Archiv der Kategorie: Reise

Über meine Reise

Eine Reise ans Schwarze Meer

Die letzte Woche habe ich am Meer verbracht. Sonne, Strand und Meer – da konnte man die anstrengende Fahrt doch glatt vergessen. Diese fing schon damit an, dass man, als der Bus gerade in den Busbahnhof einfahren wollte, nur noch ein Peng und danach ein Zischen hören konnte. Ein Reifen war geplatzt. »Na toll, das fängt ja schon gut an«, dachte ich mir und war erstaunt, dass es nur eine halbe Stunde dauerte, bis der Ersatzbus eingetroffen war.

Nach einigen Staus kam ich nach acht Stunden endlich an meinem Ziel an und der Blick aufs Meer erfüllte mich direkt mit Freude. Ich brachte mein Gepäck schnell ins Hostel – das ich während der beiden Nächte für mich ganz alleine hatte – und suchte danach den Weg zum Strand. Zwei Nächte verbrachte ich in Burgas, bevor ich mit dem Bus für zwei weitere Nächte nach Sozopol fuhr. Dort hat es mir allerdings nicht ganz so gut gefallen: viel zu viele Touristen und keinen schönen Park, in dem man sich während der Mittagssonne in den Schatten zurückziehen konnte. Nachdem ich am Freitag ein paar Pfannekuchen im Hostel gefrühstückt hatte, machte ich mich deshalb schon frühzeitig wieder auf den Weg nach Burgas, um einen letzten Spaziergang am Strand zu machen, dem Meeresrauschen zu lauschen und ein Eis zu essen, bevor die etlichen Stunden Rückfahrt auf mich warteten.

Leider war mein Sitzplatz doppelt vergeben, sodass er schon von einer anderen Frau besetzt war. Was macht man dann? Sich auf einen anderen Platz setzen, der noch frei ist. Sobald dann die Person kam, deren Platz es war, wurde ich angeschnauzt, als hätte ich sonst was verbrochen. Es brauchte mehrere Anläufe bis ich einen Platz fand, der nicht vergeben war. Bei jeder Haltestelle war es eine Erleichterung, wenn die einsteigenden Personen an mir vorbeigingen und ich nicht wieder angeschrien wurde. Glücklicherweise fand sich immer ein freier Platz – trotzdem war ich erleichtert abends wieder in meinem Sofioter Zimmer angekommen zu sein.

Eine Reise nach Велико Търново

Anfang Mai bin ich übers Wochenende nach Weliko Tarnowo gefahren. Da hier in Bulgarien an dem Montag (06. Mai) ein Feiertag war, habe ich mich dazu entschieden gleich zwei anstatt nur eine Nacht in der Stadt zu verbringen, die früher einmal die Hauptstadt Bulgariens war.

Weil der Sofioter Busbahnhof sehr verwirrend ist und ich bisher jedes Mal am falschen Teil des Bahnhofs stand, bin ich am Samstag Morgen frühzeitig losgegangen. Dort angekommen musste ich meine reservierten Tickets abholen und die Frau am Schalter hat glücklicherweise dazu gesagt, an welchem Bussteig der Bus abfährt, sodass ich zum ersten Mal direkt am richtigen Ort war.

Die Busfahrt dauerte knapp vier Stunden und ich war sehr erleichtert, als ich heile in Weliko Tarnowo angekommen bin. Daran hatte ich zwischendurch nicht so wirklich geglaubt, als unser Bus anfing die Straße mehr entlang zu hoppeln als zu fahren. Er wurde zwar langsamer und hat kurz am Seitenstreifen gehalten, dann aber die Fahrt fortgesetzt. Um nicht total in Panik zu versinken, jeden Moment in diesem Bus zu sterben, habe ich versucht, meine Aufmerksamkeit auf die schöne Landschaft neben uns zu lenken. Berge, Bäume, so viel grün!

Den Nachmittag verbrachte ich dann damit, bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel die Festung Tsarevets zu erkunden und von dort aus die Aussicht zu genießen. Wenn ich meine kurze Reise in einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es wahrscheinlich die Farbe Grün. Um 19 Uhr gab es dann im Hostel ein gemeinsames Abendessen mit allen Hostelgästen, wo ich mich ein paar anderen Leuten angeschlossen habe, mir später noch eine Lichtershow anzuschauen, bei der die Festung in verschiedenen Farben angestrahlt wurde.

Am nächsten Tag habe ich vormittags die Free Walking Tour mitgemacht. Dabei zogen sich immer mehr graue Wolken am Himmel über uns zusammen, die sich am Nachmittag zum Glück wieder verzogen haben, sodass ich bei gefühlten 30 Grad mein erstes Eis für dieses Jahr genießen konnte und dabei sehr in Urlaubsstimmung gekommen bin.

Als ich mich dann am Montag gerade gemütlich mit einem Buch in einen Park gesetzt hatte, fing es leider in Strömen an zu regnen, hörte den ganzen Tag nicht wieder auf und wurde später durch ein Gewitter nur noch verstärkt. Völlig durchnässt verbrachte ich den Tag dann also hauptsächlich damit, am Busbahnhof zu sitzen, mein Buch dort zu lesen und zwischendurch eine Banitsa zu essen, bevor es wieder zurück nach Sofia ging.

