Obstgebirge der Zeit??

Vorgestern wurde ich gefragt: „Was ist es denn, was dir an den Menschen in Nagykálló so gut gefällt?“ Über diese sehr konkrete Frage musste ich erst einmal nachdenken. Nicht, weil ich sie nicht beantworten kann, sondern weil mehr dahintersteckt. Jedes meiner Gefühle setzt sich aus ganz vielen Gefühlen zusammen. Ich bezeichne sie als große und kleine Gefühle. Ein großes Gefühl ist abstrakt, schwer in Worte zu fassen und durchlebt den ganzen Körper. Deswegen eilen die kleinen Gefühle zur Hilfe. Es ist wie Obstsalat. Ich liebe wirklich jedes Obst. Doch nicht immer packe ich jedes Obst in meinen Obstsalat. Es kommt darauf an, was gerade zur Saison passt, ob ich einen Standard- oder Tropikobstsalat essen möchte und was ich gerade zur Hand habe. (Diese Metapher hapert insofern, dass mein Obstsalat meistens aus den gleichen drei Obstsorten besteht, ich aber inständig hoffe, dass ich mehr als drei Gefühle besitze.) Genauso ist es mit den großen Gefühlen. Es gibt eine unendlich große Menge (um genau zu sein ist diese Menge n Fakultät) an einer möglichen Anordnung kleiner Gefühle und nicht immer passt jedes Gefühl zu jedem Menschen, jeder Situation, jedem Ort. Diese kleinen Gefühle sind selbst gar nicht klein. Jedes Einzelne ist wertvoll und bedarf einer ausreichenden Pflege, ansonsten kann es so wie mit den Büchern in der letzten Ecke des Bücherregals enden. Unberührt, ungelesen, unfair behandelt, unterschätzt. In Multiplikation ergeben die jeweils ausgewählten Gefühle aus dem Emotionenspektrum ein riesengroßes großes Gefühl. Die Beantwortung meiner Frage lautet nach diesem kleinen Exkurs: Das Gefühl, das ich fühle ist kompliziert und schwer in Worte zu fassen, aber ich zögere nicht, es zu versuchen. Besonders für mich. Wenn ich in die Schule komme, freue ich mich die Menschen dort zu sehen. Auch wenn ich dann wirklich auch einfach nur mal im Klassenraum sitze und dem Geschehen folge, freue ich mich über die Beiträge und Gedanken der Schüler und Lehrer. In der 11.Klasse bin ich zurzeit an der DSD Vorbereitung beteiligt. Die Themenvorschläge sind sozial- und gesellschaftskritisch und sind auf der aktuellen Agenda der Jugend und der Welt. Das, was mir oft im ungarischen Schulsystem fehlt, kommt jetzt zum Vorschein: Gedanken machen, Recherche betreiben, Meinung bilden. Die Beziehungen zu den Lehrern gehen über das Lehrerzimmer hinaus. Es werden the voice kids zusammen geguckt, Filmtipps ausgetauscht, über aktuelle weltpolitische Themen gesprochen und diskutiert, Reisetipps weiter getragen, Hilfe angeboten, egal wo Hilfe benötigt wird und über meine Zukunft gebrainstormt. Dem allen wird ein Gemisch aus Gefühlen zugeordnet. Dankbarkeit, Zuneigung, Stolz, Erstaunen, Freundschaft, Freude, Heimatgefühl, Offenheit, und und und

Beängstigend ist dann nur die Zeit. Bis zu den Sommerferien sind es weniger als drei Monate. Wie unberechenbar die Zeit ist, habe ich schon lange festgestellt. Doch obwohl ich sie mittlerweile so gut kennen sollte, gelingt es mir nicht sie auszutricksen. Es ist andersherum. Die Zeit hält mich in ihren Fesseln. Damit habe ich an sich überhaupt kein Problem, denn wer kommt schon gegen die Zeit an? Die Illusion brauche ich mir gar nicht erst zu machen. Doch die Zeit rennt. Sie rennt mir davon und ist mir nicht nur 10 Meter voraus, sondern gefühlte 10 Kilometer. Anfang Januar, wo sie hätte schneller voranschreiten können, hat sie Schnecke gespielt und jetzt, wo sie sich viel mehr entspannen soll, tut sie auf Jaguar. Also liebe Zeit, mach mal halb lang, deine Fenja.

Seit meinem letzten Blogeintrag ist zwar nur ein Monat vergangen, aber es sind schon wieder unglaublich viele neue Erlebnisse dazu gekommen. Ich war das zweite Mal mit meiner Schule auf Klassenfahrt. Das erste Mal war ich gerade einen Tag in Ungarn angekommen und bin sofort mit mir noch nahezu unbekannten Menschen für eine Woche nach Österreich gefahren. Diesmal ging die Reise ins wunderschöne Polen und ich kannte die Leute schon ein ganzes halbes Jahr lang, was die Sache umso spannender für mich machte. War ich doch bei der ersten Reise etwas zurückhaltend, konnte ich bei dieser Fahrt mehr ich selbst sein. Und dazu gehört eindeutig der Ehrgeiz bei Spielen zu gewinnen. Mit den Lehrern habe ich abends in der Unterkunft Skipbo gespielt. Nach jahrelanger Erfahrung habe ich eine ausgeklügelte Taktik entwickelt und bin somit nahezu unschlagbar (nur die Zeit könnte mein letzter Endgegner sein, alter Spielverderber). Mein Können habe ich mit drei aufeinander folgenden Siegen unter Beweis stellen können, doch dann fing der Kampf erst richtig an. Meine Mitspieler erkannten die Gefahr in mir und haben ein gemeinsames Bündnis gegen mich geschlossen, dass für mich k.o. in der vierten Runde bedeute. Aber diese Niederlage hat zum Glück keinen Schatten über die gesamte Reise geworfen. Nur über den einen Abend: ) Die Klassenfahrt nach Polen war ganz famos! Wir haben das wunderschöne Krakau kennengelernt, hatten ganz fabelhaftes Wetter und sind auch in den Genuss gekommen andere Städte wie Zakopane oder Tarnow zu sehen.

In dem vergangenen Monat habe ich auch zweimal die Ukraine bereist. Und wisst ihr, was das heißt Leute? Ganz richtig! Ich bin jetzt stolze Stempelbesitzerin in meinem Reisepass. Und wisst ihr, was das noch heißt? Ja genau! Ich bin zum ersten Mal in einem Nachtzug gefahren. Ende Februar war ich mit Jakob in Uschgorod, das direkt an der slowakisch-ukrainischen Grenze liegt. Anlass war hier über die Tatsache hinwegzukommen, dass unsere kulturweit-Freunde kurz vorher nach Deutschland gereist sind und sich für die nächsten Monate nicht mehr in unmittelbarer Nähe befinden. Über diese Zeit habe ich mir schon seit Dezember Sorgen gemacht. Aber wie so oft stellt sich das ganze Sorgen machen am Ende als ziemlich unnötig heraus. Klar wäre es schön, wenn wir hier in Osteuropa noch viele gemeinsame Reisen unternehmen könnten. Doch erstens, laufen uns Osteuropa und gemeinsame Reisen nicht weg und zweitens war meine letzte Zeit so vollgepackt und das wird sich auch erstmal nicht ändern. Meine beste Freundin hat mich in Budapest besucht und wir haben zusammen das Szimpla zum absolut coolsten Ort in Budapest erklärt. Ich bin nun auch qualifizierte Jurorin bei Jugend debattiert International und hab schon meinen ersten Einsatz hinter mir. Und letzte Woche ist meine Vorfreiwillige Karen für einen kleinen Besuch nach Ungarn gekommen und wir waren zusammen in Львів, zu Deutsch Lviv. Mein zweites Mal Ukraine. Lviv ist so eine unglaublich schöne und lebendige Stadt, dass ich es gar nicht erwarten kann bald wieder dort hinzufahren. Zudem war es sehr toll Karen kennenzulernen, weil wir dann ja doch sehr ähnliche Sachen erlebt haben und die Gedanken zu unserem FSJ austauschen und verstehen können.

