Der letzte Tag (es war übrigens schon gestern)

Ich habe mich Wochen darauf gefreut, aber dann ging es plötzlich doch schnell und jetzt sitze ich schon am Flughafen in Cluj und habe noch anderthalb Stunde Zeit bis zum Start.

Es ist super neblig, was sich aber laut Wettervorhersage demnächst ändern soll.

Ich freue mich wirklich seit Wochen auf diesen Tag, aber das komische Gefühl hatte ich natürlich trotzdem seit gestern. Dieses vorm Abschied stehen und nicht wissen was man eigentlich zu tun hat, damit man sich zufrieden verabschieden kann. Zuhause in Zalau hatte ich überhaupt keine Zeit dafür; ich war tagsüber normal in der Schule und nachdem ich vollgepackt mit zwei Geschenktüten, einem gerahmten Bild, das mir der Schulleiter als Andenken mitgegeben hatte, und der frisch ausgedruckten Boardkarte nachhause kam, wollte ich nachmittags noch die Wohnung aufräumen. Die Sonne hat geschienen wie an den letzten Tagen, wie in meiner Anfangszeit hier. Es waren 13 Grad und ich hatte somit doch irgendwie das Gefühl einen abgeschlossenen Zyklus in dieser Stadt verbracht zu haben. Also irgendwie alle Jahreszeiten ein bisschen, bis auf den super heißen Hochsommer (aber das ist nicht schlimm…) Keine Ahnung, wie das passieren konnte, aber ich musste mich plötzlich total beeilen, um noch den Bus um 17.15 Uhr zu bekommen, so sehr, dass eigentlich gar keine Zeit war, mich mental zu verabschieden.

Also war der Teil des Abschieds schonmal eher kurz und schmerzlos. Den letzten Abend habe ich mit Sophia in Cluj verbracht, und kaum kam ich in Cluj an, hatte ich den bevorstehenden Flug fast schon wieder vergessen. Als die Erinnerung daran dann plötzlich wiederkam, hatte der Gedanke zum ersten Mal einen negativen Beigeschmack. Nämlich ein „So das wars jetzt wirklich und morgen ist das Kapitel dann abgeschlossen und du kannst nichts mehr an deinen Eindrücken und Erinnerungen ändern, die dir jetzt fürs Leben bleiben“.

Aber, ganz ehrlich, gegen dieses Gefühl kann man wahrscheinlich nichts machen. Das wird noch öfter da sein. Und ja, ich bin sehr zufrieden mit den Eindrücken und Erinnerungen, die mir jetzt fürs Leben bleiben.

Im Folgenden würde ich gerne eine kleine Q&A mit mir selbst aufschreiben, weil ich denke, dass das die beste Art ist, dieses wichtige Kapitel für mich und den Blog insgesamt abzuschließen.

 

Wie war die Zeit in Rumänien für mich?

Super. Weil es immer super ist, neue Erfahrungen zu machen und neue Länder und Kulturen (persönlich) kennenzulernen. Ich kann jetzt sagen (und bin zugegebenermaßen auch stolz drauf), dass Rumänien ein wunderschönes, interessantes Land ist und ich einen Eindruck davon hatte, wie das Leben hier funktioniert. Ich habe Neues gelernt und mich wahrscheinlich auch neu kennengelernt.

 

Was habe ich gelernt? Wie habe ich mich entwickelt?

Erstmal habe ich natürlich offensichtliche Dinge gelernt, z. B. alleine zu leben, und wie ich mich in einem neuen, unbekannten Land zurecht finde. Ich habe aber auch gelernt, viel Zeit mit mir zu verbringen, und vielleicht auch irgendwie doch besser auf Leute zugehen zu können. Ich weiß jetzt auch, wie ich mit neuen Situationen (z. B. der Arbeit in der Schule) umgehe und ich kann zwar nicht genau sagen wie, aber ich glaube, dass all diese Erfahrungen und neuen Situationen auch dazu geführt haben, dass ich mich persönlich entwickelt habe.

 

Werde ich in Zukunft wiederkommen?

Klar. Vielleicht doch mal im superheißen Sommer… 🙂 Es gibt auf jeden Fall super viel, was ich noch nicht gesehen habe.

 

Habe ich neue Freunde gefunden?

Während meines Freiwilligendienstes hätte ich die Frage eher verneint, aber wenn ich die Zeit jetzt Revue passieren lasse, fällt mir schon auf, wie viele Menschen ich ohne dieses FSJ nicht kennengelernt hätte und welche irgendwie doch inspirierenden  Bekanntschaften ich gemacht habe.

 

Spreche ich jetzt rumänisch?

Ne… Irgendwie lernt man doch ein bisschen, aber es reicht noch lange nicht für eine Unterhaltung..

 

Bereue ich es manchmal, nur ein halbes Jahr hier gewesen zu sein?

Zwischendurch habe ich mich das immer wieder gefragt, aber letztendlich bin ich sicher, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Ich denke, ich habe das Land gut kennengelernt, ich habe mein Ziel erreicht. Und obwohl es Spaß gemacht hat, in der Schule zu arbeiten, würde ich immer noch sagen, dass Lehrer nicht wirklich der Job für mich ist.. Also hat das halbe Jahr in der Hinsicht auch gereicht. Ich bin außerdem stolz darauf, wie gut ich auch alleine klargekommen bin, aber trotzdem freue ich mich sehr auf Zuhause und wieder mehr Zeit mit mehr Menschen verbringen zu können.

 

Würde ich die Arbeit als Freiwillige*r empfehlen?

