft von Brasov, obwohl diese aufgrund der Höhe auch schon nicht schlecht ist.  Wir erkundeten noch die Gegend (darunter einen schiefen Kirchturm aus dem 18. Jahrhundert) und aßen traditionell Rumänisch zu Abend, es gab eine Fleisch-Reis Mischung in Kohl eingewickelt mit Schmand dazu, genannt Sarmale. Gewöhnungsbedürftig, aber mit dem rumänischen Ursus-Bier (meine persönliche Empfehlung) im Nachgang ging’s. Am zweiten Abend gab es klassisches rumänisches Grill-Gut, also primär Fleisch, und wir unterhielten uns echt gut und lange. Die rumänische Gastfreundschaft hat mich wirklich überzeugt, sie kommt fast an die Italienische ran. Auch interessant war die einfache und konservative Weise zu leben. Die Familie erwirtschaftet sich vieles selbst, das Dorf ist die Community und oft wird noch mit einem großen Ofen geheizt. Es ist aber trotzdem klar, dass der Mann das Oberhaupt ist und stellenweise hatte ich das Gefühl, als Mann ein wenig ernster genommen zu werden.

Die Sitze im Zug

Abendlicht im Dorf

Die transsilvanische Landschaft

Schon ziemlich schwer dieser Turm, zum Glück mache ich Sport

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Natürlich widmeten wir uns auch unserem Hauptziel, der ehemaligen Kulturhauptstadt Europas (2007). Sibiu, dessen Beiname Hermannstadt auch auf die Siebenbürger Sachsen zurückgeht, wird oft als die schönste Stadt Rumäniens gehandelt. Ich kann das echt verstehen. Der Flair der Stadt mischt sich aus rumänischen, deutschen und italienischen Einflüssen und in der Altstadt spielt an jeder Ecke wunderschöne Musik. Bei bestem Wetter erkundeten wir die 150.000 Einwohner Stadt und wir wurden wirklich nicht enttäuscht. Am schönsten fand ich den alten Hauptplatz beim imposanten Rathaus, aber die gesamte Altstadt lohnt sich für einen Tagesausflug! Ich würde das besichtigen von Sibiu jedem empfehlen:). Generell habe ich die Mischung aus rumänischem Dorfleben und Sibiu als wirklich prägend empfunden, der Trip brachte wirklich eine Fülle von Eindrücken mit sich! Ich fühle mich als hätte ich Rumänien nochmal neu kennengelernt und generell fühle ich mich, trotz seltenem Heimweh, hier inzwischen sehr wohl!

Der wunderschöne Marktplatz Sibius

Nach einer ebenso langen Rückfahrt nahm ich mir dann heute (Sonntag) mal ein wenig Ruhe. Ich kaufte ein, schrieb Blog und lebte in den Tag hinein. Nächste Woche wird ziemlich entspannt, ich habe mir trotzdem ein bis zwei Beschäftigungsmöglichkeiten herausgesucht und am Wochenende geht es vielleicht ins Donaudelta, bleibt gespannt!

Wie jede Woche bedanke ich mich bei jedem Leser, der es durch diesen etwas längeren Eintrag mit mehreren Fotos geschafft hat, ich hoffe euch wurde nicht langweilig! Folgt mir ansonsten gerne auf Instagram (@luca_ccr3) und ich freue mich auf nächste Woche!

Liebe Grüße!

Luca

Woche 6 – Produktivität und Projektwoche

Zitat der Woche:  „Die global größte Spaltung verläuft (…) nicht zwischen Ost und West oder Nord und Süd, sondern zwischen Jung und Alt.“ (Parag Khanna in seinem genialen Buch „Move – Das Zeitalter der Migration“)

Salve!

Das war echt eine anstrengende Woche! Ich habe die Motivation der letzten Woche direkt mitgenommen und meine Produktivität stark erhöht.

Grundsätzlich muss ich erstmal sagen, dass es echt gewöhnungsbedürftig ist, aus einem mal dann und mal dann schlafen gehen zu einem pünktlichen Einschlafen und Aufwachen zu wechseln. Aber nach ungefähr fünf Tagen, also am Freitag hatte ich mich halbwegs daran gewöhnt. Die Morgenroutine sorgt zusätzlich dafür, dass ich morgens direkt fitter bin und der Tag direkt mit guten Emotionen startet.

Und so startete auch meine Woche. Ich möchte nicht zu sehr auf das Projekt zur politischen Bildung, welches ich diese Woche leitete, eingehen, aber grob lässt sich sagen, dass alles gut verlaufen ist, obwohl ich an manchen Stellen doch spontan umplanen musste. Beispielsweise hatte ich statt angekündigten zwei Schülern leider nur eine Schülerin, die dafür sehr engagiert war! Aufgrund dieser Tatsache musste ich mein Projekt zwar umstrukturieren, aber das war okay für mich. Im Zuge der Projektwoche interviewte meine Schülerin sogar unter meiner Anleitung einen rumänischen Parlamentarier (Name: Thomas Sindilariu), ein echt aufregendes Event. Da mich das Projekt immer den Vormittag kostete, musste ich nach der Mittagspause dann immer noch fälligen Aufgaben erledigen, was dann auch den Nachmittag kostete. Diese Aktivitäten beschreiben wohl am besten, wie meine Woche dann aussah!

Wenigstens waren die Nachmittagsaktivitäten deutlich vielfältiger als das Projekt am Vormittag. Von der Reisekosten-Abrechnung für die Hinfahrt nach Rumänien (solch ein Papierstress!) bis zum Aufräumen in der Mesota-Schule mit Sophia (einer Aktivität, bei welcher uns der Hausmeister fast rauswarf, weil er nicht mitbekam, dass wir für die Schule arbeiteten) war alles dabei. Im Laufe der Woche bemerkte ich dann auch, dass mein bester Kumpel Basti in weniger als vier Wochen schon hier auf der Matte stehen würde, was mich fast genauso motivierte wie der Fakt, dass ich mein Zuhause und somit auch Jannine in weniger als fünf Wochen wiedersehen würde. Ja, ich vermisse es natürlich weiterhin!