Nach dieser kleinen Zusammenfassung der letzten Woche, kann ich nur noch hinzufügen, dass ich glücklich bin wie… Mist mir fällt kein passender Vergleich ein. Denn im Endeffekt bin ich glücklich wie Fenja. Es ist meine Zeit hier, mein FSJ. Ich stehe auf dem Gipfel und gucke ins Tal. Ins Tal der letzten Monate. Was wäre ein Tal ohne Erhebungen, kleineren und größeren Hügel und einem tiefsten Punkt. Ich denke mal kein Tal. Doch gerade stehe ich auf dem Gipfel und genieße die Aussicht in all ihrer Pracht. Diesen Platz erlebe ich in allen Zügen und nehme ihn mit allen meinen Sinnen auf. Ich denke ich werde hier noch eine Zeit lang ausharren, aber weiß dennoch, dass irgendwann der Punkt kommt, an dem ich auch andere Gebirge erklimmen und kennenlernen muss und möchte. Zum Beispiel das „Gebirge Studium“, das ebenso wenig wie das „Gebirge FSJ in Ungarn“ nur schöne Wanderwege für mich offen hält. Ganz gewiss ist, dass irgendwo der Gipfel sein wird, an dem ich mich ganz groß (oder eben auch ganz klein) fühlen darf. Das Gebirge FSJ habe ich schon ziemlich gut entdeckt und jetzt gerade bin ich beim Gipfel angekommen, aber die andere Seite des Gebirges wartet noch mit all seinen eigenen Erlebnissen auf mich. Ich freue mich auf diese andere Seite des Gebirges, die nächsten Monate in Ungarn.

Ganz liebe Grüße

Fenja

Eine Ode an den Frühling

Der Frühling strahlt, ich strahle.

Langsam, fast unmerklich erklimmt er den großen Eisberg des Winters. Wie gute alte Freunde sagen sie sich Hallo, machen sich einen schönen Nachmittag und trinken einen Kaffee. Das Gemüt des Frühlings wirkt nach außen ruhig, ausgeglichen und selbstzufrieden, doch er steckt auch voller Überraschungen. Er muss sich etwas zurücknehmen nicht zu schnell in die Herzen der Menschen zu gelangen und nimmt Rücksicht auf den Winter. Denn auch dieser braucht seinen Platz und die richtige Wertschätzung. Also wartet er, der Frühling, zögert noch ein wenig und beobachtet das Treiben auf der Erde… die Menschen, die Pflanzen, die Tiere. Alle stehen sie in den Startlöchern. Besonders die Menschen können ihre Ungeduld mal wieder nicht unter Kontrolle halten. Bei dem kleinsten Sonnenstrahl strömen sie nach draußen, befreien sich von der Enge der Winterjacke und trinken ihren Kaffee im Freien. Ja vielleicht wagen einige sogar schon das erste Eis des Jahres. Der Frühling hat ein Lächeln auf den Lippen, fühlt sich geehrt und geliebt. Und das wird er auch. Dessen ist er sich bewusst, doch das ist kein Grund zum Egoismus. Langsam, ganz langsam und Schritt für Schritt wird er in die Welt der Menschen eintreten; so wie jedes Jahr. Und so wie jedes Jahr wird er Wärme, Freude, Liebe, Bekanntschaften, Eiskaffee für Anja, lange Abende, Spaziergänge, Fahrradtouren, Reisen und vieles weitere mit sich bringen. FRÜHLINGSGEFÜHLE. Und ich? Was macht der Frühling mit mir? Ich werde ihn mit offenen Armen empfangen, ihn ganz fest umarmen und so lange wie möglich umschlossen halten. Ich werde nach seinen Regeln spielen und nach seiner Pfeife tanzen. Sonst stolze independent woman, gebe ich mich beim Frühling in die Abhängigkeit. Mit großer Freude lege ich meine Winterjacke ab, hole meine Sneakers aus dem Schrank und versuche jeden einzelnen Sonnenstrahl in mir aufzusaugen. Ob letzteres gelingt sei mal dahingestellt, aber ein Versuch ist es wert und noch dazu ein Löblicher.

Aber was rede ich da schon wieder nur von mir? Im Gegensatz zum Frühling bin ich nämlich ganz schön egoistisch. Doch andererseits ist dies hier ja auch mein Blog und nicht der vom Frühling. Jener hat lediglich einen Gastauftritt in diesem einflussreichen Medium. Sicher weiß der Frühling gar nicht mit dieser großen Ehre umzugehen und hat schon Feder und Tinte zur Hand, um eine angemessene Dankesrede zu formulieren. Doch eine Dankesrede zu schreiben, das soll er mal mir überlassen. Schließlich gilt ihm der größte Dank. Denn er bringt Leben und Schwung in die Bude. Ein einziger Sonnenstrahl, und meine Laune wird auf das Doppelte katapultiert.

Also lieber Frühling, mach zackig, ich brauche dich. Denn das Ganze Schwafeln von wegen „auf die Gefühle anderer Rücksicht nehmen“, „warten und dann auskosten“ war doch nur ein kleiner Köder. Die traurige Realität ist, dass ich noch immer meine Winterjacke anhabe. Na, was sagst du dazu? Nicht so optimal, sage ich dazu. Mach dir keinen Druck, aber eigentlich erwarte ich, dass du in einer Woche bei mir auf der Matte stehst. Es ist dann schließlich auch schon März.

Hab dich lieb Frühling, Küsschen.

Lasst uns ein Spiel spielen

so what should I say…

ich bin seit über einem Monat wieder back in Hungary. Kann mir mal bitte jemand verraten, wie zur Hölle jetzt schon Mitte Februar sein kann, wo doch gerade erst das neue Jahr begonnen hat?

Was ist alles so passiert? Was ist aus meinen Bedenken geworden? Welche Neuen sind vielleicht sogar dazu gekommen?

Wenn Sie wissen wollen, was die Antworten sind, bleiben Sie dran aka „ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr wenn das Licht angeht“.

Um mal bei Spielen und Shows zu bleiben. Meine Eine Million Euro Frage konnte ich noch nicht beantworten. Was die Zukunft für mich offen hält, ist noch so offen, wie die Wettervorhersagen 5 Tage im Voraus. Alles kann sich ändern, nichts ist sicher, große Umschläge sind vorzufinden.

