Tag 36 – Luken dicht

Heute ist Feiertag und meine Mitbewohnerinnen und ich haben es ruhig angehen lassen: Branka hat eine Biskuitrolle gebacken, ich habe einen Schal gestrickt und zusammen haben wir ein paar Weihnachtssterne gebastelt.

odmor – Feiertag

ponedjeljak – Montag

utorak – Dienstag

srijeda – Mittwoch

četvrtak [tschetvrtak] – Donnerstag

petak – Freitag

subota – Samstag

nedjelja – Sonntag

 

Und mein Lieblingswort:

vikend – Wochenende

Woche 4 – Blau blau blau sind alle meine Farben

Kroatien ist ein Land der unglaublichsten Farben. Zum Beispiel dieses Blau! Höchste Zeit also, einmal ein paar Worte über Farben zu verlieren…

boja – Farbe

žuta [tschuta] – gelb

naranča [narantscha] – orange

crvena – rot

ružičaste [rutschitschaste] – rosa

ljubičaste [ljubitschaste] – lila

plava – blau (oder blond)

zelena – grün

smeđa [smetscha] – braun

… und auch wenn es strenggenommen keine Farben sind:

bijla – weiß

crno – schwarz

siva – grau

Heute ist es übrigens ausnahmsweise mal nicht „plava“ hier – sondern „siva“.

Woche 3 – Treći tjedan

Juhu! Ich kann bis zehn zählen! Was einem sonst eher wenig Begeisterung entlockt, kann in einer neuen Sprache die Welt bedeuten. Und auch wenn ich das mit der Anpassung und den ganzen Sonderfällen noch nicht ganz verstanden habe – hier sind sie, die Zahlen von null bis zehn:

0 nula

1 jedan

2 dva

3 tri

4 četiri [tschetiri]

5 pet

6 šest [tschest]

7 sedam

8 osam

9 devet

10 deset

Ha! Und falls ihr jetzt schon beeindruckt seid, dann haltet euch fest: Denn ich kann sogar bis hundert zählen. Ja, bis tausend. Bis zu einer Billion. Aber um das hier alles reinzutippen bin ich dann doch zu faul. Schließlich (Spoileralarm!) habe ich am Wochenende noch was Besseres vor. Ihr müsst es mir also einfach glauben. Oder ihr lernt es auch und fragt mich ab 😉

Woche 2 – Što je novo?

.. und schon ist meine zweite Woche in Kroatien vorbei. Und das heißt: Es gibt neue Vokabeln fürs gemeine Volk!

Kako se zoveš? [sowetsch] – Wie heißt du?

Zovem se Sonja. – Ich heiße Sonja.

Odakle si? – Woher kommst du?

Ja sam iz Njemačke. [Njematschke] – Ich komme aus Deutschland.

Gdje živiš? [tschiwitsch] – Wo wohnst du?

Ja živim u Rijeci. [tschiwim] – Ich wohne in Rijeka.

Kako si? – Wie geht es dir?

Hvala, odlična. [odlitschna] – Wunderbar, danke.

Drago mi je! – Freut mich!

Što je novo? [Schto] – Was gibt’s Neues?

Ništa poselno. [Nischta] – Nichts Besonderes.

Vidimo se! – Bis bald!

Und für alle denen das zu viel Text war, hier eine kleine Übung zum Hören:

Die Possesivpronomen auf Kroatisch (bzw. Serbisch) – und zum Vergleich auf Deutsch 😉

post

Tag 15 – Schot- und Mastbruch

Moj dan je užurban. Mein Tag ist ereignisreich.

Kennt ihr diese Tage, an denen man aufwacht und denkt: Heute wird ein ruhiger Tag? Genau dieses Gefühl hatte ich heute. Ich bin aufgestanden, habe gemütlich gefrühstückt und mich mit meinem Buch in die Sonne gesetzt. Doch dann fiel mir ein, dass ich heute ja wieder Sprachkurs habe. Als schnell zurück in die Wohnung, Laptop an und idemo! Noch mitten im Vokabelsalat schreibt mir Katharina: Heute Nachmittag darf ich bei beiden Stunden eine Gruppe übernehmen. Alle Aufgaben finde ich im Anhang der Mail. Alles klar. Also schnell die Kroatisch-Aufschriebe auf Vordermann bringen und dann den eigenen Unterricht vorbereiten. Länderkunde und Argumentieren stehen auf dem Stundenplan. Als ich fertig bin ist gerade noch genug Zeit die zwei neuen Podcast-Folgen aufzunehmen:

Intro/Outro-Musik: Hope (2015) – GEMA freie Musik von https://audiohub.de

Dann die Nachricht von Katharina: Sie kommen. „Wie geht es euch?“, frage ich meinen Laptop. „Gut“, antworten die Schüler*innen und so läuft dann auch der Unterricht. Obwohl es sich manchmal schon ein wenig seltsam anfühlt, so eine Unterhaltung mit nichts als ein paar schwarzen Bildschirmen.