Auf jeden Fall! Ich denke, es gibt keine bessere Möglichkeit, neue Erfahrungen zu machen und sich selbst besser oder neu kennenzulernen. Und es lohnt sich wirklich immer, ein neues Land zu entdecken, wenn man die Möglichkeit hat, immer.

 

Ich denke, das waren die wichtigsten Fragen. Sollten aber noch welche offen geblieben sein, kann der Sich fragende sich natürlich gerne im Kommentarfeld austoben;)

Und zuletzt: Ich hatte Spaß daran, diesen Blog zu schreiben, und hoffe, ihr hattet genau so viel Spaß ihn zu lesen. Alles Gute und wer weiß…Vielleicht lasse ich nochmal von mir hören..

Zuhause

So, ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gestartet und hattet schöne Weihnachten und Ferien:)

Ich habe mich jetzt mal dazu entschieden, ein eher kurzes und farbloses (mal ohne Bilder) Update zu geben. Weihnachten und Silvester in Köln waren super schön. Ich habe mich total gefreut, meine Familie und Freunde wiederzusehen und wieder Zeit in Köln zu verbringen. Tatsächlich hat es sich angefühlt, als wäre ich nie weg gewesen.

Umso schwerer war es dann allerdings, am 1. Januar wieder zurückzufliegen. Von einem auf den anderen Tag wieder alleine, obwohl vorher ständig Menschen um mich waren. Zusätzlich habe ich verpeilt, dass ja Feiertag war und musste feststellen, dass dann kein einziger Bus von Cluj nach Zalau fuhr. Ich dachte kurz, ich schlafe in Cluj im Bahnhof, habe dann aber doch einfach 50 EUR für ein Taxi ausgegeben, weil ich einfach nur nach hause wollte.

Genau, ich nenne es Zuhause. Aber trotzdem sehne ich mich mehr nach meinem richtigen Zuhause, wo ich nicht ständig allein bin und nichts zu tun habe.

Am nächsten Tag war ich plötzlich auch noch krank und lag dann eben müde und alleine plötzlich wieder in diesem Bett in der kleinen Wohnung in Rumänien. Also um das alles nochmal deutlich auszudrücken: Meine Motivation, zurückzukommen, war noch in Köln und auch später nicht wirklich groß.

Wenn man darüber nachdenkt, bin ich doch schnell an den Punkt gekommen, zu sagen „Es war eine gute Erfahrung und ich habe verstanden, wie das hier funktioniert, aber langsam habe ich keine Lust mehr, die Leute um mich herum nicht zu verstehen und insgesamt auf das, was ich hier so mache“. In Köln habe ich erlebt, wie mein Leben wäre, wenn ich stattdessen dort wäre und mit dieser Erfahrung im Hinterkopf wird es natürlich auch nicht einfacher, das (gerade in diesen schlimmsten zwei Monaten des Jahres) nochmal hinter sich zu lassen.

Ich muss sagen, ich habe wirklich ein Loch erwartet, da mir langsam auch die Motivation ausgeht, mir etwas für die Schule zu überlegen. Am 3. kam dann allerdings meine beste Freundin Luka und wir haben die restlichen Weihnachtsferien genutzt, um uns ein paar rumänische Städte anzuschauen. Wir waren in Cluj, Sighisoara, Brasov, Bukarest und Sibiu und ich kann echt nur betonen, wie dankbar ich bin, dass ich so viel Besuch hier hatte. Es war vor allem super, dass ich diese „zweite“ Anfangszeit hier nicht alleine verbingen musste.

Naja, jetzt bin ich auf jeden Fall wieder alleine und kann nur sagen: Ich bin gespannt, wie die letzten vier Wochen hier noch verlaufen werden. Es ist auf jeden Fall nicht mehr viel Zeit, die ich hier und gerade in der Schule verbringe, aber das ist vollkommen okay für mich. Ich schaue einfach was passiert und freue mich sehr aufs tatsächliche Nachhausekommen am 19. Februar.

Sibiu

Hallihallo..ich weiß, es ist lange her. Eigentlich habe ich gefühlt nicht viel zu erzählen, aber da ich es bisher so gehalten habe, möchte ich auch jetzt etwas von meinem letzten Städtetrip  nach Sibiu erzählen.

 

Nach dem – ereignisreichen – Trip nach Bankya zum Zwischenseminar (siehe letzter Artikel) war nicht viel los. Die Schüler haben die DSD II -Prüfungen hinter sich gebracht, bei deren Vorbereitung ich (bei den mündlichen Prüfungen) geholfen habe. Bei den Prüfungen habe ich Aufsicht gemacht – da habe ich mich wichtig gefühlt höhö:) Und ja…jetzt habe ich insgesamt ein bisschen weniger zu tun und hatte inzwischen immerhin schon meine zweite Rumänisch-Stunde (ich weiß, der frühe Vogel hätte sich das anders vorgestellt).

