Woche 9 – Back to work

Zitat der Woche: „Das ist frech!“ (Luca)

Buna ziua!

Nachdem ich den letzten Eintrag ja zu spät gepostet habe, kommt dieser nun pünktlich wie die Maurer! Der Eintrag wird auch ein wenig kürzer, da  neben dem einem Tag weniger auch deutlich weniger los war!

Diese Auszeit konnte ich aber wirklich gebrauchen und so nahm ich mir den Dienstag frei, schlief ein wenig länger und machte nötige Besorgungen.  Wie inzwischen üblich ging ich also zu Kaufland, aus zeitlichen und finanziellen Gründen ist das mit Abstand der beste Laden für mich. Außerdem ist die Produktvielfalt wirklich super! Und nein, dieser Blog ist nicht von Kaufland gesponsert.

Auf den wirklich entspannten Dienstag folgte der ereignisreichste Tag der Woche. Es war ein dienstlicher Trip nach Fagaras geplant und so trafen Sophia (Zurück aus Bulgarien), Johanna und ich uns um 6:45 Uhr am Brasover Bahnhof, den ich in den letzten Wochen gut kennenlernen durfte! In der rumänischen Regionalbahn, der zweiten und langsameren  Zugklasse hier im Lande, fuhren wir dann zusammen in zwei Stunden ins 60 Kilometer entfernte Fagaras. Ob ihr mit Physik vertraut seid oder nicht, ihr könnt euch mit Sicherheit vorstellen wie langsam das war. Aber eben auch günstig.

Vor Ort angekommen besichtigten wir die Festung in der Mitte der Stadt, wir konnten aber leider nicht hineingehen, da Renovierungsarbeiten stattfanden. Auch die örtliche, orthodoxe Kathedrale besuchten wir. Da Fagaras ein wirklich kleiner Ort (ähnlich wie das Dorf Hennigsdorf) ist, war das auch alles gut erreichbar. Unser echtes Ziel war aber die evangelische Kirchengemeinde.

Die Festung in Fagaras

Die imposante Kathedrale

Dort empfing uns der sehr freundliche Paul, der durch das Institut für Auslandsbeziehungen (IfA) nach Rumänien entsandt wurde und zeigte uns alles erst einmal. Außerdem besprachen wir wichtige Infos bezüglich den sogenannten „Kinderspielstädten“, in welchen wir im Sommer helfen sollen. Eine Kinderspielstadt ist ein Projekt, bei welchem zwischen 50-100 Kinder unter Betreuung eine kleine, fiktive Stadt führen (von 10-16 Uhr zumindest), ein cooles Ferienlager. Wir als im Sommer unbeschäftigte kulturweit-Freiwillige passen da gut rein, besonders, da einige unserer Schüler wahrscheinlich als Betreuer arbeiten! Wir wurden auch tatsächlich dann auch zum Ort der Veranstaltung gefahren, ein Dorf namens „Bekokten“, wo die Spielstadt am Fuße der alten Kirchenburg stattfinden wird.

Ein Ferienlager am Fuße dieser Burg, das wird toll!

Gutes Essen gab es dann auch noch, netterweise für lau, und nachmittags halfen wir bei einer Synagogen-Führung in Fagaras. Es gab in gesamt Siebenbürgen nämlich vor der Nazi-Zeit, die auch hier ihre Auswirkungen hatte, eine große jüdische Minderheit. Heute ist die alte, aber gut erhaltende Synagoge leider außer Betrieb, da alle jüdischen Menschen Fagaras verlassen haben. Sie wird aber nun zu einem Kulturzentrum umgewandelt! Die Führung am Nachmittag galt praktisch als Auftakt für dieses Projekt und trotz der rumänischen Sprache während des Vortrages, konnte ich viel lernen! Ein tolles Erlebnis.

Die alte Synagoge…

…erkundet mit Helmen.

Nach einem langen Tag in Fagaras ging es dann vom örtlichen Bahnhof, an dem man einfach über die Schienen zum Zug läuft, zurück nach Brasov. Erschöpft fiel ich ins Bett, bereit aber für den Beginn der letzten Schulperiode vor den Sommerferien in sieben Wochen!