Nächste Show. Ihr könnt nun an den Jahresrückblick eures Beliebens denken. Genug gibt es da ja im Fernsehen, in gedruckter Form und was wären wir nur ohne den Jahresrückblick bei Spotify. Der Jahresrückblick wird nun in einen Monatsrückblick transformiert. Januar/Februar 2019. Ich bin von meinem Winterurlaub in der Heimat wieder zurückgekommen und habe alles erstmal sehr kritisch betrachtet. Doch Sorgen sollte man sich erst machen, wenn man sie hat. Für mich hieß das konkret: Zusammenreißen. Unternehmen. Genießen. Der Januar war toll und dass nicht nur weil er mein Geburtstagsmonat ist. Sondern weil ich wieder gut in den Alltag gefunden habe, meine Kochkünste ausgebaut habe, gaaaanz viel Schnee von der lieben Frau Holle auf die Erde befördert wurde und ich die Wochenenden mit meinen Freunden verbracht habe.

Es geht nun nicht mit einem Spiel weiter, sondern mit einem Buch. „Die Paprikantin“. Dieses Buch beschreibt Ungarn, die Mentalität und die Eigenheiten der Menschen hier einfach perfekt. Für mich ist Ungarn zum einen mein zu Hause für ein Jahr, zum anderen aber auch ein Land, was mir Platz und Zeit bietet, bisher Gelerntes und mich zu reflektieren. Gastfreundschaft und Fürsorge ist eine Eigenschaft, die vielen Ländern nachgesagt wird und auch in Ungarn bis in alle Poren ausgelebt wird. Das habe ich besonders an meinem Geburtstag wahrgenommen. Ich wurde mit Geschenken überschüttet, das gesamte Lehrerzimmer und die Klassen einzeln haben für mich gesungen, ich wurde mit Glückwünschen in mein neues Lebensjahr begleitet, die für ein ganzes Leben reichen würden und nachmittags habe ich mit ein paar Schülerinnen ungarisch gekocht, es gab „Kartoffelpaprikasch“. Denn obwohl die Deutschen auch „Kartoffelfresser“ genannt werden, passt dieses Attribut genau so gut zu den Ungarn. Ohne Paprikapulver aber keine Kartoffeln. Ach, was sage ich. Ohne Paprikapulver kein Gericht in Ungarn! Übersetzt heißt das, dass gefühlt eine halbe Packung davon in jedes Essen kommt. Das wohl Ungarischste was mir an diesem Tag aber passierte, war selbst gebrannter Palinka, der ungarische Obstschnaps und mein wohl typischstes Geburtstagsgeschenk, das gleich am Abend von mir und anderen Freiwilligen getestet wurde. Test bestanden. Besonders schön war, dass meine Eltern und mein kleiner Bruder am darauffolgenden Wochenende für vier Tage in Budapest waren. Da konnte ich meine gesamten Reiseführerqualitäten aus mir herausholen und mein Wissen über Ungarn und die Stadt präsentieren. Zugegeben maßen ist das gar nicht so wenig. So langsam habe ich schon das Gefühl, dass ich in sechs Monaten Ungarn mehr über das Land gelernt habe, als ich in 18 Jahren über Deutschland lernte. Passend dazu blieb mir beim Lesen der „Paprikantin“ ein Satz ganz besonders in Erinnerung: „In Ungarn aber gilt alles, was nicht Budapest ist, als Provinz“. Diese Meinung ist so tief in allen Köpfen verankert, dass ich selbst schon fast daran glaube. Aber irgendwie ärgert mich diese Einstellung, da sie immer gleich mit einer negativen Vorstellung gegenüber der „Provinz“ verbunden ist. Doch hier, in Szabolcs, dem Komitat, in dem ich lebe, habe ich gelernt ein stolzer „Szabolcser“ zu sein und die Ehre des „Wilden Ostens“ aufrecht zu erhalten. Wir Provinzler halten zusammen. Was mich absolut in den Bann gezogen hat, ist der ungarische Volkstanz. Was in Siebenbürgen, früher ein Teil Ungarns und heute zu Rumänien gehörig begann, ist in allen Regionen Ungarns vorzufinden. Regelmäßig finden „Tanzhäuser“ statt, in denen Musiker, Tänzer und Schaulustige wie ich zusammenkommen und die Traditionen ausleben, weitertragen und zelebrieren.

Wer unter euch kennt noch die Mädchen und Jungs WG? Falls nicht, habt ihr eindeutig was in eurer Kindheit verpasst. Falls schon, könnt ihr euch ungefähr so meine Wochenenden vorstellen. 5 Leute in einer Wohnung in Eger. 5 Leute erleben Abenteuer. Plan war eine 3-stündige Wanderung auf einem Lehrpfad. Herausgekommen ist eine 3-stündige Wanderung quer Feld ein durch die Wälder, immer entlang des Baches und 10 Minuten auf dem Lehrpfad. Klingt ein bisschen abenteuerlich, war ein bisschen abenteuerlich und alle abenteuerlichen Freunde waren zufrieden. Oben angekommen haben wir uns nicht nur wie die Helden gefühlt, wir waren es auch. Wir können stolz darauf sein, was wir aus unserem Freiwilligendienst machen, was für tolle Reisen wir unternehmen, was für eine wunderbare Gruppe von Freunden wir gefunden haben und darauf, dass wir uns nicht nur Sachen vornehmen, sondern sie auch durchziehen. Doch vorerst mussten wir uns für ein paar Monate verabschieden. Einmal verabschieden reicht uns jedoch nicht. Wir mussten das Ganze ungefähr viermal machen, weil wir uns dann auf mysteriöse Art und Weise doch noch die Wochen danach gesehen haben. Realisiert habe ich den Fakt auch immer noch nicht, dass ich die Truppe nicht weiterhin jedes Wochenende sehe, doch zum Glück ist schon viel für die nächsten Wochen geplant, sodass ein Anflug von Langeweile sofort im Keim erstickt werden kann. Übermorgen zum Beispiel begleite ich die neunte Klasse auf ihre Klassenfahrt nach Polen. Juhu, das nächste Land auf meiner Liste. Doch lasst euch eins gesagt sein: Osteuropa ist toll, groß, vielseitig und distanzmäßig gut zu bereisen. Und ich? Ich bin neugierig, kultursüchtig und willig Bus- und Bahnfahrten auf mich zu nehmen. It´s a match!

