13.Heimweh in Kolumbien

Der erste Mai ist in Perú, genau wie in Deutschland(und vermutlich sehr vielen anderen Ländern) ein gesetzlicher Feiertag und wird sogar stark gefeiert. Davon habe ich allerdings weniger mitbekommen, weil ich bereits am 30.April mit dem Nachtbus Richtung Süden gefahren bin und den 1.Mai bei Johanna(Freiwillige) in Lima verbracht habe. Mit dem Feiertag begannen nähmlich auch meine lang ersehnten Maiferien: ein guter Anlass um mal wieder Leron in Kolumbien zu besuchen! Abends ging es in Lima in den Flieger und drei Stunden später stand ich mit meinem kleinen Reiserucksack im Flughafen von Bogotá. Den nächsten Tag verbrachte ich mit Lukas und Konstantin(Freunde auf Weltreise), Leron musste Arbeiten.

Ich bin früh wach und will etwas zum Frühstück kaufen:Pfannkuchen mit frischem Obst klingt gut! leider gibt es in den tiendas hier keine Erdbeeren oder Bananen oder sonstiges Obst und die kleinen Rollwägen, an denen man frisch gepressten Orangensaft kaufen kann, finde ich auch nicht. Nicht so schlimm, sage ich mir, ich kann auch etwas anderes frühstücken, aber ich möchte losheulen, es ist ganz anders als sonst. Ich habe mich so an meinen Alltag in Huanchaco gewöhnt, dass mir alles was anders ist als dort falsch vorkommt. Ich will mein frisches Obst, wie ich es jeden Samstag auf dem Markt kaufe und ich will frisch gepressten O-Saft wie ich ihn fast jeden Morgen auf der Straße an einem der vielen Wagen trinke und wo ist überhaupt die Sonne? Und außerdem fahren hier in Bogota viel zu viele Autos viel zu schnell und die Menschen auf der Straße sind gestresst und hektisch und laut und unfreundlich. Ich hasse Großstädte! Die letzen vier Monate habe ich es konsequent vermieden nach Trujillo, der Stadt in der Nähe von Huanchaco zu fahren und bin lediglich mit dem Taxi zur Schule gefahren, habe also seit vier Monaten in meiner eigenen kleinen und wunderschönen Blase Huanchaco verbracht und fast vergessen, wie das Leben ausserhalb des gemütlichen Surferörtchens aussieht. Groß, laut, schmutzig. Nicht wirklich erstrebenswert und so sehne ich mich schon nach weniger als 24Stunden Huanchaco-Entzug zurück in mein eigenes kleines Paralleluniversum an der Westküste Perus. Glücklicherweise geht es am gleichen Abend schon wieder raus aus der Millionenstadt Bogotá. Wir nehmen den Bus nach Salento, einem kleinen Ort in der zona cafetera, sieben Stunden von der Hauptstadt entfernt. Gemeinsam erkunden wir den Ort, der eins mit der Natur zu sein scheint. Die Gemeinde ist zu allen Seiten von grünen Bergen umgeben und auch in der Stadt ragen überall riesige Palmen und grüne Büsche aus dem Boden. Das gefällt mir, auch wenn ich noch immer dem warmen Klima Huanchaco’s hinter her trauere.

SALENTO

Am zweiten Tag mieteten wir uns Mountainbikes um zum Valle de cocora (Tal der Palmen) zu radeln. Mein Tipp: auch wennn 26Kilometer nicht besonders viel klingt, hinterfragt immer die Höhenmeter, die erklommen werden müssen!

So stellte sich der Hinweg als echte Herausforderung raus. Wir brauchten fast zwei Stunden, bis wir verschwitzt am ersten Parkplatz für Besucher*innen des Tals ankamen. Nach einer weitern halben Stunde zu Fuß erreichten wir einen schönen Aussichtspunkt, wo wir uns ausruhen konnten. Der Ort hatte etwas magisches, man konnte die Natur mit allen Sinnen spüren und ich fühlte mich ganz klein, aber auf eine schöne Art und Weise, in diesem unendlichen Tal mit den unzähligen riesigen Palmen.

ganz schön anstrengend

Geschafft!

Glücklicherweise konnte wir die erarbeiteten Höhenmeter auf dem Rückweg ausnutzen und waren ohne wirklich gestrampelt zu haben nach 30Minuten zurück in Salento, wo wir uns ein wohlverdientes Abendessen im vegetarischen Restaurant gönnten.

Am folgenden Tag mussten die Jungs zurück nach Bogotá, Leron zur Arbeit und Lukas und Konstantin mussten ihren Rückflug nach Deutschland erwischen. Für mich ging es alleine in den Norde nach Palomino an die Karibikküste(bestimmt kommt dazu auch ein kleiner Beitrag).

Die Fotos sind wie immer von Leron: https://kulturweit.blog/botography/

sorry für den Zeitsprung, fand es klang besser so(:

Hab mir mal wieder mein Handy klauen lassen, also bin ich momentan nicht auf WhatsApp erreichbar…

2 Comments

  1. Melzer,Peter

    Hallo Rachel!
    Viel Genuss beim frisch gepressten Saft.Ich mag große Städte auch nicht!
    Von den vielen schönen,z.T.auch weniger schönen Erlebnissen wirst Du noch Deinen Enkeln eines Tages erzählen.
    Pass auf Dich auf! Uns viele Grüsse auch an Leron,
    Peter

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