Der kleine Bahnhof, ohne wirklich sicheren Schienenübergang

Der Schulstart prägte dann die nächsten beiden Tage, das Arbeitspensum fuhr wieder hoch. Ich bin darüber aber eigentlich ganz glücklich, es hält einen ja auch auf Trab, mal ein wenig was zu tun zu haben. In diesen beiden Tagen erstellte ich einen Instagram-Channel für die Honterusschule (@cn_johanneshonterus) und startete mit ein paar Neuntklässlern ein Projekt über Tourismus in Brasov, bei welchem hoffentlich ein gutes Video entstehen wird.

Am Freitag gab es dann direkt zwei Highlights. Ein großer Grund zur Freude bestand darin, dass die Bars und Restaurants für Geimpfte (zu welchen ich zu diesem Zeitpunkt zählen werde) ab dem 01.06.2021 in Brasov geöffnet werden. Das werde ich dann – natürlich in Maßen 😉 – ausnutzen. Ich habe echt das Gefühl, dass der Sommer langsam kommt, ich freue mich wirklich auf meine Lieblingsjahreszeit. Highlight Nummer zwei entstand dadurch, dass Sophia und ich uns entschieden den Hausberg von Brasov, die Zinne, hoch zu joggen. Als wir nach 23 Minuten Serpentinen-Lauf oben ankamen, waren wir dann wirklich stolz auf uns. Diese Leistung werden wir denke ich mal in den nächsten Monaten noch öfter wiederholen!

Die Erklimmer der Zinne

Am Wochenende lies ich ein wenig die Seele baumeln und erledigte ein paar fällige Aufgaben. Über meine alte Freundin Emily hatte ich am Samstag Nachmittag Zugang zu einem gratis Coaching, welches ich gerne mitnahm. Mit Coach Mark sprach ich also über die fünf Säulen der Identität (Körper, Soziales, Karriere, Finanzen und Werte), definierte diese für mich und erstellte ein persönliches Ranking dieser Säulen! Diese Aktivität kann ich jedem empfehlen, es ist wirklich interessant, mal in sich zu gehen und über eigene Werte und Ziele nachzudenken.

Am heutigen Sonntag gab es ein Pancake-Frühstück bei Johanna und Sofia und ich konnte auf dem Rückweg beobachten, dass die gesamte Innenstadt mit meist maskenlosen Menschen gefüllt war. Zugegeben das Wetter ist heute wirklich schön, doch das war schon erschreckend. Die Inzidenz hier in Brasov liegt bei 144 auf 100.000 Einwohner, Tendenz sinkend, doch aufgrund fehlender Testmöglichkeiten und einem eher legeren Umgang mit dem Virus im gesellschaftlichen Raum vertraue ich diesen Zahlen eher weniger, sie entsprechen einfach nicht meinen Beobachtungen… wie oben sichtbar wird trotzdem munter gelockert.

Die wirklich volle Innenstadt 🙁

Naja, nachdem ich meiner Mutter natürlich zum Muttertag gratuliert habe, sitze ich jetzt hier und warte auf das Formel 1-Rennen. In der nächsten Woche könnte vielleicht ein Kurztrip anstehen – lasst euch dahingehend überraschen – und schulisch ist doch einiges geplant, das wird lustig :).

Bis dahin hoffe ich, dass euch dieser Eintrag gefallen hat. Folgt mir gerne auf Instagram (@luca_ccr3) und bleibt weiterhin gesund! Dieser etwas weniger lange Eintrag war hoffentlich eine Abwechslung zu den Romanen der letzten Wochen!

Grüße an alle,

Luca

 

2 Gedanken zu „Woche 9 – Back to work

  1. Sophia

    Das ist wirklich frech! Besonders dass das wunderschöne Bild von unserem Freund von der Zinne nicht erscheint… 😛

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  2. Ella

    Hei Luca, ich lese deinen Blog sehr gerne, vor allem, weil ich ab September auch für kulturweit in Rumänien sein werde und man bei dir echt einen guten Eindruck bekommt wie das Leben als Freiwilliger abläuft 🙂 Außerdem ist Braşov meine Lieblingsstadt in Rumänien.
    Nur zur Inzidenz wollte ich noch was sagen, die wird in Rumänien über 14 Tage berechnet und in Deutschland nur über 7, deswegen liegt sie sogar noch niedriger als du geschrieben hattest, eher bei 70 pro 100.000 Einwohner.
    Genieß deine Zeit in Braşov, ich freue mich schon auf die nächsten Blogeinträge:)

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