10.fourty three days of summer

43Tage Sommerferien! Ganz schön viel Zeit um das Land, was für ein Jahr meine Heimat ist, besser kennen zu lernen. Nachdem ich zum Jahreswechsel den touristischen und attraktionsreichen Süden Perus bereist habe, ging es im Januar mit Leron und Johanna(Freiwillige in Lima) gen Norden. Erster Stopp Cajamarca, mal wieder eine kleine Stadt in den Anden auf über 2000Metern. Unser Hostel lag etwas außerhalb in dem Dorf Baños del Inca, wo die gesamte Gemeinde gratis das thermale Wasser der unterirdischen Quellen nutzen darf. Deshalb hatte unser Hostel auch einen mit thermalem Wasser beheizten Pool, der bei schlechtem Wetter einfach herrlich warm war!

Am ersten Tag besuchten wir die Altstdtadt und das berühmte cuarto del rescate, in welchem einst der ehemalige Inka-König von Pizarro und den Spaniern festgehalten und ermordet wurde. Vor seinem Tod hatte der König befohlen, alles Gold in den Raum zu bringen, um sich damit frei zu kaufen. Eine Linie auf circa. 1,7Metern markiert die Höhe, bis welche der Raum mit Gold gefüllt war.

Am nächsten Tag ging es nach Cumbemayo, wieder auf der Spur der alten Hochkulturen, denn dort besichtigten wir ein 3000Jahre altes Kanalsystem einer Pre-Inkakultur. Außerdem gab es noch beindruckende Felsen und Höhlen zu sehen, welche durch starke Regenfälle und Erdbeben entstanden sind.

Cumbemayo

Am darauffolgenden Tag verließen wir nach einer Fussballpartie mit den sehr süßen Kindern des Hostelbesitzers, die Stadt mit dem Bus und erreichten am nächsten Morgen Chachapoyas, ebenfalls  eine Stadt in den Anden. Am gleichen Tag ging es mit einer Reisegruppe zur Stadt Kuélap der Chachas(ebenfalls eine Hochkultur, welche vor den Inkas existierte) etwa 2h entfernt von Chachapoyas. Die Ruinen waren leider zum Großteil komplett zerstört und wir sahen hauptsächlich Fundamente der ehemaligen Häuser. Da das Wetter an diesem Tag ziemlich schlechte war, konnten wir durch die Wolkenwand auch selten die umliegende Landschaft sehen. Das Highlight des Tages war die Fahrt mit der einzigen Seilbahn Perus hoch/runter zu der historischen Stadt über tiefe Schluchten und grünen Wäldern wo wir einige Wildpferde sahen.

Kuélap

Am darauf folgenden Tag ging es mit dem Bus aus der Sierra(Gebirge) in die Selva(Regenwald) nach Tarapoto. Deshalb hatten wir uns dazu entschieden die Reise tagsüber anzutreten, um den Übergang zweier Naturräume beobachten zu können. Spätestens als ‚Kotztüten‘ ausgeteilt wurden, realisierten wir, dass dies nicht die angenehmste Fahrt werden könnte. Zum Glück blieben unsere Tüten leer und die Landschaft draußen wurde immer grüner und artenreicher, während die Luft im Bus immer heißer und stickiger wurde, bis wir gegen 16Uhr endlich unser Ziel erreichten.

Wiedereinmal hatten wir ein sehr gemütliches Hostel direkt im Zentrum. Dieses wurde am gleichen Tag noch erkundet und für sehr schön befunden. Für den nächsten Tag hatten wir einen Ausflug zu einer ökologischen Farm im Dorf Chazuta gebucht, wo wir sehr herzlich empfangen wurden. Nach einer kleinen Einführung durften wir mit Hilfe von María Elena selber Schokolade herstellen und mit Zutaten wie Erdnüssen oder Honig verfeinern. Besonders lecker war auch das vegane Mittagessen, welches wir dort bekamen(:

Mit María Elena, der „Mama“ des Projektes

Veganes Mittagessen und Kokosnussmilch durch Bambusstrohhälme

Auf dem Rückweg zurück ins Hostel schlug unser Taxifahrer vor, noch eine kleine Pause an einem natürlichen Schwimmbad zu machen. Dieses stellte sich dann als mehrere kleine verlassene Wasserfälle im Urwald heraus, an welchen wir uns sehr erfreuten und erfrischten(:

Am folgenden Tag wurden wir morgens im Hostel abgeholt und fuhren mit einer kleinen Gruppe zum Rio hullaga, um eine gemeinsam raftingtour zu machen. Der Fluss war voller Stromschnellen, so dass wir alle ziemlich nass wurden. Wer wollte, konnte am Ufer auch mit einer Liane in den Fluss schwingen. Am Nachmittag kam dann Besuch aus Deutschland! Drei Freunde aus Lerons und meiner alten Klasse auf Weltreise besuchten uns, was wir mit einem leckeren Abendessen zelebrierten. Mit ausgeliehenen Motorrollern ging es am nächsten Morgen los zu der cascada de pucayaquillo. Anfangs war es wirklich aufregend in der Stadt zu fahren, da hier etwas anders gefahren wird und Verkehrsregeln nicht ganz so streng genommen werden, wie man es aus Deutschland kennt. Raus aus der zona urbana wurde die Fahrbahn zum Glück schnell leerer und wir genossen die Fahrt durch die selva auf fast freien Straßen.

Pause am Wegrand

Hindernisse auf der Straße inklusive

Nach circa 2Stunden erreichten wir den Eingang zum Wanderweg, welchem wir etwa 30Minuten folgten, bis wir die Kaskade erreichten. Wir gönnten uns alle ein erfrischendes Bad und ein kleines Kuchenpicknick an diesem wunderschönen Ort, bevor wir nochmal die Wasserfälle aufsuchten, welche wir schon zwei Tage zuvor entdeckt hatten. Der Rückweg war sehr aufregend, weil ich von einer Riesenameise gestochen wurde und Johanna später von einer Wespe in den Mund, aber alles ok, die sehr giftige Schlange auf dem Weg hat uns verschont und wir sind alle noch wohl auf.

Pucayaquillo

Am nächsten Vormittag ging es ins rescue center urku, einer Rettungsstastion für gefährdete Tiere, welche aufgepepellt und anschließend wieder frei gelassen werden. Da momentan nicht besonders viele Tiere gepflegt werden, gab es nicht allzu viel zu sehen. Trotzdem war es interessant die Station zu besichtigen und wir erlebten sogar eine Operation eines Rehjungens, welches im Eingangsbereich auf dem Fußboden behandelt wurde mit. Am Nachmittag war es dann schon wieder Zeit sich zu verabschieden von den Jungs, Johanna und Tarapoto, dem bisher schönsten Ort auf meiner Reise und am folgenden Tag auch von Leron, mit dem ich 5Wochen lang unterwegs war.

Für mehr schöne Fotos könnt ihr Lerons Blog besuchen: https://kulturweit.blog/botography/

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