Woche 12 – Zwischenfazit zur Halbzeit

Zitat der Woche: „Blicke über den Tellerrand!“ (kulturweit)

Was geht, was geht?

Es ist wirklich schon soweit, Halbzeit! Vor inzwischen ungefähr zweieinhalb Monaten habe ich meine Reise nach Rumänien begonnen und bin seitdem auf einem ständig fortschreitenden Weg zwischen persönlicher Entwicklung und spannenden Erlebnissen. Was mir Sophia und Johanna zu Beginn beibrachten, hat sich zu 100% bestätigt, keine Woche war wie die andere.

Im heutigen Eintrag werde ich über die folgenden Themenbereiche blicken und ein Zwischenfazit ziehen: Persönliches, Arbeit, Freizeit, Kulturweit, Heimat, Corona. Viel Spaß!

Persönliches: Die letzten Wochen waren ein Feuerwerk aus persönlicher Entwicklung. Ich lernte Grundsätzliches wie das Verwalten des eigenen Haushaltes, was vom Einkaufen bis hin zum Putzen eine gewisse Planungsfähigkeit erforderte, und das effiziente Umgehen mit einer begrenzten Menge an Geld – zugegeben fällt mir das doch manchmal noch schwer und ich falle zurück in etwas verschwenderische Züge. Dazu kommt aber der große Themenkomplex der Unabhängigkeit, der deutlich über solche Themen herausragt. Es geht mir hierbei um das Setzen von Prioritäten. Ich habe gelernt, dass ich nicht immer Alles schaffen kann und jeden glücklich machen kann und es deshalb extrem wichtig ist zu wissen, wo die Priorität liegt, auch vor dem Hintergrund, dass man nicht im Chaos der Verpflichtungen versinkt. Ich habe in meiner Auslands-Zeit wirklich so unglaublich viel über mich und meine Präferenzen gelernt, dass sich kulturweit schon deshalb für mich gelohnt hat! Ein Punkt, der sich außerdem lohnt anzusprechen, ist eine Spontanität und Lebenslust, die trotz steigender Verpflichtungen wächst und sich in meine Denkensweise integriert. Ich liebe es zwar immer noch, wichtige Dinge im Voraus zu planen, doch habe auch entdeckt, dass Flexibilität und Offenheit oft auch unerwartetes Glück bedeutet. Es sind dann doch oft die kleinen Dinge, die einen erfüllen!

Arbeit: Was soll ich sagen, ich habe schon immer für mich gewusst, dass ich nicht Lehrer werden möchte. Nichts desto trotz sind die Erfahrungen, die ich durch meine derzeitige „Lehrer-Tätigkeit“ sammle, Gold wert. Zum Einen ist es spannend mit jungen Menschen zu arbeiten und zu sprechen, die die gleichen Sorgen und Probleme haben wie ich vor ein paar Jahren – besonders in einer anderen Kultur! Aber auch der generelle Fakt, an jedem Tag der Woche etwas zu tun/zu erledigen zu haben, macht das echt zu einer tollen Erfahrung. Zwar strebe ich wie gesagt eine Tätigkeit in anderen Bereichen als der Lehrtätigkeit an, doch denke ich ist es zu erwarten, auch später vor einer vollen und spannenden Arbeitswoche zu stehen. Und je eher ich das lerne, desto besser!

Freizeit: Jap, trotzdem kann ich mich nicht beklagen, zu viel zu tun zu haben! Ich habe in diesen Monaten auch wirklich genug Freizeit und dieser Fakt wird sich angesichts der bevorstehenden Ferien auch nicht ändern. Das hat mich von Beginn an dazu getrieben, über schlaue Freizeitplanung nachzudenken, die ich bestenfalls auch mit nach Deutschland nehmen kann. Das Ganze fängt bei einem geregelten Tagesablauf außerhalb der manchmal wirren Arbeitszeiten an und endet bei auch mal spontanen Reisen. Ich habe seit Beginn der KW-Zeit ein gewissen Maß meiner Kapazitäten in gesündere Ernährung und Sport gesteckt und das bringt mich wirklich weiter. Dazu kommt dann mein derzeitiges Projekt, den Schlaf-Rhythmus zu perfektionieren und mehr Bücher zu lesen! Aber zu diesen banalen, alltäglichen Dingen kommt wie gesagt auch die Reiselust. Ich habe das Reisen mit Budget trotz langsamer Züge und enger Busse irgendwie für mich entdeckt und freue mich mein Ziel, bis zum Ende des Studiums alle 27 Staaten der Europäischen Union besucht zu haben, fortzusetzen. 

