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„Willst du auch einen Blog schreiben?“

„Willst du auch einen Blog schreiben?“

Diese Frage habe ich vor meiner Ausreise immer gestellt bekommen und auch in letzter Zeit oft gehört und immer verneint. Doch warum eigentlich? Aus Angst mit meinem Schreibstil nicht zu überzeugen oder aus Angst nichts „Spannendes“ berichten zu können??

Und nun sitze ich doch auf dem Sofa in meiner Wohnung und schreibe ohne genau zu wissen, ob ich es je hochlade. Die Gründe meiner Entscheidung: 1. das fehlende Können meine Gedanken zu entwirren und der Hoffnung, dass dieses mit Schreiben ein wenig besser gelingt 2. Die Langeweile, die mich dieses Wochenende verfolgt, da zum einen keiner, den ich gefragt habe Zeit für mich hatte (by the way: das waren nicht wenige) und zum anderen, weil ich noch nicht mal auf die sonst so beliebte Ablenkung „Gossip Girl“ aufgrund von „leider ist keine Verbindung möglich“ zurückgreifen kann.

Um mich nun aber mal vorzustellen: Ich bin Fenja, 18 Jahre alt und seit letztem Donnerstag in Nagykálló, Ungarn. Nagykálló ist eine Stadt von etwa 10.000 Einwohnern im Nordosten Ungarns. Ja, ihr habt euch nicht verlesen; Nagykálló ist offiziell eine Stadt. Nach 14-stündiger Zugfahrt von Hamburg nach Budapest, einer Nacht in Budapest und 4-stündiger Zugfahrt im Bummelzug durch Ungarn, wurde ich am 13.September in Nyíregháza in Empfang genommen. In den eineinhalb Tagen, die ich dann in Nagykálló war, kann ich sagen, dass ich schon so gut wie alles gesehen habe: zwei Supermärkte, einen Rossmann, einen Bäcker, einen Gemüsehändler, die Schule und natürlich meine Wohnung für das nächste Jahr. Nun mag sich der ein andere Fragen warum denn nur eineinhalb Tage?! Ich bin direkt nach meiner Ankunft mit der 11. Klasse nach Österreich auf Klassenfahrt gefahren. Ein Tag Ungarn und schon wieder ins deutschsprachige Gebiet. Obwohl ich dann im Endeffekt gar nicht so viel Deutsch gehört habe, da die Reiseleiterin weder deutsch sprechen konnte, noch im Bilde darüber war, dass die Klasse seit mehreren Jahren deutsch lernt und so alle Informationen auf Ungarisch erfolgten. Ein Glück gab es zahlreiche nette Schüler*innen, die mir alles übersetzt haben. Neben der Tatsache, dass ich bis dato nur im schneebedeckten Österreich war und nun einige tolle Landschaften und Orte wie das Dachsteingebirge, die Kitzlochklamm oder das Stift Melk gesehen habe, konnte ich Schüler*innen, Lehrer und die ungarische Kultur kennenlernen. Letzteres am wahnsinnig leckeren (*hust hust*) original ungarischem Erdbeerschnaps. Einen Tag lang ist sogar fast ein heimisches Gefühl entstanden. Wir waren am Königssee in Deutschland, auf dem wir 2018, als auch mein Vater 1976 an einer Schiffsfahrt mit Trompetenecho teilgenommen haben: )

Die Klassenfahrt hat meine Eingewöhnung zwar für eine Woche nach hinten verschoben, doch sie hat mir auch vieles erleichtert, so dass ich mit einem guten Gefühl und vielen netten Leuten in die folgenden Monate starten kann. Denn nun beginnt meine Arbeit an dem Korányi Frigyes Gimnázium, in der ich vor allem in den höheren Klassen eingesetzt bin und die Schüler*innen auf das deutsche Sprachdiplom vorbereite.

Nachdem ich stolz sagen kann meinen ersten Blogeintrag geschrieben zu haben, hoffe ich nun auch, dass weitere folgen werden. Bis dahin,

Fenja

P.S.: inzwischen geht das WLAN sogar wieder:)