Memory. An dieses Spiel habe ich bei Weitem keine guten Erinnerungen, außer, dass immer schöne Bildchen auf den Karten sind. Bildchen ist das Stichwort. Um die Story richtig zu erzählen, muss ich so anfangen: Ich bin ein Buskind. Jeden Tag meiner Schullaufbahn bin ich mit dem Bus zur Schule gefahren, habe im Bus den neuesten Klatsch und Tratsch oder auch sämtliche Handlungen unserer Lieblingsbücher mit meiner Busfreundin Linn und kulturweit-Freiwillige in Slowenien besprochen und analysiert. Kurzum gesagt, kann ich Busfahren. Dachte ich zumindest. In Ungarn sieht das ganze zumindest etwas anders aus. Das Problem liegt NICHT an den Busplänen, Fahrtzeiten oder der Kommunikation. Das alles ist ganz vortrefflich. Das Problem liegt daran, dass die Busse hier keine Nummern haben, sondern nur ein Teil der befahrenen Orte auf einem Schild stehen. Und ganz richtig, der Ort, in dem ich wohne, steht nicht immer mit darauf. Ein paar Freunde und mir ist die Idee gekommen, wie toll es wäre diese Schilder gegen Tierbilder auszutauschen. Anstatt jedes Mal die Augen zusammenzukneifen und versuchen zu entziffern welche Orte an dem Bus stehen, um zu überprüfen ob es wirklich der Richtige ist, könnte ich dann einfach sagen: „Aha! Da ist es ja, das Nashorn.“ Oder „Mmmhhh, neee. Das Chamäleon ist falsch, da muss ich wohl noch ein bisschen auf die Gazelle warten.“ Das würde mir so einiges erleichtern und wäre obendrein noch ziemlich süß.

Das letzte Spiel für heute ist so gar nicht lustig, sogar nach unlustiger als Memory. Es heißt „Finde heraus, wer du wirklich bist.“ Nachdem ich meinen Kopf im letzten Blogpost mit einem umherschwirrenden Bienenschwarm verglichen habe, steigere ich den Vergleich heute auf das deutsche Autobahnnetz. Die Vernetzung ist groß, man kommt praktisch von jedem Ort zum anderen. Theoretisch sind aber alle 50 km Baustellen, die zu Vollzeitprojekten für fünf Jahre geworden sind. Eine nicht vorhandenes Tempolimit hilft auch nicht, wenn ich jedes Mal auf 70 km/h runterbremsen muss. Da kann ich nur hoffen, dass die Bauarbeiter in meinem Kopf einen Zahn zulegen und die Baustellen nur auf den ersten Blick nach Großprojekten mit irreparablen Schäden aussehen, doch die Bauarbeiter schon ganz bald einen Geistesblitz haben und meine Gedanken und Ideen mit ihrem Wunschtempo durch meinen Kopf flitzen können.

Ein letztes Spiel ist mir doch noch eingefallen. „Ich sehe was, was du nicht siehst“, der Retter jeder langen Autofahrt in den Urlaub und mein all time favourite. An einem kalten Wintertag saß ich mit Paula in Szeged, einer schönen Stadt im Süd-Osten Ungarns in einem Café und da gucken wir nichtsahnend aus dem Fenster und sehen auf der Straßenseite gegenüber an einem Laternenpfahl einen kulturweit-Sticker. Das war der aha-Moment des Tages. Kulturweit ist überall!

Also rückblickend auf die erste Hälfte meines Freiwilligendienstes in Ungarn, kann ich nur hoffen, dass die zweite Hälfte mindestens genauso gut wird. Daran muss ich trotz der vielen Veränderungen ganz fest glauben und das tue ich auch. Man muss es nur laut sagen/mit Überzeugung schreiben/ganz fest dran denken. Denn obwohl ich jetzt schon meine kulturweit-Familie vermisse, kann ich den Silberstreif am Horizint schon spüren. Es schneit nicht mehr (versteht mich nicht falsch, Schnee ist toll, aber irgendwann ist auch genug), die Tage werden länger, die Temperaturen steigen auf 10 Grad und die Laune folgt dem Ganzen. Der Frühling kommt! Und der ist der beste Aufmunterer und Glücklichmacher, den es gibt. Und glücklich, das bin ich!

Sonnige Grüße von Fenja.

(Eigentlich gar nicht mal so sonnig, denn die Sonne ist schon untergegangen zu dem Zeitpunkt, an dem ich das hier gerade schreibe.)

 

Vorhang auf!

Hallihallo,

erstmal wünsche ich allen einen Frohes Neues Jahr. Wo bleibt nur immer die Zeit? 2018 war so voll gepackt mit allen möglichen Ereignissen, dass ich schon fast mein Abitur vergessen habe. Und nun bin ich schon seit vier Monaten in Ungarn. Ich weiß noch genau wie ich in Budapest am Bahnhof angekommen bin und erstmal überfordert war. Aber nichtsdestotrotz habe ich den Weg bis nach Nagykálló, meinem momentanen Zuhause auf mich genommen. Die Stadt oder das Dorf, wie ich es liebevoll nenne und vor allem die Menschen hier habe ich im Handumdrehen in mein Herz geschlossen.

Abenteuer. Das wird bei mir ganz großgeschrieben. Um das volle Maß an abenteuerlichen Aktivitäten mitzunehmen, dachte sich mein Schicksal wohl, dass mir die Erfahrung in einem ungarischen Krankenhaus fehle. So schüttete ich mir eines Morgens Anfang Dezember bei dem Versuch Wasser aus dem Topf in die Teetasse zu gießen, kochendes Wasser über die Beine. Zu meiner Verteidigung möchte ich gerne erwähnen, dass ich ein riesen Teeliebhaber bin und mir mehrmals am Tag Wasser auf dem Herd erhitzte. Bis dahin hat das auch immer bestens geklappt, so dass ich nicht die Notwendigkeit in der Beschaffung eines Wasserkochers sah. Ich bin also nicht ganz lebensunfähig. Naja, weiter im Abenteuer. Kurzgefasst endete es damit, dass ich das erste Mal hier im Freiwilligendienst geweint habe, meine erste Krankenwagenfahrt absolvierte, im ungarischen Krankenhaus behandelt wurde und Verbrennungen zweiten Grades erlitt. Auch für die Ärzte war es ein Abenteuer eine Ausländerin zu behandeln. Ein Glück war eine Lehrerin als Dolmetscherin mit. Und nicht nur das: Ich habe wieder einmal festgestellt, dass ich genau am richtigen Ort gelandet bin. Danke dafür kulturweit! Es wurde sich unfassbar nett um mich gekümmert: Fahrten ins Krankenhaus um den Verband zu wechseln; Röcke und Hosen, die darüber passen; Krankenbesuche von Schülern und Lehrern; Schokolade und Obst wurden mir auch gebracht. Da war es gleich nicht mehr ganz so schlimm, dass die Mama nicht da ist, um sich zu kümmern. Noch am gleichen Tag brachte man mir dann einen Wasserkocher frei nach dem Motto „hier ein Wasserkocher für die dumme Deutsche, damit sie sich nicht nochmal verbrennt“. So kann man auch kostengünstig an einen Wasserkocher kommen.

