Der Alltag kehrt ein

Ich bin mittlerweile schon vier Wochen in Chile und möchte gerne einmal erzählen, wie sich mein Alltag so gestaltet.

Ich bin ganz stolz auf mich, da ich mich traue, jeden Morgen mit dem Fahrrad zu meiner Arbeit zu fahren – 30 min hin und 30 min zurück. Das ist besser als unser Fitnessstudio-Programm Jonas (falls du das überhaupt liest :D). Bisher habe ich ein Mietfahrrad, kennst du vielleicht auch aus deiner Stadt. Man findet sie irgendwo in der Stadt und kann sie auch irgendwo in der Stadt wieder abstellen. Eigentlich ziemlich praktisch. Blöd ist nur, dass 1. manche Fahrräder einfach doof sind, sie haben zum Beispiel keinen Gang oder die Sattel lassen sich nicht einstellen und 2. reicht das Gebiet, in dem man die Fahrräder benutzen kann, nicht in die ganze Stadt, sondern nur in einen Teil. So fahre ich die anderen Strecken meistens mit der Metro. Diese ist aber Gott sei Dank nicht so teuer hier (eine Fahrt kostet so um einen Euro) und das Beste ist, meine Metrostation ist pink! ♥

Im Gegensatz zu anderen Freiwilligen habe ich das Glück, morgens erst um 10 Uhr auf der Arbeit sein zu müssen – allerdings muss ich dann auch bis 18 Uhr arbeiten. Wie ich vermutlich schon erwähnt habe, arbeite ich in der Bibliothek des Goethe-Instituts, heißt also an der Ausleihe sitzen, mich um die Bücher kümmern (letztens habe ich z.B. die Bibliothek etwas umgeräumt), Bestandsaufnahme, etc. Wir haben z.B. auch einen Spielekoffer in der Bibliothek, der bestens geeignet ist, um mit ihm durchs Land zu reisen und ihn an verschiedenen Orten vorzustellen. So fahren wir z.B. Ende des Monats auch mal nach Valpo. Sonst gibt es auch noch andere Veranstaltungen, die ich gemeinsam mit Konrad, meinem Mitpraktikanen leite. Jeden zweiten Dienstag im Monat ist ein Leseclub, wo wir mit einer kleinen Gruppe, die meisten Chilenen, über ein bestimmtes Thema oder Buch sprechen. Diese Woche war z.B. „Frauen im Bauhaus“ das Thema. Trotz meines geringen Wissens darüber, war die Veranstaltung doch ein Erfolg. Jeden dritten Dienstag gibt es noch den Spieleclub. Den habe ich jetzt selbst noch nicht erlebt, aber ich denke, der Name sagt schon, worum es geht. Ich freue mich schon auf nächste Woche!

 

 

Zusätzlich zum allgemeinen Programm mache ich momentan noch einen Spanischkurs. Der geht jeden Tag von 12 – 15:30 Uhr (mit 30 min Pause) und danach ist mein Kopf echt ziemlich matsch. Ich hätte es nicht gedacht, aber es ist echt anstrengend, jeden Tag drei Stunden lang zu denken. Am Ende des Sprachkurses müssen wir wohl sogar eine Prüfung schreiben, da habe ich so gut wie keine Lust drauf. Aber wenigstens halte ich dann ein Zertifikat in der Hand, das is doch auch mal schön.

Den Rest des Tages verbringe ich dann natürlich unterschiedlich. Mal gehe ich mit den anderen Freiwilligen noch etwas trinken/essen – Terremoto und Pisco Sour sind schon sehr lecker! Was ich so gar nicht mehr gewöhnt bin, ist kochen. Das muss jetzt auch manchmal sein, wenn ich mittags etwas zu essen haben mag. Dafür gehe ich dann einkaufen und koche abends dann für den nächsten Tag – oder dank meiner tollen Einschätzung – auch für die nächsten drei Tage vor. Manchmal vermisse ich die Mensa, da war alles so schön unkompliziert und ging schnell, aber so langsam merke ich auch, dass Kochen doch Spaß machen kann.

Das Wochenende versuche ich dann verschieden zu füllen. Die letzten Wochenenden war ich auf La Vega, das ist ein großer Obst- und Gemüsemarkt, auf dem ich dann für die nächste Woche eingekauft habe. Dort ist es günstiger als im Supermarkt und auch irgendwie immer ein tolles Erlebnis, dorthin zu gehen. Allerdings auch ziemlich anstrengend. Gerade am Wochenende ist es super voll und laut und man braucht auch ein wenig Zeit, um alle Angebote zu vergleichen.

Letztes Wochenende war ich auf dem Cerro San Cristóbal, von dem aus man einen wunderschönen Ausblick über Santiago hat.

Ich habe mir auch mal verschiedene Stadtviertel angeschaut, wie z.B. Bellavista oder das Barrio Italia.

Morgen wird aber erstmal ausgeschlafen und dann helfe ich auf einem Fest, wo verschiedene Länder vertreten sind, am Stand der deutschen Botschaft.

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