Wenn der anstrengende Tag dann vorbei war, telefonierte ich natürlich wie immer mit Jannine, aber auch mal mit Basti und Emily. Einmal spielte ich sogar eine Runde skribbl.io (ein Online-Zeichen-Spiel) mit Jannine, Basti und meinem Kumpel Jordan. Das war alles sehr schön und versüßte mir jeden öden Lockdown-Abend. Zudem startete ich ein neues Buch, nachdem ich Anfang der Woche „Das Harvard-Konzept“ (sehr zu empfehlen) beendete. „Move“ von Parag Khanna ist ein wirklich tolles Buch und ich bin mir nach 100 Seiten schon sicher, dass es eines der besten Bücher ist, das ich je gelesen habe! Kauft es euch, es lohnt sich.

Ein großes Highlight der Woche war dann aber am Samstag, wo ich mir nach langem Hin und Her endlich eine Kochplatte zulegte! Direkt am Abend, wusste ich dass es sich gelohnt hatte, nachdem ich mir ein leckeres Spiegelei mit Speckwürfeln gebraten hatte! Allein das war es wirklich wert!

Nachdem ich am Sonntag ein wenig länger schlief, kaufte ich noch ein wenig ein und dann kam es zu einem weiteren Highlight der Woche. Es waren weitere Kulturweit-Freiwillige aus Iasi und Radauz nach Brasov gekommen, mit welchen Johanna und ich uns am Abend trafen und eine tolle Zeit verbrachten! Es war echt angenehm andere Freiwillige kennenzulernen und einer von diesem schlief am Abend dann auch bei mir im Wohnheim! Marie, Jakob und Marie sind echt nette Menschen und es macht Spaß mit diesem Zeit zu verbringen. Der Sonntag war auch aufgrund des standardmäßigen Alkoholkonsums echt cool und ich hatte echt Spaß. Trotzdem falle ich jetzt gleich echt erschöpft, aber mit Lust auf die nächste Woche, ins Bett!

Zum Glück steht nächste Woche echt nicht so viel an, was mir und Johanna (Sophia ist gerade in Bulgarien) Kapazitäten für Ausflüge gewährt. Ich glaube nächsten Sonntag werde ich ein wenig mehr berichten zu haben! Freut euch schonmal drauf!

Da dieser Eintrag eher Last-Minute geschrieben wurde, hoffe ich trotzdem, dass er euch gefallen hat und ich verspreche, dass es nächste Woche besser werden wird. Folgt mir gerne auf Instagram (luca_ccr3) und ich danke euch fürs Lesen. Bis nächste Woche und ich hoffe allen geht es gut!

Luca!

Woche 5 – Mit Elan in die nächste Woche

Zitat der Woche:  „Seek discomfort!“ (Yes-Theory)

Ciao!

Was für eine entspannte und positive Woche! Ich habe echt persönliche Fortschritte gemacht und bin bereit euch davon zu berichten!

Wie angekündigt machte ich die Hälfte der Woche echt gar nichts für die Arbeit. Ich machte Spaziergänge, verbrachte Zeit mit Jannine und lebte einfach mal in den Tag rein. An einigen Punkten ging ich aber auch in mich und überlegte mir, wie ich mein Leben verbessern könnte. Ich erinnerte mich zurück an den ersten Lockdown, die Phase meiner Abiturvorbereitung. Ich konzentriere mich in dieser Zeit wirklich nur auf meine wichtigen Dinge: Freunde, Familie, Arbeit (Lernen fürs Abi). Ich fragte mich, wie ich das erreicht hatte und schnell kristallisierten sich drei Komponenten des damaligen Tages heraus, die ich leider wieder verloren habe. Das waren geregelt Schlafenszeiten, eine feste Morgenroutine und jeden Tag Sport. Und Zack war es mir klar, ich brauche wieder so etwas, um meine Leistung und Lebensqualität zu verbessern. Die ersten Wochen in Rumänien waren echt nicht so einfach gewesen und ich hatte mich auch ein wenig schleifen lassen. Doch nach dieser Ostererkenntnis bin ich nun voll neuer Kraft und Motivation diese einmonatigen „Lockdown-Ferien“ mit weniger Arbeit zu nutzen, um mich persönlich zu verbessern.

Als ich dann am Donnerstag langsam aus meiner Osterruhe aufwachte, begann ich erstmal mit Hilfe von Jannine, diese Erkenntnisse in die Tat umzusetzen. Ich werde euch nicht mit Einzelheiten quälen, aber das hat sehr gut geklappt. Natürlich fiel GNTM nicht flach. Positiv gestimmt ging ich dann in den Freitag, wo ich anfing meine Projektwoche in der nächsten Woche zum Thema Politikunterricht in Deutschland zu planen und fertig zu machen. Außerdem verfeinerte ich die „Optimierungen“ des Vortages. Mit den Ergebnissen, die ich am Samstag dann fertigstellte, bin ich sehr zufrieden. Ich hoffe, die Schüler sind da auch. Ich bin ein wenig aufgeregt.

Der Sonntag stand dann im Licht von unerledigten privaten Dingen. Ich arbeitete einen kleinen gebildeten Stapel aus Bons und anderen Dokumenten ab. Das Highlight des Wochenendes war aber, dass sich mein bester Kumpel Basti dafür entschied in der Woche, bevor ich Deutschland über Pfingsten besuchen würde, nach Rumänien zu kommen. Was eine tolle Entwicklung! Ich bin echt gehyped, nur noch 5 Wochen.

