Woche 14 – Stress im Zug

Zitat der Woche: „Passiert den Besten!“ (Lucas Abibuch)

Stress!

Ich fange jetzt mal direkt an und zwar mit heute. Da ich nächste Woche ein Seminar von kulturweit habe, wollte ich am heutigen Sonntag mit dem Zug nach Cluj-Napoca, ein der größten Städte des Landes und bekannt als Studentenstadt, fahren, um mich dort mit den Freiwilligen zu treffen, die ebenfalls in meiner Seminargruppe sind! Ich habe also alles wie geplant gepackt, bin frühzeitig am Bahnhof angekommen, habe mein Ticket gekauft und bin zum richtigen Gleis gegangen. Dann kam ein Zug in den Bahnhof gefahren. Soweit alles okay.

Verwirrenderweise standen am Zug keine Wagennummern und so konnte ich meinen Waggon nicht finden. Irgendwann dachte ich mir aber, in Rumänien interessiert sowas eh nie jemanden (was auch so stimmt) und ich setzte mich in einen Waggon. Irgendwie hatte ich aber das Gefühl, dass etwas nicht stimmte. Ich fragte auf Englisch zwei studentische Rumäninnen, die mir dann zu meiner Verwunderung sagten, dass dies der Zug nach Targu Mures sei. Ich war verwundert und dann setzte sich der Zug in Bewegung und zwar offenbar in die Falsche. Geschockt bat ich die beiden für mich mit dem Schaffner zu sprechen, welcher gerade kam.

Dieser bestätigte den Schocker, aber zum Glück halfen mir alle Personen einen Plan auszuarbeiten, wie ich jetzt trotzdem nach Cluj kommen sollte. Lustigerweise gab es eine weitere studentische Rumänin, die das gleiche Problem hatte. Gemeinsam suchten wir uns ein BlaBla-Car heraus, mit dem wir jetzt nach Cluj fahren werden. Das Ganze war ziemlich stressig, aber jetzt sitzen wir gerade in Sfantu Gheorghe am Bahnhof und warten auf unseren Fahrer. Ich habe einfach durchgeatmet, preislich habe ich nur ein paar Euros extra ausgeben, das ist also okay! Das ist tatsächlich das erste Mal, dass ich so ein Problem mit den Zügen hatte, aber naja: „Passiert den Besten!“.

So, jetzt zurück zur eigentlichen Woche. Nach meinem kleinen Heimurlaub war ich froh zurück nach Brasov zu kommen und am Montag ging der rumänische Alltag wieder los. Ich stockte meine Lebensmittel für die Woche wieder auf und arbeitete natürlich weiterhin. Montag, Dienstag und Mittwoch passierte ansonsten eigentlich eher wenig. Jannine und ich guckten noch stellenweise die „Hotel Transsylvanien“-Filme, sehr empfehlenswert. Als ich mich aber am Mittwoch-Mittag mit meiner betreuenden Lehrkraft von der Mesota-Schule (die Schule, die immer noch im Online-Unterricht ist, weil die Renovierung des Gebäudes noch nicht bezahlt war) erfuhr ich dann noch eine interessante Information und zwar, dass die Schule ab übernächster Woche bereits Ferien machen würde, was für mich bedeutete, dass ich nach Ende der Woche nicht zurück in den Unterricht kommen würde, da ich ja ein Seminar in dieser Woche habe. Kurzfassung, seitens der Mesota-Schule bin ich ab jetzt in den Ferien.

Am Donnerstag ging es dann wieder in die Honterus-Schule zum Präsenz-Unterricht, wo auf mich ein echtes Erlebnis wartete. In der zweiten Unterrichtsstunde hatte ich nämlich eine ganze zehnte Klasse als Vertretung für mich alleine. Ich hatte zwar einen festgelegten Lehrauftrag, aber den Inhalt musste ich selbst schaffen. Das war echt aufregend, aber es hat echt großen Spaß gemacht. Ich kann verstehen, warum man gerne Lehrer ist! Am Nachmittag gab ich dem Friseur, der mir einige Wochen zuvor ein wenig die Frisur zerstört hatte, eine zweite Chance, diesmal war es nicht ganz so schlecht, aber gut ist was anderes. Ich werde es wohl einfach akzeptieren und mich auf meinen deutschen Friseur freuen!

Tagsüber gab es am Freitag ein kleines Filmprojekt für mich, bei welchem ich mit drei Schülern der neunten Klasse durch die Schule gehen konnte. Die Schüler waren sehr schlau und auch sehr interessiert an meiner Person, wir hatten also eine echt gute Zeit! Am Freitag-Abend ging ich dann mit meinen Mitfreiwilligen in eine Bar, um die bevorstehenden Ferien zu zelebrieren! Nebenbei guckte ich auch das Auftaktspiel der Fußball-Europameisterschaft, das erste Mal seit langem, dass ich freiwillig und mit Freude Fußball guckte! Dass Italien gegen die Türkei gewann, machte mich nur noch glücklicher, der Abend war gelungen.

Nach einer ungewohnt anstrengenden Woche ruhte ich mich am Samstag aus und bereitete Alles für meine kleine Reise vor. Geschockt guckte ich zudem das Spiel von Dänemark gegen Finnland, ich denke wir alle haben mitbekommen, was da passiert ist, und ich bin froh, dass es Eriksen gut geht!

Eine letzte erzählenswerte Sache aus dieser Woche ist, dass ich mich entschieden habe, ab dem Herbst zum Studieren nach Heidelberg zu ziehen. Diese Entscheidung habe ich lange durchdacht und ich habe alles Wichtige abgewogen, es geht also nach meiner Rückkehr wieder raus aus Berlin!

Für diese Woche ist nun aber erstmal genug! Ich hoffe dieser Eintrag ist trotz meines aufgewühlten Zustandes halbwegs lesbar geworden, ich denke ich habe schonmal besser geschrieben, und es hat euch gefallen. Wir sehen uns dann nächste Woche wieder, ich ruhe mich jetzt erstmal aus! Schreibt auch gerne etwas in die Kommentare, ich lese gerne Alles 🙂

Bleibt gesund und bis bald!

Luca

Woche 13 – Das Ende des Heimurlaubs

Zitat der Woche: „Bemitleide nicht die Toten! Bemitleide die Lebenden, besonders diese, die ohne Liebe leben!“ (Professor Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore, Schulleiter der „Hogwarts School of Witchcraft and Wizardry“ und Träger des Merlin-Ordens erster Klasse)

Ach, was für ein tolles Zitat!

Wie ich auf genau diese Zeile komme? Naja ganz einfach, Jannine und ich haben in drei Tagen alle Harry Potter Filme durchgeschaut :). Nachdem ich euch letzte Woche ein kleines Zwischenfazit zu meinem bisherigen Freiwilligen-Dienst gegeben habe, berichte ich heute wie immer über die Woche und Blicke auf meinen nun hinter mir liegenden Heimurlaub zurück.

Die Woche begann mit einem kleinen Schocker. Als Jannine und ich am Montag-Vormittag gerade auf dem Weg zum Berliner Hauptbahnhof waren, um unsere ICE-Reise in Richtung Heidelberg anzutreten, erhielt ich eine Nachricht. Die Kinder würden auf mich warten, ich hatte offensichtlich Unterricht. Nur zu dumm, dass ich gerade im Auto saß und somit die Chance darauf, einen gescheiten Unterricht zu geben, eher gering war, erklärte ich Frau Greif (eine meiner betreuenden Lehrkräfte), dass ich den Unterricht nicht geben könne. Ihr denkt jetzt vielleicht „LUCA, wie kannst du nur sowas vergessen, bist du blöd?“. Ihr müsst aber dazu wissen, dass am nächsten Tag in Rumänien Feiertag sei (Kindertag) und Carol, Sophia, Johanna und ich dachten, es gäbe einen Brückentag. Das dies nicht der Fall war, wurde erst in der Woche festgelegt, in der ich schon in Deutschland war, und so ging diese Info nicht bei mir ein. Es war aber auch nur halb so schlimm, da wir eh in großen Schritten auf die Sommerferien zu gehen und ich mal vermute, dass so eine Freistunde in Schülerkreisen nicht abgelehnt wird.

Wir kamen nach diesem morgendlichen Schock dann glücklicherweise pünktlich und ziemlich entspannt am Nachmittag in Heidelberg an, wo uns sonnige 26 Grad Celsius erwarteten. Dieses Wetter launte uns direkt gut und wir freuten uns auf unsere gemeinsamen Tage! Wir hatten auch wirklich eine schöne Zeit. Wir gingen an einem Tag essen, kochten, spazierten und guckten Harry Potter. Versüßt wurde die Zeit zusätzlich durch Coco, einen kleinen, weißen Pomeranian-Hund, auf welchen Jannines Mitbewohnerin Luzie im Zuge von „Dogsitting“ aufpasste. Natürlich spielten wir auch mit Coco und das machte großen Spaß. Ich muss aber trotzdem sagen, dass Pomeranians (auf Deutsch „Spitz“) mir schon zu klein wären für einen Hund. Man kann zwar echt süß mit so einer Rasse spielen, aber irgendwie fehlt dabei auch der Pepp. An einem der letzten Abende aßen wir unglaublich leckeren Karottenkuchen und tranken Mojitos, beides selbstgemacht. Leider wechselte das Wetter an den letzten beiden Tagen meines Aufenthalts von angenehm heiß zu drückend-heiß-schwül, was uns ein wenig an die klimatisierte Wohnung band. Wir hatten trotzdem Spaß und ich verlängerte sogar um eine Nacht, eine zwar planerisch schwierig, aber trotzdem richtige Entscheidung. In diesem Sinne möchte ich mich auch nochmal an Jannine persönlich wenden, die jetzt bald ein Jahr lang als meine Freundin mein Leben begleitet und es wirklich jeden Tag bereichert. Danke dir für Alles und ich freue mich dich hoffentlich bald wieder zu sehen <3!

