Vai doer no peito, vai

https://www.youtube.com/watch?v=JvsEYlRCCh0 

Auf dem kulturweit.blog werde ich schon als Alumni aufgeführt, die Tage bis zu meinem Abflug kann ich mittlerweile entweder an meiner rechten oder linken Hand abzählen-beide brauche ich nicht mehr. Schon länger kann ich mich nicht mehr wirklich in meinem Zimmer bewegen, überall liegt Zeug und die mehr oder weniger gepackten Koffer. Bald bin ich wieder in meiner Heimat.

Und ich erwische mich immer wieder dabei wie ich-natürlich erfolglos-versuche, die noch verbleibende Zeit in die Länge zu ziehen oder irgendwie festzuhalten.

Ich will Dinge fotografieren, die mir vorher nie aufgefallen sind und, die es meistens auch nicht wert sind fotografiert zu werden.

Ich bin wie besessen davon Dinge kaufen zu wollen, die mich an irgendetwas erinnern. Es braucht einiges an mentaler Kraft um mir selber klar zu machen, dass es nicht die Erinnerungsstücke sein werden, die meine Zeit hier zu etwas Besonderem machen, sondern die Erinnerungen selber.

Auch wenn ich keinen Hunger mehr habe, schleicht sich beim Essen immer das Gefühl ein, dass ich mir einen Nachschlag holen sollte. Dann bleiben alle länger sitzen, wir können uns weiter unterhalten und müssen vielleicht nie wieder aufstehen, denke ich heimlich.
Meine Ernährung ist in letzter Zeit nicht mehr besonders ausgewogen. Schließlich muss ich täglich paes de queijo und ein Açai essen.

Außerdem entwickele ich Zuneigung für Dinge, die mich ein ganzes Jahr lang gestört haben. Jedes Mal freue ich mich über die Hunde meiner Mitbewohnerin, wenn ich nach Hause komme. Die  Beiden bellen wirklich unheimlich laut und springen den Weg vom Tor bis zur Haustür unentwegt an mir hoch. Aber ist doch irgendwie schön, dass sie sich so freuen.

Ich habe mich erst darüber geärgert wie ich die Zeit in meinen letzten Tagen hier aufgeteilt habe. Nur um dann zu merken, dass das Problem eigentlich nicht die falsche Aufteilung ist, sondern die Tatsache, dass meine Zeit hier bald abgelaufen ist.

Nichtsdestotrotz freue ich mich auf die Rückkehr, weiß, dass jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist und versuche die Trauer des Abschieds in Dankbarkeit zu verwandeln.

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