Nach der ersten Stunde ruft Katahrina an. Welche Klasse ich gestern unterrichtet hätte, fragt sie mich. „Die Vierte“, antworte ich, „Warum?“ „Die ist seit heute in Quarantäne“, sagt sie und möchte wissen, ob wir in der WG ein Fieberthermometer haben. „Ich kann mal fragen“, sage ich. Dann erzähle ich ihr, dass meine eine Mitbewohnerin seit dieser Woche in Quarantäne ist und meine andere seit heute von zu Hause arbeitet. Bei ihr auf Arbeit gab es auch einen Corona-Fall. Wie es mir jetzt geht, fragt Katharina. „Gut“, antworte ich und wir verabschieden uns.

Später google ich das erste Mal die Zahlen für Kroatien: 1.413 Neuinfektionen waren es gestern. Klingt ja zunächst nach gar nicht so viel. Zumindest wenn man es mit den ca. 11.000 Neuinfektionen in Deutschland vergleicht. Allerdings leben in Kroatien auch keine 83 Millionen Menschen, sondern rund 4 Millionen…

Nun gut, denke ich und klappe den Laptop wieder zu. Hoffen wir mal, dass der Sturm an uns vorüberzieht.

Tag 14 – Zwischen Komandobrücke und Ruderbank

Predajem njemački i učim hrvatski. Ich lehre Deutsch und lerne Kroatisch.

So in etwa lässt sich auch mein heutiger Tag zusammenfassen: Erst eine Stunde Deutschunterricht, dann eineinhalb Stunden Kroatisch. Keine 15 Minuten nachdem ich meinen Unterricht beendet habe, drücke ich genauso die Schulbank wie die Jugendlichen in meiner Klasse. Nur, dass die Klasse bereits seit vier Jahren Deutsch lernt und ich erst seit letzter Woche Kroatisch. Die Jugendlichen sind mir also Lichtjahre voraus.

Nicht zuletzt aus dem Grund wächst auch mein Respekt vor ihnen. Nur wer selbst jeden Tag an den einfachsten Wörtern scheitert, versteht, wie schwer es ist, eine neue Sprache zu lernen. Und Kroatisch ist schwer. Verdammt schwer. Das fängt bereits beim Alphabet an: Es gibt drei verschiedene Arten von Cs und Ds, immerhin zwei verschiedene von L, N, S und Z. Man hat kein Wort für Großeltern, aber jeweils eigene Begriffe für die Frau meines Onkels mütterlicherseits und väterlicherseits. Und egal ob Substantiv oder Adjektiv – es gilt: Drei Fälle mit unterschiedlichen Endungen, gleiches Spiel für Singular und Plural und als wäre das nicht genug auch noch Ausnahmen und Sonderregeln. Kurz: Mir raucht der Kopf!

Aber es macht auch Spaß. Denn immerhin kann ich mittlerweile zwei Verben konjugieren und sagen, wenn ich mit einer Aufgabe fertig bin. Und ja, auch auf so etwas kann man stolz sein 😉 In diesem Sinne: Ja sam gotova!

Woche 1 – Ja ne govorim hrvatski

Die erste Woche ist rum und immerhin: Ein paar Brocken Kroatisch habe ich schon aufgeschnappt. Sobald ich einen Sprachkurs gefunden habe wird es hoffentlich noch ein wenig mehr. Doch fürs Erste besteht mein aktiver Wortschatz aus folgeden Worten und Formulierungen:

Bok – Hallo/Tschüss

Dobar dan (oder einfach dan) – Guten Tag

Dobro jutro – Guten Morgen

Dobra verčer [werscher] – Guten Abend

Laku noć [notsch] – Gute Nacht

Dobar tec – Guten Appetit

žjiveli [tschiweli] – Prost

Da – Ja

Ne – Nein

Hvala – Bitte

Molim – Danke/Gern geschehen

Doviđenja [dowitschenjia] – Auf Wiedersehen

Ja ne govorim hrvatski – Ich spreche kein Kroatisch

 

Nächste Woche gibt es die nächste Lektion 😉 Für mich und für euch.