Die kleine Coco…

… und Karottenkuchen mit Mojito.

Zurück zur Woche. Einen Tag später als geplant erreichte ich am Samstag-Mittag wieder Berlin, wo der wohl stressigste Halbtag seit Langem auf mich wartete. Durch meine Verlängerung in Heidelberg, musste ich alle geplanten Aktivitäten auf den Samstag legen und so ging es am Nachmittag über ein letztes Treffen mit Basti und ein wenig Zeit mit meinem Bruder hin zum packen für meinen anstehenden Flug! Am Abend war ich dann noch mit meinen alten Freunden Emily, Jordan und Justus verabredet und wir gingen gemeinsam in die Stadt. Berlin war erschreckender Weise ziemlich gefüllt und das beunruhigte mich trotz niedriger Covid-Zahlen doch ein wenig. Wir hatten an diesem Tag trotzdem echt Spaß und den verkürzte Schlaf war es wert! Grüße auch an euch!

Heute, also Sonntag frühstückte ich dann noch ein letztes Mal lang und genüsslich mit meiner Familie und dann ging es schon zum Flughafen! Die Anfahrt war echt stressig, da die Autobahn aufgrund einer Fahrraddemo gesperrt war und wir uns somit durch die Berliner Kieze schlängeln mussten, um noch pünktlich zu kommen. Es ging aber Alles gut und bald werde ich dann in Bukarest landen, von wo aus ich per Transfer nach Brasov fahre und meinen Heimurlaub somit beende.

Die letzten zwei Wochen waren wirklich schön. Ich habe mich wirklich gefreut, meinen engsten Personenkreis nach 2,5 Monaten endlich wiedersehen zu können. Die guten Erinnerungen von der Konfirmation, Treffen mit Freunden und aus Heidelberg werden mich auf meinem weiteren Weg begleiten und dafür bin ich dankbar. Meine Familie, Jannine und Basti bleiben meine Top-Priorität, irgendwie passt das auch zum Thema Liebe aus dem Zitat der Woche. Trotzdem freue ich mich auch irgendwie zurückzukommen. Deutschland ist zwar wirklich schön, aber eben auch teuer und momentan einfach nicht mein Ort zum Leben. Ich bin mir natürlich sicher, dass ich mich nach Rumänien schnell wieder einleben werde, aber die letzten zwei Wochen waren auch echt stressig. Interessanterweise habe ich aber auch wieder etwas über mich gelernt, dass ist vielleicht etwas für das Thema der nächsten Woche.

Ein nachträgliches Konfirmationsbild.
Von links nach rechts: Jannine, Ich, Felix, Basti

Jetzt verabschiede ich mich aber erstmal von euch hier von über den Wolken. Ich freue mich, dass du/ihr meinen Blog liest und freue mich über jedes Feedback! Bleibt trotz geringer Covid-Zahlen bitte vorsichtig, aber genießt auch den anlaufenden Sommer! Wir sehen uns nächste Woche, ich freue mich darauf! Nur um etwas anzudeuten, es geht wieder auf Reisen!

Bis dahin und herzlichen Glückwunsch an Annika Puls zum Geburtstag (6. Juni)!

Euer Luca

P.S. Danke auch nochmal an meine Schulleiter, Carol und an kulturweit, dass mein Heimurlaub geklappt hat!

Woche 12 – Zwischenfazit zur Halbzeit

Zitat der Woche: „Blicke über den Tellerrand!“ (kulturweit)

Was geht, was geht?

Es ist wirklich schon soweit, Halbzeit! Vor inzwischen ungefähr zweieinhalb Monaten habe ich meine Reise nach Rumänien begonnen und bin seitdem auf einem ständig fortschreitenden Weg zwischen persönlicher Entwicklung und spannenden Erlebnissen. Was mir Sophia und Johanna zu Beginn beibrachten, hat sich zu 100% bestätigt, keine Woche war wie die andere.

Im heutigen Eintrag werde ich über die folgenden Themenbereiche blicken und ein Zwischenfazit ziehen: Persönliches, Arbeit, Freizeit, Kulturweit, Heimat, Corona. Viel Spaß!

Persönliches: Die letzten Wochen waren ein Feuerwerk aus persönlicher Entwicklung. Ich lernte Grundsätzliches wie das Verwalten des eigenen Haushaltes, was vom Einkaufen bis hin zum Putzen eine gewisse Planungsfähigkeit erforderte, und das effiziente Umgehen mit einer begrenzten Menge an Geld – zugegeben fällt mir das doch manchmal noch schwer und ich falle zurück in etwas verschwenderische Züge. Dazu kommt aber der große Themenkomplex der Unabhängigkeit, der deutlich über solche Themen herausragt. Es geht mir hierbei um das Setzen von Prioritäten. Ich habe gelernt, dass ich nicht immer Alles schaffen kann und jeden glücklich machen kann und es deshalb extrem wichtig ist zu wissen, wo die Priorität liegt, auch vor dem Hintergrund, dass man nicht im Chaos der Verpflichtungen versinkt. Ich habe in meiner Auslands-Zeit wirklich so unglaublich viel über mich und meine Präferenzen gelernt, dass sich kulturweit schon deshalb für mich gelohnt hat! Ein Punkt, der sich außerdem lohnt anzusprechen, ist eine Spontanität und Lebenslust, die trotz steigender Verpflichtungen wächst und sich in meine Denkensweise integriert. Ich liebe es zwar immer noch, wichtige Dinge im Voraus zu planen, doch habe auch entdeckt, dass Flexibilität und Offenheit oft auch unerwartetes Glück bedeutet. Es sind dann doch oft die kleinen Dinge, die einen erfüllen!

Arbeit: Was soll ich sagen, ich habe schon immer für mich gewusst, dass ich nicht Lehrer werden möchte. Nichts desto trotz sind die Erfahrungen, die ich durch meine derzeitige „Lehrer-Tätigkeit“ sammle, Gold wert. Zum Einen ist es spannend mit jungen Menschen zu arbeiten und zu sprechen, die die gleichen Sorgen und Probleme haben wie ich vor ein paar Jahren – besonders in einer anderen Kultur! Aber auch der generelle Fakt, an jedem Tag der Woche etwas zu tun/zu erledigen zu haben, macht das echt zu einer tollen Erfahrung. Zwar strebe ich wie gesagt eine Tätigkeit in anderen Bereichen als der Lehrtätigkeit an, doch denke ich ist es zu erwarten, auch später vor einer vollen und spannenden Arbeitswoche zu stehen. Und je eher ich das lerne, desto besser!

Freizeit: Jap, trotzdem kann ich mich nicht beklagen, zu viel zu tun zu haben! Ich habe in diesen Monaten auch wirklich genug Freizeit und dieser Fakt wird sich angesichts der bevorstehenden Ferien auch nicht ändern. Das hat mich von Beginn an dazu getrieben, über schlaue Freizeitplanung nachzudenken, die ich bestenfalls auch mit nach Deutschland nehmen kann. Das Ganze fängt bei einem geregelten Tagesablauf außerhalb der manchmal wirren Arbeitszeiten an und endet bei auch mal spontanen Reisen. Ich habe seit Beginn der KW-Zeit ein gewissen Maß meiner Kapazitäten in gesündere Ernährung und Sport gesteckt und das bringt mich wirklich weiter. Dazu kommt dann mein derzeitiges Projekt, den Schlaf-Rhythmus zu perfektionieren und mehr Bücher zu lesen! Aber zu diesen banalen, alltäglichen Dingen kommt wie gesagt auch die Reiselust. Ich habe das Reisen mit Budget trotz langsamer Züge und enger Busse irgendwie für mich entdeckt und freue mich mein Ziel, bis zum Ende des Studiums alle 27 Staaten der Europäischen Union besucht zu haben, fortzusetzen. 

Kulturweit: Der Kulturweit-Effekt. Ich habe über diesen glaube ich schonmal im Zuge der tollen Menschengruppe, mit der ich im Donau-Delta war, berichtet. Denn neben dem Fakt, dass die Organisation meines Freiwilligendienstes großartige Hilfestellungen und interessanten Angebote/Möglichkeiten bietet, ist vor Allem dieses unglaublich freundliche und offene Netzwerk ein großer Vorteil von kulturweit! Ja, zugegeben sind wir „Kulturweitler“ eine eher homogene Gruppe an Menschen: sehr zukunftsorientiert, jung, mit guter Bildung und einem sozialen Hintergrund. Trotzdem bietet dieses Netzwerk einen Auffangort, denn im Endeffekt haben wir die gleichen Sorgen, Probleme und Veränderungen, das verbindet schon! Ich bin dankbar für die tollen Momente mit den Freiwilligen, die ich schon kennenlernen durfte – Sophia, Johanna, Joena, Samuel, Henning, Nicole, Klara, Marie, Jakob, Marie und flüchtig die Bukarester – und freue mich noch mehr von ihnen kennenzulernen!

Heimat: Trotz aller Erlebnisse und Entwicklungen habe ich im Zuge des FSJ´s meine Heimat, also mein Zuhause, meine Familie, mein Freunde und meine Freundin Jannine, zurückgelassen. Und ich will niemandem was vormachen, das ist kein leichter Schritt. Manchen fällt es zwar einfacher als anderen, aber es ist ungewohnt für viele, sich in die Fremde und in den „Discomfort“ zu stürzen. Natürlich gibt es Heimweh, Vermissen und Zweifel, auch hatte/habe das und das ist okay. Doch trotzdem empfehle ich diesen Schritt aus der Komfortzone heraus. Ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass man nur so wirklich lernt, wirklich weiter kommt und vielleicht sogar glücklicher wird, als zuvor. Emotionen sind normal, sie sind menschlich. Doch jeder Mensch kann es schaffen, trotz allen negativen Emotionen, den Schritt nach vorne zu schaffen! Daran glaube ich fest. Redet mit anderen Menschen, gesteht euch Unsicherheiten ein, das Leben ist kein Wunschkonzert! Bleibt stark, es lohnt sich! Gerade in einer digitalen Welt findet man Wege!