Apropos Wochen. Ich bin jetzt schon vier Wochen hier. In der kommenden Woche bin ich tatsächlich schon einen Monat hier! Insgesamt sind es ja nur fünf Stück! Ich habe jetzt schon 1/5 der Zeit hinter mir und ich freue mich jetzt schon, was ich hier alles erleben werde! Aus diesem Anlass möchte ich eine kleine Bilanz präsentieren:

Ich bin froh hierher gekommen zu sein. Carol, Johanna und Sophia sind coole Menschen, mit denen man gut Zeit verbringen kann! Kein Tag ist wie der Andere und ich weiß, dass sich das trotz Routinen nicht ändern wird und das freut mich! Natürlich vermisse ich mein zu Hause und meine Freunde. Ich war noch nie so lange davon weg! Und natürlich vermisse ich Jannine trotz Fernbeziehungserfahrung! Was mir auch fehlt ist Club Mate! Wenn mir jemand ein paar Flaschen schicken will, dann bitte an folgende Adresse: „Strada Memorandului 43, Căminul 10, Ap.24, 500045 Brașov, Romania“ mit meiner Telefonnummer auf dem Paket, das ist sehr wichtig. Und alleine der Geldaspekt überrascht mich tagtäglich aufs Neue!

Eine lustige Sache will ich noch erwähnen. Ich bin momentan ja in einem Studentenwohnheim untergebracht und wir haben eine Wohnheimsgruppe auf WhatsApp! Dort wird sich wirklich zu jeder Kleinigkeit der Administration auf Deutsch und Semi-Gutem Englisch von jedem geäußert! Es ist echt lustig, aber zeitweise auch echt anstrengend. Studenten halt!

So, diese Woche gab es wieder eher wenig zu berichten, ich hoffe ich konnte euch trotzdem ein wenig begeistern und euch eine tolle Zeit bereiten! Nach bereits fünf oder sechs Einträgen, bin ich froh immer wieder Komplimente und regelmäßiges Lesen bestätigt bekomme! Danke an jeden Leser.

Nächste Woche wird dann wieder ein wenig interessanter. Folgt mir bis dahin gerne auf Instagram (@luca_ccr3) und genießt eure Woche! Bis nächste Woche und beste Grüße wünscht

ein positiv gestimmter Luca

PS: Wer das Schulvideo von mir angucken möchte und so einen Überblick meiner Arbeitsschule zu bekommen, der sucht auf YouTube „Colegiul National Johannes Honterus“ und durchstöbert den Kanal oder geht auf diesen Link: https://www.youtube.com/watch?v=qokI6id3INk

Woche 4 – Osterstimmung in Pilgerstätten

Zitat der Woche: „Passiert den Besten!“ (Unknown)

Hello!

Eine weitere Woche ist vergangen und pünktlich wie immer kommt mein Wochenbericht für euch! Bevor am Gründonnerstag die Ferien begannen, gab es viel zu tun.

Montag früh begann mein Tag mit einer entspannten Unterrichtsstunde in einer 9. Klasse. Der Plan für den Tag war aber, ein wenig Arbeit außerhalb des Unterrichts zu erledigen. So bewegte ich mich nach dem Unterricht zur Mesota-Schule, um dort mit Sophia und unserer betreuenden Lehrkraft den Plan für den Ferien-Monat zu besprechen. Wir werden ein bis zwei kleine Unterrichtseinheiten halten und in der Schule beim Aufräumen helfen, aber das ist alles nicht wirklich viel! Als wir die Mesota verlassen hatten, bewegten wir uns dann zu Johanna und Sophia nach Hause, wo ich mit Johanna ein Video-Projekt startete. Der Auftrag kam von der Schulleitung der Honterus-Schule. Wir sollten ein kurzes Präsentationsvideo der Schule erstellen. Wir hatten schon eine Fülle von Materialien aus vorherigen Videos und Projekten und deshalb verbrachten wir den Rest des Nachmittags damit, dieses zu sichten und zu sortieren. Dabei entdeckte ich zufällig eines meiner neuen Lieblingsrestaurants. Es heißt „Street Food Lab“ und verkauft echt gute Burger und Sandwiches. Abends erstellte ich dann noch ein fälliges Poster für eine sechste Klasse und ging echt ermüdet schlafen.

Nachdem ich am Dienstag meine erste Stunde aufgrund von Internet-Problemen verpasste, hielt ich dann noch die zweite Stunde (es ging rund um Ostern) und bewegte mich wieder zu Johanna und Sophia. Erstere hatte an diesem Tag ihre zweite Covid-Impfung und wir fuhren dafür zu viert (Carol, Johanna, Sophia und ich) in eine zwei Stunden entfernte Stadt (wieder sehr ungarisch geprägt). Neben der Impfung erledigten wir interessanterweise etwas, was nicht wirklich auf dem Plan stand. Wir besuchten einen der vielen katholischen Pilgerort Europas. Dies war eine Kirche, in welcher die heilige Statue der Jungfrau Maria nach einem Angriff der Osmanen, Blut zu weinen, begann. Ich habe somit neben dem Petersdom/platz schon den zweiten von neunzehn Pilgerorten der Katholiken in Europa abgearbeitet, als Protestant. Nach einem langen Tag fuhren wir danach aber auch bald wieder nach Hause. Der Ausflug war sehr witzig und Carols Dackel Papi hat ihn nur noch verbessert.

Der vorletzte Schultag vor den Ferien verging ziemlich schnell und den Nachmittag hatte ich mir dann für mich genommen. Ich wusch noch ein wenig Wäsche, aß lecker und machte meine tägliche Portion Sport. Abends war ich dann noch bei den Mädchen und wir kochten scharfes Curry, was selbst mir den Mund verbrannte. Wer mich kennt weiß, wie sehr ich scharfes Essen liebe!