 

ich in Sibiu

 

An den letzten Wochenenden hatte ich nochmal Besuch bzw. war zu Besuch bei Sophia in Cluj, wo wir mehr oder weniger versehentlich in einem Anfängerkurs für traditionelle, rumänische Tänze gelandet sind…und nein, ich habe leider kein Video.. Aber es war lustig, und wir haben auf jeden Fall was gelernt;)

Letztes Wochenende habe ich dann meine letzte Chance ergriffen und mir meinen heimlichen Traum erfüllt – den Weihnachtsmarkt in Sibiu zu besuchen. Das ist anscheinend der beste târgul de craciun in Rumänien (jaja, was Weihnachtsmarkt heißt, habe ich auch schon gelernt. Jetzt kurzes Quiz an alle – wäre ja witzlos, wenn ich hier nicht teilen würde, was ich so im Alltag in Rumänien lerne – …was bedeutet wohl moș craciun? :P)

 

hier sieht man die Altstadt von Sibiu (mit dem Weihnachtsmarkt)

 

Glücklicherweise wohnt Freya in Sibiu (auch kulturweit-Freiwillige) und hat Maya und mir erlaubt bei ihr zu schlafen. Wie die meisten Städte, die ich bis jetzt hier besucht habe, ist Sibiu auch sehr hübsch und irgendwie eigen…aber auf jeden Fall einen Besuch wert. Hier spürt man die Nachwirkungen der deutschen Minderheit wohl auch noch, obwohl es mir persönlich in Brașov mehr aufgefallen ist..aber insgesamt ist es auf jeden Fall ein Hotspot für Deutsches in Rumänien (..warum hört sich das irgendwie gar nicht interkulturell und international offen an..?)

Okay, aber Sibiu hat mir sehr gefallen und ich habe tatsächlich ein paar Geschenke auf dem Weihnachtsmarkt gefunden. Außerdem hat es das ganze Wochenende geschneit (das beste Vorweihnachtsgeschenk also:P) und tatsächlich gab es auch eine kleine Überraschung, als ich dann am Sonntagabend nach hause kam..

 

seit Samstagmittag hört es irgendwie nicht richtig auf zu schneien…also sieht es im Moment bei mir vor der Tür aus

 

Auf dem Rückweg habe ich außerdem eine super lustige Bekanntschaft gemacht..Alex ist Deutschlehrerin in Cluj, insgesamt seit zweieinhalb Jahren in Rumänien, Anfang vierzig und saß zufällig im gleichen blablacar. Lustigerweise hat sie für Samstag den gleichen Flug gebucht wie ich:)

Und ja, da kommen wir zu meinem Lieblingsthema im Moment..Ich habe mich bestimmt lange nicht mehr so auf Weihnachten gefreut wie dieses Jahr, weil ich meine Familie und Freunde wirklich vermisse und einfach total glücklich bin ganz bald mal wieder in meiner gewohnten Umgebung zu sein.

Das heißt auch, dass sehr wahrscheinlich dieses Jahr nicht mehr viel von mir kommen wird..Also schonmal frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr an alle, die das hier lesen, und dann melde ich mich wieder ab Januar mit mehr oder weniger unterhaltsamen Erlebnissen, die bestimmt noch in meinen letzten zwei Monaten in Rumänien auf mich warten..(spätestens wieder beim Busfahren..ganz sicher)

 

und zum Abschluss nochmal ein Bild von der evangelischen Kirche in der Altstadt in Sibiu (das mit dem tollen Licht…:P)

 

merry christmas and a happy new year!

 

 

Warum ich Busfahren liebe (oder meine unerwarteten Erfahrungen auf dem Weg zum Zwischenseminar)

Wie schon erwähnt, letzte Woche war das kulturweit-Zwischenseminar in Bankya, Bulgarien.

Seminar: cool

Andere Freiwillige wiedersehen: cool

Bulgarien kennenlernen: cool

Vorher und nachher jeweils von Samstag auf Sonntag nochmal in Arad übernachten: auch cool

Die Busfahrten drum herum: gar nicht cool

Bei meiner Fahrt nach Arad letzten Samstag ging noch alles gut. Ich habe natürlich wieder bei Maya geschlafen und ein paar der EVS-Freiwilligen aus Arad kennengelernt, mit denen sie da so ihre Zeit verbringt. (EVS steht für European Voluntary Service und die Freiwilligen hier haben meistens schon studiert und nehmen an einzelnen Projekten zu den unterschiedlichsten Themen in ganz Europa teil.. Dafür, dass ich vorher noch nie von dem Programm gehört hatte, machen da echt viele mit, allein in Arad bestimmt mindestens 20.)

Unser Flixbus sollte am Sonntag um 11.15 in Temeswar losfahren. Wir waren um 11.00 in Temeswar, es war kalt, kein Bus. Zwei Menschen gefragt, wo wir am besten warten, uns in die Kälte vors Flixbus-Zeichen gesetzt, um 11.30 immer noch kein Bus. Um es kurz zu machen: Wir saßen den halben Sonntag in einem kleinen Warte-Container eines anderen Busunternehmens (der einzige Ort weit und breit mit einer Heizung) und haben im Grunde auf die Information der Flixbus-Zentrale gewartet, dass der Bus da gewesen sei…Wenn er da war, haben wir ihn wohl tatsächlich übersehen (wusste ich auch noch nicht, dass das möglich ist). Naja, auf jeden Fall hatten wir noch einen ziemlichen Weg nach Sofia vor uns und eher begrenzte Möglichkeiten. Genau genommen eine Möglichkeit: Durch das Freiwilligennetzwerk (Hallelujah) ließen sich über Mayas Arad-Freunde andere EVS-Freiwillige in Craiova finden, die uns auch echt kurzfristig angeboten haben, bei ihnen zu übernachten. Und weiter als 7 Stunden mit dem Bus nach Craiova wären wir an dem Tag eh nicht an Sofia herangekommen. Also haben wir die 7 Stunden nach Craiova größtenteils verschlafen (zusammengefaltet auf der Rückbank eines Mini-Busses), gegen 23.00 fing es auch noch an zu schneien…es war also wirklich kalt, aber wir haben jetzt immerhin eine Wohnblock-Siedlung und einen italienischen Freiwilligen in Craiova kennengelernt und noch selbstgemachte Pizza bekommen.