Corona und Sicherheit: Unser Lieblingsthema. Bevor ich nach Rumänien gegangen bin, hatte ich stellenweise wirklich bedenken bezüglich dessen. Ich wusste nicht was mich erwartet und in Deutschland fühlte ich mich auf Basis der Berichte, die ich hatte, doch ein wenig besser aufgehoben. Doch glücklicherweise habe ich es trotzdem gemacht, vielleicht auch Dank meiner „wird schon gut gehen“-Mentalität! Und ja, manchmal ist es hier ein wenig unsicherer als in Deutschland. Fehlende Masken und geringe Testkapazitäten habe ich ja schon öfter kritisiert! Ich muss aber echt sagen, dass es sich auch in dieser Richtung gelohnt hat zu gehen. Ich meine, wann hätte ich meine Impfung gekriegt, wenn ich geblieben wäre. Und hey, ich bin wohl auf und hatte bis jetzt die Zeit meines Lebens! Ja, Vorsicht ist besser als Nachsicht, besonders in einem Land, dass auch außerhalb von Corona ein wenig unsicherer ist als die deutsche Heimat! Doch ich bin froh, mich davon nicht aufgehalten lassen zu haben! Wagt den Schritt, natürlich mit nötiger Vorbereitung!

So! Das war jetzt mal ein feuriges Zwischenfazit! Ich hoffe es hat euch gefallen und vielleicht konnte ich dem ein oder anderen Freiwilligen oder Bald-Freiwilligen, der hier ganz spontan mal raufguckt, Mut machen! Ich sitze momentan glücklich in Deutschland, mache Home-Office und genieße die Zeit mit meinen Engsten! Die Konfirmation war echt toll und es tut dann doch mal gut, die wichtigsten Menschen wiederzusehen!

Das werde ich auch nächste Woche fortsetzen! Ich überlege mir trotzdem einen kleinen, aber feinen Bericht für nächsten Sonntag, wenn es dann wieder zurückgeht! Bleibt bis dahin gesund und genießt das besser werdende Wetter! Falls ihr es noch nicht getan habt, könnt ihr mir für weitere Einblicke auf Instagram folgen (@luca_ccr3)! Wir sehen uns ansonsten nächste Woche, liebe Grüße!

Luca

Woche 11 – Homecoming

Zitat der Woche: „Our highest priority is to protect our ability to prioritise!“ (Greg McKeown in seinem tollen Buch „Essentialism“)

Howdy!

Ich bin froh, langsam zu lernen, wo meine Prioritäten liegen! Und diese Woche war meine Priorität meine Reise nach Hause. Ich werde voraussichtlich für die nächsten zwei Wochen im HomeOffice in Deutschland arbeiten. Ich bin sehr dankbar, dass das Alles funktioniert hat und jetzt sitze ich gerade im Zug von Frankfurt am Main Flughafen nach Berlin, vereint mit Jannine. Aber sie ist nicht der einzige Grund warum ich Heim gereist bin, es steht auch die Konfirmation meines Bruders Felix an. Das Event ist morgen, weshalb ich diesen Eintrag jetzt schonmal vorschreibe!

Aber zurück zum Anfang der Woche. Der Montag begann nach der späten Heimreise aus Deva ziemlich verschlafen, aber pünktlich zum Unterricht mit meiner 9. Klasse, war ich natürlich top fit ;). Da meine Reise bereits absehbar war, konnte ich mich auch beim darauffolgenden Kaufland-Wochen-Einkauf, dieses Mal begleitet von Johanna & Sophia, auf eine kleine Anzahl von Produkten konzentrieren, wobei ich Geld und Zeit (und somit nochmal Geld nach dem Gesetz „Zeit ist Geld“) sparen konnte! Ich hatte mir sogar für die fünf Tage bis zur Abreise einen Essens-Plan erstellt, den ich dann mehr oder weniger gut einhielt.

Der Dienstag verging eigentlich ziemlich langweilig, aber dafür war der Mittwoch umso aufregender. Der zweite Shot meiner AstraZeneca-Impfung stand an und wie schon vor einem Monat fuhren Carol und ich durchs Karparten-Hochplateau ins „ungarische“ Baraolt (Erinnerung an den Eintrag aus Woche 3: https://kulturweit.blog/lucameetsdracula/2021/03/28/woche-3-nebenwirkungen-und-hochplateau/). Im Impfzentrum lernte ich lustigerweise fünf europäische Freiwillige kennen, so zwischen 20 und 30 Jahre alt, und wir verabredeten uns auf ein Bier in Brasov. Die Impfung verlief top und als ich mit dem Zertifikat vor die Tür der Sporthalle trat, fühlte ich mich echt super, die Frage war, ob das halten würde.

Nun war erstmal die Rückfahrt dran. Wir wollten einen anderen Weg fahren und schnell waren wir auf einem guten Weg. Nach einer gewissen Zeit erreichten wir dann ein Dorf, dass dominierend von einer bestimmten, gerade unter Rumänen nicht sehr beliebten Volksgruppe bewohnt wurde, die für uns geläufigen „Sinti und Roma“ und lokal bezeichneten „Zigeuner“ (ich hoffe ich habe mit dieser eher indirekten Umschreibung dargestellt, dass ich diese Gruppe vollkommen respektiere). Ich beobachtete ganz interessiert die Menschen und ihre klassischen, sehr einfachen Gebäude und mir wurde von Carol berichtet, dass in dem angrenzenden Waldgebiet illegale Abholzung stattfinden würde, durch die korrupte „Holz-Mafia“. `Holz-Mafia?`, irgendwie klang das für mich nicht so ganz real, doch ich durfte schnell feststellen, dass diese existierte. Als die Straße nämlich gerade das Dorf verließ, empfingen uns dort zwei „Straßenarbeiter“, die uns erklärten, die Straße sei aufgrund eines Brückenschadens gesperrt. Gerade als wir umkehrten, sahen wir dann aber wie zwei Lastwagen aus eben jener Straße kamen und jetzt ratet mal als was ich ihre Fracht aus dem Rückspiegel identifizieren konnte? Richtig, Holz!

Soviel also zur Heimfahrt. In Brasov angekommen, schonte ich mich. Glücklicherweise fielen die krassen Nebenwirkungen vom ersten Mal aus. Zumindest am Abend. Ich freute mich, für den nächsten Tag nicht absagen zu müssen, denn für die Honterus-Schule, meine zweite, inoffizielle Einsatzstelle, ging es wieder in Präsenz. Und kurzerhand stand ich um 7:45 Uhr am Donnerstag in der Schule. Im Laufe meiner vier Stunden lernte ich meine 10. und 11. Klässler das erste Mal wirklich kennen. Sie sehen zwar alle älter aus als ihr wirkliches alter, trotzdem waren sie echt schüchtern:). Ich hatte glücklicherweise ein Ibuprofen-Tablette bei mir und als nach der ersten Stunde leichte Nebenwirkungen im Bereich der Erschöpfung eintraten, warf ich diese einfach ein, um dabei zu bleiben – ich weiß das ist nicht soo gut, aber der erste Schultag war es mir wert!

Außerdem war mein Tag nach dem Unterricht nicht vorbei. Ich machte noch einen PCR-Test – negativ natürlich – und nahm als Juror wie in der letzten Woche an einem Schulfinale des Literatur-Projektes „Lesefüchse“-Teil. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass ich wirklich erschöpft an jenem Abend ins Bett fiel. Zum Glück konnte ich am Freitag dann aber Ausschlafen, da nichts anstand und ich nur packen musste. Ich hatte zwar noch eine Stunde Sprachkurs (ja, ich mache auch endlich einen Sprachkurs in Rumänisch), aber ansonsten, war Alles entspannt, von den leichten Nebenwirkungen vom Vortag spürte ich auch nichts mehr!

Leider war der Luxus des langen Schlafens am Reisetag, also heute (Samstag) eine Fehlanzeige. Ich holte mir gesunde 2,5 Stunden Schlaf, bevor ich um drei Uhr nachts in den Shuttlebus zu Flughafen Bukarest Otopeni stieg. Im Bus schlief ich zwar auch nochmal kurz, aber bis auf einen kurzen Nap im Flugzeug und am Frankfurter Flughafen, war es das.

Die Sonne über dem Bukarester Flughafen, ein tolles Bild zum Aufwachen

Der Flug und die Vorbereitung darauf liefen reibungslos und ich war mal wieder viel zu früh da, weshalb ich kurzerhand das Buch „Essentialsm“ (erwähnt im dieswöchigen Zitat), welches ich am Dienstag angefangen habe, beendete. Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen, es lohnt sich für jeden, der Mal einen anderen Blick auf den Alltag werfen möchte!

Obwohl es eine Umweltsünde ist, liebe ich es zu fliegen!

In Frankfurt hatte ich trotz eines kurzen Mittagsschlafs sündhaft viel Wartezeit (ich wartete auf Jannine, damit wir zusammen nach Berlin fahren konnten) – und ich finde die Stadt Frankfurt ist eher weniger angenehm zum Zeit totschlagen – doch nun bin ich hier im Zug, es ist echt ungewohnt mal wieder schnell und zügig ans Ziel zu kommen, und bald das erste Mal seit 2,5 Monaten zu Hause.