Nachdem ich dann am Gründonnerstag meinen Vormittagsunterricht beendet hatte, begannen dann für mich die Oster/ersten Ferientage. Trotzdem stellte ich noch das Video in einer Arbeitssession am Nachmittag fertig, da ich es einfach hinter mir haben wollte. Das Ergebnis stellt zufrieden. Ich telefonierte am restlichen Tag noch mit meinem besten Kumpel Basti und schaute abends traditionell mit Jannine GNTM.

Die letzten Tage lassen sich nun ganz kurz und schnell zusammenfassen. Sie waren sehr ruhig. Ich verbrachte mit Personen meiner Wahl Zeit und nahm mir auch Zeit für mich. Es sind wirklich schöne Ostertage und ich wünsche an dieser Stelle Jedem von euch frohe Ostern! Ich habe auch die letzten Wochen reflektiert und muss sagen, dass ich nach anfänglichen Schwierigkeiten so langsam mich einlebe. Ich merke das immer daran, dass ich beginne produktiver zu werden und den Drang verspüre mehr am Tag zu schaffen. Das kann ich auf jeden Fall finden. Zu Ostern bekam ich ein paar schöne Geschenke von meiner Familie und Jannine. Ich fühle mich soweit ziemlich zufrieden.

Da jetzt erstmal Ostern ist und ich über die Feiertage nicht so viel eurer Zeit in Anspruch nehmen möchte, setze ich hier einen Cut und verabschiede mich für diese Woche. Auch nächste Woche wird es nicht viel zu erzählen geben, da ich plane, es zumindest bis zur Wochenmitte eher ruhig angehen zu lassen. Natürlich freue ich mich trotzdem auf schöne Erlebnisse und auf das Schreiben dieses Blogs nächste Woche!

Damit verabschiede ich mich für heute und wünsche wieder ein schönes Osterfest! Genießt die Zeit mit euren Familien, denn gerade, wenn man mal nicht bei Familie und Freunden ist, merkt man, wie sehr man das doch wertschätzt! Folgt mir gerne auf Instagram (@luca_ccr3) und ich bedanke mich fürs Lesen!

Bis nächste Woche!

Luca

 

 

 

 

Woche 3 – Nebenwirkungen und Hochplateau

Zitat der Woche: „Auf jedes Tief folgt ein Hoch!“ (unbekannt)

你好!

Zwar die falsche Sprache, aber ich will hier Abwechslung reinbringen. Egal, los gehts in diese Woche. Es war nicht so viel los wie letzte Woche, weshalb ich denke, ich schreibe heute weniger. Kein Ding 😉

Die Woche begann damit, meine erste selbst vorbereitete Unterrichtsstunde vor einer fünfköpfigen Schülergruppe aus einer neunten Klasse zu halten. Ich gab mir echt Mühe und war bis über beide Ohren stolz, als ich am Abend darauf sehr gute Rückmeldungen der Schüler weitergeleitet bekam! Ich erinnere mich daran, dass ein Mädchen schrieb: „Er war super! Ich bin froh, dass ich ihm verstanden habe! Er redet sehr klar! Es war auch sehr interessant!“. Schon ein gutes Gefühl, etwas zurück zu bekommen. Mein Verständnis für den Lehrer-Job ist dadurch echt gewachsen. Leider musste ich auch das mögliche Ski-Fahren canceln, da mir das dann doch zu riskant war bezüglich der Corona-Situation. Die Zahlen steigen eben doch noch sehr rasant. Gerade in Anbetracht der Impfung war das die richtige Entscheidung.

Am Dienstag lernte ich dann noch meine letzte derzeitige Klasse kennen. Interessanterweise muss ich mit diesen Schülern keine Sprach-Übungsaufgaben machen, sondern helfe Ihnen bei der Vorbereitung auf ihre Präsentationsprüfung im DSD. Das erinnert mich dann schon sehr an meine 5. PK-Präsentationsprüfung. Ich habe zwar keine schlechten Erinnerungen, doch es ist schon lustig zu sehen, dass das Ganze jetzt schon seit fast über einem Jahr durch ist. Da das Skifahren an diesem Tag ausgefallen war, entschieden wir (Johanna, Sophia und ich) uns dafür die Zinne (den Hausberg Kronstadts) zu bezeichnen. Auf Rumänisch wird dieser Tampa geschrieben (nochmal Glückwunsch zu SuperBowl Sieg) und Dümpa gesprochen. Wir krakzelten also diesen im Vergleich zu den anderen Bergen der Kaparten kleinen Berg hoch. Ich habe leider noch keine Wanderschuhe, weshalb ich diese Aufgabe in meinen Nike Air Force 1 heldenhaft meisterte. Zur Erinnerung es lag bis in diese Woche hinein überall Schnee und ihr könnt euch ungefähr vornehmen, wie es so lief… Es hat sich aber gelohnt, denn ich konnte oben ganz Brasov überblicken und meine Kung-Fu-Skills an einem Schneemann trainieren (Sorry, Herr Schneemann). Die Bilder hänge ich unten an. Ein weiterer positiver Effekt dieses Trips war es, dass meine bis zu diesem Zeitpunkt eher dreckigen Sneaker im Nachhinein wieder strahlend weiß waren. Ich gehe jetzt also immer vor dem Nikolaus im Schnee wandern, wenn meine Schuhe dreckig sind.