Tatsächlich konnte er uns auch die Nummer einer anderen iatlienischen EVS-Freiwilligen geben, die auch am nächsten Morgen mit dem gleichen Zug (zur Abwechslung:P) und ihrem bulgarischen Freund nach Sofia musste. Die Fahrt mit dem Zug durch die Berge rund um Sofia war auch wirklich unfassbar schön und hat irgendwie den Stress mit dem Bus wieder gut gemacht…wir haben eben nur die erste Seminar-Einheit verpasst. Aber wir haben es immerhin nach 2 Reisetagen (für mich ja sogar 3) noch nach Bankya geschafft – komplett fertig und seit Tagen ungeduscht.

 

 

 

Das Seminar war auch echt cool und ich fand es super, auch mal Bulgarien kennenzulernen (Bilder folgen später:) )

Aber wir sind ja noch bei den Fahrten (es ist noch nicht vorbei). Der Flixbus zurück nach Arad fuhr tatsächlich auch wie erwartet um 2.00 morgens von Sofia aus – fuhr ein paar Stunden und blieb dann am nächsten Vormittag in der Nähe von Herkulesbad liegen. Mir war nicht klar, was es hier für kitschig traditionelle Autobahn-Restaurants gibt, aber ich hatte nun zeit mir 3 oder 4 Stunden genau eins anzusehen, während wir auf den Ersatzbus gewartet haben.

 

das Autobahn-Restaurant..

 

Der Rest der Fahrt verlief aber gut und vor lauter Glück es fast komplett zu Fuß aus der letzten Ecke im Gewerbegebiet von Arad zu Maya nachhause geschafft zu haben, habe ich dann am Sonntagmittag ganz knapp meinen Bus nach Zalău verpasst…ich konnte ihm sogar noch winken am Ende der Straße. Aber ganz ehrlich nach den Erfahrungen der vorherigen Reisen waren die 4 Stunden zum nächsten Bus auch kein Problem mehr..

Und für das Wiedersehen mit den anderen, meinen ersten Weihnachtsmarktbesuch dieses Jahr und eine Woche mal außerhalb der Schule hat sich irgendwo auch gelohnt:)

 

Maya, Max und der Weihnachtsmarkt in Sofia

 

Herkulesbad – der Höhepunkt der Motivation

 

Sightseeing in Sofia

 

mal Tapetenwechsel..

Kurzes Update: Ich habe den Artikel zwar am Samstag geschrieben, hatte aber erst gestern WLAN, um ihn hochzuladen…In der Zwischenzeit ist noch ein bisschen was passiert und der Weg zum Seminar war nicht ganz so entspannt wie gedacht, aber dazu schreibe ich demnächst mal was (jetzt arbeite ich sogar schon mit Teasern:P)

Ok, das letzte Mal, dass ich geschrieben habe, ist jetzt schon echt lange her. Ich hätte gerne zwischendurch mal erzählt aber ich hatte echt wenig Zeit. Die zwei Wochen nach meinem Wochenende in Brașov sind relativ unspektakulär vorbeigegangen. Allerdings habe ich mich in der Zeit tatsächlich zweimal mit Leuten von der Schule getroffen, ich war also nicht ganz allein und alle waren super nett. Das heißt, sollte ich demnächst nochmal super einsam sein, weiß ich wen ich fragen kann:)

Die letzten zwei Wochen gingen auch gefühlt sehr schnell vorbei. Letztes Wochenende hatte ich wieder Besuch von Philipp und war deshalb dann eh in Cluj und am Samstag kam außerdem noch die Helena. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten überhaupt in Cluj zu landen…bei beiden…hatten wir dann noch einen schönen Abend bzw eine schöne Busfahrt zum Flughafen am Sonntagmorgen um 7 *thumps up* Tatsächlich wird es jetzt auch in Rumänien langsam kälter (ich dachte zwischendurch schon es bleibt bis Weihnachten bei 22 Grad) und durch den Temperaturwechsel war es so unfassbar neblig und dunstig in Cluj, dass die Flugzeuge nicht landen konnten..aber immerhin wissen wir jetzt was eine Taxifahrt von Sibiu nach Cluj kostet und dass man auch mit Euro zahlen kann. (Starten ging dann aber plötzlich wieder am Sonntag…jaja)

Helena hatte zum Glück ein bisschen mehr Zeit mitgebracht und ist am Sonntagabend mit mir zurück nach Zalău gefahren, wo Luka dann am Dienstag dazugestoßen ist. Als ich sie in Cluj abgeholt habe bin ich dann auch endlich mal Taxi gefahren hier und ich bin mir jetzt sehr sicher, dass man sich in Rumänien auf der Rückbank eines Autos wirklich einfach nicht anschnallt..das ist scheinbar nicht so vorgesehen..

 

…wenn man durch leichte connections zu Mitarbeitern des einen schönen Cafés abends um 11 noch zu Pizza kommt (vielleicht war es auch einfach der Ausländerbonus)

 

Der Rest der Woche war auch noch sehr schön; wir sind viel in der Stadt herumgelaufen (im Grunde hat ein Spaziergang durch die Stadt die perfekte Länge für einen täglichen Spaziergang..und dann hat mans aber auch gesehen), ich habe fast alle meine kulinarischen Entdeckungen vermitteln können, hatte endlich Leute, mit denen ich ins Café gehen konnte (so 2-3 schöne gibt es tatsächlich auch bei mir), und passenderweise hatte ich so viel Unterrichtsentfall wie noch nie. Es war also genug Zeit für den Weg durch die Nachbarschaft zum Kaufland, plăcintă und den 4. Kaffee am Tag. Außerdem habe ich jetzt endlich ein paar der Kirchen bei mir in der Stadt von innen gesehen.

