Weil es der Zufall so wollte waren der Donnerstag und Freitag vor dem Start meines Zwischenseminars in Brasilien Feiertage. Und so bin ich schon am Donnerstagmorgen in den Flieger nach Lima, Peru gestiegen. Und ich muss sagen, ich habe es sehr genossen. Erst habe ich gewartet, dass das Boarding losgeht und dann darauf, dass das Flugzeug wieder landet und die ganze Zeit habe ich einfach meinen Gedanken nachgehangen. Das hatte ich schon lange nicht mehr.

Nach einem Stoppover in Sao Paulo, bin ich also gegen 22 Uhr am anderen Ende Südamerikas angekommen. Als erstes habe ich im Taxi dann das Fenster ganz aufgemacht um nichts von der Stadt zu verpassen. Im Hostel angekommen bin ich nur noch ins Bett gefallen…

…schließlich wollte ich am nächsten Tag Lima erkunden. Früh um acht hat also mein Wecker geklingelt, was Gott sei Dank keinen stören konnte, da ich alleine im Zimmer war. Nach einem Frühstück mit mehr oder wenigen warmen Kaffee aber dafür mit selbstgemachter Erdbeermarmelade habe ich mir 300 m die Straße runter ein Fahrrad ausgeliehen. Aufgrund meines Studentenreisebudgets habe ich dann einfach auf eigene Faust eine Stadtrundfahrt für umgerechnet 10 Euro gemacht.

Erst führte mich meine Karte zu einem Olivenbaum-Park, dann konnte ich die präinkaischen Tempelpyramiden Huaca Huallamarca besichtigen. Letzteres war umgeben von kleinen Häusern im Kolonialstil und verschiedenen Botschaften. Ich habe Fotos gemacht und mich wieder in die Pedale geschwungen. Weiter gings auf dem Fahrradweg entlang der Küste bis ins hippe Viertel Barranco. Über die Schönheit der Steilküste Limas kann sich jeder seine eigene Meinung bilden.                     

                           

In Barranco angekommen habe ich erst das Museum von Mario Testino, einem berühmten peruanischen Fotografen, besucht. Ich bin absolut beeindruckt davon welche Verbindung Fotografen wie Peter Lindbergh oder eben Mario Testino in ihren Fotos wiederspiegeln können aber seit längerem merke ich, dass mir Fotografieren wenig Spaß macht. Natürlich ist es absolut schön wenn man durch Fotos die Erfahrungen, die man macht mit seinen Lieben teilen kann. Aber ich habe immer mehr das Gefühl, dass es mir eigentlich die wertvolle Zeit des Moments nimmt. Außerdem hält sich mein Talent, glaube ich, in Grenzen.

Zum Mittag habe ichmich in ein wunderschönes Café gesetzt und ein bisschen gelesen. Und so konnte ich danach, gestärkt durch einen Falafelwrap, die Graffitis und Barranco erkunden.

Auf dem Rückweg zum Hostel habe ich dann eine französische Bäckerei gefunden. Deshalb sah ich mich gezwungen direkt ein Croissant und ein Pain au Chocolat zu kaufen. Mit der Tüte am Lenker und in Erinnerung an meinen Sommer in Frankreich schwelgend habe ich den nächsten Park aufgesucht. Die Abendsonne im Gesicht im Schneidersitz auf einer Bank sitzend und französisches Gebäck essend habe ich die Peruaner auf ihrem Heimweg und die Touristen beim Erkunden beobachtet.

Am Abend habe ich mich dann mit Johanna und Luisa, zwei anderen Freiwilligen aus Lima, getroffen. Eigentlich war unser Treffpunkt nur 4km von meinem Hostel entfernt. Aus, auch mir unerklärlichen, Gründen habe ich für den Weg allerdings drei Stunden gebraucht. Im Nachhinein ist mir natürlich klar, dass ich einfach hätte aussteigen und laufen sollen. Aber nach der langen Tortur war es umso schöner die beiden wieder zu sehen.

This story is to be continued, denn die Tortur war ganz klar noch nicht beendet. Deshalb: bleibt neugierig!

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