11. 12. – Kallikantzeroi

Kobolde oder Dämonen, die zwischen den Jahren aus der Erde hervorkriechen und böswilligen Schabernack treiben – keine schöne Vorstellung. Der Glaube an diese Kallikantzeroi war aber lange in Griechenland verbreitet und führte zu mehreren Ritualen, von denen gewiss heute noch einige überlebt haben.

Der Legende nach sägen 18 Kobolde das ganze Jahr über in der Unterwelt an dem Baum, der die Erde hält. Zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar, zwischen der Geburt Christi und dem Epiphanie-Fest, wenn die Tage am dunkelsten sind und sich deren Länge nicht verändert, besteigen die Kallikantzeroi ein Schiff und kommen damit aus der Erdoberfläche hervor.

Wer nun in den folgenden Tagen nicht aufpasst, dass er sein Essen abdeckt, Kreuzzeichen an allen Eingängen seines Hauses anbringt oder ein Feuer über diese zwölf Tage brennen lässt, der kann eine böse Überraschung erleben. Die Kobolde schleichen sich überall hinein, stehlen das Essen oder verderben es, stiften Unordnung oder zwingen nächtliche Heimkehrer, die ganze Nacht hindurch zu tanzen. Der Mantrakoukos, der angeblich gefährlichste und hässlichste der Kobolde, versteckt sich beispielsweise tagsüber in Pferdeställen und kommt nachts hervor, um Frauen zu belästigen. In Deutschland nennt man diese Zeit auch die Rauhnächte, in denen Geister und ähnliche Wesen ihr Unwesen treiben. Lange erzählte man sich in Griechenland, dass ein während der Rauhnächte geborenes Kind so schnell als möglich getauft werden muss, damit es sich nicht in einen solchen Kobold verwandelt.

Heutzutage sind die Kallikantzeroi jedoch ruhiger geworden und die meisten Griechen müssen nicht mehr so sehr aufpassen. Vielleicht haben die Kobolde jedoch nur ihr Verhalten den modernen Zeiten angepasst und ihre Gestalt geändert?