Der EU-Tower in Frankfurt am Main

Der ICE nach Hause

Und damit beende ich diesen Wochenbericht. Nächste Woche werde ich anlässlich der Halbzeit meines Dienstes ein Zwischenfazit veröffentlichen, aber jetzt ist die Priorität erstmal Familie und Freunde!

Ich hoffe, dass dir/euch dieser zusammengewürfelte Eintrag gefallen hat, liebe Grüße und stay healthy!

Luca

 

 

Woche 10 – Zwischen Betonplatten und Feldwegen

Zitat der Woche: „Sorgen sind wie Nudeln: man macht sich immer zu viele.“ (Basti)

안녕하세요!

Anstrengende Wochen, das ist inzwischen nichts mehr Neues! Zur Mitte der Woche habe ich ein wirklich hohes Arbeitspensum erreicht, es stand schulisch viel an, obwohl momentan noch immer Online-Unterricht stattfindet. Trotz etwaigen Reisen bin ich ja hier immer noch nicht nur zum Spaß. Es wird wenigstens nicht langweilig. Im Unterricht spielte ich zum Beispiel mit meinen Schülern eine Online-Version vom Klassiker „Stille Post“, sie haben es wirklich geliebt (falls ihr Lust habt: www. garticphone.com)!

Der Wochenmittelpunkt waren die sogenannten „Simulare“. Das sind Evaluationsprüfungen in verschiedenen Klassenstufen, praktisch eine ganz schulische „Vera 8“, aber eben simuliert. Ich war in den sechsten Klassen als Mit-Aufsicht eingesetzt und da das meine allererste Klausur-Aufsicht in meinem Leben war, nahm ich das natürlich ernst. Mit aufgesetzter, grimmiger Mine lief ich also in die Klasse, um mit meiner betreuenden Lehrkraft die Prüfungen zu starten. Leider wurde mir schnell klar, dass diese Simulation leider von fast niemandem ernstgenommen wurde, selbst der Lehrer an meiner Seite war am Handy oder unterhielt sich lebhaft mit mir. Und auch als ich zwei, sich unterhaltende Schüler böse anguckte und mich räusperte, stoppten diese nur für ungefähr fünf Sekunden, um dann munter weiter zu tratschen. Irgendwann wurde ich dann auch lockerer, immerhin musste ich dank diesen einstündigen Prüfungen an zwei Tagen keinen Unterricht halten.

Am zweiten Prüfungstag, dem Donnerstag, wurde dann aber noch am Nachmittag die Online-Vorentscheidung des Lesefüchse-Projektes (ein international anerkannter, deutscher Literatur-Wettbewerb) an einer meiner beiden Schulen herausgehängt, welche sich auf vier Stunden steckten. Dieser Umstand brachte mich dann erst um 18 Uhr nach Hause. Dementsprechend glücklich war ich auch, dass ich am Freitag aufgrund mangelnder Aufgaben frei hatte und genüsslich GNTM mit Jannine gucken konnte!

Bevor ich nun zum Wochenende und wirklich interessanten Teil meines dieswöchigen Blogs komme, muss ich noch eine Sache erzählen. Die Restaurants wurden nämlich am Mittwoch wieder voll eröffnet und so lud Carol (unser Verantwortlicher)  die Mädels, Schulleiter und Frau, Fabrice (den Chef aller deutschen Lehrer in Rumänien; trotzdem ein total netter Typ) und mich zum Ungaren ein, um den Abschluss des diesjährigen DSD´s zu feiern. Die „Deutschen Sprachdiplome“ waren nämlich angekommen und das war dann ein gutes Essen wert! Lustigerweise erhielt unser Schulleiter, der sich offenbar auch den Prüfungen im November unterzogen hatte, auch ein Diplom!

Vorne: Schulleiter mit Frau
Links und rechts neben mir: Fabrice und Carol
Auf der Couch: Johanna und Sophia

Aber zurück zum Freitag. Der Tag startete gut, da ich ausschlief und ich ein bestelltes Buch (Essentialism – Greg McKeown) abholen konnte! Als ich aber auf dem Weg vom Buchladen zum Friseur in einen Regenschauer geriet war der Spaß aber kurzzeitig vorbei – keine Sorge, dem Buch geht es gut. Sowieso schon gestresst kam ich dann durchnässt beim Barber-Shop an, wo mir der Friseur leider einen sehr harten Übergang schnitt, was mir leider auch missfiel. Ein guter Friseur ist wirklich gold wert und ich vermisse meinen Stammfriseur, Shoutout an Andreu aus dem Coiffeurteam Birgit Maczolla in Berlin-Konradshöhe.

Ich hatte aber leider keine Zeit zu trauern, da ich nach dem Friseur schnell nach Hause musste, um mich nach einer kurzen Stärkung auf den Weg zum Bahnhof zu machen. Für Sophia, Johanna und mich ging es nämlich nach Deva, ein Kleinstadt 250 Kilometer östlich von Brasov, wo wir bei der Freiwilligen Joena (vielleicht erinnert ihr euch an sie aus dem Donau-Delta-Beitrag) unterkamen. Ich erreichte den Bahnhof glücklicherweise pünktlich und sobald wir dann unterwegs waren, war der Stress verflogen. Nach sechs Stunden Zugfahrt – ja, es war ein Schnellzug – in einem geräumigen, aber ziemlich warmen Zugabteil kamen wir dann ein wenig erschöpft um 22:15 in Deva an. Vor Ort ging es dann zu Joena und wir ließen den Abend mit großen Plänen für den nächsten Tag und einigen netten Gesprächen ausklingen.

Der nächste Tag begann mit einem gemütlichen Frühstück und dann ging es los. In der Nähe von Deva gab es einen Hügel, der dem südafrikanischen Tafelberg ähnelte und den man besteigen konnte. Der Berg war das Ziel des Tages und so ging es bei bestem Wetter über Feldwege und durch kleine Dörfer in Richtung dieses Berges. Vor Gefahren wie Zeckenbissen und Straßenhunden hatten wir zwar Respekt, aber das sollte uns nicht aufhalten.

Unterwegs rasteten wir in einem wirklich schönen Naturpark und wir fanden eine kleine deutsche Pension, in der uns die leider frisch verwitwete Dame des Hauses mit Wasser versorgte. Der Weg war wirklich schön und voller Entdeckungen und als wir nach sechs Stunden den Berg erreichten waren wir wirklich stolz auf uns und zufrieden mit dieser tollen Wanderung. Wir ruhten uns in der schönen Nachmittagssonne aus, machten ein paar Fotos und riefen uns dann später nach siebeneinhalb Stunden Tour und 18 gelaufenen Kilometern ein Taxi zurück. Das war mit Abstand die längste Wanderung meines Lebens.

Rast in der Natur

Der „Simeria“ aka Mini-Tafelberg

Eurem Lieblingsbergsteiger ist keine Tour zu lang

Oben auf dem Simeria

Zurück in der Wohnung entfernten wir Joena eine Zecke, betrachteten die Spuren des Wandern in der Sonne (ich bin an den Armen ein wenig rot) und dehnten uns. Daraufhin aßen wir verdientermaßen groß zu Abend und verbrachten den Rest des Abends spielend, lachend und mit einer geringen Menge an Alkohol. Mir wurde sogar ein neues Misch-Getränk gezeigt: „Secco-Mate“. Das ist eine Mischung aus Prosecco und dem Erfrischungsgetränk Club Mate und schmeckt wirklich erfrischend. Da Mate-Tee ja sehr koffeinhaltig ist, macht es auch noch wach. Meine absolute Sommer-Empfehlung. Den darauffolgenden Nachtschlaf hatte ich mir dann wirklich verdient!

Am Sonntag, also heute, stand dann Deva-Stadt auf dem Plan. Die 60.000-Einwohner-Stadt ist vor Allem gezeichnet von Plattenbauten (wir wohnten sogar in einem) und weist bis auf den Beinamen „Diemrich“ keine deutschen Spuren vor. Über Deva thront aber auch noch eine Burgruine, welche Deva den Spitznamen „Festungsstadt“ verleiht. Die Burg haben wir  nach einem Spaziergang durch die überschaubare Innenstadt und trotz leichter Erschöpfung vom Vortag natürlich erklommen. Von oben war die Aussicht wirklich unglaublich!

Die Aussicht aus unserem Plattenbau

Eine kleine Attraktion im Stadtpark

Diese Ruine zeichnet die Stadt

Aber grundsätzlich ist Deva vor allem beton-grau

Ansonsten stand natürlich packen auf dem Plan, denn am Abend ging dann schon der Zug zurück nach Brasov, wo Arbeit und Alltag auf uns warten. Der Abschied war wiedermal voller Wehmut, wir konnten wieder einmal den „kulturweit-Effekt“ beobachten. Obwohl wir nur um die 48 Stunden miteinander wohnten, hatten wir alle das positiv konnotierte Gefühl, so schon länger zu leben. Noch einmal Shoutout an Joena; Danke, dass du uns aufgenommen hast, es ist wirklich cool mit dir Zeit zu verbringen, das hat sich im Donau-Delta und jetzt in Deva bewiesen!

Mit großen Aussichten sitze ich nun aber im o.g. Zug nach Brasov, denn mich schlägt es ab nächstem Samstag für voraussichtlich zwei Wochen in die deutsche Heimat! Es gibt ein paar persönliche Anlässe, die für mich diesen Heim-Urlaub zur anstehenden Hälfte meiner Freiwilligen-Zeit legitimieren, und deshalb geht am Samstag früh der Flug nach Deutschland! Home-Office liegt trotzdem an.

Nächste Woche steht aber erstmal die Schularbeit und vor Allem meine zweite Impfung mit AstraZeneca an, darauf muss ich mich jetzt erstmal konzentrieren! Die Ausgangssperre und Maskenpflicht im Außenraum wurde zudem aufgehoben, diese Entwicklungen beobachte ich auch mit größter Spannung.

