Der Flug und die Ankunft in Santiago

Nach ca. zwei Stunden Autofahrt sind wir endlich am Frankfurter Flughafen angekommen und ich war ungewöhnlich ruhig. Mir war zu diesem Zeitpunkt zwar im Kopf bewusst, dass es bald los ging und ich dann erstmal für mehr als fünf Monate aus Deutschland weg war, jedoch hatte der Rest meines Körpers dies noch nicht ganz realisiert. So sind ich und meine Eltern vom Parkhaus zum Terminal, wo ich dann auf Mona und ihre Familie stieß. Mona ist eine andere Freiwillige, die auch ihren Freiwilligendienst in Santiago macht. Jedoch bleibt sie 12 Monate und ist an einer Schule vor Ort.

So wie die deutsche Pünktlichkeit es will, waren wir zu früh dran um unser Gepäck abzugeben und somit hieß es warten. Diese ca. 45 Minuten waren merkwürdig. Irgendwie wusste man nicht mehr so wirklich etwas zu reden, hat aber dennoch ein wenig Small Talk gehalten, da so gar nichts reden irgendwie auch nicht ging. Aber die Zeit verging doch recht schnell und so konnten Mona und ich bald unser Gepäck zum Schalter bringen. Ich atmete noch auf, da es glücklicherweise weniger als die erlaubten 23 Kilo waren. Auch, wenn die Kofferwaage zuhause auch dies gezeigt hatte, traue ich dem Braten nicht so ganz.

Endlich geht es los

Damit waren die Koffer verstaut und jetzt hieß es wirklich Abschied nehmen. Abschied von dem letzten Fünkchen, was mich noch mit Deutschland verband. Es flossen ein paar kleine Tränchen und damit der Abschied nicht noch schwerer fiel, machten Mona und ich uns auf schnellem Weg zur Sicherheitskontrolle. Weg waren meine Eltern dann auch – schon etwas komisch muss ich gestehen – aber die Vorfreude überwog. Die Sicherheitskontrolle verlief reibungslos und nach ein wenig bummeln im Duty Free Bereich, ging es dann auch schon los. Zunächst ein 2:45 h langer Flug nach Madrid und von dort weiter nach Santiago. Unser Flug ging über Nacht und wir konnten glücklicherweise auch etwas Schlaf bekommen. Mein Essgewohnheiten zerstörend gab es jedoch erstmal um 1 Uhr Abendessen, parallel schauten wir einen Film, da wir uns das Filmeangebot nicht entgehen lassen wollten. Es war auch das erste Mal, dass ich so richtig verschnaufen konnte, innerhalb der letzten 12 Tage, aber auch seit ca. 2 Jahren. Das ganze Masterstudium lang ging alles Schlag auf Schlag. Angefangen sogar noch mit meiner Bachelorarbeit damals, hatte ich danach gefühlt ununterbrochen zu tun. Jede Semesterferien Hausarbeiten, im Semester Matheübungsblätter oder auch Klausuren und bis zum 12.9., also kurz vor meiner Ausreise war ich auch noch mit Masterarbeit und einer letzten Hausarbeit beschäftigt.

Etwas verwirrt, da die Zeitverschiebung doch keine sechs, sondern nur fünf Stunden beträgt, kamen wir nach etwa insgesamt 18 Stunden in Santiago an. Eine Stunde mussten wir dann noch am Einreiseschalter anstehen – noch eine Hürde war geschafft. Unsere Koffer waren schneller als wir und standen mutterseelenallein am Gepäckband. Nachdem wir sie eingesammelt hatten, hieß es nochmal am Zoll anstehen, aber dann war es endlich geschafft – Santiago ich komme!

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