Meine Vorweihnachtszeit hat sich also als nicht so entschleunigend und besinnlich herausgestellt, wie ich es mir gedacht hatte. Sonderbarerweise war der Dezember aber einer der schönsten Monate in meiner Zeit in Ungarn bisher. In der Schule hatte ich das Gefühl richtig gebraucht zu werden. Das Deutsche Sprachdiplom stand für die 12.Klasse an und da könnt ihr mir glauben, dass das eine Menge Arbeit für Lehrer und Schüler bedeutete. Jede*r Schüler*in muss für die mündliche Prüfung eine Präsentation zu einem selbst gewählten Thema vorbereiten. Da trifft es sich, dass ich es liiieeebe Präsentationen zu machen und wahrscheinlich auch ein bisschen Ahnung davon habe. Arbeit in der Schule war also schonmal gesichert. Check. Aber wie sah es mit der Freizeit und den Wochenenden aus? Da sage ich nur: Ein Hoch auf Weihnachtsmärkte und Glühwein. Die Wochenenden habe ich wie immer mit anderen kulturweit-Freiwilligen verbracht. Es ist schon erstaunlich, wie so schnell gute Freundschaften entstehen können. Ohne meine Freunde von kulturweit wäre das Jahr hier auch nur halb so toll. Grüße gehen raus an Paula, Sophie, Isa und Jakob! Ich freue mich auf weitere Runden von Mysterium (ein sehr empfehlenswertes Spiel). Nur in einer Sache bin ich böse auf euch: Warum zum Himmel müsst ihr jetzt schon gehen?? Das gilt natürlich für alle bis auf Jakob, der wie ich 12 Monate bleibt. Sehr löblich.

16.12.2018. Dieses Datum steht für einen ganz besonderen Moment. Es handelt sich nämlich um den Tag an dem ich Caroline Peters live und in Farbe sah. Am Wochenende des 3. Advents spielte sich die besagte Szene ab. Drei andere Freiwillige und ich haben uns in Wien getroffen. Eine Stadt die mich sofort und unter anderem aufgrund des tollen Kulturangebots gepackt hat. Kennt ihr das, wenn man sofort eine Stadt versteht? Das hatte ich mit Wien. Das Sahnehäubchen auf der Torte war dann, dass Paula und ich uns Karten für eine Gesprächsrunde mit Caroline Peters gekauft haben. Für all die Kulturbanausen, die diese Schauspielerin nicht kennen: Guckt euch Mord mit Aussicht an! Die beste Serie im deutschen Fernsehen. Oder geht ins Burgtheater in ein Stück mit Caroline Peters.

Über Weihnachten und Silvester war ich back in Germany. Die eine Woche, die ich mit meiner Familie verbracht habe, verging leider viel zu schnell. Dazu kommt, dass man in einer Woche nicht alles unterbringen kann, was man sonst in seiner hood macht. Doch ein Besuch in der Staatsoper Hamburg, ein Kinobesuch in Buxtehude, Activity, Freunde treffen, Märchenfilme an Weihnachten und meine Lieblingsbeschäftigung das Autofahren durften natürlich nicht fehlen. (Alle, die mich kennen, wissen, dass das letzte Glied der Aufzählung die Übertreibung des Jahrtausends ist.) In der Silvesterwoche war ich mit der Familie meiner besten Freundin in Oberstdorf Skifahren. Ach ja, die Berge. Wie glücklich und staunend sie einen machen. Dort habe ich ganz neue Seiten von mir kennengelernt: Wenn‘s um Skispringen geht, werde ich zum größten Fan in der Arena. Doch auch hier zeigt sich der Zahn der Zeit. Den einen Tag war ich noch im Schnee unterwegs und dann war auch diese wunderbare Woche schon zu Ende. Für mich hieß es: Auf geht’s, zurück nach Ungarn.

Und nun mal Butter bei die Fische: So schön, dass immer alles klingt, ist nicht jede Woche, jeder Tag, jeder Moment super toll. Mir fiel es sehr schwer „Tschüss, bis in 7 oder 8 Monaten“ zu Familie und Freunden zu sagen. Das schöne an seinem Zuhause ist schließlich, dass alles sofort wie immer ist. Und genauso war es. Hätte ich mich nicht mehr darauf freuen sollen, wieder zurück nach Ungarn zu kommen? Wahrscheinlich schon. Aber man pusht schon oft genug sein ganzes Leben mit der Angst bloß nichts Schlechtes zu erleben, sodass ich genug von dieser Scheinheiligkeit habe, die eigentlich nur transformierter Selbstschutz ist. Ehrlichkeit zu sich selbst ist eine schwierige und äußerst heikle Angelegenheit. Sie kann ebenso gut zerstören, wie verändern. But let’s give it a try: Ich kann ehrlich sagen, dass ich dankbar für die letzten vier Monate bin. Ich war in Österreich, in der Slowakei, in Rumänien und habe natürlich einige Städte in Ungarn besucht. Ich bin dankbar für die Freunde, die ich durch kulturweit kennengelernt habe und dankbar für meine Freunde aus der Schulzeit. Ich bin dankbar für meine Familie, die alles tut, damit ich hier eine gute Zeit habe. (Die sogar einen selbstgemachten Adventskalender hierherschickt, obwohl es den eigentlich seid ein paar Jahren nicht mehr gibt. Ihr könnt euch jetzt mal vorstellen, wie das mein elfjähriger Bruder fand, wenn seine große Schwester im Gegensatz zu ihm einen Adventskalender bekommt.) Genauso zufrieden bin ich mit meiner Einsatzstelle. Doch Zweifel und Ängste sind immer da (auch wenn man es oft nicht zugeben will). Wie wird es, wenn meine engsten Freunde von kulturweit ab Februar nicht mehr in Ungarn sind? Werde ich genug Aufgaben in der Schule haben, jetzt wo das DSD abgehakt ist? Wie kann ich meine Nachmittage besser nutzen, besonders jetzt im Winter, wo man draußen nicht viel machen kann? Wie werde ich mich jemals für einen Studiengang entscheiden können, wenn ich mir nicht im Klaren darüber bin, was ich kann?

Diese ganzen Fragen und noch viele mehr schwirren in meinem Kopf, wie ein Bienenschwarm. Er erscheint lästig und man könnte auf die Idee kommen Angst zu haben, doch am Ende bringt er den leckersten Honig. Insofern hoffe ich, dass ich Antworten und Lösungen auf die Fragen finde und sich das Bienennest nicht noch mehr vergrößert, bis mein Kopf platzt. Vor allem, weil eigentlich alles top ist und ich gar nicht quengeln möchte, aber Unehrlichkeit hilft auch keinem weiter und am wenigsten mir. In diesem Sinne: Vorhang auf für die zweite Hälfte meines Freiwilligendienstes!

Hoffnungsvolle Grüße gehen an alle raus!

Fenja

Der Geist des Hoia Baciu

Da hat es erst Post aus Deutschland gebraucht, damit ich mal wieder einen Blogeintrag schreibe. Aber die liebe Lena möchte ich auf keinen Fall mit meinen schriftstellerischen Fähigkeiten enttäuschen. Deshalb folgt jetzt ein Bericht über meinen Rumänientrip zusammen mit Paula und Marina. Filmklappe ab:

Drei junge Mädchen begaben sich auf die weite Reise von Ungarn nach Rumänien mit der Intention Abenteuer zu erleben…Moment mal, liegt die rumänische Grenze nicht nur eine halbe Stunde von Nagykálló, meinem Einsatzort, entfernt? Ja, dann also nochmal:

Drei junge Mädchen begaben sich auf die nicht ganz so weite Reise von Ungarn nach Rumänien mit der Intention Abenteuer zu erleben, denn die war ganz sicher vorhanden. Zugegebenermaßen waren wir sogar drei Stunden im Zug, hatten die ganze Zeit über ein eigenes Abteil für uns und konnten Wizard spielen, beziehungsweise uns über dieses Spiel aufregen. Eigentlich habe nur ich mich aufgeregt, aber Marina hat wirklich sehr gemein mir gegenüber gespielt, das möchte ich an dieser Stelle noch einmal betonen.

