É verão

Jedes Mal wenn ich aus der klimatisierten Schule komme werde ich umarmt. Von der Hitze, die die Stadt seit zwei Wochen erfasst hat. Weil ich immer mit dem Fahrrad unterwegs bin komme ich überall schweißgebadet, und ich meine gebadet, an. Den Lärm vom Ventilator in meinem Zimmer nehme ich schon gar nicht mehr war. Haare trocknen in zehn Minuten.

Und mit dem Umschwung des Wetters kann auch ein Umschwung meiner Laune. Mir geht es einfach gut.

Der Regen war viel und lang. In der Schule war es in den letzten Monaten hauptsächlich meine Aufgabe vor dem Computer zu sitzen um Materialien für drei verschiedene Arbeitsbücher als Vorbereitung auf die DSD-Prüfungen herauszusuchen. Ich sitze nicht gerne vor dem Computer. Ich mag es nicht alleine zu arbeiten, werde super schnell müde und kann mich nicht mehr konzentrieren. Also war ich unzufrieden mit meiner Arbeit in der Schule. Und wegen des Wetters hat auch meine Freizeit keine Abwechslung geboten.

Aber jetzt scheint die Sonne. Seit Ende letzter Woche haben einige der Schüler schon Ferien, die letzten wurden gestern in den Sommer entlassen. Ich war nicht mehr alleine in meinem kleinen Raum. Immer waren eins/zwei andere Leute da mit denen ich zusammen gearbeitet habe. Zwischendurch haben wir die Arbeit unterbrochen um uns ein bisschen zu unterhalten. So habe ich auch endlich die Lehrer ein bisschen besser kennengelernt. Morgen fahre ich mit einigen Bekanntschaften meiner letzten Woche an den Strand. Außerdem hatte ich mit meinen Ansprechpartnern ein erstes Gespräch über meine Aufgaben nächstes Jahr. Ich werde die Expat-Kinder im Teamteaching unterrichten, die brasilianischen Schüler auf die mündliche DSD Prüfung vorbereiten. Aus meiner Idee eines „Deutsch-Newsletters“ durch den wir monatlich Bücher, Musik, Ereignisse aus Deutschland teilen wurde ein Instagramaccount, den ich nächstes Jahr für die Sprachabteilung machen werde.

In der Schule benutzen die Schüler immer Plastikbecher um sich Wasser aus den Spendern zu nehmen. Um das zu minimieren (vllt ganz abzuschaffen) will ich nächstes Jahr, wenn die Marketingabteilung das erlabt, einen Design-Wettbewerb für Trinkflaschen organisieren. Die Trinkflaschen sollen die Schüler dann als Teil der Schuluniform erwerben. Was ich damit zeigen will: meine Aufgaben werden vielseitig sein und ich freue mich darauf das es nach den Ferien losgeht.

Die Ferien. Natürlich halten auch die Ferien den Gemütszustand hoch, ich kann es kaum erwarten wieder zu reisen, im Hostel zu schlafen, neue Leute kennenzulernen. Ich habe eine, wie ich finde, tolle und abwechslungsreiche Route geplant und freue mich sehr darauf, dass es endlich losgeht. Mehr dazu im nächsten Blogpost.

Alle waren so begeistert von der Schönheit der Portugiesischen Sprache, als ich erzählt habe, dass ich die im nächsten Jahr lernen werde. Und um ehrlich zu sein: ich habe nicht verstanden, was alle daran so toll finde. Aber es ist als wäre ein Schalter umgelegt worden. Ich weiß jetzt was ihr meint! Durch diese Entdeckung habe ich jetzt noch mehr Motivation meine Zeit hier zu nutzen um Portugiesisch zu lernen. Und in den letzten Wochen habe ich wirklich einen Schub erfahren. Ich kann jetzt einfache (sehr einfache!) Sätze grammatikalisch richtig bilden.  Andere Sätze bestehen einfach aus aneinander gereihten Nomen und umkonjugierten Verben. Ich sage jetzt nicht mehr: Eu nao falo portuguese, wenn ich nicht verstanden werden. Sondern: Eu sou falo um pouco portuguese. (Beide Sätze ohne Akzente. Ich habe keine Lust, die aus meiner deutschen Tastatur herauszukitzlen.)  In meiner letzten Portugiesischstunde vor den Ferien, also gestern, hat mir meine Lehrerin ein Kompliment für mein Portugiesisch gemacht, das für die zehn Stunden schon sehr gut sei. Jetzt muss ich es nur noch schaffen meine Kenntnisse über die Ferien zu retten, die ich hauptsächlich in den spanischsprachigen Nachbarländern verbringen werde.

Und was soll ich sagen, einen ganz großen Teil zu meinem Glück hat auch mal wieder das Essen beigetragen. Nachdem ich am Montag den Bioladen Joinville´s entdeckt habe, in dem der Tofu nur 9 Reais kostet, war ich heute Morgen auf dem Biomarkt. Besonders der Käse, den ich dort auf Portugiesisch erstanden habe lässt mein Herz höher schlagen. Endlich mal einer der nicht nur nach Butter schmeckt! Außerdem habe ich angefangen Brot zu backen und mich dazu entschieden nie wieder welches zu kaufen. Eins ist gerade im Ofen, damit ich den Käse auch genügend zelebrieren kann, und es riecht toll!

Clara

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