Das wars aber für diese Woche! Ich hoffe dieser Eintrag hat dir/euch gefallen. Falls ihr Lust habt, könnt ihr mir auch gerne auf Instagram folgen, ich poste auch dort vermehrt Eindrücke (@luca_ccr3)! Wir sehen uns nächste Woche, dann sitze ich schon in Berlin 🙂

Liebe Grüße und bis bald!

Luca

Woche 9 – Back to work

Zitat der Woche: „Das ist frech!“ (Luca)

Buna ziua!

Nachdem ich den letzten Eintrag ja zu spät gepostet habe, kommt dieser nun pünktlich wie die Maurer! Der Eintrag wird auch ein wenig kürzer, da  neben dem einem Tag weniger auch deutlich weniger los war!

Diese Auszeit konnte ich aber wirklich gebrauchen und so nahm ich mir den Dienstag frei, schlief ein wenig länger und machte nötige Besorgungen.  Wie inzwischen üblich ging ich also zu Kaufland, aus zeitlichen und finanziellen Gründen ist das mit Abstand der beste Laden für mich. Außerdem ist die Produktvielfalt wirklich super! Und nein, dieser Blog ist nicht von Kaufland gesponsert.

Auf den wirklich entspannten Dienstag folgte der ereignisreichste Tag der Woche. Es war ein dienstlicher Trip nach Fagaras geplant und so trafen Sophia (Zurück aus Bulgarien), Johanna und ich uns um 6:45 Uhr am Brasover Bahnhof, den ich in den letzten Wochen gut kennenlernen durfte! In der rumänischen Regionalbahn, der zweiten und langsameren  Zugklasse hier im Lande, fuhren wir dann zusammen in zwei Stunden ins 60 Kilometer entfernte Fagaras. Ob ihr mit Physik vertraut seid oder nicht, ihr könnt euch mit Sicherheit vorstellen wie langsam das war. Aber eben auch günstig.

Vor Ort angekommen besichtigten wir die Festung in der Mitte der Stadt, wir konnten aber leider nicht hineingehen, da Renovierungsarbeiten stattfanden. Auch die örtliche, orthodoxe Kathedrale besuchten wir. Da Fagaras ein wirklich kleiner Ort (ähnlich wie das Dorf Hennigsdorf) ist, war das auch alles gut erreichbar. Unser echtes Ziel war aber die evangelische Kirchengemeinde.

Die Festung in Fagaras

Die imposante Kathedrale

Dort empfing uns der sehr freundliche Paul, der durch das Institut für Auslandsbeziehungen (IfA) nach Rumänien entsandt wurde und zeigte uns alles erst einmal. Außerdem besprachen wir wichtige Infos bezüglich den sogenannten „Kinderspielstädten“, in welchen wir im Sommer helfen sollen. Eine Kinderspielstadt ist ein Projekt, bei welchem zwischen 50-100 Kinder unter Betreuung eine kleine, fiktive Stadt führen (von 10-16 Uhr zumindest), ein cooles Ferienlager. Wir als im Sommer unbeschäftigte kulturweit-Freiwillige passen da gut rein, besonders, da einige unserer Schüler wahrscheinlich als Betreuer arbeiten! Wir wurden auch tatsächlich dann auch zum Ort der Veranstaltung gefahren, ein Dorf namens „Bekokten“, wo die Spielstadt am Fuße der alten Kirchenburg stattfinden wird.

Ein Ferienlager am Fuße dieser Burg, das wird toll!

Gutes Essen gab es dann auch noch, netterweise für lau, und nachmittags halfen wir bei einer Synagogen-Führung in Fagaras. Es gab in gesamt Siebenbürgen nämlich vor der Nazi-Zeit, die auch hier ihre Auswirkungen hatte, eine große jüdische Minderheit. Heute ist die alte, aber gut erhaltende Synagoge leider außer Betrieb, da alle jüdischen Menschen Fagaras verlassen haben. Sie wird aber nun zu einem Kulturzentrum umgewandelt! Die Führung am Nachmittag galt praktisch als Auftakt für dieses Projekt und trotz der rumänischen Sprache während des Vortrages, konnte ich viel lernen! Ein tolles Erlebnis.

Die alte Synagoge…

…erkundet mit Helmen.

Nach einem langen Tag in Fagaras ging es dann vom örtlichen Bahnhof, an dem man einfach über die Schienen zum Zug läuft, zurück nach Brasov. Erschöpft fiel ich ins Bett, bereit aber für den Beginn der letzten Schulperiode vor den Sommerferien in sieben Wochen!

Der kleine Bahnhof, ohne wirklich sicheren Schienenübergang

Der Schulstart prägte dann die nächsten beiden Tage, das Arbeitspensum fuhr wieder hoch. Ich bin darüber aber eigentlich ganz glücklich, es hält einen ja auch auf Trab, mal ein wenig was zu tun zu haben. In diesen beiden Tagen erstellte ich einen Instagram-Channel für die Honterusschule (@cn_johanneshonterus) und startete mit ein paar Neuntklässlern ein Projekt über Tourismus in Brasov, bei welchem hoffentlich ein gutes Video entstehen wird.

Am Freitag gab es dann direkt zwei Highlights. Ein großer Grund zur Freude bestand darin, dass die Bars und Restaurants für Geimpfte (zu welchen ich zu diesem Zeitpunkt zählen werde) ab dem 01.06.2021 in Brasov geöffnet werden. Das werde ich dann – natürlich in Maßen 😉 – ausnutzen. Ich habe echt das Gefühl, dass der Sommer langsam kommt, ich freue mich wirklich auf meine Lieblingsjahreszeit. Highlight Nummer zwei entstand dadurch, dass Sophia und ich uns entschieden den Hausberg von Brasov, die Zinne, hoch zu joggen. Als wir nach 23 Minuten Serpentinen-Lauf oben ankamen, waren wir dann wirklich stolz auf uns. Diese Leistung werden wir denke ich mal in den nächsten Monaten noch öfter wiederholen!

Die Erklimmer der Zinne

Am Wochenende lies ich ein wenig die Seele baumeln und erledigte ein paar fällige Aufgaben. Über meine alte Freundin Emily hatte ich am Samstag Nachmittag Zugang zu einem gratis Coaching, welches ich gerne mitnahm. Mit Coach Mark sprach ich also über die fünf Säulen der Identität (Körper, Soziales, Karriere, Finanzen und Werte), definierte diese für mich und erstellte ein persönliches Ranking dieser Säulen! Diese Aktivität kann ich jedem empfehlen, es ist wirklich interessant, mal in sich zu gehen und über eigene Werte und Ziele nachzudenken.

Am heutigen Sonntag gab es ein Pancake-Frühstück bei Johanna und Sofia und ich konnte auf dem Rückweg beobachten, dass die gesamte Innenstadt mit meist maskenlosen Menschen gefüllt war. Zugegeben das Wetter ist heute wirklich schön, doch das war schon erschreckend. Die Inzidenz hier in Brasov liegt bei 144 auf 100.000 Einwohner, Tendenz sinkend, doch aufgrund fehlender Testmöglichkeiten und einem eher legeren Umgang mit dem Virus im gesellschaftlichen Raum vertraue ich diesen Zahlen eher weniger, sie entsprechen einfach nicht meinen Beobachtungen… wie oben sichtbar wird trotzdem munter gelockert.

Die wirklich volle Innenstadt 🙁

Naja, nachdem ich meiner Mutter natürlich zum Muttertag gratuliert habe, sitze ich jetzt hier und warte auf das Formel 1-Rennen. In der nächsten Woche könnte vielleicht ein Kurztrip anstehen – lasst euch dahingehend überraschen – und schulisch ist doch einiges geplant, das wird lustig :).

Bis dahin hoffe ich, dass euch dieser Eintrag gefallen hat. Folgt mir gerne auf Instagram (@luca_ccr3) und bleibt weiterhin gesund! Dieser etwas weniger lange Eintrag war hoffentlich eine Abwechslung zu den Romanen der letzten Wochen!

Grüße an alle,

Luca

 

Woche 8 – Das Donau Delta

Zitat der Woche: „Lieber fünf Mal nachgefragt als einmal nachgedacht!“ (Unknown)

Hallöchen!

Erstmal tut es mir sehr Leid, dass ich diesen Eintrag einen Tag zu spät hochgeladen habe, es ist wirklich viel passiert und das gesammelte Material legitimiert die Verspätung. Ich hoffe ihr seht das auch so!

Auf in die Woche. Da wir die Vorwoche der orthodoxen Ostern hatten, gab es nicht wirklich etwas zu tun. Ich besorgte mir endlich einen Topf und klärte auf der Arbeit meine nächsten Aufgaben ab, die sich stark im Bereich von Social Media abspielen werden, nächste Woche wird es da einen stärkeren Input geben! Ich muss auch generell hier einmal sagen, dass sich meine Tätigkeit hier vielseitig über das Deutsch sprechen im Unterricht hinaus entfaltet! Ich mache auch echt viel für die Schule und, das denke ich zumindest, helfe eben viel beim drumherum!

Bis Donnerstag-Abend geschah ansonsten echt nicht viel, ich nutzte die Zeit für Sport und um ein wenig runter zu kommen. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag begann die inhaltliche Füllung der Woche. Das Unwichtigste kam zuerst, der NFL-Draft. Ich blieb gekonnt bis drei Uhr nachts wach, um diesen inoffiziellen Start in die kommende NFL-Spielzeit zumindest teilweise mitverfolgen zu können. Ja, ich bin halt immer noch ein absoluter Football-Freak!