Unsere Route bestand aus vier Städten: Oradea, Cluj-Napoca, Sighisoara und Brasov. Angefangen nahe der ungarisch-rumänischen Grenze endete unsere Reise am Fuße der südlichen Karpaten. Um eins vorwegzunehmen: alle vier Städte haben mir wirklich gut gefallen. Oradea überzeugte mit einer kleinen, aber feinen Innenstadt, einem wunderschönen zentralen Platz mit ausreichend Bänken (ein sehr zentrales Kriterium!!), wo man perfekt zum Eis essen Platz nehmen konnte und schönen Wegen entlang des Flusses, der durch Oradea fließt (an dieser Stelle versagen mal wieder meine Stadt Land Fluss Fähigkeiten, auf die ich später nochmal zu sprechen komme). Am nächsten Tag ging unsere Reise weiter nach Cluj, die zweitgrößte Stadt Rumäniens. Da wir alle drei Entspannung lieben und getrost auf Stress beim Bahnfahren verzichten können, trafen wir eine Dreiviertelstunde vor Abfahrt unseres Zuges am Bahnhof ein. Eine Dreiviertelstunde! Wir kamen also in die Bahnhofshalle und zu unserem Glück gab es einen internationalen Schalter. Allerdings einen internationalen Schalter mit langer Schlange. Zu unserem Unglück gab es auch einen Automaten mit englischer Einstellung neben dem internationalen Schalter. Englischflagge antippen. Abfahrt auswählen. Ankunft auswählen. Bezahlen. Bezahlbestätigung ausdrucken. Ticket 1 von 3 ausdrucken lassen. „easy-peasy!“ Moment mal, was ist mit Ticket 2 von 3 und 3 von 3?! Der Automat hat wohl just in diesem Moment entschieden seinen Winterschlaf einzulegen. Dabei waren es noch über 20 Grad Außentemperatur. Blöder Automat. Aber wir ließen uns davon natürlich nicht aus der Ruhe bringen und mit unserer extra einberechneten Zeit suchten wir mit aller Ruhe den Informationsschalter auf. Die Frau dort schickte uns zu Schalter vier und fünf. Schalter vier sah einfach gar nicht ein unser Problem anzuhören, geschweige denn uns zu helfen und von Schalter fünf bekamen wir immer nur „wait, wait“ zu hören. Da kann man sich nur herzlichst für die Hilfsbereitschaft bedanken. Nachdem die anderen Wartenden schon auf unser Dilemma aufmerksam wurden und etwas lauter gegenüber den Bahnangestellten wurden, hat sich die eine erbarmt, herauszukommen und den Automaten zu beäugen. Jegliche Versuche unsere fehlenden zwei Karten auszudrucken scheiterten jedoch. In der Zwischenzeit war unser Zug eingetroffen und um uns nicht ewig quengelnd im Bahnhof stehen zu haben, rief die eine nur „run, run“. Diesen Befehl setzten wir in die Tat um und rannten mit ihr zusammen zu unserem Zug. Sie erklärte der Schaffnerin, dass wir nur ein Ticket besitzen, aber für drei bezahlt haben, während wir überglücklich in den Zug eingestiegen sind, sogar noch drei freie Plätze gefunden haben und beteten auch von dieser Schaffnerin kontrolliert zu werden. Aber wie sollte es anders sein: Natürlich wurden wir von einem anderen Schaffner kontrolliert. Badumm tsch. Mit dem sind wir dann durch den halben Zug gelaufen auf der Suche nach der Schaffnerin, die über unsere Fahrkartensituation Bescheid wusste. Es stellte sich heraus, dass dieser Schaffner der coolste überhaupt ist. Er rief in Oradea an, um unsere reservierten Plätze ausfindig zu machen und am Ende des Tages sind wir wohlbehalten mit Sitzplätzen in Cluj-Napoca angekommen. To put it in a nutshell, kann ich aber sagen, war doch nicht so easy-peasy.

In Cluj erwartete uns das schönste Appartement überhaupt, das „Dawn Appartement“ (liest das bitte so, als ob ihr einen Film bei der Oscarverleihung auszeichnen würdet). Das Dawn Appartement entstammt gefühlt aus dem angesagtesten Interiorkatalog. Also falls ihr jemals in Cluj sein solltet, lasst euch das „Dawn Appartement“ nicht entgehen. In Cluj begegneten wir auch dem Geist des Hoia Baciu, dem Titelhelden des heutigen Beitrages. Beim Hoia Baciu handelt es ich um einen Wald bei Cluj. Der Hoia Baciu ist aber nicht irgendein Wald, sondern „the most haunted forest“ (zitiert nach irgendeiner Broschüre im Dawn Appartement). Der Hoia Baciu forest soll in der Tat sehr gruselig sein. Leute berichten von Ufolandungen, Wunden ohne Angriff, geisterhaften Erscheinungen und veränderten Sinne. Diesem Mythos wollten wir drei Abenteuerlustigen natürlich auf den Grund gehen. Tatsächlich sahen die Bilder des Hoia Baciu, die wir bei der Suchmaschine unseres Vertrauens anguckten, aufgrund der verformten Bäume sehr sonderbar und sehenswert aus. Einziges Problem war, dass wir nicht die leiseste Ahnung hatten, wo sich eben diese Bäume befinden. In unserer naiven Vorstellung gingen wir in den Wald und erhofften die verformten Bäume, wie durch Zauberhand oder zumindest mithilfe eines Wegweisers sofort zu finden. Leider war dies nicht der Fall. Doch mal wieder hatten wir Glück. Wir mussten uns nämlich nicht allein auf die Suche machen, sondern trafen auf zwei junge Herren, die ebenfalls von diesen Bäumen gehört hatten und darauf brannten sie in der Realität zu sehen. Der eine von beiden war sogar Rumäne und somit zum Sprachmittler auserkoren. Dies hat uns sehr geholfen, als wir vom Kutscher in die eine Richtung, von der Schäferin in die andere Richtung und vom Wanderer wieder zurückgeschickt wurden. Am Ende stellte sich heraus, dass die Lichtung, die wir den ganzen lieben Tag suchten eine Pinnnadel auf Google Maps hat. Hätten wir uns doch nur mal vorher erkundigt. Ohne unsere Planlosigkeit hätten wir allerdings nicht den wirklich schönen, wenn auch nicht im geringsten gruseligen Wald so in unsere Herzen geschlossen.