[P.S.: Die Fotos von meiner Kamera folgen nächste Woche.]

Deutschlehrertagung in Kardzhali

Am vergangenen Wochenende fand die Tagung des bulgarischen Deutschlehrerverbands in Kardzhali statt. Ich hatte das Glück, auch mitfahren zu dürfen und dadurch auch mal eine andere Region von Bulgarien zu sehen.

Als ich am Tag zuvor morgens an meinem Schreibtisch saß, kam die Vorstandsvorsitzende mit einer „Frage an die Muttersprachlerin“ zu mir. Oh je, dachte ich mir, jetzt darf ich bloß nichts falsches sagen. Ob „recht getan“ nun groß oder klein geschrieben wird, konnte ich dann nur mit der Aussage „Ich würde denken, es geht beides“ beantworten. Irgendwann sind noch weitere Kolleginnen gekommen und der Duden bestätigte (zum Glück) meine Annahme, dass beides möglich sei.

Als wir dann am nächsten Tag im Hotel in Kardzhali ankamen und ich gesehen habe, dass sie nun wirklich beide Varianten aufgeschrieben hatte, musste ich sehr schmunzeln.

Die Fahrt von Sofia nach Kardzhali dauerte etwa drei Stunden. Da ich von dem Geschaukel im Auto immer wie ein Baby ganz müde werde, habe ich mich erstmal in mein rosa Hotelzimmer gelegt, bevor die Tagung um 17 Uhr beginnen würde.

Bei der Eröffnung gab es zu Beginn neben den Reden auch noch eine musikalische Präsentation von einigen Schülerinnen und Schülern, bevor es einen Plenarvortrag zum Thema der Tagung „Fehler korrigieren – Fehler limitieren. Umgang mit Fehlern“ gab. Danach folgte ein Empfang des Botschafters, bei dem ich auch die Freiwillige getroffen habe, die an einer Schule in Kardzhali eingesetzt ist. Zusammen hatten wir dann das Vergnügen uns mit dem Botschafter zu unterhalten, u.a. über den Begriff „kulturweit“, während unser Gespräch zwischendurch davon unterbrochen wurde, dass einige der anderen Gäste ein Foto mit ihm machen wollten.

Bulgarisches Essen
Traditionelles bulgarisches Essen: Banitsa, gebackener Käse, Baklava und Sarmitchki.

Am Samstag bin ich dann um sechs Uhr aufgestanden und noch eine Stunde lang mit meiner Kamera durch die Stadt spaziert, bevor wir um acht Uhr schon an der Schule sein mussten. Wir haben unseren Tisch mit Flyern geschmückt und waren die nächsten Stunden damit beschäftigt, Plakate und Landkarten aufzurollen.

Nach der Mittagspause bin ich dann noch von Arbeitsgruppe zu Arbeitsgruppe gegangen und habe ein paar Fotos gemacht. Das hat mich jedes mal wieder Überwindung gekostet und ich musste vor jeder Tür ein paar mal durchatmen, bevor ich mich getraut habe hereinzugehen. Aber solange ich es trotzdem hinbekomme, ist es vielleicht auch okay, ein paar mal mehr zu atmen.

Am Abend gab es dann noch ein gemeinsames Abendessen – mit traditionell bulgarischem Schopska-Salat und Palatschinken als Vorspeisen. Schon währenddessen haben sich die ersten Gäste auf die Tanzfläche begeben und sobald die ersten Töne traditioneller Horo-Musik ertönten, erhob sich fast der halbe Saal, um gemeinsam zu tanzen. Ich habe mich erst nicht getraut, mich der Tanzreihe anzuschließen – erst als meine Kolleginnen mitgekommen sind – aber dann hat es sehr viel Spaß gemacht. Zum Abschluss wurden mir noch die Schritte eines griechischen Sirtakis gezeigt und so konnte ich mich auch bei diesem Tanz bei den anderen einreihen.

Am Sonntag gab es dann noch einen Ausflug zum Perperikon. Es gab auch eine Führung durch die Felsenstadt, doch da diese aus einem bulgarischen, nicht endenden Monolog des Führers bestand, beschlossen wir fünf Deutsche und Österreicher uns von der Gruppe zu lösen und unseren eigenen Weg zu gehen (und unsere eigenen archäologischen Deutungen vorzunehmen).

Perperikon

Perperikon

Perperikon

Das war ein sehr schöner Tag. Der Ausblick und die Natur sind immer wieder faszinierend und ich habe schon lange nicht mehr so viel gelacht, wie in diesen Stunden. Das hat mir sehr gut getan.

Eine Reise nach Istanbul

Letztes Wochenende habe ich mich zusammen mit der Freiwilligen Pia auf den Weg nach Istanbul gemacht. Am Freitagabend sind wir in Sofia in den Nachtzug gestiegen und am nächsten Morgen in Istanbul angekommen. Vier Tage haben wir dann dort verbracht – bei blauem Himmel, Sonnenschein, Baklava und Tee – bevor es am Dienstagabend wieder zurück nach Sofia ging.

Ich habe die kurze Reise sehr genossen. (Und bin überrascht davon, wie ich es geschafft habe aus den 900 Fotos 46 für diesen Beitrag auszuwählen, um ein paar Eindrücke zu teilen.)