Am darauffolgenden Tag war es dann soweit. Ich hatte mir den Vormittag freigenommen, um mir Ruhe zur gönnen. Dann traf ich mich mit Carol vor der Schule und wir fuhren mit seinem Dackel Papi im Gepäck (er begleitet Carol sehr gerne) auf das Hochplateau der Kaparten, auf welchem auf Brasov liegt, hinaus. Mir war davor nie bewusst, dass das ein so großes Plateau war, aber ich bin echt überwältigt davon. Man kann dort mehr als eine Stunde mit dem Auto in eine Richtung fahren, ohne sich wieder Bergen zu nähren. Ringsum ragen auch die Kaparten in die Höhe und man kann bei gutem Wetter in die Hoch-Kaparten, die bis in die Ukraine ziehen, sehen. Unser Ziel war das ungarisch-geprägte „Dorf“ Baraolt. Auf diesem Plateau gibt es nämlich auch ein altes ungarisches Einwanderungsgebiet. Hier wird bis heute primär ungarisch gesprochen und die politische Unterstützung gilt einem gewissen Viktor Orban. Der Witz daran ist halt, dass wir uns wirklich in der Mitte Rumäniens befinden. In Baraolt angekommen begaben wir uns zum Impfzentrum (eine Turnhalle), wo mir eine sehr nette, englisch-sprechende Ungarin meine erste Impfdosis von Astra Zeneca injizierte, ein Bild von mir vor der Halle gibts im Anhang. Carol und ich fuhren danach noch ein wenig durch die Landschaft zu eine ungarischen Kleinstadt, in der wir uns etwas zu essen holten und mit Papi Gassi gingen, und unterhielten uns gut. Von Nebenwirkungen war noch keine Spur zu fühlen. Das änderte sich aber zum Abend hin, als sich meine Temperatur erhöhte und ich vom Schüttelfrost wirklich zitterte. Mit Hilfe einer Ibuprofen konnte ich dann aber gut einschlafen.

Meine Nacht war leider aufgrund der Nebenwirkungen ziemlich unruhig und am nächsten Morgen hatte ich zwar einen freien Tag, aber auch Fieber und Gliederschmerzen. Eine weitere Ibuprofen half mir aber und den Rest des Tages verbrachte ich damit mich um wenige persönliche Dinge zu kümmern und auf das Nachlassen der Ibuprofen zu warten. Glücklicherweise meldeten sich die Symptome nicht zurück und ich konnte zwar noch erschöpft, aber erleichtert mit Jannine GNTM gucken und schlafen gehen.

Am Office Day (Freitag) in der Schule ging ich dann wieder an die Arbeit und erledigte übrige Aufgaben und plante die Ferien.

Hier ist glaube ich der richtige Punkt mal über die Covid- Maßnahmen in Rumänien zu sprechen. Es gibt im April generell zwei getrennte Wochen Ferien (eine am Anfang, die andere am Ende). Das Bildungsministerium entschied aber letzte Woche, dass aufgrund von Corona die dazwischenliegenden Wochen für alle Klassen bis auf die 8. und 12. auch frei ist. Zudem wird es am Wochenende und in Gebieten mit hoher Inzidenz auch unter der Woche eine Ausgangsperre ab 20 Uhr geben und die Geschäfte schließen ausnahmslos, um 18 Uhr. Ich begrüße die Regelungen, da sie momentan notwendig sind.

Zurück zum Freitag. Ich probierte am Nachmittag nämlich die rumänische Spezialität „Placente“ (Sorry falls falsch geschrieben). Das sind echt fettige Pfannkuchen ähnliche Teigtaschen mit verschiedensten Füllungen. Es schmeckte sehr gut, aber diesen fettigen Spaß werde ich mir nur selten erlauben. Trotzdem würde ich es Jedem wärmstens empfehlen!

Am Samstag arbeitete ich vormittags noch ein wenig (mir fehlen schließlich der Mittwoch/Donnerstag), putzte mein Zimmer, machte Wäsche (es klappt dank des Crash-Kurses meiner Mutter sehr gut) und machte mir einen ruhigen Tag mit Jannine. Zwar waren Bukarester Freiwillige in der Stadt, doch abends war ich zu erschöpft, um diese noch zu treffen.

Dies holten dann aber Sophia, Johanna und ich am heutigen Tag nach! Wir verbrachten eine echt coole Zeit in der Altstadt und wir verstanden uns Bombe! Außerdem lernte ich zwei weitere, in Brasov stationierte Freiwillige kennen (Emma und Ineke, Teil der ev. Kirche) und natürlich schaute ich mir das erste Saison-Rennen der Formel 1 an, es lebe Ferrari!

Jetzt telefoniere ich noch mit Jannine, bevor dann nächste Woche die letzte Woche vor der „unterrichtsfreien Zeit“ beginnt. Ich arbeite natürlich trotzdem ;). Ich will meine offenen Aufgaben fokussieren und das besser werdende Wetter genießen. Es fällt mir wirklich täglich einfacher mich hier zu orientieren und ein zu arbeiten!

Damit wars das für diese Woche! Kommentiert wie immer gerne und ich bedanke mich bei jedem, der diesen Blog regelmäßig liest! Folgt mir auch auf Instagram (@luca_ccr3), ich hoffe ihr habt es genossen!

Stay safe and stay healthy, bis nächste Woche!

Luca

 

 

 

Woche 2 – Aller Anfang ist schwer

Zitat der Woche: Oh ja, die Vergangenheit kann wehtun! Aber wie ich es sehe, läuft man entweder davon oder man lernt davon! (Rafiki aus „König der Löwen“)

Moin,

die erste Woche ist schon vorbei, wow das ging schnell! Sie war geprägt von verschiedensten Eindrücken und Erfahrungen, weshalb wir direkt loslegen.