Nach einer Stunde Schlaf stand ich dann um 5:45 Uhr wieder auf und machte mich fertig. „Warum machst du das?!“, fragen sich nun bestimmt Einige von euch. Keine Sorge, genau wegen solcher Fragen schreibe ich ja Blog. Um sieben Uhr ging der angepeilte Bus, der uns zum Bukarester Flughafen brachte, von wo aus ich nach Dubai fliegen würde. Okay nein, ich weiß es war nicht so lustig. Vom Flughafen sollte es mit einem weiteren Bus in Richtung Tulcea, der Stadt, von welcher aus das Donau-Delta bereist werden konnte. Das war nämlich mein Reiseziel für die nächsten Tage.

Um 6:45 Uhr traf ich mich also am Brasover Bahnhof mit Joena (einer Freiwilligen aus Deva), um mit ihr den Kleinbus zum Flughafen zu besteigen! Wir kannten uns vorher nicht und das machte die doch eher lange Fahrt trotz aller Müdigkeit zu einer Fahrt mit vielen interessanten Gesprächsthemen! Der Bus war glücklicherweise eher wenig gefüllt, weshalb uns die Rückbank gehörte. Leider mussten wir nach einer entspannten Wartezeit am Flughafen feststellen, dass dies beim zweiten Kleinbus, welcher auch noch länger fuhr, nicht der Fall war. Dieser war voll und ich war sehr glücklich neben meiner FFP2-Maske meine Impfung bereits zu haben.

Nach einer coolen, aber auch teuren und übermüdeten Anreise, checkten wir in unserer Pension ein, kauften ein paar Dinge und warteten auf die anderen Freiwilligen, die bald eintreffen würden. Ich bezog ein Zimmer mit einem 1,20 m-Bett nur für mich, was im Gegensatz zu meiner harten 80 cm Matratze im Wohnheim wirklich befreiend wirkte. Abends trafen dann auch Nicole, Klara, Samuel und Henning, Freiwillige aus Oradea und Sebes, ein, wir aßen zu Abend, ich lernte sie alle kennen und wir besprachen den Plan bzw. die Ziele für die Tage.

Die gesamte Planung in diesem Urlaub zeigte mir generell mal wieder, dass der Schlüssel zu einem entspannten Leben in Rumänien Spontanität mit sich brachte. Beide unserer Touren wurden nämlich ungefähr 2-3 Stunden vor Abfahrt gefunden und gebucht.

Wir wussten also am Samstag Morgen zwar, dass wir nach Sulina, die östlichste Stadt des EU-Festlandes und Stadt am Schwarzen Meer/Ende der Donau, wollten, aber noch nicht wie. Wir fanden zum Glück ein Wassertaxi, dass uns dann mittags nach Sulina brachte. Vormittags besuchten wir noch das Donau-Delta-Museum, in dem wir neben interessanten Informationen über dieses riesige Naturschutz-Gebiet auch Nemo und Dorie sahen, das war lustig.

Die Stars aus „Findet Nemo“ und „Findet Dorie“

In Sulina angekommen betrachteten wir ein wenig die Hafenpromenade und die Innenstadt. In Sulina herrscht 40% Arbeitslosigkeit, was sehr schade ist, da wir alle dachten, dass man mit ein wenig Geld aus Sulina eine super Touristen-Stadt machen könnte. Wir pilgerten natürlich auch zum Strand, an dem ich das erste Mal in meines Lebens meine Füße ins schwarze Meer hielt. Im Sommer werde ich das auf jeden Fall auch machen, dann aber in Konstanz. Wir mussten nach einem schnellen Gruppenfoto zwar zurück hetzen, um unser Boot nicht zu verpassen, doch der Strandbesuch war es wert.

Der Strand des schwarzen Meers, mit Schirm und der rumänischen Version von Flensburger

Das Bild ist kurz vor dem Aufbruch entstanden, weshalb ich leider als einziger Schuhe trage. Von links an haben wir Henning, Klara, Joena, mich, Samuel und Nicole. Eine super Gruppe!

Am Abend gingen wir dann erstmal irgendein offenes Lebensmittelgeschäft suchen. Aufgrund des stattfindenden, orthodoxen Osterfest, war nämlich Samstag-Abend und Sonntag fast alles geschlossen. Zum Glück fanden wir dann einen offenbar unorthodoxen Gemischteren-Laden, in welchem wir uns nochmals eindeckten. Zurück gekommen lernten wir dann den Leiter der Pension kennen. Die Organisation lag zwar bei seiner Familie, die im gleichen Haus wohnten, aber er leitete alles andere. Er ging mit uns in eine Bar am Hafen. Ich war erstaunt, dass Bars für Außenbetrieb geöffnet waren, hielt mich aber zurück. Radu ist ein Opernsänger in Bukarest und wirkt wie ein klarer Freigeist. Er hat uns aber sehr gut behandelt und uns echt gerade bezüglich der Erkundung des Deltas sehr geholfen.

Dies war nämlich am nächsten Tag, meinem letzten Tag, der Plan. Um 8:30 wussten wir nur noch nicht, wie genau wir ins Delta, also die vielen Nebenflüsse, die vom großen Arm von Sulina abgingen, kommen sollten. Zum Glück fand Radu jemanden der uns mit seinem überdachten, aber nicht windgeschützten Boot kutschieren würde. Die Kleinboote in dieser Gegend fahren echt ziemlich schnell und der Wind kann auch mal schnell kalten werden. Um zehn Uhr machten wir uns also auf die Reise. Vorweg gesagt, das Delta ist riesig und voll mit verschiedensten Tier- und Vogelarten. In einer Fünf-Stunden-Tour wie der Unseren war es nicht möglich alles zu erkunden. Das hätte Tage gebraucht. Wir fuhren trotzdem über die engen Kanäle und riesige Seen nach Mila 23 und zurück.

Mila 23 ist ein Fischerdorf mitten im Delta, in welchem das Leben auf Familie, Gott und der Fischerei beruht. Unterwegs sahen wir unberührte Natur, abgeschottete, aber bewohnte Fischerhäuser und stellenweise auch tollten Vögel. Diese waren aber generell nicht so präsent, da Brutzeit ist. Dieser Trip hat mich mit wirklich vielen interessanten Gedanken und Eindrücken bereichert und er war das Geld zu 100% wert. Ich würde jedem, wirklich jedem, der einmal die Möglichkeit hat, ein Trip ins Delta hinein empfehlen. Natürlich präsentiere ich Bilder, doch man sollte das Delta selbst gesehen haben! Wir sahen auf dem Rückweg sogar Wildpferde!

Radu, Joena und ich machen faxen auf dem Kleinboot.

Einer der vielen, hunderten Kanäle im Delta

Pure Natur, wirklich wunderschön

Das Donaudelta wurde schon in der Bronzezeit von Menschen besiedelt, aber die meisten Populationen bewegen sich bis heute nur am Rande. Natürlich ist Fischerei das mit Abstand größte Geschäft in diesem Teil Rumäniens, was sich zum Beispiel dadurch zeigt, dass schon bei Einfahrt in den Landteil Tulcea, 50 Kilometer vom Delta entfernt, Händler mit Fischen aus dem Delta auf dich warten! Das Delta ist wirklich wunderschön, birgt aber für unerfahrene Menschen auch große Gefahren! Ich bin wirklich fasziniert von diesem Spektakel.

Zurück im sicheren und heißen Tulcea (27 Grad Celsius) aßen wir dann natürlich Fisch und begaben uns dann an einen idyllischen kleinen See in der Nähe des Hafens, wo wir uns dann verdienter Maßen im Schatten ausruhten. Meine Reise (die Anderen blieben einen Tag länger, aber ich musste zurück) ließen wir dann mit Snacks und Spielen ausklingen. Wir unterhielten uns zudem darüber, wie schnell man doch zusammenwächst, wenn man als Gruppe ein so tolle Zeit verbringt!

Das ist wirklich so ein kulturweit-Erlebnis. Ich gehe mit Mensch auf Reisen, die ich davor noch nie kennengelernt habe, und kann sie drei Tage später als Freunde bezeichnen! Am Montag morgen, als ich in aller Frühe aufstand, um mich von Ihnen zu verabschieden, hatte ich nicht das Gefühl diese fünf Menschen erst am Freitag kennengelernt zu haben. Ich bin wirklich froh diesen Trip spontan angetreten zu haben und dankbar in einer so coole Truppe aufgenommen worden zu sein! Cheers oder auf Rumänisch „Noroc“!

Die Anderen machten sich noch auf eine weitere Tour auf, während ich mich wieder schlafen legte. Mittags machte ich mich dann nach einem schönen Frühstück mit klassisch rumänischen Süßbrot auf den Weg nach Brasov. Ich wurde von Radu mit nach Bukarest genommen, von wo ich praktischerweise stündlich verkehrende Züge nach Brasov nehmen konnte. Die Autofahrt war wirklich cool und gefüllt von musikalischen Fakten, denn Radu hat Musik studiert! Auf diese Weise musste ich auch nur den Zug nach Brasov bezahlen, was mir wirklich Einiges an Kosten ersparte. Ich weiß, du liest das hier nicht, aber Danke, Radu!

Jetzt sitze ich gerade im Zug nach Brasov, wo dann ab morgen der Alltag wieder beginnt. Ich bin gefüllt mit positiven und spannenden  Eindrücken und froh über fünf neue Freunde, die ich auf jeden Fall wiedersehen will! Nur leider ruft jetzt erstmal die Arbeit, da die Ferien enden und der Unterricht wieder anläuft!

Nächste Woche werde ich eine kleine dienstliche Tages-Reise unternehmen und am Mittwoch startet zudem ein neues Kleinprojekt mit Neunt-Klässlern meinerseits. Das wird bestimmt spannend.

Ab nächster Woche werden die Einträge auch erstmal wieder kürzer, ich hoffe euch hat dieser wirklich lange Bericht trotzdem gefallen! Ich grüße nochmal ganz herzlich Henning, Joena, Klara, Nicole und Samuel! Folgt mir gerne auf Instagram (@luca_ccr3) und bleibt gespannt auf die Berichte der nächsten Woche! Nachträglich wünsche ich frohe orthodoxe Ostern aus dem immer wärmer werdenden Rumänien! Bis Sonntag!

