Woche 20 – Hin und Her

Zitat der Woche : „Nimm dir trotz allem Stress und aller Aufregung manchmal auch einfach mal eine Pause und ruh dich aus!“ (Luca)

Hola amigos!

Nach einer Woche in der ich an mehr als zwei verschiedenen Orten geschlafen habe, melde ich mich nun zu meinem Wochenbericht.

Wer den letzten Eintrag gelesen hat weiß, dass ich letztes Wochenende nach Heidelberg gefahren bin. Wir starten also in Deutschland. Da meine Abreise für Dienstag Abend geplant war, verbrachte ich noch eine schöne Zeit in meiner zukünftigen Studienstadt und genoss das wirklich schönes Wetter. Jannine und ich fanden E-Scooter der Firma Bolt, die man für den sagenhaften Preis von einem Cent pro Minute ohne Aktivierungskosten benutzen kann – mal wieder kein offizielles Produktplacement :) – und cruisten durch die schönen Straßen Heidelbergs. Die Zeit war wirklich schön und ich fühlte mich sehr wohl. Dieser Besuch bestätigte ein letztes Mal meine Entscheidung, in Heidelberg zu studieren!

Am Dienstag Abend hieß es dann mal wieder Abschied nehmen und ich stieg um kurz nach Acht in den leicht verspäteten Zug – ja, ich bin im Zug zurückgefahren, für die Eisbären -, ohne zu wissen, dass mein nächstes Abenteuer am nächsten Bahnhof schon auf mich wartete. Als ich nämlich in Mannheim Hauptbahnhof einfuhr, sah ich meinen Anschlusszug nach München abfahren. Kurz aufgeregt wendete ich mich an das DB-Service-Center, wo mir netterweise eine Dame mit schwäbischem Akzent eine neue und tatsächlich sogar angenehmere Verbindung nach Budapest heraussuchte. Über Nacht und durch schöne Landschaften ging es dann also mit dem ICE der Deutschen Bahn und mit dem RailJet der Österreichischen Bahnbetriebe (welchen ich sehr sehr empfehlen kann) in die Hauptstadt Ungarns.

Die Österreichische Landschaft aus dem Zug

Als ich am Mittwoch Nachmittag dort ankam (ich hatte nun 14 meiner insgesamt 33 Reisestunden hinter mir) nutzte ich meine vier Stunden Aufenthalt, um ein wenig durch diese wunderschöne Stadt zu wandern. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie wenig ich geschlafen hatte, besonders weil ich am frühen Morgen in München umgestiegen bin. Trotz dieser Erschöpfung genoss ich Budapest sehr und ich freue mich schon riesig, in ein bis zwei Wochen zurückzukehren!

Budapest ist eine wunderbare Stadt

Am frühen Mittwoch-Abend stieg ich dann in meinen letzten Zug der Reise nach Brasov, in dem ich die nächsten 15 Stunden meiner Reise verbringen würde. Glücklicherweise konnte ich dort sogar sieben Stunden schlafen. Ich verbrachte meine Zeit in diesem Wifi-losen Zug vor allem mit fast schon philosophisch nachdenkendem Rumsitzen und Lesen. Wie ihr euch denken könnt war ich ziemlich froh, am Donnerstag Morgen in Brasov anzukommen und in mein Bett zu fallen.

Leider war diese Ruhe-Zeit nur ein kurzes Vergnügen, denn am gleichen Nachmittag traf ich mich mit Sophia und Johanna, um zu einem Seminar ins nahegelegene Fagaras zu fahren. Ich glaube inzwischen versteht ihr, warum dieser Eintrag „Hin und Her“ heißt :). Wir fuhren nun nach Fagaras, welches wir trotz der nur knapp 50 km erst nach zwei Stunden erreichten – ihr erinnert euch, rumänische Züge. Vor Ort wurden wir dann abgeholt und nach Bekokten, das kleine Dorf, in welchem das Seminar stattfand. Lustigerweise wurden wir nicht dorthin gefahren, sondern Johanna, meiner Mitfreiwilligen, wurde der Schlüssel zu einem VW-Bus überreicht, der älter war als ich. Durch den TÜV wäre er trotzdem gekommen, da er über verschließbare, aber nicht von innen öffbare, Türen, einen Sicherheitsgurt am Fahrersitz und über laufende Systeme verfügte.

Auf der Fahrt hatte ich manchmal echt Todesangst

Zum Seminar. Johanna, Sophia und ich werden in der dritten August-Woche an einer sogenannten Kinderspielstadt der deutsch-evangelischen Gemeinde in Fagaras als Workshop-Leiter teilnehmen. Dafür wurden wir in diesen zwei Tagen geschult. Inhaltlich war es ganz interessant, doch gut wurde es durch die netten Menschen, die teilgenommen hatten. Da die Camp-Sprache der Kinderspielstadt Deutsch ist konnten zum Glück alle Teilnehmer der Schulung Deutsch und wir konnten gemeinsam eine gute Zeit verbringen. Alle Workshop-Leiter waren junge Menschen, entweder noch Schüler oder baldige Studenten, wir verstanden uns also gut.

Da Bekokten ein 100 Häuser Dorf ist, gab es neben dem Seminar nicht wirklich viel zu tun. Wir wurden bekocht und verbrachten die Zeit ansonsten mit Gesprächen und Kartenspielen. Dabei freundeten wir uns mit ein paar Leuten an, das war echt nett und ich freue mich sie bei der Kinderspiel wiedersehen zu können! Das größte Highlight war für mich persönlich die Nachricht, dass ich in das WG-Zimmer, für das ich mich letzten Sonntag in Heidelberg vorgestellt hatte, bekommen würde. Das Zimmer hat 19 Quadratmeter, liegt wirklich genau in der Mitte Heidelbergs und ist komplett möbliert, ihr könnt euch vorstellen, wie ich mich gefreut habe. Das Besteigen des 200 Jahre alten Kirchturmes in Bekokten war aber auch echt cool. Oben war alles ziemlich knarzend, aber es wirkte sicher! Wir konnten sogar das alte Uhrwerk und die noch funktionierende Glockenvorrichtung betrachten. Außerdem war die Sicht über die Landschaft toll, ein echt nettes Erlebnis.

Oben im alten Turm

Und die Sicht über die Landschaft und die Häuser im Dorf war auch gut

Am Samstag früh ging es dann nach zwei Nächten mit mal wieder zu wenig Schlaf zurück nach Brasov, wo meine wohl verdiente Ruhe endlich auf mich wartete. Ich kaufte noch mal ein, machte mir einen Plan für die letzte voll Woche in meiner rumänischen Heimat Brasov und ruhte mich verdientermaßen aus! Am Samstag Abend ließ ich diese letzten, wirklich ereignisreichen Wochen mit meiner Mitfreiwilligen Sophia und ihrer Schwester, die zu Besuch war, bei einem ein wenig einschläfernd wirkenden Orgelkonzert in der Schwarzen Kirche und ein paar Runden Skat.

Ich bin echt kein Fan von klassischer Musik, doch es war trotzdem beeindruckend

Heute lehnte ich mich dann ganz zurück und das bringt uns zum Ende der Woche und dieses Eintrages! Ich hoffe dir/euch und geht es gut und es hat dir/euch gefallen! Gönnt euch auch mal einen Moment Ruhe, manchmal kann der Alltag einen wirklich stark stressen, da hilft eine Pause! Grüße an alle und bleibt gesund!

Bis nächste Woche!

Luca

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