Nachdem ich am Montag aufgestanden war, lag mein erstes Ziel nicht bei einer meiner beiden Schulen, sondern bei der Bank. Ich musste mir nämlich unverzüglich ein rumänisches Konto anlegen, da ich sonst nicht in der Lage gewesen wäre, meinen Behördengang am Dienstag anzutreten. Und so lernte ich am Montag um 9:00 Uhr morgens die Erste meiner beiden Freiwilligen-Kolleginnen kennen, Johanna. Diese führte mich noch schnell zu einem Bäcker, um mir sogenannte „Covrigs“ zu zeigen. Ein Covrig ist ein Hefegebäck mit Toppings wie Sesam, Mohn oder Mozzarella, ein absoluter Hit. Von da aus begaben wir uns direkt zur Bank und hatten dann eine sehr lange, aber gesprächige Wartezeit, da der einzige Mitarbeiter, der des Englischen mächtig war, eine Kundin bediente. Dummerweise war das nicht nur der einzig Englisch sprechende, sondern auch der langsamste Mitarbeiter. Falls sich jemand an den Film „Zoomania“ erinnern kann, er war wie das Faultier Flash. Als wir dann dran waren, wurde mir in einem langwierigen Prozess ein kostenloses Konto erstellt und mir eine Visa-Karte ausgehändigt. Den Rest des Tages war ich damit beschäftigt, mit Carol (ihr erinnert euch, mein Verantwortlicher) meine beiden Einsatz-Schulen kennenzulernen und mir einen groben Stundenplan zu erstellen. Ich lernte zudem die beiden Schulleiter kennen. Grob zu den Schulen: die Mesota-Schule liegt außerhalb der Altstadt und in der Nähe der neuen „AFI Mall“ (Rumänen lieben Malls) und die Honterus-Schule liegt in der Altstadt am Fuß der Schwarzen Kirche, dem Wahrzeichen der Stadt! Zudem kaufte ich mir eine furchtbar günstige Bus-Monatskarte, da ich hier primär den Bus nutze (mein Wohnheim liegt außerhalb der Altstadt).

Am Dienstag stand dann mein Behördengang an. Da die Behörde dafür bekannt ist, wenige Kunden in langer Zeit abzufertigen, begab ich mich sehr früh zum Gebäude, um mich dort mit Hilfe von Sophia, meiner zweiten Freiwilligen-Kollegin, registrieren zu lassen. In Rumänien ist es für Ausländer angebracht sich nach Einreise zu registrieren. Und so standen Sophia und ich in der Kälte vor der Behörde, damit ich daraufhin einige Formulare ausfüllen konnte und meine Dokumente vorzeigen musste. Zum Schluss bekam ich eine Quittung, mit welcher ich Mittwoch dann mein Registrationszertifikat abholen sollte. Inzwischen hatte dann auch der Tag begonnen und da die Behörde direkt neben der o.g. „AFI Mall“ lag, holten wir uns dort eine Stärkung. Außerdem wurde mir die in Rumänien dominante Supermarkt-Kette „Carrefour“ gezeigt! Dort gibt es eine Vielfalt an Lebensmitteln, aber auch verschiedenste Haushaltsgeräte. Ich kaufte mir dort eine Mandelmilch (ich wollte mal Pflanzenmilch ausprobieren, da ich eh noch keinen Kühlschrank hatte) und dann gingen wir nach Hause. Ansonsten passierte am Dienstag eher weniger. Carol und ich bestellten mir noch einen Kühlschrank und ich lernte unsere „Arbeitsbasis“ kennen, das Sprachlabor in der Honterus-Schule. Dieses liegt unter dem Dach und um es zu betreten, muss man einen Treppen-Marathon bestehen. Zum Glück arbeite ich primär von zu Hause aus.

Am Mittwoch war es dann soweit, ich war endlich in meiner ersten Unterrichtsstunde. Meine Hauptaufgabe hier im Unterricht ist es mit jeweils einer kleinen Gruppe von Schülern die Mündliche Kommunikation für das Deutsche Sprachdiplom zu üben. Das Diplom ist für Manche der Schüler sehr wichtig, da sie mit diesem Zugang zu deutschen Universitäten erlangen können. Ich war ziemlich aufgeregt, aber Alles verlief problemlos! Im Anschluss hospitierte ich noch bei Carol in einer sechsten Klasse. Ich war ein wenig erstaunt wie gut die Schüler Deutsch sprachen. Generell sind die Schüler an den Schulen dem Deutschen sehr mächtig, was meine Arbeit erleichtert. Leider aber ist in Kronstadt selbst, anders als gedacht, Deutsch nicht mehr wirklich vertreten, weshalb ich mich momentan noch primär mit Englisch durchschlage, das ist schon ein wenig ermüdend. Ansonsten holte ich noch mein Registrationszertifikat und mit Carol und seinem Dackel Papi meinen Kühlschrank ab. Abends war ich dann noch bei den Mädels (Johanna und Sophia). Das wirkliche Highlight des Tages war aber mein bestätigter Impftermin mit AstraZeneca am nächsten Mittwoch:).

Donnerstag verlief im Gegensatz zu den vorigen Tagen eher ruhig. Ich war Vormittags im Unterricht, machte Nachmittags Besorgungen wie einen Wäscheständer und ruhte mich aus. Durch die fremde Sprache und die neuen Eindrücke bin teils sehr erschöpft, weshalb mir das gut tat! Am Abend wurde natürlich mit Jannine GNTM geguckt. Generell telefonieren Jannine und ich immer abends, was für mich gerade in dieser schwierigen Anfangszeit eine riesige Stütze ist. Shoutout an dich an dieser Stelle, Jannine, ich bin dir sehr dankbar. Im Voraus von GNTM versuchte ich in einer der „Küchen“ des Wohnheims (Raum mit Spüle, Mikrowelle und Kochplatte) zu kochen, doch aufgrund meines schlechten Topfes (es löste sich die Innenbeschichtung) wurde das ein Debakel. Zudem musste ich erstmal quer durchs Wohnheim in den 3. Stock wandern (ich wohne im 1. Stock), um überhaupt einen freien Platz zu finden. Ich war nicht angetan.

