Das Vorbereitungsseminar

Dies ist nun mein erster Blogeintrag – ganz schön spannend. Vor allem, wo ich auch nicht weiß, wer diesen Blog so verfolgt. Aber schön, dass du da bist! 🙂

Zusätzlich zur Beschreibung des Vorbereitungsseminars, hole ich noch etwas aus und erzähle, wie ich zu dem Freiwilligendienst kam.

Nachdem ich nun sechs Jahre Englisch und Mathematik auf Lehramt studiert habe, wollte ich noch einmal die große weite Welt sehen. Zudem war ich 2017 schon für ein Praktikum in Indien gewesen und seitdem hat mich das Fernweh gepackt. So habe ich mich Ende 2018 für kulturweit, den Freiwilligendienst der Deutschen UNESCO-Kommission und gefördert durch das Auswärtige Amt, beworben. Dass ich tatsächlich auch genommen werde, hat mich sehr gefreut und so entschied ich mich im April 2019 meinen Platz am Goethe Institut in Santiago de Chile anzunehmen. Eigentlich soll man gewisse Spanisch-Kenntnisse mitbringen, die ich leider nicht habe, aber „optimistisch bleiben“ dachte ich mir und so wollte ich mich der Herausforderung stellen. Mit dem neuen Semester habe ich als Vorbereitung einen Spanisch-Kurs gemacht, damit ich wenigstens un poco español spreche.

Die Zeit ab April verlief wie im Flug. Ich war mitten im Abschluss meines Studiums und schrieb meine Masterarbeit und es kam mir daher recht gelegen, dass mir eine ehemalige Praktikantin ihr altes Zimmer in Santiago anbot. Wohnen würde ich mit einer Chilenin zusammen, die nur Spanisch spricht – das kann ja heiter werden. (Kleiner Spoiler: mit Händen und Füßen und meinen geringen Spanisch-Kenntnissen sowie ihren geringen Englisch-Kenntnissen klappt die Kommunikation ganz gut). Es gab noch einige Fristen einzuhalten. Ich sollte einige Unterlagen bei kulturweit einreichen (danke übrigens an kulturweit für die hervorragende Übersicht, was wann wie wo vorliegen sollte), Flüge buchen und musste mein Visum beantragen. Das war ziemlich nervenaufreibend und ging leider nicht so schnell, wie ich es mir erhofft hatte. Gott sei Dank hatte ich es aber dann Anfang August in der Hand und so konnte meiner Reise nichts mehr im Wege stehen. Kleine Nervenzusammenbrüche gab es noch beim Ausräumen meines Zimmers in meiner wunderschönen Heimat der letzten sechs Jahre Bonn und der Fertigstellung meiner Arbeit. Gott sei Dank wurde aber alles – bis auf eine Hausarbeit – fristgerecht fertig 🙂
Ende August hieß es dann schon Abschied nehmen von einem Großteil meiner Freunde auf einer kleinen Abschiedsparty. Es war ein sehr schöner Abend und ich habe mich gefreut, nochmal alle wiederzusehen und mit ihnen zu feiern. Auch von meiner Schwester musste ich mich kurz darauf für die nächsten sechs Monate verabschieden. Ich vermisse euch alle schon jetzt ganz doll!

Dann hieß es am 1. September schon zum ersten Mal Abschied nehmen zum zehntägigen Vorbereitungsseminar am Werbellinsee bei Berlin. 5:17 Uhr in der Früh ging mein Zug – wie ich doch frühes Aufstehen liebe! Nach einer ca. sechsstündigen Zugfahrt rollten wir in den Berliner Hauptbahnhof ein und ich traf auch schon einige Mitfreiwillige, die ich, dank einer bereits zugesendeten Teilnehmerliste schon im Vorfeld kontaktiert hatte. Danach ging es in die Busse, mit ca. 270 anderen Freiwilligen, alle gespannt darauf, was die nächste Zeit so mit sich bringt.

Untergebracht waren wir in Zweier- und Dreierzimmern. Ich hatte Glück und habe mit Sofia ein Zweierzimmer ergattert, richtig groß und eines der wenigen mit schniekem Balkon. Los ging es aber zunächst mal mit einer allgemeinen Begrüßung, gefolgt von einer Seminareinheit, der sogenannten Homezone. Die Homezone war eine feste Gruppe, bei mir aus 13 Freiwilligen, mit der man sich so gut wie jeden Tag traf und über Wünsche, Vorfreude, Sorgen und Ängste bezüglich des anstehenden Freiwilligendienstes austauschte. Es tat gut zu hören, dass ich nicht alleine war mit meinen Gedanken über die bevorstehende Zeit. Und auch nicht die einzige, die nicht so wirklich bis kein Spanisch spricht. Wir haben aber auch viel über Diskriminierung und Rassismus, Interkulturalität und andere Themen gelernt. Danke schonmal an Laurens, unseren Teamer, der die zehn Tage so wunderbar gestaltet hat.


Meine Homezone

Es gab aber nicht nur die Homezone. Untermalt wurde das Programm noch mit den Partnertagen, wo wir mehr über das Goethe Institut erfuhren und Workshops zu verschiedenen Themen, die im Freiwilligendienst eine Rolle spielen. So gab es z.B. einen Themenblock zu „Persönlichen Grenzen und Beziehungen im Freiwilligendienst“.


Themen aus der Homezone

Mein Highlight war aber der Ausflug nach Berlin, wo wir zunächst im Auswärtigen Amt begrüßt wurden und danach noch ein wenig Freizeit in Berlin verbringen konnten.

Nach den typischen Tourisachen wie Brandenburger Tor oder Bundestag, genossen wir das gute Wetter und haben noch etwas Proviant für die Abendverpflegung eingekauft.


Berliner Dom bei schönstem Wetter

Baden im See bei ca. 20 Grad Außentemperatur durfte auch nicht fehlen.


Sonnenuntergang am Werbellinsee

Am letzten Abend des Vorbereitungsseminars gab es die legendäre kulturweit-Abschiedsparty, auf der viel getanzt und gequatscht wurde.

So hieß es dann am Dienstag, den 10.09., schon wieder Abschied nehmen, von all den Leuten, die man in den vergangenen zehn Tagen ins Herz geschlossen hatte. Einige von ihnen sehe ich Gott sei Dank des Öfteren, da sie auch in Santiago wohnen und alle aus meiner Homezone beim Zwischenseminar Ende November, worauf ich mich schon ziemlich freue. Wir verbrachten den Nachmittag noch gemeinsam in einer Bar an der Spree, bis alle so langsam in die Züge stiegen und Richtung Heimat fuhren. Nach wieder 6 Std. Fahrt kam auch ich nachts um 1 Uhr ziemlich erschöpft von den letzten 10 Tagen zuhause an und bereitete mich mit einer Mütze Schlaf auf die letzten zweieinhalb Tage in der Heimat vor.

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