 

 

Dieses Bild zeigt die große orthodoxe Kirche von Zalău, die biserică Sfânta Vineri, die durch ihre Größe und erhöhte Lage gut sichtbar ist und mir bis jetzt wenigstens immer ein super Anhaltspunkt war, um den Kaufland zu finden, der sich direkt daneben befindet.

Heute Morgen mussten wir uns dann wieder verabschieden und ich bin jetzt wieder auf dem Weg..diesmal zu Maya nach Arad, von wo aus wir morgen zusammen zum Zwischenseminar nach Bankya fahren (kannte ich auch nicht, ist in der Nähe von Sofia). Was soll ich sagen…die 6,5 Stunden nach Arad sind ein super Vorgeschmack und ich freue mich sehr auf wunderschöne 12 weitere Stunden im Flixbus nach Sofia morgen. Aber was soll`s, ich freue mich wirklich sehr die Gruppe mal wiederzusehen, denn im Vergleich zu den anderen, die schon zusammen bei Treffen in Bukarest oder Brașov waren (natürlich nicht an dem Wochenende wo ich da war..), habe ich seit ich in Rumänien bin nur Maya getroffen und noch niemanden sonst von kulturweit.

Ich habe also sehr viel Abwechslung im Moment und merke auch, dass es ja gar nicht mehr lange dauert bis Weihnachten (ich habe schon ausfindig gemacht, wie ich am besten an Christstollen und Spekulatius komme…) und noch weniger lang bis zum nächsten Besuch…:)

 

 

 

als Abschluss hier noch ein paar „Sightseeing in Zalau“-Bilder (und natürlich nochmal herzlichen Dank an meine Models:D)

 

 

Brașov

Nach dem vorletzten Wochenende, das wirklich unglaublich lang und einsam war, habe ich letztes Wochenende die Gelegenheit genutzt und bin mit Sophia (siehe letzter Artikel) zu Freiwilligen nach Brașov gefahren. Die Stadt wollte ich mir sowieso unbedingt anschauen und aus Erfahrung (die ganzen schlimmen einsamen Wochenenden im Vergleich zu den tollen, an denen ich weggefahren bin und Städte mit mehr als einem Café besucht habe..) wusste ich, dass es mir gut tun wird, was Neues zu sehen und wieder ein bisschen (Frei)Zeit mit anderen zu verbringen. Von den kulturweit-Freiwilligen war niemand dabei, aber ich habe viele neue Leute (insgesamt waren wir 7) kennengelernt, die mit anderen Organisationen in Rumänien sind.

 

der Piața Sfatului neben der Schwarzen Kirche

 

Nachdem ich am Freitagmittag schon 2 Stunden auf den nächsten Bus warten musste, weil der, den ich eigentlich nehmen wollte, voll war, haben Sophia und ich uns an die auch sehr überfüllte Autobahnauffahrt in Cluj gestellt und gehofft, dass uns jemand mitnimmt..Seit Freitag sind hier nämlich Ferien für die Kindergärten und Grundschulen, was die vollen Straßen und Busse erklärt, woran ich aber natürlich nicht gedacht hatte.. Tatsächlich hat es bestimmt nur 10 Minuten gedauert bis ein sehr netter Obst-Verkäufer angehalten hat, der jede Woche die Strecke fährt, um sein Obst zu kaufen. Wir saßen dann also 5 Stunden nebeneinander in seinem Transporter auf dem Weg nach Brașov und haben versucht, uns zu verständigen (hat bei den beiden ganz geklappt, bei mir eher weniger..). Dort angekommen haben wir die anderen Freiwilligen getroffen, aber es war schon relativ spät und wir haben uns nur noch ein bisschen unterhalten bevor alle nach hause gegangen sind. Wir konnten bei zwei Freiwilligen in der WG schlafen, die in der Gemeinde der biserică neagră, der Schwarzen Kirche, arbeiten und praktischerweise auch direkt nebenan mitten im Zentrum wohnen. Der Großteil der Gruppe hatte für Samstag eine Wanderung geplant (wofür Brașov, was ja mitten in den südlichen Karpaten liegt, super geeignet ist), aber ich wollte mir lieber die Stadt anschauen und bin mit zwei anderen, die auch nicht wirklich Lust hatten, zu wandern, dort geblieben.

 

(relativ mittig über dem gelben Haus sieht man den Brașov-Schriftzug)

 

Wie viele Städte hier ist Brașov auch wirklich wirklich schön..Irgendwie habe ich das Gefühl, das jede Stadt, die ich bis jetzt besucht habe, was eigenes Schönes an sich hat..Jede zeigt unterschiedliche Einflüsse und vor allem die Häuser in der Altstadt in Brașov sind nochmal komplett anders als die Architektur in den Städten, die ich vorher gesehen habe. Was auch neu für mich war, war der deutsche Einfluss, der in Brașov sehr spürbar ist. Es gibt immer wieder deutsche Restaurants oder Kneipen und manche Kirchengemeinden (z.B. die der Schwarzen Kirche) sind deutsch, also halten auch ihre Gottesdienste auf Deutsch ab. Die Wahrscheinlichkeit, ältere Menschen zu treffen, die vielleicht auch noch Deutsch sprechen, ist also um einiges höher als bei mir. Wir drei Anti-Wanderer haben letztendlich den Tag damit verbacht, uns die Altstadt anzuschauen und sind zum Brașov-Schriftzug auf dem Berg Tâmpa gelaufen, von dem aus man die ganze Stadt sehen kann.

