Woche 11 – Homecoming

Zitat der Woche: „Our highest priority is to protect our ability to prioritise!“ (Greg McKeown in seinem tollen Buch „Essentialism“)

Howdy!

Ich bin froh, langsam zu lernen, wo meine Prioritäten liegen! Und diese Woche war meine Priorität meine Reise nach Hause. Ich werde voraussichtlich für die nächsten zwei Wochen im HomeOffice in Deutschland arbeiten. Ich bin sehr dankbar, dass das Alles funktioniert hat und jetzt sitze ich gerade im Zug von Frankfurt am Main Flughafen nach Berlin, vereint mit Jannine. Aber sie ist nicht der einzige Grund warum ich Heim gereist bin, es steht auch die Konfirmation meines Bruders Felix an. Das Event ist morgen, weshalb ich diesen Eintrag jetzt schonmal vorschreibe!

Aber zurück zum Anfang der Woche. Der Montag begann nach der späten Heimreise aus Deva ziemlich verschlafen, aber pünktlich zum Unterricht mit meiner 9. Klasse, war ich natürlich top fit ;). Da meine Reise bereits absehbar war, konnte ich mich auch beim darauffolgenden Kaufland-Wochen-Einkauf, dieses Mal begleitet von Johanna & Sophia, auf eine kleine Anzahl von Produkten konzentrieren, wobei ich Geld und Zeit (und somit nochmal Geld nach dem Gesetz „Zeit ist Geld“) sparen konnte! Ich hatte mir sogar für die fünf Tage bis zur Abreise einen Essens-Plan erstellt, den ich dann mehr oder weniger gut einhielt.

Der Dienstag verging eigentlich ziemlich langweilig, aber dafür war der Mittwoch umso aufregender. Der zweite Shot meiner AstraZeneca-Impfung stand an und wie schon vor einem Monat fuhren Carol und ich durchs Karparten-Hochplateau ins „ungarische“ Baraolt (Erinnerung an den Eintrag aus Woche 3: https://kulturweit.blog/lucameetsdracula/2021/03/28/woche-3-nebenwirkungen-und-hochplateau/). Im Impfzentrum lernte ich lustigerweise fünf europäische Freiwillige kennen, so zwischen 20 und 30 Jahre alt, und wir verabredeten uns auf ein Bier in Brasov. Die Impfung verlief top und als ich mit dem Zertifikat vor die Tür der Sporthalle trat, fühlte ich mich echt super, die Frage war, ob das halten würde.

Nun war erstmal die Rückfahrt dran. Wir wollten einen anderen Weg fahren und schnell waren wir auf einem guten Weg. Nach einer gewissen Zeit erreichten wir dann ein Dorf, dass dominierend von einer bestimmten, gerade unter Rumänen nicht sehr beliebten Volksgruppe bewohnt wurde, die für uns geläufigen „Sinti und Roma“ und lokal bezeichneten „Zigeuner“ (ich hoffe ich habe mit dieser eher indirekten Umschreibung dargestellt, dass ich diese Gruppe vollkommen respektiere). Ich beobachtete ganz interessiert die Menschen und ihre klassischen, sehr einfachen Gebäude und mir wurde von Carol berichtet, dass in dem angrenzenden Waldgebiet illegale Abholzung stattfinden würde, durch die korrupte „Holz-Mafia“. `Holz-Mafia?`, irgendwie klang das für mich nicht so ganz real, doch ich durfte schnell feststellen, dass diese existierte. Als die Straße nämlich gerade das Dorf verließ, empfingen uns dort zwei „Straßenarbeiter“, die uns erklärten, die Straße sei aufgrund eines Brückenschadens gesperrt. Gerade als wir umkehrten, sahen wir dann aber wie zwei Lastwagen aus eben jener Straße kamen und jetzt ratet mal als was ich ihre Fracht aus dem Rückspiegel identifizieren konnte? Richtig, Holz!

Soviel also zur Heimfahrt. In Brasov angekommen, schonte ich mich. Glücklicherweise fielen die krassen Nebenwirkungen vom ersten Mal aus. Zumindest am Abend. Ich freute mich, für den nächsten Tag nicht absagen zu müssen, denn für die Honterus-Schule, meine zweite, inoffizielle Einsatzstelle, ging es wieder in Präsenz. Und kurzerhand stand ich um 7:45 Uhr am Donnerstag in der Schule. Im Laufe meiner vier Stunden lernte ich meine 10. und 11. Klässler das erste Mal wirklich kennen. Sie sehen zwar alle älter aus als ihr wirkliches alter, trotzdem waren sie echt schüchtern:). Ich hatte glücklicherweise ein Ibuprofen-Tablette bei mir und als nach der ersten Stunde leichte Nebenwirkungen im Bereich der Erschöpfung eintraten, warf ich diese einfach ein, um dabei zu bleiben – ich weiß das ist nicht soo gut, aber der erste Schultag war es mir wert!

Außerdem war mein Tag nach dem Unterricht nicht vorbei. Ich machte noch einen PCR-Test – negativ natürlich – und nahm als Juror wie in der letzten Woche an einem Schulfinale des Literatur-Projektes „Lesefüchse“-Teil. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass ich wirklich erschöpft an jenem Abend ins Bett fiel. Zum Glück konnte ich am Freitag dann aber Ausschlafen, da nichts anstand und ich nur packen musste. Ich hatte zwar noch eine Stunde Sprachkurs (ja, ich mache auch endlich einen Sprachkurs in Rumänisch), aber ansonsten, war Alles entspannt, von den leichten Nebenwirkungen vom Vortag spürte ich auch nichts mehr!

Leider war der Luxus des langen Schlafens am Reisetag, also heute (Samstag) eine Fehlanzeige. Ich holte mir gesunde 2,5 Stunden Schlaf, bevor ich um drei Uhr nachts in den Shuttlebus zu Flughafen Bukarest Otopeni stieg. Im Bus schlief ich zwar auch nochmal kurz, aber bis auf einen kurzen Nap im Flugzeug und am Frankfurter Flughafen, war es das.

Die Sonne über dem Bukarester Flughafen, ein tolles Bild zum Aufwachen

Der Flug und die Vorbereitung darauf liefen reibungslos und ich war mal wieder viel zu früh da, weshalb ich kurzerhand das Buch „Essentialsm“ (erwähnt im dieswöchigen Zitat), welches ich am Dienstag angefangen habe, beendete. Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen, es lohnt sich für jeden, der Mal einen anderen Blick auf den Alltag werfen möchte!

Obwohl es eine Umweltsünde ist, liebe ich es zu fliegen!

In Frankfurt hatte ich trotz eines kurzen Mittagsschlafs sündhaft viel Wartezeit (ich wartete auf Jannine, damit wir zusammen nach Berlin fahren konnten) – und ich finde die Stadt Frankfurt ist eher weniger angenehm zum Zeit totschlagen – doch nun bin ich hier im Zug, es ist echt ungewohnt mal wieder schnell und zügig ans Ziel zu kommen, und bald das erste Mal seit 2,5 Monaten zu Hause.

Der EU-Tower in Frankfurt am Main

Der ICE nach Hause

Und damit beende ich diesen Wochenbericht. Nächste Woche werde ich anlässlich der Halbzeit meines Dienstes ein Zwischenfazit veröffentlichen, aber jetzt ist die Priorität erstmal Familie und Freunde!

Ich hoffe, dass dir/euch dieser zusammengewürfelte Eintrag gefallen hat, liebe Grüße und stay healthy!

Luca

 

 

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