Und wieder eine Stadt mit B

(M)ein »kulturweit« Blog

Advent, Advent… 5. Dezember 2011

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 21:56

Ihr musstet eine Weile auf den nächsten Artikel warten, aber es hat sich auch keiner beschwert. 😉 Es gab sogar einen Grund für die längere Auszeit. Ich war nämlich an den Abenden anderweitig beschäftigt, seht selbst:

Nach 24 Stofffetzen, 24 Bändchen, 200 Knöpfen und vermutlich über 1000 Nadelstichen war es dann endlich soweit: mein Adventskalender ist fertig! 😉 Die letzten Säckchen sind tatsächlich auch erst gestern dazugekommen. Einige sind schon wieder ab, und 3 befüllt dankenswerterweise meine liebe Mitfreiwillige für mich, damit ich auch ne Überraschung habe. Der Rest wird unter Besuchern, Mitbewohnern, Kollegen und Serbischlehrerin aufgeteilt. Da Adventskalender hier nicht bekannt sind, ich befinde mich schließlich in einem orthodoxen Land, in dem Weihnachten erst am 7. Januar ist, war es eine echte Überraschung für meine Mitbewohner. 😉 Und so ist es nun auch in unserem Wohnzimmer ein wenig adventlich.

Adventskalender vor Bücherregal 😉

 

Autogeschichten Teil I 18. November 2011

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 18:28

Nicht, dass ich ein Auto-Freak wäre, aber dennoch begegnen einem immer mal wieder hübsche kleine Autos, oder solche Modelle, die man einfach witzig findet. Meine Vorliebe für kleine rote Autos dürfte den meisten ja bekannt sein. 😉

Autos begegnen einem hier überall… jeder Winkel scheint damit ausgefüllt. Zum Teil ist es bequemer, wenn auch nicht unbedingt sicherer, auf der Straße zu laufen, da die Fußwege ohnehin zugeparkt sind. Ich möchte hier nicht unbedingt einen Parkplatz suchen müssen. In der Innenstadt gibt es fast nur gebührenpflichtige Parkplätze, die dann per sms zu bezahlen sind und nicht beliebig verlängert werden können. Zudem sollte man sich bei einem Besuch in Serbien merken: in ein  Taxi nie hinten links einsteigen – die Kabel des beleuchteten Taxischildes auf dem Dach verlaufen meist durch diese Tür und könnten vom ständigen auf- und zumachen Schaden nehmen…

 

 

28h Zug für 38h Bukarest… 15. November 2011

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 23:47

…und das hat sich mehr als gelohnt.

Seit Wochen stand es fest, die Vorfreude stieg mit jedem Tag und endlich ging es los – mit dem Nachtzug im bequemen Schlafwagen, den meine Mitfreiwillige Sarah und ich für uns alleine hatten, zu Marie, ebenfalls kulturweit-Freiwillige, nach Bukarest. Wir hatten ein wunderbar entspanntes Wochenende mit langen Sapziergängen durch die Stadt, leckerem Essen in kleinen Cafes und dem ein oder anderen Bummel über verschiedene Märkte, wobei wir die Stadt einfach auf uns wirken ließen. Ein Höhepunkt des Wochenendes war für mich ein Konzert im Athenäum, einem der schönsten und eindrucksvollsten Konzertsäle, die ich bisher gesehen habe. Wir lauschten gespannt unter anderem Werken von Dvorak im Rahmen eines Kammermusikfestivals in Bukarest. Mehr will ich garnicht schreiben und überlasse euch der Wirkung der Bilder.