 

der Berg Tâmpa

 

…auf dem Berg Tâmpa

 

Hiernach war’s das eigentlich schon fast für mich..Ich wollte mal wieder die Schule heute nicht verpassen und wurde zum Glück von einer Freiwilligen nach verzweifelter Suche nach einem nicht vollen Bus auf eine andere Reisemöglichkeit hingewiesen..Am Sonntagmorgen um 7.30 Uhr saß ich dann bei Mihai, 42, im Auto auf dem Weg nach Cluj (toll dieses blablacar..). Mihai war auch ein sehr netter Typ und mit mir hat er noch zwei andere junge Männer in sagenhaften 4 Stunden sehr schnell aber sicher nach Cluj zurückgebracht.

Obwohl ich nur einen richtigen Tag in Brașov verbracht habe, hat sich der Trip auf jeden Fall gelohnt und ich möchte mich an dieser Stelle nochmal für tolle Erfindungen wie blablacar und die netten Menschen, die Freiwilligen in der Not einen Beifahrersitz angeboten haben und ohne die ich wahrscheinlich nicht hin geschweige denn rechtzeitig zurück gekommen wäre. Und irgendwie auch für dieses super umfassende, offene Freiwilligen-Netzwerk, das einem jederzeit die Möglichkeit gibt, neue Regionen und Städte kennenzulernen:)

Cluj Part 2 und wieder Abschiedsblues

Letztes Wochenende bin ich wieder nach Cluj gefahren und habe mich dort mit einer Freiwilligen von einer anderen Organisation getroffen, Sophia. Ich konnte bei ihr schlafen und sie hat mir auch wieder neue Sachen gezeigt, die ich noch nicht entdeckt hatte, z. B. eine sehr günstige und irgendwie schräge Pizzeria in Mărăști, dem sozusagen Hochhausviertel neben dem Zentrum von Cluj, die sich Mühe gibt, wie ein amerikanisches Diner auszusehen aber immerhin den Namen Toskana trägt…Aber egal, die Pizza war auf jeden Fall gut und anders als ich es bis jetzt kannte, kann man Saucen zur Pizza dazubestellen und hat direkt etwas zum Dippen…ja, für die ganze Pizza…

Außerdem haben wir einen Nachtisch probiert, von dem ich vorher auch noch nie gehört hatte (man kann inzwischen sagen, dass in jeder Woche, die ich bis jetzt in Rumänien verbracht habe, eine großartige neue essbare Entdeckung dazugekommen ist… vielleicht mache ich mal einen extra Food-Beitrag:D). Es ist auch teigig und frittiert -wie die plăcinte, die es hier an jeder Ecke gibt und die ich total für mich entdeckt habe- und entweder mit viel Marmelade und einer genialen Frischkäsecreme (keine Ahnung was es war, aber es hatte auf jeden Fall was von Frischkäse) oder mit viel Nutella. Es heißt Papanași und mit „viel“ meine ich wirklich viiiel Creme bzw. Nutella. Der Name ist fast am besten….und ich könnte noch ewig über Essen schreiben, aber tatsächlich hat das Wochenende noch etwas anderes Gutes gebracht.

 

Cluj von „oben“

 

Am Sonntag ist nämlich mein Freund zu Besuch gekommen und das war natürlich das Highlight, auf das ich mich schon die ganze Woche gefreut hatte. Wir sind die Nacht von Sonntag auf Montag noch in Cluj geblieben (immerhin gibt es jetzt die Connection zu einem Airbnb-Typ, der zwei Zimmer seiner Wohnung in Mărăști vermietet) und am Montagabend zu mir gefahren. Viel zu erzählen gibt es dazu allerdings nicht..und wenn, hätte es wieder mit Essen zu tun – sagen wir so: ich weiß jetzt auf jeden Fall wo ich guten und günstigen Tofu und Sojamilch in Glasflaschen finde:)

Insgesamt ging die Zeit natürlich viel zu schnell vorbei und jetzt sitze ich schon wieder alleine in meiner Wohnung und zusätzlich dazu, dass mein warmes Wasser mal wieder nicht funktioniert, ist jetzt auch das WLAN kaputt (das heißt, sollte dieser Beitrag doch gepostet werden, funktioniert es hoffentlich wieder).. Naja, da bleibt mir nichts, als meine paar Bücher (ich habe donnerstags und freitags nämlich immer super wenig Unterricht..) und natürlich die Option, weiter Rumänisch zu lernen. Und vielleicht findet sich ja jemand, mit dem ich dieses Wochenende etwas machen kann..dann geht die Zeit auch super ohne Netflix rum.

Tatsächlich ist mir dieses Wochenende aufgefallen, wie viel mir doch schon an der Zeit hier liegt. Ich kann nicht sagen, dass ich unersetzbare Bekanntschaften gemacht habe oder besonders einzigartige Erlebnisse hatte, aber trotzdem fühlt es sich super an, diese Zeit jetzt hier alleine zu verbringen. Ich entdecke sozusagen wie gut ich doch mit mir selbst klarkomme und mag mein Leben hier und die Zeit mit mir..

 

Mărăști

 

 

 

Update 6 Stunden später: Das WLAN funktioniert wieder! Also steht einem Wochenende mit Netflix nichts im Wege…😊

Cluj

Zum Ende des vierten Wochenendes habe ich es dann endlich auch geschafft, nach Cluj zu fahren.. Cluj-Napoca ist die nächste größere Stadt, in die die Schüler meiner Schule zum Shoppen oder zu Konzerten fahren. Es ist gibt dort eine sehr große Universität und man braucht mit dem Bus ziemlich genau 1 1/2 Stunden. Das Ticket kostet in der Regel 20 oder 22 Lei, was so zwischen 4 und 5 Euro sind.