Luca

P.S. Glückwunsch an Trevor Lawrence, der an der ersten Stelle ausgewählte Spieler im NFL Kraft 😉

Woche 7 – „German Shop“ und Hermannstadt

Zitat der Woche:  „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir nicht ganz sicher.“ (Albert Einstein)

Konnichi Wa!

Während das Wetter hier in Brasov immer wärmer wurde, war diese Woche vollgepackt mit neuen Entdeckungen und Erlebnissen. Arbeitstechnisch war diese Woche sehr entspannt (Unterricht am Montag, Dienstag, Mittwoch Vormittag) und ich konnte meinen Fokus auf andere Aktivitäten setzen und eine coole Zeit mit den Freiwilligen aus Radauti und Iasi verbringen.

Wir aßen zum Beispiel fast jeden Abend etwas zusammen und quatschten über verschiedenste Themen. Dadurch, dass wir alle von kulturweit entsandt sind ist es auch verhältnismäßig einfach ein Gespräch aufzubauen und zu führen. Wir sitzen ja praktisch alle in einem Boot! In der Zeit, in der die Freiwilligen aus Iasi da waren, hatte ich sogar einen Mitbewohner in meinem kleinen Wohnheim-Zimmer. Es war zwar irgendwie echt cool, aber (und jetzt kein Front an Jakob) ich präferiere dann doch lieber ein eigenes Zimmer!

An einem Nachmittag besuchten wir zusammen dann auch mal die „Schwarze Kirche“, das Wahrzeichen Brasovs. Ich bin davor leider nie dazu gekommen, diese von innen zu besichtigen – obwohl sie doch direkt neben meiner Schule liegt. Mit Gratis-Tickets (wir sagten an der Kasse wir wären Teil der Honterus-Schule, was wir ja auch irgendwie sind) haben wir dann also die größte gotische Hallenkirche Südosteuropas betreten. Ich präsentiere euch in diesem Eintrag auch ein paar, rare Bilder, Fotos machen war offiziell nämlich untersagt. In der heute evangelischen Kirche waren interessanterweise auch viele verzierte Teppiche aus dem Orient ausgestellt. Wir haben vermutet, dass diese etwas mit der historischen Besiedlung Rumäniens durch die Osmanen zu tun hatten, aber wir konnten diese Information leider nirgends finden. Ein wenig nervig war leider auch, dass der Wachmann uns auf Schritt und Tritt folgte. Das erschwerte das Fotos machen abermals!

Orientalische Teppiche in den Gängen der Kirche!

Die größte gotische Hallenkirche Südosteuropas, prächtig!

Neben diesem imposanten Erlebnis war, als die Freiwilligen nacheinander abgereist waren (Gruß an Marie, Marie und Jakob), in der zweiten Hälfte der Woche ein Kurztrip nach Sibiu aka Hermannstadt geplant. Da Sophia momentan in Bulgarien ist, war ich nur mit Johanna unterwegs, was aber kein Problem war. Da wir planten bei einer Bekannten Johannas unterzukommen wollten wir im Voraus ein paar „deutsche Geschenke“ besorgen, als Zeichen der Dankbarkeit. Dieser Plan führt dann zu einem der lustigsten Ereignisse der Woche.

Es gibt offensichtlich in Brasov bzw. generell in Rumänien sogenannte German-Shops. Das sind kleine Läden, die nur aus Deutschland importierte Produkte verkaufen. Was für uns Deutsche die allseits bekannten „Asia-Shops“ sind, sind für Rumänen offenbar diese „100% Germania“-Geschäfte. Ich besuchte also einen dieser Läden und war wirklich erstaunt, was ich wiedererkannte. Von Gewürzgurken, über Spargel im Glas, bis hin zu Leibniz-Butterkeksen gab es ein breites Sortiment verschiedenster Waren und das Alles sogar in deutscher Sprache. Nur leider konnte die Verkäuferin kein Deutsch und schüttelte nur verdutzt den Kopf als ich sie in bestem Englisch fragte, ob sie denn Deutsch spräche. Naja auch kein Problem. Positiv überrascht von diesem für einen Deutschen doch sehr ungewöhnlichem Erlebnis verließ ich dann den Laden!

100% Germania, echt lustig!

Am Donnerstag Mittag ging es dann los in Richtung Hermannstadt. In einem für rumänsiche Verhältnisse schnellem Zug fuhren Johanna und ich gen Westen. Zum Vergleich, der Zug kam bezüglich Aussehens knapp an den deutschen Intercity (IC) ran, wobei der IC doch deutlich schneller fährt. Wir schlichen und ruckelten also in einem Waggon der 2. Klasse, in dem es nur 4er-Sitzplätze gab, durch die Landschaft Transsilvaniens. Naja, dafür hat das Ticket auch nur 10 Euro gekostet.

Nach drei Stunden Fahrt für eine Strecke von 150 km (und das war schon der Schnellzug), hielt dann der Zug am Hauptbahnhof von Sibiu, wo uns Johannas Bekannte schon erwartete! Wir fuhren nicht in die Stadt, denn der Plan ja war bei ihr (sie wohnt auf einem alten sächsischen Dorf) zu schlafen, was uns einige Kosten ersparte! Im bald 600 Jahren alten Dorf Rusi oder auf Deutsch Reussen ist alles sehr ländlich gehalten und die Luft war eine positive Abwechslung zur Stadtluft von Brasov, obwohl diese aufgrund der Höhe auch schon nicht schlecht ist.  Wir erkundeten noch die Gegend (darunter einen schiefen Kirchturm aus dem 18. Jahrhundert) und aßen traditionell Rumänisch zu Abend, es gab eine Fleisch-Reis Mischung in Kohl eingewickelt mit Schmand dazu, genannt Sarmale. Gewöhnungsbedürftig, aber mit dem rumänischen Ursus-Bier (meine persönliche Empfehlung) im Nachgang ging’s. Am zweiten Abend gab es klassisches rumänisches Grill-Gut, also primär Fleisch, und wir unterhielten uns echt gut und lange. Die rumänische Gastfreundschaft hat mich wirklich überzeugt, sie kommt fast an die Italienische ran. Auch interessant war die einfache und konservative Weise zu leben. Die Familie erwirtschaftet sich vieles selbst, das Dorf ist die Community und oft wird noch mit einem großen Ofen geheizt. Es ist aber trotzdem klar, dass der Mann das Oberhaupt ist und stellenweise hatte ich das Gefühl, als Mann ein wenig ernster genommen zu werden.

Die Sitze im Zug

Abendlicht im Dorf

Die transsilvanische Landschaft

Schon ziemlich schwer dieser Turm, zum Glück mache ich Sport

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Natürlich widmeten wir uns auch unserem Hauptziel, der ehemaligen Kulturhauptstadt Europas (2007). Sibiu, dessen Beiname Hermannstadt auch auf die Siebenbürger Sachsen zurückgeht, wird oft als die schönste Stadt Rumäniens gehandelt. Ich kann das echt verstehen. Der Flair der Stadt mischt sich aus rumänischen, deutschen und italienischen Einflüssen und in der Altstadt spielt an jeder Ecke wunderschöne Musik. Bei bestem Wetter erkundeten wir die 150.000 Einwohner Stadt und wir wurden wirklich nicht enttäuscht. Am schönsten fand ich den alten Hauptplatz beim imposanten Rathaus, aber die gesamte Altstadt lohnt sich für einen Tagesausflug! Ich würde das besichtigen von Sibiu jedem empfehlen:). Generell habe ich die Mischung aus rumänischem Dorfleben und Sibiu als wirklich prägend empfunden, der Trip brachte wirklich eine Fülle von Eindrücken mit sich! Ich fühle mich als hätte ich Rumänien nochmal neu kennengelernt und generell fühle ich mich, trotz seltenem Heimweh, hier inzwischen sehr wohl!

Der wunderschöne Marktplatz Sibius

Nach einer ebenso langen Rückfahrt nahm ich mir dann heute (Sonntag) mal ein wenig Ruhe. Ich kaufte ein, schrieb Blog und lebte in den Tag hinein. Nächste Woche wird ziemlich entspannt, ich habe mir trotzdem ein bis zwei Beschäftigungsmöglichkeiten herausgesucht und am Wochenende geht es vielleicht ins Donaudelta, bleibt gespannt!

Wie jede Woche bedanke ich mich bei jedem Leser, der es durch diesen etwas längeren Eintrag mit mehreren Fotos geschafft hat, ich hoffe euch wurde nicht langweilig! Folgt mir ansonsten gerne auf Instagram (@luca_ccr3) und ich freue mich auf nächste Woche!

Liebe Grüße!

Luca

Woche 6 – Produktivität und Projektwoche

Zitat der Woche:  „Die global größte Spaltung verläuft (…) nicht zwischen Ost und West oder Nord und Süd, sondern zwischen Jung und Alt.“ (Parag Khanna in seinem genialen Buch „Move – Das Zeitalter der Migration“)

Salve!

Das war echt eine anstrengende Woche! Ich habe die Motivation der letzten Woche direkt mitgenommen und meine Produktivität stark erhöht.

Grundsätzlich muss ich erstmal sagen, dass es echt gewöhnungsbedürftig ist, aus einem mal dann und mal dann schlafen gehen zu einem pünktlichen Einschlafen und Aufwachen zu wechseln. Aber nach ungefähr fünf Tagen, also am Freitag hatte ich mich halbwegs daran gewöhnt. Die Morgenroutine sorgt zusätzlich dafür, dass ich morgens direkt fitter bin und der Tag direkt mit guten Emotionen startet.

