Und wieder eine Stadt mit B

(M)ein »kulturweit« Blog

Sooooooo schöööön!!! ;-) 2. April 2012

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 22:21

… waren die Worte, die man in den letzten beiden Tagen von Marie (Freiwillige in Bukarest) und mir wohl ziemlich häufig hören konnte.

Eigentlich sollte der nächste Artikel ja „Vom Eise befreit…“ heißen oder so. Allerdings ist der Schnee jetzt auch schon wieder eine Weile länger weg. Es war schon richtig sommerlich warm, aber gestern sind die Temperaturen dann doch nochmal stark gesunken, und alle meine dicken Sachen sind nun schon wieder in Deutschland…

Das Wochenende haben wir allerdings bei Sonnenschein in Timisoara genossen. Wir sind stundenlang mit offenen Augen und Staunen durch die schöne Altstadt mit so vielen hübschen alten Häusern spaziert, konnten im Freisitz Mittagessen, haben Bücher- und Second-Hand-Läden durchstöbert und dabei die ganze Zeit durchgequatscht… War das schön! 😉

Ein Muss in Timisoara ist übrigens eine Nacht im Hostel Costel. Das Gebäude ist nicht nur von außen eine Augenweide, sondern auch innen schön eingerichtet. Die Leute, die das Hostel betreiben, wohnen selbst in dem Haus. Am Freitag Abend wurden wir mit hausgemachtem Wein in der Küche begrüßt und am nächsten Morgen gab es Kaffee und selbstgemachte Heidelbeermarmelade.

 

 

Faszination Sarajevo 16. März 2012

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 11:39

Jetzt bin ich schon über drei Wochen wieder in Belgrad… mittlerweile bin ich nicht mehr die einzige Freiwillige im Büro, meine lieben Mitfreiwilligen sind bereits wieder in Deutschland und ich habe es endlich geschafft meinen ersten wissenschaftlichen Artikel abzuschicken. 😉

Aber zunächst gehe ich ersteinmal einen Schritt zurück. Ich hatte Besuch. Schließlich bin ich auch nach Belgrad gegangen, weil Claudi mir versprochen hatte, mich zu besuchen. 😉 Trotz einiger Schwierigkeiten machte sie ihr Versprechen war und kam zusammen mit Elli nach Belgrad. Hier haben wir es uns drei Tage lang einfach nur gut gehen lassen. Das war auch möglich, da hier am 15. und 16. Februar Feiertage waren und ich demnach nicht arbeiten musste. Weiter ging es dann nach Tuzla, wo die beiden sich mit zwei Freunden treffen wollten. Wir mieteten uns für zwei Nächte in eine hübsche kleine Pension im Zentrum ein und genossen das Leben. Aufgrund des Schlafmangels der letzten Wochen stand Schlafen ganz oben auf unserer Prioritätenliste. Es gab sogar einen deutschen Sender auf unserem Fernseher – wie man allerdings ausgerechnet auf SuperRTL kommt, war uns ein Rätsel… deshalb bevorzugten wir einen Sender, der eine Mischung aus deutschem Musiksender (ja, die Werbung zwischendurch war auf Deutsch), bosnischer Werbung und einer Webcam vom Marktplatz von Tuzla darstellte.

In Sarajevo angekommen, holte uns O. mit dem Auto vom Busbahnhof ab, bei dem wir die nächsten beiden Nächte verbrachten. Was wir in Sarajevo vor allem sahen war Schnee… Und dabei hatte es schon etwas getaut. Los ging die abenteuerliche Fahrt im etwas älteren Auto durch die Schneemauern am Straßenrand, denn O.s Haus ist das letzte am Berg. Es ist zwar noch nicht ganz fertig, aber wirklich toll mit großem Ess-Wohn-Zimmer und Kamin. Außerdem hat man durch die großen Fenster einen fantastischen Blick auf ganz Sarajevo! (bei Nebel war davon natürlich nichts mehr zu sehen…) Nach einem gemütlichen Spaziergang bergab machten wir die Altstadt unsicher, um am Abend mit dem Taxi wieder den Berg zu erklimmen… naja, zumindest fast, wäre das Taxi nicht auf halbem Weg stehen geblieben, weil es aus dem Motorraum qualmte… Claudis Kommentar dazu: Carola, gib dem Mann vier Taler, wir laufen! Gesagt, getan. Also genossen wir beim Aufstieg noch den Nachtblick auf Sarajevo. Es folgte ein feucht-fröhlicher Abend mit vielen interessanten, spannenden, unglaubwürdigen und sicherlich auch ein paar wahren Geschichten. 😉