Am Samstag war ich einfach zuhause und habe mich von der letzten Woche erholt und am Sonntag bin ich dann mittags für ein paar Stunden nach Cluj gefahren, um mir die Stadt einfach mal anzuschauen. In Cluj ist auch der nächste Flughafen, an dem ich im September auch angekommen bin, aber das war bis jetzt auch das einzige, was ich von Cluj (auf deutsch übrigens Klausenburg) kannte. Sonntag eignete sich auch perfekt dafür; es war ein echt schöner, sonniger Herbstnachmittag (siehe die gelben Blätter auf dem Bild oben:)). Nach dem ersten Kälteeinbruch vor ungefähr 2 Wochen werden es jetzt meistens wieder um die 23 Grad, wobei so Stadtangucken natürlich auch viel mehr Spaß macht.

Da ich einfach mal spontan hingefahren bin, hatte ich keine wirkliche Idee, was ich mir anschauen sollte und bin auf Empfehlung einer anderen Freiwilligen einfach mal in den Stadtpark gegangen. Der ist wirklich super schön:)

 

 

Den restlichen Tag bin ich einfach ein bisschen durch das Stadtzentrum gelaufen – bis zum botanischen Garten (wo ich mir das Geld für den Eintritt dieses mal allerdings gespart habe) und durch die Straßen um den Piața Unirii herum, in denen es super viele kleine Cafés und Restaurants gibt.

Insgesamt muss man sagen, dass Cluj wirklich eine sehr schöne Stadt ist (zumindest das, was ich bis jetzt im Zentrum gesehen habe). Es gibt viele sehr schöne Gebäude und man merkt sofort, dass es eine Studentenstadt ist, in der auch sonntags viel los ist. Ich freue mich auf jeden Fall darauf, nächste Woche wieder hinzufahren..

 

..ich weiß nicht mehr genau, wie die Straße heißt, aber ich fand sie wohl schön genug, um ein Foto zu machen (obwohl ich eigentlich alles fotografiere..wirklich)

 

Am späten Nachmittag bin ich dann wieder nach Hause gefahren, glaubt mir das ganze Herumlaufen hat für die ganze nächste Woche gereicht..:D Also obwohl ich eigentlich früh genug zurückgekommen bin und sogar meine 8 Stunden Schlaf bekommen habe, war es noch nie so schwer aufzustehen wie heute Morgen.. d. h. der Start in die Woche war jetzt nicht gerade perfekt. Es war irgendwie ziemlich anstrengend heute, aber immerhin ist es noch so warm wie am Wochenende. Ich hoffe einfach, dass der Rest der Woche besser wird…oder vielleicht sollte ich einfach das Wetter nutzen und mehr Rausgehen:)

 

Temeswar/Arad (oder Franzi kommt endlich rum)

Good News: Ich habe es mal geschafft, aus meiner Kleinstadt rauszukommen. Am Donnerstag bin ich mit meiner Koordinatorin und zwei anderen Deutschlehrern aus Zalău nach Temeswar gefahren, wo am Freitag ein Seminar zur DSD-Vorbereitung im Unterricht stattgefunden hat. Am Samstag konnte man im Rahmen des Banater Lehrertags an Workshops teilnehmen. Praktischerweise gab es dieses Jahr auch einen Workshop zur Projektgestaltung, der sich extra an kulturweit-Freiwillige richtete und den die zahlreich vertretenen Freiwilligen aus Vest (d.h. Maya und ich) auch gerne besucht haben.

Im Großen und Ganzen waren die Seminartage ganz nett gestaltet, wir haben viele Lehrer und andere Vertreter des Bildungssystems kennengelernt und konnten bei einer DSD-Pilotprüfung zuschauen, was natürlich sehr hilfreich für unsere Gestaltung der DSD-Vorbereitung sein wird. Aber hauptsächlich habe ich mich gefreut, mal was anderes von Rumänien kennenzulernen und ein bisschen rumzukommen. Und natürlich war es super, Zeit mit Maya zu verbringen und sich über die bisherigen Erfahrungen austauschen zu können.

Temeswar ist eine wunderschöne Stadt – angeblich das rumänische Wien – und wenn man sich den eigentlich überschaubaren Altstadtkern mit den zahlreichen kleinen Cafés ansieht (in dem wir uns allerdings oft genug verlaufen haben..) fallen auf jeden Fall die schönen alten Gebäude auf, die tatsächlich Ähnlichkeit mit der Architektur Wiens haben. Den restlichen Samstag und Sonntag haben Maya und ich genutzt, uns umzuschauen und möglichst viele der kleinen süßen Cafés auszuprobieren. Außerdem haben hier am Wochenende die ungarischen Festtage stattgefunden, wo man super viel ungarisches traditionelles Essen probieren konnte und wir uns bestimmt fünfmal die Stände mit Schmuck, traditioneller Kleidung und anderem angeschaut haben.

Da Maya am Montag wieder zur Schule musste, habe ich von Sonntag auf Montag bei ihr in Arad übernachtet, wo wir unsere Foodtour direkt fortgesetzt haben…Ich habe wirklich selten so viele Cafés in so kurzer Zeit besucht, aber das ist das schöne hier – im Vergleich zu Deutschland ist es schon günstiger, so dass wir wirklich einfach alles probiert haben..

 

Hier mal ein nettes Bild von mir in Mayas Küche (passend zum Thema Essen und Kaffee)…man muss so Blog-Beiträge ja etwas abwechslungsreich gestalten..

 

Arad ist auch eine sehr schöne Stadt. Überschaubar, aber im Zentrum gibt es auch super viele schöne alte Häuser, die ich so weder aus Zalău noch aus Köln wirklich kenne. Der einzige Unterschied zu anderen Altstadtvierteln in europäischen Städten sind wahrscheinlich die Stromkabel die so ziemlich jede Straße und jedes Gebäude säumen.