Und so startete auch meine Woche. Ich möchte nicht zu sehr auf das Projekt zur politischen Bildung, welches ich diese Woche leitete, eingehen, aber grob lässt sich sagen, dass alles gut verlaufen ist, obwohl ich an manchen Stellen doch spontan umplanen musste. Beispielsweise hatte ich statt angekündigten zwei Schülern leider nur eine Schülerin, die dafür sehr engagiert war! Aufgrund dieser Tatsache musste ich mein Projekt zwar umstrukturieren, aber das war okay für mich. Im Zuge der Projektwoche interviewte meine Schülerin sogar unter meiner Anleitung einen rumänischen Parlamentarier (Name: Thomas Sindilariu), ein echt aufregendes Event. Da mich das Projekt immer den Vormittag kostete, musste ich nach der Mittagspause dann immer noch fälligen Aufgaben erledigen, was dann auch den Nachmittag kostete. Diese Aktivitäten beschreiben wohl am besten, wie meine Woche dann aussah!

Wenigstens waren die Nachmittagsaktivitäten deutlich vielfältiger als das Projekt am Vormittag. Von der Reisekosten-Abrechnung für die Hinfahrt nach Rumänien (solch ein Papierstress!) bis zum Aufräumen in der Mesota-Schule mit Sophia (einer Aktivität, bei welcher uns der Hausmeister fast rauswarf, weil er nicht mitbekam, dass wir für die Schule arbeiteten) war alles dabei. Im Laufe der Woche bemerkte ich dann auch, dass mein bester Kumpel Basti in weniger als vier Wochen schon hier auf der Matte stehen würde, was mich fast genauso motivierte wie der Fakt, dass ich mein Zuhause und somit auch Jannine in weniger als fünf Wochen wiedersehen würde. Ja, ich vermisse es natürlich weiterhin!

Wenn der anstrengende Tag dann vorbei war, telefonierte ich natürlich wie immer mit Jannine, aber auch mal mit Basti und Emily. Einmal spielte ich sogar eine Runde skribbl.io (ein Online-Zeichen-Spiel) mit Jannine, Basti und meinem Kumpel Jordan. Das war alles sehr schön und versüßte mir jeden öden Lockdown-Abend. Zudem startete ich ein neues Buch, nachdem ich Anfang der Woche „Das Harvard-Konzept“ (sehr zu empfehlen) beendete. „Move“ von Parag Khanna ist ein wirklich tolles Buch und ich bin mir nach 100 Seiten schon sicher, dass es eines der besten Bücher ist, das ich je gelesen habe! Kauft es euch, es lohnt sich.

Ein großes Highlight der Woche war dann aber am Samstag, wo ich mir nach langem Hin und Her endlich eine Kochplatte zulegte! Direkt am Abend, wusste ich dass es sich gelohnt hatte, nachdem ich mir ein leckeres Spiegelei mit Speckwürfeln gebraten hatte! Allein das war es wirklich wert!

Nachdem ich am Sonntag ein wenig länger schlief, kaufte ich noch ein wenig ein und dann kam es zu einem weiteren Highlight der Woche. Es waren weitere Kulturweit-Freiwillige aus Iasi und Radauz nach Brasov gekommen, mit welchen Johanna und ich uns am Abend trafen und eine tolle Zeit verbrachten! Es war echt angenehm andere Freiwillige kennenzulernen und einer von diesem schlief am Abend dann auch bei mir im Wohnheim! Marie, Jakob und Marie sind echt nette Menschen und es macht Spaß mit diesem Zeit zu verbringen. Der Sonntag war auch aufgrund des standardmäßigen Alkoholkonsums echt cool und ich hatte echt Spaß. Trotzdem falle ich jetzt gleich echt erschöpft, aber mit Lust auf die nächste Woche, ins Bett!

Zum Glück steht nächste Woche echt nicht so viel an, was mir und Johanna (Sophia ist gerade in Bulgarien) Kapazitäten für Ausflüge gewährt. Ich glaube nächsten Sonntag werde ich ein wenig mehr berichten zu haben! Freut euch schonmal drauf!

Da dieser Eintrag eher Last-Minute geschrieben wurde, hoffe ich trotzdem, dass er euch gefallen hat und ich verspreche, dass es nächste Woche besser werden wird. Folgt mir gerne auf Instagram (luca_ccr3) und ich danke euch fürs Lesen. Bis nächste Woche und ich hoffe allen geht es gut!

Luca!

Woche 5 – Mit Elan in die nächste Woche

Zitat der Woche:  „Seek discomfort!“ (Yes-Theory)

Ciao!

Was für eine entspannte und positive Woche! Ich habe echt persönliche Fortschritte gemacht und bin bereit euch davon zu berichten!

Wie angekündigt machte ich die Hälfte der Woche echt gar nichts für die Arbeit. Ich machte Spaziergänge, verbrachte Zeit mit Jannine und lebte einfach mal in den Tag rein. An einigen Punkten ging ich aber auch in mich und überlegte mir, wie ich mein Leben verbessern könnte. Ich erinnerte mich zurück an den ersten Lockdown, die Phase meiner Abiturvorbereitung. Ich konzentriere mich in dieser Zeit wirklich nur auf meine wichtigen Dinge: Freunde, Familie, Arbeit (Lernen fürs Abi). Ich fragte mich, wie ich das erreicht hatte und schnell kristallisierten sich drei Komponenten des damaligen Tages heraus, die ich leider wieder verloren habe. Das waren geregelt Schlafenszeiten, eine feste Morgenroutine und jeden Tag Sport. Und Zack war es mir klar, ich brauche wieder so etwas, um meine Leistung und Lebensqualität zu verbessern. Die ersten Wochen in Rumänien waren echt nicht so einfach gewesen und ich hatte mich auch ein wenig schleifen lassen. Doch nach dieser Ostererkenntnis bin ich nun voll neuer Kraft und Motivation diese einmonatigen „Lockdown-Ferien“ mit weniger Arbeit zu nutzen, um mich persönlich zu verbessern.

Als ich dann am Donnerstag langsam aus meiner Osterruhe aufwachte, begann ich erstmal mit Hilfe von Jannine, diese Erkenntnisse in die Tat umzusetzen. Ich werde euch nicht mit Einzelheiten quälen, aber das hat sehr gut geklappt. Natürlich fiel GNTM nicht flach. Positiv gestimmt ging ich dann in den Freitag, wo ich anfing meine Projektwoche in der nächsten Woche zum Thema Politikunterricht in Deutschland zu planen und fertig zu machen. Außerdem verfeinerte ich die „Optimierungen“ des Vortages. Mit den Ergebnissen, die ich am Samstag dann fertigstellte, bin ich sehr zufrieden. Ich hoffe, die Schüler sind da auch. Ich bin ein wenig aufgeregt.

Der Sonntag stand dann im Licht von unerledigten privaten Dingen. Ich arbeitete einen kleinen gebildeten Stapel aus Bons und anderen Dokumenten ab. Das Highlight des Wochenendes war aber, dass sich mein bester Kumpel Basti dafür entschied in der Woche, bevor ich Deutschland über Pfingsten besuchen würde, nach Rumänien zu kommen. Was eine tolle Entwicklung! Ich bin echt gehyped, nur noch 5 Wochen.

Apropos Wochen. Ich bin jetzt schon vier Wochen hier. In der kommenden Woche bin ich tatsächlich schon einen Monat hier! Insgesamt sind es ja nur fünf Stück! Ich habe jetzt schon 1/5 der Zeit hinter mir und ich freue mich jetzt schon, was ich hier alles erleben werde! Aus diesem Anlass möchte ich eine kleine Bilanz präsentieren:

Ich bin froh hierher gekommen zu sein. Carol, Johanna und Sophia sind coole Menschen, mit denen man gut Zeit verbringen kann! Kein Tag ist wie der Andere und ich weiß, dass sich das trotz Routinen nicht ändern wird und das freut mich! Natürlich vermisse ich mein zu Hause und meine Freunde. Ich war noch nie so lange davon weg! Und natürlich vermisse ich Jannine trotz Fernbeziehungserfahrung! Was mir auch fehlt ist Club Mate! Wenn mir jemand ein paar Flaschen schicken will, dann bitte an folgende Adresse: „Strada Memorandului 43, Căminul 10, Ap.24, 500045 Brașov, Romania“ mit meiner Telefonnummer auf dem Paket, das ist sehr wichtig. Und alleine der Geldaspekt überrascht mich tagtäglich aufs Neue!

Eine lustige Sache will ich noch erwähnen. Ich bin momentan ja in einem Studentenwohnheim untergebracht und wir haben eine Wohnheimsgruppe auf WhatsApp! Dort wird sich wirklich zu jeder Kleinigkeit der Administration auf Deutsch und Semi-Gutem Englisch von jedem geäußert! Es ist echt lustig, aber zeitweise auch echt anstrengend. Studenten halt!

So, diese Woche gab es wieder eher wenig zu berichten, ich hoffe ich konnte euch trotzdem ein wenig begeistern und euch eine tolle Zeit bereiten! Nach bereits fünf oder sechs Einträgen, bin ich froh immer wieder Komplimente und regelmäßiges Lesen bestätigt bekomme! Danke an jeden Leser.

Nächste Woche wird dann wieder ein wenig interessanter. Folgt mir bis dahin gerne auf Instagram (@luca_ccr3) und genießt eure Woche! Bis nächste Woche und beste Grüße wünscht

ein positiv gestimmter Luca

PS: Wer das Schulvideo von mir angucken möchte und so einen Überblick meiner Arbeitsschule zu bekommen, der sucht auf YouTube „Colegiul National Johannes Honterus“ und durchstöbert den Kanal oder geht auf diesen Link: https://www.youtube.com/watch?v=qokI6id3INk