Nächster Halt unserer Reise war Sighisoara, zu Deutsch Schäßburg und Geburtsstadt des Vlad Dracul. Im Zug nach Schäßburg hatten wir leider keinen Tisch, um ein Kartenspiel zu spielen, so dass wir auf Stadt Land Fluss kamen. Ich hatte vor Reisebeginn eine Klarsichtfolie mit unwichtigen Papieren und meiner „Dr.Walter Versicherungspolice“ Marina anvertraut. Da im Eifer des Gefechts einfach irgendwelche Zettel für das Spiel genommen wurden, hat natürlich keiner auf die Rückseite geachtet. Bei Spielende sagte ich dann nur: „Äh, du weißt schon, dass da auch meine Versicherungspolice drin war?“ Ne, wusste keiner uns so hat meine Versicherungspolice jetzt eine schöne Runde Stadt Land Fluss auf der Rückseite. Zum Glück nicht meine, denn das wäre nicht ganz so überzeugend. Sighisoara hat eine entzückende historische Altstadt, die durch die vielen kleinen bunten Häuser einen ganz besonderen Charme entwickelt.

Da die Stadt aber recht klein ist, haben wir nur eine Nacht dort verbracht und wollten uns am nächsten Tag pünktlich zu Mittagszeit zu unserer letzten Station aufmachen. Aus Mittag wurde Nachmittag, da der Zug dezent Verspätung hatte. Das machte uns aber gar nichts aus, denn wir waren ja vorbereitet wie eh und je und konnten uns mit Skipbo die Wartezeit vertreiben. In Brasov verbrachten wir zwei Tage. In diesen zwei Tagen unternahmen wir unter anderem eine kleine Wanderung, an dessen Ende wir einen tollen Blick über die Stadt hatten.

 

Von Brasov aus fuhren wir auch mit dem Flixbus zurück nach Ungarn. Ich kann euch sagen: Budapest ist um halb sechs Uhr morgens wie ausgestorben. Um sieben machen aber schon die ersten Cafés zum Frühstücken auf.

Nach Rumänien möchte ich auf jeden Fall nochmal. Vor allem die Karpaten reizen mich und ich hoffe, dass Paula und ich unseren Plan im Sommer nochmal eine Tour durch die Karpaten zu machen, in die Tat umsetzen können. Eine Sache, die mich in Rumänien sehr verwirrt hat, ist die Währung. Da bezahle ich doch lieber 700 Forint für eine heiße Schokolade, anstatt 15 lei😊

Ich glaube ganz fest daran, dass bald ein weiterer Blogeintrag kommt, in dem ich Eindrücke aus meinem Alltag mit euch teile.

Bis dann,

Fenja

Fenja allein zu Haus

Hallo!

So da bin ich wieder. Nachdem ich nach dem ersten Blogeintrag am liebsten sofort drei weitere Texte schreiben und hochladen wollte, hat sich das jetzt doch etwas länger als erwartet, hinausgezögert.  Die eine oder andere Aufgabe, Pflicht und Unternehmung habe ich dann doch. Das schon mal als positives Zeichen!

Zwei volle Wochen war ich nun schon in der Schule. Und diese zwei Wochen lassen sich auf Folgende zwei Dinge zusammenfassen: sehr nette, interessierte Menschen und Deutschkabinett. Das mysteriöse, unbeheizte, neben dem Deutschraum liegende Deutschkabinett kenne ich inzwischen wie meine Westentasche. Fast jede Stunde gehe ich dort mit ein bis zwei Schülern hin, um über vorgegebene Themen zu reden. Wenn ich mit zwei 9.Klässlerinnen über Freundschaft reden soll, reden wir über Essen. Ist ja klar. Das soll aber nicht assoziieren, dass ich meinen Pflichten und Aufgaben nicht nachkäme. Ich, als sehr pflichtbewusste Person muss ja so langsam über das Land, in dem ich ein Jahr lang leben werde, informiert werden. Jetzt weiß ich, dass alle ungarischen Schüler McDonalds Maci(/Macci/Mci) nennen, was wirklich unglaublich süß klingt. Das Deutschkabinett ist schon ne tolle Sache, vor allem wenn man Sätze wie „Es tut so gut mit dir Deutsch zu reden“ oder „Du bist so nett“ hört. Und um das nicht als selbstverliebtes Geplänkel dastehen zu lassen: die Schüler sind wirklich super nett, interessiert und offen. So war ich schon beim Tanztraining, auf einem Festival mit ungarischem Tanz und Essen, im berüchtigten Teehaus, von dem auch ich nun genauso begeistert erzähle, wie alle Schüler*innen und natürlich bei Macci(/Maci/Mci). Mit zwei Schülern habe ich mich schon für nächste Woche zum Muffin-Backen verabredet, nachdem meine Shoppingausbeute aus Rührschüssel, Kuchenform und Silikon-Muffinformen bestand.

Was wäre eine Schule aber ohne Lehrer? Die Lehrer unternehmen mit mir Fahrradtouren, schenken mir Theaterkarten und geben mir tütenweise Äpfel (#heimatgefühl). Es ist also zu konstatieren, dass die Menschen in Nagykálló ein Grund zum Wohlfühlen sind.

Zwei volle Wochen habe ich nun auch schon allein gelebt. „Fenja allein zu Haus“ sah bis jetzt ungefähr folgend aus. Fenja ist zu kalt. Fenja wird die Heizung angemacht und ein Paket mit drei Paar Wollsocken, Wärmflasche und drei Sorten Tee geschickt, weil ich ja nicht schon einen Teevorrat für das nächste Jahr von meiner Vorfreiwilligen hatte. An dieser Stelle: Danke Karen! Aber gut, Tee kann man nie genug haben. Weiter im Film: Fenja ist hungrig, aber unfähig zu kochen. Fenja schmiert sich eine Scheibe Brot. Das Kochen ist wirklich die größte Schwierigkeit für mich. Immerhin habe ich es bis jetzt schon geschafft meine Spezialität „Mirácoli Klassik“ zu zaubern. An dieser Stelle: Danke Finnja! Von meiner Mutter bekomme ich jeden Tag Sätze wie „Koch dir was Vernünftiges, das ist doch nicht gesund!“ zu hören, also habe ich letzte Woche Nudeln mit Tomatensoße und Zucchini gemacht, was ganz klar ein Update ist. Nächste Szene: Waschen. Ich sag mal so; die vom Pastor gespendete Waschmaschine tut ihre Dienste, aber dicke Freunde sind wir noch nicht. Und last but not least: das Paket, die vorerst letzte Szene in „Fenja allein zu Haus“. Das im Vorhinein geplante Paket kam letzte Woche an. War es so, dass ich eigentlich nur meine Winterschuhe, eine Wärmflasche, ein Paar Kuschelsocken und etwa drei Bücher von meinen Eltern geschickt bekommen wollte? Ja. Und wurden aus ein Paar drei Paar Kuschelsocken, aus drei neun Bücher? Ja. Mein Bücherregal ist gefüllt. Nichtsdestotrotz habe ich mich unglaublich über das 12 Kilo schwere Paket gefreut (Es war schon leicht peinlich als es mir zuerst in das Lehrerzimmer und später auch in meine Wohnung getragen wurde). Aber ich muss sagen, dass sich das Auspacken wie Weihnachten angefühlt hat. Nicht nur weil mein Vater mich sehr gut kennt und Contessa reingepackt hat, sondern auch weil da noch die ein oder andere Überraschung mit drin war. Neben meinem Bücherregal ist nun auch mein Süßigkeitenschrank mit einer großen Auswahl an Katjes gefüllt. Außerdem kann ich mich wieder meinem geliebten Mathebuch widmen. Ja, ihr habt euch nicht verlesen. Ich habe einfach festgestellt, dass ich eventuell die ein oder andere Matheaufgabe machen sollte, wenn ich wirklich nächstes Jahr Mathe studieren sollte. Nun sind mein Taschenrechner und ich wieder vereint. (Ich bin kein Freak, nur besorgt nach einem Jahr gar kein mathematisches Wissen mehr zu haben!) Also an dieser Stelle: Danke an meine Eltern für dieses tolle Paket und auch hier nochmal die Info, dass sich Jannis´ Französischmappe nicht darin befand. (Jannis ist mein Bruder, 11 Jahre alt und vermisst seine Französichmappe. Mmmhh, das ist ungünstig.)