Am Freitag war dann mein erster sogenannter „Office Day“. An diesem Tag werden jede Woche übrige Aufgaben erledigt und wir Freiwilligen sind nicht im Unterricht. Meine Aufgabe war es, den YouTube-Kanal der Honterus-Schule zu gestalten und zu verfeinern. Außerdem planten wir am Freitag eine Projektwoche im April. Ich werde in dieser Woche wirklich ein eigenes Projekt gestalten und dieses auf die Beine stellen. Das ist eine Challenge, aber ich freue mich drauf! Außerdem entschied ich mich am Freitag Nachmittag, nachdem ich mein Koch-Debakel reflektierte, mir eine Kochplatte fürs Zimmer zu zulegen, da ich nicht immer mein Essen bestellen möchte. Ich war ansonsten noch bei den Mädels und mir wurde die rumänische Fast-Food-Kette „Cartoffiserie“ vorgestellt, bei der es echt leckere Pommes gibt. Generell ist das Essen hier echt günstig und ich komme soweit sehr gut hin! Am Abend planten wir dann noch am Samstag Skifahren zu gehen, da es in der Woche wirklich sehr stark geschneit hatte (als ich ankam war es 13 Grad plus, lol). Voller Vorfreude ging ich dann ins Bett.

Samstag, Aufstehen, Losfahren. Ich freute mich innerlich sehr aufs Skifahren und so saß ich auf glühenden Kohlen im Auto nach Sinaia, dem angepeilten Skigebiet. Johanna und ich wollten dort ein paar Abfahrten machen, während Sophia mit ihrem Vater, der sie momentan besucht, das Schloss von König Carol 1. (nein nicht mein Verantwortlicher Carol) besichtigten. Als wir dann aber auf der Autofahrt die Webcams des Skigebiets in Sinaia beobachten, stand schnell fest, dass wir kein Skifahren würden. Das Gebiet war total überfüllt und aufgrund der Corona-Situation in Rumänien wollten wir absolut nicht an einem solchen Massen-Spreader teilnehmen. In Rumänien und besonders in Brasov sind die Zahlen momentan sehr hoch (ca. 200 Inzidenz landesweit, 429 Inzidenz in Brasov) und wir erwarten bald einen neuen Lockdown! Wir entschieden uns deshalb einfach mit das Schloss zu besichtigen, was sich wirklich lohnte. Ich bin wirklich kein Sightseeing-Typ, aber das war wirklich beeindruckend. Ich füge diesem Beitrag ein Bild des Innenhofes bei. Ansonsten genossen wir den restlichen Tag und ich fiel Abends (die Tour war ziemlich lang) geschafft ins Bett.

Heute schlief ich dann das erste Mal seit einer Woche aus und widmete mich ein wenig der Unterrichtsvorbereitung und machte meine erste Wäsche hier in Brasov (es lief gut). Der Tag war planmäßig ziemlich ruhig und ich nutzte ihn, um Kraft zu regenerieren. Das war nach dieser anstrengenden Woche auch echt nötig.

Ansonsten geht es mir soweit so gut. Ich beginne langsam mich zu routinierten und einzuleben. Ich kämpfe zeitweise mit Heimweh, da ich mich hier immer noch eher fremd fühle. Zum Glück nehmen mich Carol, Sophia und Johanna gut an die Hand und erleichtern mir somit wirklich meine Ankunft, sie sind neben Jannine eine gute Stütze. Trotz den Einrichtungsausgaben komme ich gut mit dem Geld klar, es ist echt saugünstig. Das Leben im Wohnheim funktioniert auch gut und ich kann mich eigentlich nicht beklagen. Ich bin somit weitesgehend zufrieden und verlasse mich auf die Zeit. Es ist aber wirklich krass dass ich nun die erste von 21 Wochen hier in Rumänien geschafft habe, irgendwie geht es doch ziemlich schnell. In der nächsten Woche setze ich meinen Fokus auf meine Impfung, die Arbeit in der Schule und die letzten Schliffe in der Einrichtung. Vielleicht kriege ich am Dienstag sogar nochmal die Chance einen Nachmittag lang Ski zu fahren.

Aber das war es nun erstmal für diese Woche. Der Eintrag ist ziemlich lang geworden, da wirklich viel passiert ist, mal sehen wie sich das entwickelt. Ich hoffe das Lesen hat Spaß gemacht! Folgt mir auch gerne auf Instagram (@luca_ccr3).

Kommentiert ansonsten gerne hier! Ich wünsche euch allen eine wirklich schöne Woche und bis nächsten Sonntag!

Luca

Schloss von Carol 1., Erster Herrscher Rumäniens.

 

Woche 1 – Vorbereitung und Ankunft

Zitat der Woche: Vielleicht hat der Pessimist am Ende des Weges Recht, doch auf dem Weg hat es der Optimist deutlich einfacher!

Hallihallo,

In der letzen Woche ist viel passiert. Noch bis Mittwoch hatte ich Online-Vorbereitungsseminar von kulturweit, ich konnte dort echt Einiges mitnehmen! Aber das Highlight der Woche geschah schon am Dienstag! Als um 13:15 Uhr endlich meine Freundin Jannine aus dem ICE stieg, war ich nämlich wieder komplett. In den darauffolgenden Tagen gab es dann ein/zwei letzte Begegnungen und am Donnerstag Abend (circa 36 Stunden vor Abflug) begann ich dann mit Jannine´s Hilfe oder eigentlich Jannine mit meiner Hilfe den Koffer zu packen. Erstmal Klamotten und am Freitag dann alle anderen Dinge.

Der letzte Tag in Berlin verging dann schneller als mir lieb war. Ich erledigte letzte Besorgungen, erhielt ein letztes Paket (Gymshark-Klamotten) und trank einen letzten Bubble-Tea. Dann sah ich noch meinen Kumpel Jordan kurz und verbrachte dann den Abend mit Jannine, meiner Familie und meinem besten Bro Basti. Erst spät waren dann Jannine und ich alleine und wir packten dann noch die letzten Sachen und verbrachten eine wirklich schöne, persönliche Zeit. Man sollte vielleicht wissen, dass Jannine und ich sowieso schon eine Fernbeziehung führen und meine Reise uns somit keine weiteren Probleme bereiten. Wir gingen spät schlafen (Mario Kart raubte uns noch ein wenig Zeit) und nach zu kurzer Schlafenszeit klingelte dann der Wecker zur Abreise.