 

 

Ein gelungener Abend 11. November 2011

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 01:46

Nun ist es schon wieder ein paar Tage her, aber letzten Freitag habe ich meine Mitbewohner aus Anlass meines Namenstages zum Essen eingeladen. Sie führten mich in eine kleine, gemütlich-uhrige und natürlich verrauchte Kneipe. Der Kellner bediente uns, als wäre es sein Wohnzimmer und meine Mitbewohner bestellten einfach mal alles, was ich ihrer Meinung nach nach über 6 Wochen in Serbien  nun endlich mal probieren müsste. Auf unserem Speiseplan standen schließlich: eingelegter Weißkohl und Sülze mit Zwiebeln als Appetizer, eine Hühnersuppe als Vorspeise und zum Hauptgang schließlich Cevapi (auch als Cevapcici bekannt), Sarma (Krautrouladen), Prebranac (ein Gericht aus weißen Bohnen), sowie gebackener Paprika mit ganz viel Knoblauch.

Untermalt wurde das ganze von Gitarrenklängen aus dem Nebenzimmer. Dort saß eine Runde älterer Herrschaften bei dem ein oder anderen Schnaps und sang begleitet von der Gitarre serbische Volkslieder. Wie konnte es anders sein – wir wurden dazugebeten, meine Mitbewohner sangen mit und einen Schnaps durften wir natürlich nicht verweigern. Der Gitarrist war schließlich hocherfreut, als ihm ein deutsches Lied einfiel – vermutlich das einzige, dass er kennt. So durfte ich an einem Abend Anfang November in einer kleinen serbischen Kneipe in der Nähe meiner Wohnung „Stille Nacht“ zum besten geben. 😉 Am Ende wurden wir gebeten doch recht bald wiederzukommen – definitiv, beschlossen meine Mitbewohnerinnen und ich – ein wirklich sehr gelungener Abend.

 

Novembertage 8. November 2011

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 22:46

Herbstnebel am Morgen in Belgrad auf dem Weg zur Arbeit

 

Wen wie mich bei diesem Herbstwetter, hier verstärkt durch ständigen Temperaturwechsel (von 5 auf 15 Grad und umgekehrt) und einen starken Wind, für den Belgrad bekannt ist, eine fiese Erkältung erwischt hat, dem sei dieses (vermutlich nicht nur) serbische Hausmittel gegen Husten und Halsschmerzen empfohlen:

Karamelmilch

Einfach Zucker im Topf karamelisieren lassen, Milch hinzugeben und so lange rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat – meiner Meinung nach nicht nur bei Erkältung ein Hochgenuss für alle Karamelfans. 😉

 

Ajvar 7. November 2011

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 12:24

Einigen von euch vielleicht eher aus der Türkei bekannt, ist Ajvar auch in Serbien ein beliebter Brotaufstrich oder findet als Würzmittel häufige Anwendung. Da das meiste Obst und Gemüse auf dem Markt Saisonware ist und aus der Region kommt, wird es im Winter knapper mit dem Angebot und dann auch deutlich teurer. Also bereitet man sich auf den Winter vor. Dazu gehört Sauerkraut und andere Gemüse einlegen und eben auch Ajvar kochen. Da meine Mitbewohner in diesem Jahr sehr spät dran waren, war der Paprika nicht mehr ganz so günstig, weshalb es auch nicht zu einer Massenproduktion kam. Mir wurde die Ehre zuteil dem Prozess beiwohnen und ihn tatkräftig unterstützen zu dürfen. 😉

Man nehme einen Haufen Paprika (bei uns etwa 5kg) und röste ihn bis er schwarz wird, um ihn dann in einer Plastiktüte zu verstauen und dort noch eine Weile nachgaren zu lassen, damit sich die Haut später leichter entfernen lässt. Dies ist dann auch der nächste Schritt: das Häuten der Paprika. Danach lässt man ihn am besten über Nacht abtrocknen. Am nächsten Tag werden 4 kleine Auberginen ebenso behandelt. Nachdem der Paprika von Stil und Kernen befreit wurde, wird er zusammen mit den Auberginen durch den Fleischwolf gedreht. Schließlich gebe man ganz viel! Öl in einen Topf, füge die Masse hinzu und schmecke mit etwas Essig und Salz ab. Nach Geschmack kann ein klein wenig Chilli hinzugefügt werden. Nun kommt der schwerste Teil: rühren, rühren, rühren,… und das etwas eine Stunde lang. Der Ajvar ist fertig, wenn man mit dem Kochlöffel durchgeht und der Ajvar an den Seiten stehenbleibt ( ein Kommentar, ich weiß leider nicht mehr von wem: so wie als Moses das Rote Meer teilte 😉 ). Nun den Ajvar in zuvor mit kochendem Wasser sterilisierte Gläser füllen und offen für einige Minuten in den Ofen stellen. Am Ende den Ajvar mit etwas Öl bedecken, Deckel zu und fertig. So hält er sich über den Winter… naja, ich glaube so lange wird er bei uns nicht durchhalten…

