Der erste Tiefpunkt ist erreicht

..ich weiß, nicht gerade das, was man als ersten richtigen Eintrag lesen möchte, aber es ist leider wahr. Es ist mein zweites Wochenende hier, es regnet (obwohl das Wetter die ganze Woche super war; 27 Grad und Sonne) und die Erkältung, die sich schon seit dem Vorbereitungsseminar Anfang September immer mal wieder angekündigt hat, ist jetzt endlich durchgebrochen.

Es war zwar eigentlich mein Plan, erstmal von meinen ersten Eindrücken hier in Rumänien zu berichten und davon, wie ich mich eingelebt habe. Aber so entspannt ich bis jetzt auch war, heute vermisse ich meine Freunde und Familie und einfach den gewohnten Alltag in Köln wirklich.. Und plötzlich kommt mir die Zeit, die ich schon hier bin doch sehr lange vor, dafür, dass es erst eine Woche war. Gleichzeitig scheint Weihnachten, wo ich plane meine Familie zu besuchen, zum ersten Mal noch sehr weit entfernt zu sein.

Und zum ersten Mal verstehe ich so richtig -quasi „hautnah“- was alle immer damit meinen, dass es wirklich ein enormer Schritt ist so kurz nach dem Abi ohne jegliche Lebenserfahrung plötzlich in seiner ersten eigenen Wohnung in einem fremden Land aufzuwachen. Denn tatsächlich lief die erste Woche hier viel, viel besser und entspannter ab als ich das gedacht hätte. Ich war auf eine Art grundentspannt, die mich schon fast gewundert hat und habe mich mit einem mehr oder weniger permanenten Lächeln auf alles eingelassen, was mich hier so erwartet hat; die neue Wohnung, die Schule, in der ich plötzlich eine ganz andere Perspektive als gewohnt einnehme, dass ich mich jedem Menschen, den ich treffe, neu vorstellen muss und ein Großteil der Menschen meine Sprache nicht spricht. Es war schon fast ein Phänomen für mich, dass ich mich so wohl fühlen kann, obwohl ich die Zeit außerhalb der Schule immer alleine verbringe, nicht verstehe was um mich herum gesprochen wird und beim Einkaufen mit einer fremden Währung bezahle. Ich habe mich schon gefragt, ob ich es vielleicht einfach noch nicht ganz verstanden habe, dass ich jetzt hier bin und auch erstmal hier bleiben werde.

Eine Schülerin hat mich letzte Woche im Unterricht gefragt, wo ich wohne, was ich so nach der Schule mache und ob ich mich nicht langweile. An dem Tag konnte ich die Frage lächelnd verneinen und ich langweile mich tatsächlich nicht. Aber an diesem Wochenende fühle ich mich tatsächlich einsam und nicht mehr so in der Lage, mich auf alles in meiner Umgebung spontan lächelnd einzulassen. Mein bester Freund ist der Supermarkt, ich habe wahrscheinlich selten so viel Zeit im Bett verbracht und meine Hobbies sind Duolingo und Netflix mit modern family..

Jetzt habe ich doch ein bisschen von meinem Einleben hier erzählt..und um es abzuschließen (ich weiß, sehr langer Text..) ich glaube auch an das, was alle prophezeien, dass ich neue Leute kennenlernen werde oder zumindest mit der Zeit richtige Hobbies haben werde, die mich dazu bringen, öfter das Haus zu verlassen, aber jetzt gerade fühle ich mich doch irgendwie fremd in der Umgebung und in der Wohnuhng, die ich eigentlich vom ersten Moment an als neues Zuhause akzeptiert hatte.

1 Kommentar

  1. Vieles klingt ja schon sehr schön 😀 Ich glaube, du wirst bestimmt bald Anschluss finden und dann ist es nicht mehr so einsam. Viel Erfolg und ganz viel Spaß!

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