Kulturweit: Der Kulturweit-Effekt. Ich habe über diesen glaube ich schonmal im Zuge der tollen Menschengruppe, mit der ich im Donau-Delta war, berichtet. Denn neben dem Fakt, dass die Organisation meines Freiwilligendienstes großartige Hilfestellungen und interessanten Angebote/Möglichkeiten bietet, ist vor Allem dieses unglaublich freundliche und offene Netzwerk ein großer Vorteil von kulturweit! Ja, zugegeben sind wir „Kulturweitler“ eine eher homogene Gruppe an Menschen: sehr zukunftsorientiert, jung, mit guter Bildung und einem sozialen Hintergrund. Trotzdem bietet dieses Netzwerk einen Auffangort, denn im Endeffekt haben wir die gleichen Sorgen, Probleme und Veränderungen, das verbindet schon! Ich bin dankbar für die tollen Momente mit den Freiwilligen, die ich schon kennenlernen durfte – Sophia, Johanna, Joena, Samuel, Henning, Nicole, Klara, Marie, Jakob, Marie und flüchtig die Bukarester – und freue mich noch mehr von ihnen kennenzulernen!

Heimat: Trotz aller Erlebnisse und Entwicklungen habe ich im Zuge des FSJ´s meine Heimat, also mein Zuhause, meine Familie, mein Freunde und meine Freundin Jannine, zurückgelassen. Und ich will niemandem was vormachen, das ist kein leichter Schritt. Manchen fällt es zwar einfacher als anderen, aber es ist ungewohnt für viele, sich in die Fremde und in den „Discomfort“ zu stürzen. Natürlich gibt es Heimweh, Vermissen und Zweifel, auch hatte/habe das und das ist okay. Doch trotzdem empfehle ich diesen Schritt aus der Komfortzone heraus. Ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass man nur so wirklich lernt, wirklich weiter kommt und vielleicht sogar glücklicher wird, als zuvor. Emotionen sind normal, sie sind menschlich. Doch jeder Mensch kann es schaffen, trotz allen negativen Emotionen, den Schritt nach vorne zu schaffen! Daran glaube ich fest. Redet mit anderen Menschen, gesteht euch Unsicherheiten ein, das Leben ist kein Wunschkonzert! Bleibt stark, es lohnt sich! Gerade in einer digitalen Welt findet man Wege!

Corona und Sicherheit: Unser Lieblingsthema. Bevor ich nach Rumänien gegangen bin, hatte ich stellenweise wirklich bedenken bezüglich dessen. Ich wusste nicht was mich erwartet und in Deutschland fühlte ich mich auf Basis der Berichte, die ich hatte, doch ein wenig besser aufgehoben. Doch glücklicherweise habe ich es trotzdem gemacht, vielleicht auch Dank meiner „wird schon gut gehen“-Mentalität! Und ja, manchmal ist es hier ein wenig unsicherer als in Deutschland. Fehlende Masken und geringe Testkapazitäten habe ich ja schon öfter kritisiert! Ich muss aber echt sagen, dass es sich auch in dieser Richtung gelohnt hat zu gehen. Ich meine, wann hätte ich meine Impfung gekriegt, wenn ich geblieben wäre. Und hey, ich bin wohl auf und hatte bis jetzt die Zeit meines Lebens! Ja, Vorsicht ist besser als Nachsicht, besonders in einem Land, dass auch außerhalb von Corona ein wenig unsicherer ist als die deutsche Heimat! Doch ich bin froh, mich davon nicht aufgehalten lassen zu haben! Wagt den Schritt, natürlich mit nötiger Vorbereitung!

So! Das war jetzt mal ein feuriges Zwischenfazit! Ich hoffe es hat euch gefallen und vielleicht konnte ich dem ein oder anderen Freiwilligen oder Bald-Freiwilligen, der hier ganz spontan mal raufguckt, Mut machen! Ich sitze momentan glücklich in Deutschland, mache Home-Office und genieße die Zeit mit meinen Engsten! Die Konfirmation war echt toll und es tut dann doch mal gut, die wichtigsten Menschen wiederzusehen!

Das werde ich auch nächste Woche fortsetzen! Ich überlege mir trotzdem einen kleinen, aber feinen Bericht für nächsten Sonntag, wenn es dann wieder zurückgeht! Bleibt bis dahin gesund und genießt das besser werdende Wetter! Falls ihr es noch nicht getan habt, könnt ihr mir für weitere Einblicke auf Instagram folgen (@luca_ccr3)! Wir sehen uns ansonsten nächste Woche, liebe Grüße!

Luca

Ein Gedanke zu „Woche 12 – Zwischenfazit zur Halbzeit

  1. Sophia

    Wie schön!
    Die Punkte würde ich auf jeden Fall zu 100% unterschreiben. Kulturweit ist und bleibt wirklich eine einmalig tolle Erfahrung. 😀
    Die zweite Hälfte des FSJs wird bestimmt noch ganz viele weitere, spannende Erlebnisse bereithalten! (:

    Antworten

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