 

die Früchte unserer Arbeit 😉

 

Mein erster Besuch! 30. Oktober 2011

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 19:53

Jetzt ist bereits über eine Woche seit meinem letzten Eintrag vergangen. Dafür gibt es sogar einen Grund: Ich hatte diese Woche Besuch! Isa und Lucie folgten meinem Ruf und kamen aus Leipzig nach Belgrad – für ganze 5 Tage! ;-)Davor lag allerdings noch ein Wochenende, dass wiederum meine liebe Mitfreiwillige ausführlich beschrieben hat. Ergänzend folgen unten ein paar Bilder vom leckeren Grillen. 😉 Wie ihr sicherlich bemerkt habt, sehen wir uns fast jedes Wochenende. Auch dieses Wochenende war Katja erneut in Belgrad.

Entgegen meiner Tradition meine Woche nicht detailliert zu beschreiben, werde ich nun dennoch kurz zusammenfassen was wir in dieser Woche gemeinsam unternommen haben. Ja, auch ich habe sehr viele schöne neue Sachen in und um Belgrad entdeckt, wodurch mir diese Stadt immer mehr ans Herz wächst. Nach einem Gang durch die Innenstadt am ersten Tag waren wir beispielsweise in Zemun. Heute ein Stadtteil von Belgrad, war Zemun früher eine eigene kleine Stadt und so wirkt sie auch heute noch: kleine Häuser und Gassen laden zu einem Spaziergang ein. Dieser wurde durch den Ausblick von einem Hügel gekrönt, von wo aus man über die Flüsse Donau und Save hinweg bis zur alten Festung Kalemegdan sehen kann.

Außerdem haben wir uns im örtlichen Naherholungsgebiet Ada Ciganlija umgesehen. Dies ist eine künstlich angelegte Halbinsel in der Save. Neben zahlreichen kleinen Hausbooten und Bungalows, die um diese Jahreszeit kaum noch aufgesucht werden, gibt es dort die Möglichkeit zu zahlreichen Sportaktivitäten. Wir haben uns an einem Trimm-dich-Pfad versucht und zudem einige im Park verstreute physikalische Experimente für Kinder ausprobiert. Ein weiterer Ausflug führte uns auf einen Berg in der Nähe von Belgrad – Avala, zum dortigen Fernsehturm (ich kann ihn von meinem Balkon aus sehen) und einem Denkmal für den unbekannten Helden (wie man sie auch in anderen Ländern in Erinnerung an die gefallenen Soldaten des I. Weltkrieges findet).

Wie ihr seht ist Belgrad den ein oder anderen langen Spaziergang auf jeden Fall wert. Dabei haben wir nicht einmal alles geschafft. Und so endete der Besuch schon gestern, wie immer viel zu früh. Auf ihn folgte ein Rundgang über die Buchmesse in Belgrad mit meinen Mitbewohnern und ein ruhiger Sonntag mit Einkäufen auf dem Markt und einem tollen Mittagessen. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass meine Mitbewohnerin gelernter Koch ist – eine Tatsache, die ich natürlich in vollen Zügen genieße! 😉

 

 

 

Studentenproteste in Belgrad 22. Oktober 2011

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 18:42

Jeden Morgen steige ich am Studentski Trg (Studentenplatz) aus dem Bus aus. Um diesen Platz befinden sich viele Fakultäten der Belgrader Universität. Doch in dieser Woche war etwas anders als gewöhnlich. Aus dem Gebäude der Philologischen Fakultät drang laute Musik und ich sah das große Banner mit der Aufschrift: Blokada (Blockade). Da meine Mitbewohnerin ebenfalls an dieser Fakultät studiert, fragte ich sie, was es damit auf sich hat.