Zwischen diesen zwei vollen Wochen, die ich nun hier bin, lag ein ganzes Wochenende. Dieses habe ich mit der lieben Marina Pilisvörösvár verbracht. Pilisvörösvár liegt in der Nähe von Budapest und ist wirklich sehr westeuropäisch. Der Zug dorthin sieht moderner aus, als die Regionalbahn von Buxtehude nach Hamburg (shoutout an den metronom!) und die Gärten gepflegter als in Jork. Pilisvörösvár ist sogar so deutsch, dass es einen Bayern München Fanclub gibt. Marina und ich sind auf der Suche nach Essen kurzerhand in einer Kneipe gelandet, die als Treffpunkt eben dieses Clubs dient. Kleine Info am Rande: Ich bin weder an Fußball interessiert, noch habe ich Kenntnis über die Spieltage der Bundesliga. Aber ein Erlebnis war es. Nachdem wir am Freitag und Samstag die Gegend um Pilisvörösvár erkundeten, alte Zeiten mit „Plötzlich Prinzessin“ und „Das doppelte Lottchen“ aufblühen lassen haben, sind wir am Sonntag mit dem ultra modernen Zug nach Budapest gefahren. An dieser Stelle muss ich meine Begeisterung für Marinas Gedächtnis aussprechen. Einmal den Weg vor einem halben Jahr gegangen, kann Marina durch die kleinsten Seitenstraßen zum Ziel finden und dabei noch Hintergrundwissen zu Stadt, Geschichte und Politik weitergeben. An einem Tag kann man natürlich nicht alles von einer Stadt wie Budapest sehen, doch was ich dank der lieben Marina gesehen habe, hat mir sehr gut gefallen, so dass ich mich auf weitere Wochenenden in Pilisvörösvár und Budapest freue. Durch Marina habe ich außerdem gelernt Bahnkarten im Internet zu kaufen, was so viel einfacher ist, als sich mit den Leuten am Schalter zu verständigen, die einem am Ende eh die falsche und viel zu teure Karte verkaufen.

Ich hoffe euch hat dieser kleine Einblick von meiner ersten Zeit in Ungarn gefallen. Jetzt ist auch schon wieder ein weiteres Wochenende vorübergegangen, doch das kommt dann im nächsten Blogeintrag. So ganz bekomme ich das noch nicht auf die Reihe, die Texte rechtzeitig zu schreiben und hochzuladen, aber ich werde mich stets bemühen.

Bis dann,

Fenja

 

„Willst du auch einen Blog schreiben?“

„Willst du auch einen Blog schreiben?“

Diese Frage habe ich vor meiner Ausreise immer gestellt bekommen und auch in letzter Zeit oft gehört und immer verneint. Doch warum eigentlich? Aus Angst mit meinem Schreibstil nicht zu überzeugen oder aus Angst nichts „Spannendes“ berichten zu können??

Und nun sitze ich doch auf dem Sofa in meiner Wohnung und schreibe ohne genau zu wissen, ob ich es je hochlade. Die Gründe meiner Entscheidung: 1. das fehlende Können meine Gedanken zu entwirren und der Hoffnung, dass dieses mit Schreiben ein wenig besser gelingt 2. Die Langeweile, die mich dieses Wochenende verfolgt, da zum einen keiner, den ich gefragt habe Zeit für mich hatte (by the way: das waren nicht wenige) und zum anderen, weil ich noch nicht mal auf die sonst so beliebte Ablenkung „Gossip Girl“ aufgrund von „leider ist keine Verbindung möglich“ zurückgreifen kann.

Um mich nun aber mal vorzustellen: Ich bin Fenja, 18 Jahre alt und seit letztem Donnerstag in Nagykálló, Ungarn. Nagykálló ist eine Stadt von etwa 10.000 Einwohnern im Nordosten Ungarns. Ja, ihr habt euch nicht verlesen; Nagykálló ist offiziell eine Stadt. Nach 14-stündiger Zugfahrt von Hamburg nach Budapest, einer Nacht in Budapest und 4-stündiger Zugfahrt im Bummelzug durch Ungarn, wurde ich am 13.September in Nyíregháza in Empfang genommen. In den eineinhalb Tagen, die ich dann in Nagykálló war, kann ich sagen, dass ich schon so gut wie alles gesehen habe: zwei Supermärkte, einen Rossmann, einen Bäcker, einen Gemüsehändler, die Schule und natürlich meine Wohnung für das nächste Jahr. Nun mag sich der ein andere Fragen warum denn nur eineinhalb Tage?! Ich bin direkt nach meiner Ankunft mit der 11. Klasse nach Österreich auf Klassenfahrt gefahren. Ein Tag Ungarn und schon wieder ins deutschsprachige Gebiet. Obwohl ich dann im Endeffekt gar nicht so viel Deutsch gehört habe, da die Reiseleiterin weder deutsch sprechen konnte, noch im Bilde darüber war, dass die Klasse seit mehreren Jahren deutsch lernt und so alle Informationen auf Ungarisch erfolgten. Ein Glück gab es zahlreiche nette Schüler*innen, die mir alles übersetzt haben. Neben der Tatsache, dass ich bis dato nur im schneebedeckten Österreich war und nun einige tolle Landschaften und Orte wie das Dachsteingebirge, die Kitzlochklamm oder das Stift Melk gesehen habe, konnte ich Schüler*innen, Lehrer und die ungarische Kultur kennenlernen. Letzteres am wahnsinnig leckeren (*hust hust*) original ungarischem Erdbeerschnaps. Einen Tag lang ist sogar fast ein heimisches Gefühl entstanden. Wir waren am Königssee in Deutschland, auf dem wir 2018, als auch mein Vater 1976 an einer Schiffsfahrt mit Trompetenecho teilgenommen haben: )

Die Klassenfahrt hat meine Eingewöhnung zwar für eine Woche nach hinten verschoben, doch sie hat mir auch vieles erleichtert, so dass ich mit einem guten Gefühl und vielen netten Leuten in die folgenden Monate starten kann. Denn nun beginnt meine Arbeit an dem Korányi Frigyes Gimnázium, in der ich vor allem in den höheren Klassen eingesetzt bin und die Schüler*innen auf das deutsche Sprachdiplom vorbereite.

Nachdem ich stolz sagen kann meinen ersten Blogeintrag geschrieben zu haben, hoffe ich nun auch, dass weitere folgen werden. Bis dahin,

Fenja

P.S.: inzwischen geht das WLAN sogar wieder:)