Mein Flug ging um 10:45 Uhr und so erreichten meine Familie, Jannine und ich mit meinem Gepäck (Rucksack, Yogamatte und vollgepackter Koffer) um 8:45 den neugebauten BER-Flughafen. Die Anderen besorgten sich ein wenig Frühstück und ich wartete in der Check-In Schlange. Dann redeten wir alle noch ein wenig und ich nahm dann von meiner Familie Abschied. Jannine brachte mich dann noch zur Sicherheitskontrolle und dann nahmen auch wir (vielleicht mit ein paar Tränen) Abschied.

Dann ging Alles etwas schneller und kurze Zeit später saß ich im verspäteten Flug nach Frankfurt am Main. Dort stieg ich dann unter Hetze um und irgendwie landete ich dann echt schnell in Bukarest (zugegeben habe ich auch die meiste Zeit geschlafen). Die Flüge waren, obwohl sie ausgebucht waren (danke sagt Corona), sehr angenehm, war ja auch Lufthansa.

Die Einreise lief vollkommen problemlos und dann saß ich auch schon im Auto nach Brasov (die Stadt liegt 2,5 Stunden über Bukarest) mit meinem kulturweit-Verantwortlichen Carol. Die Fahrt war aufgrund der Länge und der Serpentinen ein wenig anstrengend, aber damit kam ich klar. In Brasov angekommen kauften wir schonmal die ersten Dinge für mein Zimmer und holten die Schlüssel ab. Ich wohne hier im Studentenwohnheim und bin trotz der eigentlich eher mangelhaften Küche sehr zufrieden. Ich habe ein warmes Bett, einen großen Arbeitsplatz und genügend Schränke Der Preis ist sowieso legendär und es ist gut angebunden, soviel auch erstmal zu meiner Wohnsituation.

Der letzte Stop des Tages (es war bereits 21:00 Uhr in Rumänien, welches eine Stunde vor Deutschland liegt) war dann Carols Wohnung, wo wir noch etwas aßen. Lustigerweise war mein erstes Gericht in Rumänien eine Pizza mit ungarischer Wurst. Um 22 Uhr (dann ist hier in Brasov Ausgangssperre) war ich dann im Wohnheim und nach einem schönen Telefonat mit Jannine ging ich dann das erste Mal alleine wohnend und erschöpft schlafen.

Mein erstes Erwachen in Rumänien erfolgte morgens um 8:45 Uhr durch Durst und Sonnenschein. Doch ich schlief wieder ein und dann war es schon 12:00 Uhr. Ich stand auf und machte mich auf den Weg zu Kaufland, um (eigentlich nur um die grundlegendsten Sachen zu Kaufen) einzukaufen.

Der Laden war, obwohl es Sonntag war, echt voll und zum Glück hatte ich eine FFP2 Maske auf. Aus dem geplanten „kleinen Einkauf“ wurde schnell ein Großeinkauf, da es dort auch eigentlich alles, was ich eh noch brauchte, gab. Beispiele hierfür sind: Waschmittel, Shampoo, Fön, Pfanne, Klopapier und Zewa. Am Ende ging ich mit einem verhältnismäßig Top-Preis raus und trug Alles nach Hause, um Sport zu machen.

Daraufhin quatschte ich wieder mit Jannine und bestellte mir essen (Lieferando funktioniert). Das Duschen ging auch total klar, obwohl es Gemeinschaftsduschen sind, und mein Essen war sehr lecker (Hähnchen mit Salat). Eigentlich wollte ich noch in die Altstadt, aber als ich hörte diese sei sehr voll, blieb ich hier und entspannte ein wenig. Aufgrund der Höhenluft (Brasov liegt in den Bergen) war ich eh eher erschöpft. Ich plante noch den morgigen Tag und telefonierte dann noch mit meinen Eltern und Jannine, bevor ich anfing dies hier zu schreiben.

Abschließend schildere ich kurz und stichpunktartig meine ersten Gedanken zur Rumänien/Brasov:                                                                                                                                     Das Land ist außerhalb der Städte eher verarmt und es gibt einige Straßenhunde; das Verkehrssystem ist ein pures Chaos; Rumänen scheinen ein nettes und einfaches Volk zu sein; Brasov an sich ist trotz der Industrie in den Randgebieten sehr schön; die Corona-Maßnahmen in Deutschland sind ein wenig besser; ich freue mich, obwohl ich mich hier sehr fremd fühle auf viele tolle Erfahrungen.

In der nächsten Woche werde ich die Stadt und meine Freiwilligen-Kolleginnen kennenlernen und beginnen mich hier einzuleben. Die letzten Besorgungen werden dann auch gemacht und die Behördengänge auch absolviert.

Das wars aber erstmal für heute. Ich hoffe dir oder euch hat dieser Eintrag gefallen und ich bedanke mich fürs lesen. Lass gerne einen Kommentar da und folge mir auch auf Instagram (@luca_ccr3), falls du das noch nicht tust. Bis nächste Woche und mach’s gut!

Luca

Blog-Informationen

Moin,

Ich werde in diesem Blog meine Erfahrungen und Geschichten über meine Reise nach Brasov/Rumänien veröffentlichen. Auch poste ich immer ein Zitat, welches mich wöchentlich beschäftigt, und möglicherweise eine Datei/ein Bild! Das Ganze geschieht wöchentlich und ich hoffe ich kann euch damit ein wenig bereichern 🙂 Danke für dein/euer Interesse, wie auch immer ihr hier her gekommen seid.

Folgt mir gerne und kommentiert fleißig!

Luca