Ich habe gerade super viel Zeit, da ich wegen eines Empfangs zum Tag der deutschen Einheit in der Oper in Temeswar heute Abend (super fancy Event wahrscheinlich..) freibekommen habe. Ich fahre dann morgen mit dem Bus zurück nach Zalau und bin sehr froh, dass ich wenigstens ungefähr weiß, wie ich zum Busbahnhof komme.. Gestern war ich tagsüber noch in Arad und erkunde heute einfach noch mehr Cafés in Temeswar..Ich fühle mich fast schon schlecht, dass ich diese Woche nur am Donnerstag und am Freitag in der Schule sein werde und hier wirklich nur rumhänge, während alle anderen normal arbeiten, aber vielleicht schaffe ich es ja, mir mal Gedanken zu möglichen Projekten zu machen (ein bisschen mein Problemgebiet im Moment..aber hoffentlich durch den Workshop jetzt weniger problematisch haha..)

Ich schlafe übrigens in einer Art Wohnheim von einer Schule hier, das gruselig in knallgrün gestrichen ist und bin dort alleine in einem 6er-Zimmer, was auch irgendwie gruselig ist, aber wenigstens zahle ich nichts..

Und zu meiner sozusagen inneren mood: Ich finde es super entspannt, ein bisschen rumreisen zu können im Moment und fühle mich irgendwie auf eine positive, freudig erwartungsvolle Art heimatlos. Diese Stimmung hat so ziemlich das ganze letzte Wochenende ausgemacht, aber tatsächlich fühlt sich der Aufenthalt hier (bzw. in Arad) viel länger an und ich bin auch ganz froh, morgen Abend wieder zuhause zu sein…angenommen es klappt alles mit dem Bus..

P.S.: Bilder zu Temeswar und Arad findet ihr in meiner Gallerie..sind jetzt nicht die besten, aber besser als nichts;)

Das Header-Bild

Es fällt wahrscheinlich als erstes auf, ist ja auch ziemlich groß und ich habe noch nicht erklärt, was es darstellt…Mein Header-Bild. (Sorry für diese Einleitung..ich habe heute meinen lustigen Tag. Und sagt man überhaupt „das Header-Bild“?)

Wo ich jetzt hier in Zalău lebe, fand ich es nur angebracht als Blickfang auf der ersten Seite auch ein Bild zu verwenden, das mit Zalău zu tun hat. Tatsächlich ist das auf dem Bild meine Straße, und zwar der Teil, den man sieht, wenn man aus meinem Haus kommt und sich nach rechts (Richtung Schule) dreht…also das Bild, was ich jeden Tag als erstes sehe, wenn ich aus dem Haus gehe. Ich hatte diesen Anblick schon bei Sonne, als mir zu warm war, bei strömendem Regen und morgens um 6:45 Uhr..

Wenn ich diese Straße sehe mit den kleineren bunten Häusern (ich weiß, davon sieht man auf dem Bild eher wenig..), den Gärten und vor allem die süße Kirche mit dem grünen Dach, muss ich daran denken, wie sehr ich doch damit gerechnet hatte in diesem halben Jahr im Plattenbau zu leben (ganz ohne Vorurteile sind wir ja irgendwie alle nicht…ganz ehrlich). Mir fällt dann immer ein, wie sehr ich mich dann gefreut habe als ich zum ersten Mal aus dem Auto stieg. Ich hatte nicht gedacht, dass meine Wohngegend so schön sein wird..

 

In dem großen Haus links wohne ich..

 

Ich finde die Straße und die anderen Leute, die auch im Haus wohnen super..Zur Schule muss ich nur hinterm Park eine längere, zum Ende hin sehr steile Straße runter (an der Kirche vorbei) und dann noch ein kleines Stück die Hauptstraße entlang; das dauert eigentlich nicht länger als 10 Minuten..

Aber ja, um die eigentlich Einführung in mein Umfeld hier etwas nachzuholen, werde ich jetzt kurz erklären, wer noch mit mir im Haus wohnt. Meine Vermieterin und ihr Mann wohnen mit ihrer jüngsten Tochter neben und über meiner kleinen Wohnung, wir teilen uns einen langen Balkon nach hinten raus. Allerdings sind sie nur am Wochenende da und haben eine andere Haustür als ich..warum auch immer. Gegenüber von mir (zur Straße raus) wohnt eine ältere, sehr gesprächige Frau, die aber nur Rumänisch spricht und unten ist ein kleiner Secondhand-Laden, den ich mir aber noch nicht genauer angeschaut habe.

Meine Vermieterin ist toll. Sie spricht nur wenig Deutsch und mischt dann meisten mit Englisch und Französisch, aber wir kommen gut klar und sie stellt mir oft was zu essen auf die Fensterbank, was mir schon öfter einen Samstagabend gerettet oder zumindest schöner gemacht hat:)

Sonst gibt es nicht viel zu erzählen..Mein Job in der Schule richtet sich so langsam ein und die letzten zwei Tage liefen irgendwie richtig gut (..mal so als ausgleichende Anknüpfung an den Tiefpunkt-Artikel von Samstag), aber dazu wann anders mehr.

Zum Abschluss habe ich hier noch ein Bild von meiner super Aussicht vom Balkon (also nach hinten raus:P), das ich gestern Abend gemacht habe, nachdem es den ganzen Tag in Strömen geregnet hatte:

 

 

Danke fürs Lesen/Anschauen und bis zum nächsten Update!

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