Blockade der Philologischen Fakultät in Belgrad

Die Studenten protestieren gegen die Verschlechterung der Studienbedingungen. Zum einen betrifft das die Dezimierung der Prüfungszeiträume. Bisher war es möglich seine Abschlussprüfungen jeden Monat zu wiederholen bis man es geschafft hatte. Dies ist nun nicht mehr der Fall. Nun müssen auch die Studierenden der alten Studiengänge (ja, auch hier findet der Bologna-Prozess statt) immer wieder monatelang warten um ihre Prüfungen abzulegen. Hinzu kommen die hohen Studiengebühren in Serbien. In einem Land, in dem der monatliche Durchschnittslohn etwa 350 Euro beträgt, zahlt man (laut meiner Mitbewohner) etwa 1000-1500 Euro Studiengebühren im Jahr. Bisher war es so geregelt, dass ein Großteil der Studierenden diese Gebühr nicht bezahlen musste, da sie gute Noten nachweisen konnten. Mittlerweile werden diese Standards immer höher gesetzt, wodurch immer weniger Studierende in den Genuß eines kostenfreien Studiums kommen. Hinzu kommt, dass es möglich war erneut von den Gebühren befreit zu werden, wenn eine deutliche Verbesserung der Studienleistungen erkennbar war. Auch dies ist nun nicht mehr möglich. Es wird ich zeigen, ob die Proteste etwas bewirken können.

 

Einmal durch ganz Serbien 19. Oktober 2011

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 23:05

Innerhalb der letzten Woche habe ich so einige Kilometer zurückgelegt und bin ganz gut in Serbien herumgekommen. Allerdings habe ich von den meisten Städten nicht besonders viel gesehen außer verschiedene Fakultäten der ortsansässigen Unis, da die Reise quasi dienstlich war. Das heißt wir haben Präsentationen über den DAAD (Deutscher Akademischer Außtauschdienst), die verschiedenen Stipendien und allgemein Studieren in Deutschland gehalten. Eine Nacht durfte ich auf diese Weise in einem schicken Hotel verbringen und habe mir ein Wellnessprogramm gegönnt. 😉

Die Stationen der Reise - einmal durch Serbien (13.-17. Oktober 2011)

Am Wochenende haben wir den Spieß dann einmal umgedreht. Denn damit meine Mitfreiwillige Katja nicht immer nach Belgrad kommen muss, haben wir uns dieses Mal bei ihr in Valjevo getroffen. Nach Sonnenschein und einer Hügelbesteigung, wovon Bilder in der kleinen Galerie unten zu sehen sind, waren wir am Abend beim Jazzfestival – das Großereignis des Jahres in der Kleinstadt. 😉 Naja, so voll war es dann leider nicht. Für mich war die erste Gruppe die beste – Klavier, Schlagzeug, Querflöte, Klarinette, Percussion und ein Streichquartett – sehr toll!

Am Montag ging es dann noch nach Novi Sad und Subotica. In letzterer gibt es die Minderheit der sogenannten Bunjewatzen. In einem ihrer Restaurants ließen wir den Tag mit einem sehr leckeren Essen ausklingen – es gab eine Art Gulasch (in der Nähe der ungarischen Grenze kaum verwunderlich) – und da man sich damit bekanntlich sehr gut bekleckern kann, gibt es gleich von vornherein ein Lätzchen… seht selbst wie gut es mir steht – passend zur Tischdecke. 😉

Das Lätzchen wurde mir vom Kellner höchstpersönlich umgebunden!

 

 

einmal durch ganz serbien – Bildergalerie 19. Oktober 2011

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 22:24

 

 

 

 

 
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