Grüne Oasen Limas

Ungefähr zwei Stunden ist es her, dass ich aus dem Reisebus am Busbahnhof in Trujillo gestiegen bin und mir ein Taxi angehalten habe, welches mich zurück in mein Zimmer gebracht hat. Einige Sekunden saß ich auf meinem Bett und schwankte zwischen Rucksack auspacken, schlafen(kurze Info:es ist gerade 7:30) oder einen neuen Blogeintrag verfassen. Tatsächlich gibt es viel zu berichten aus den letzten Tagen(damit ist dann wohl meine Entscheidung getroffen), wir hatten nämlich unser Zwischenseminar in Pachacámac, einer antiken Stadt ganz in der Nähe von Lima. Unsere Unterkunft, das Casa Antinchik(Quechua, bedeutet „zusammen können wir“) versetzte uns in eine andere Welt außerhalb des Großstadttrubels. Neben dem, für Lima ungewöhnlich grünen Garten imponierte das Haus besonders mit selbst gemachten Speisen und Säften.

Das Casa Antinchik

Anders als beim Vorbereitungsseminar lag der Fokus weniger auf Input und mehr auf dem Output/dem Austausch der ersten Eindrücke, Erfahrungen und Problemen der Freiwilligen in ihren jeweiligen Einsatzstellen und Gastländern. Die kleine Gruppengröße von 20 Freiwilligen ließ die Atmosphäre auf dem Seminar viel persöhnlicher und entspannter werden(auf dem Vorbereitungsseminar waren es über 300 Teilnehmer) und die Teamerinnen ließen uns viel Freiraum für Gespräche, kreative Aufgaben und dem Wahrnemen der Natur im paradiesischen Garten. Mein persöhnliches Highlight war, wenn man vom abendlichen Saunagang abschaut, der Besuch eines urbanen Gartens in einem der Randbezirke Limas. Es war super interessant(erstmals sah ich die legendäre Tröpfchenbewässerung, welche jahrelang Thema im Erdkundeunterricht war) zu erfahren, wie die Menschen in einem der toxischten Naturräume der Erde, der Wüste, den Boden bearbeiten, damit Pflanzen gedeihen können(der beste Dünger ist laut den Experten Meerschweinchenkot). Außerdem war es toll mit anzuschauen wie stolz und froh unsere einheimischen „Führer“ waren, welche teilweise seit Anfang an, dass bedeutet seit der Garten noch eine Müllheide war und es keinen Wasserzugang und finanzielle Mittel gab, an das Projekt gegelaubt haben und nun miterleben dürfen, wie das Konzept an Zuspruch und Erfolg gewinnt. Mittlerweile beteiligen sich circa 90 Familien an den ökologischen Bio-Gärten in Perus Hauptstadt, für einige ist es sogar zur Existenzsicherung geworden. Besonders beeindruckend war auch der kontrastreiche Blick aus der grünen Oase auf die schmutzige graue Stadt, welche in den letzten Jahre rapide gewachsen ist und kaum Grünflächen beinhaltet.

Ausblick aus dem Garten über Villa María del Triunfo

Am Freitag war dann schon unser letzter Tag in Pachacámac, allerdings verbrachten fast alle Freiwilligen noch eine Nacht in Lima, welche wir zum gemeinsam Ausgehehen nutzten. Am Samstag ging es dann nochmal schnell nach Miraflores für ein bisschen Touriprogramm und dann saßen wir auch schon im Bus zurück nach Hause. Dabei fällt mir auf wie schnell ich das Wort „Zuhause“ für mein neues Zimmer hier in Trujillo angenommen haben. Vor einigen Wochen bedeutet „…Zuhause vergessen“ noch, dass etwas in Deutschland zurück geblieben ist, mittlerweile habe ich zwei Zuhause was auch manchmal zu Verwirrungen führt(:

Tourileben auf dem Inka Markt ausleben

In zwei Wochen habe ich dann schon wieder ein neues oder vielleicht drittes Zuhause in Huanchaco, wo ich für den Sommer in einem kleinen Bungalow wohnen werde(:

One thought on “Grüne Oasen Limas

  1. Liebe Anna (ist mir vertrauter als Rachel)!Danke für deine tollen Berichte, die für mich vielfach Erinnerungen an meine Perureise vor vielen Jahren wecken. Aber noch viel wichtiger ist, dass ich Dir ganz, ganz liebe Grüße von Oma ausrichten soll. Sie lässt sich jede Geschichte x-Mal vorlesen und lebt mit, erzählt es jedem mit Begeisterung. Ich kann nur sagen jeder Text ist für sie wie ein Lebenselexier! ICh wünsche dir noch viele spannende Erlebnisse.
    Martin

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