Am nächsten Tag brachte uns O. zum Tunnel, der während der Belagerung Sarajevos in den 90er Jahren unter dem Flughafen gegraben wurde. Den Tag rundeten wir mit einem kurzen Besuch ins O.s Klub, Mittagessen, gemütlichem Kaffee und einer kleinen Shoppingtour ab. Leider spielte das Wetter nicht mehr so gut mit, nachdem es am Vormittag geregnet hatte, ging das Ganze nun wieder in Schnee über… Also verbrachten wir den Abend wieder in O.s Haus, wo sich mittlerweile noch 6 weitere Couchsurfer eingefunden hatten. Am nächsten Morgen war alles zugeschneit. Nach kleinen Panikanfällen, ob ich meinen Zug noch bekommen würde, das Auto sich festgefahren hatte und die Zeit immer knapper wurde, kam ich noch pünktlich zum Bahnhof. Kleiner Tip am Rande: wer gern ein paar mehr Stempel in seinem Reisepass haben möchte, sollte mit dem Zug von Sarajevo nach Belgrad fahren, denn dieser fährt über Kroatien, da es keine direkte Verbindung gibt. 😉

Sarajevo – faszienierende Stadt, ein Potpouri aus Geschichte und Geschichten, Extremen, Gegensätzen, ein Mix aus einfach Allem

 

Vom Gehen und Bleiben 6. Februar 2012

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 20:44

Noch vor zwei Wochen dachte ich: bald ist meine Zeit hier vorbei. Ich zählte bereits die Tage, aber nicht, weil ich es nicht erwarten konnte wieder nach Deutschland zurück zu kehren, sondern viel mehr um mir bewusst zu machen, was ich in diesen wenigen verbleibenden Wochen noch alles sehen, erleben, machen möchte… Es war klar: das ist nicht zu schaffen… also entschied ich mich für einige Dinge, die mir besonders am Herzen lagen: Zeit mit den Menschen verbringen, die mir hier wichtig geworden sind. Ich wusste, was ich alles vermissen würde, und ich wusste nicht, wie es in Deutschland weitergehen würde.

Andererseits freute ich mich auch, bald wieder Dinge zu haben, die ich hier vermisste: meine Familie, meine Freunde, Leipzig… Die Vorfeude andere Freiwillige vom Vorbereitungsseminar beim Nachbereitungsseminar wiederzusehen und ihre Geschichten zu hören stieg. Es war klar, es würde schon irgendwie weitergehen, das hatte bisher ja immer funktioniert. 😉

Und da kam plötzlich diese Gelegenheit: Verlängerung. Eigentlich war immer klar gewesen, dass der Freiwilligendienst nur 6 Monate dauert. Und hatte ich mich nicht auch deswegen dafür entschieden, weil 6 Monate ja sowieso schnell vergehen? Und dennoch, Belgrad hatte es mir angetan, ich fühlte mich in meiner WG rundum wohl und die Arbeit machte mir Spaß. Fast von Anfang an hatte ich davon gesprochen wie schön es wäre länger hier zu bleiben, den Frühling und den Sommer auf unserem schönen Balkon zu genießen, die Stadt durch das Jahr in all ihren Farben und Facetten kennenzulernen, den Balkan zu durchreisen… Oft träumt man von etwas, von dem man nicht das Gefühl hat, dass es sich erfüllen könnte. Und dann ist es auf einmal zum Greifen nah und man zögert, traut sich nicht, die tatsächliche Entscheidung dafür fällt einem schwer.

Schließlich habe ich mich für das Bleiben entschieden. Und da war es wieder: das Lächeln auf meinen Lippen, wenn ich durch Belgrad spaziere, die Freude darüber den Frühling hier erleben zu dürfen, wenn ich derzeit durch den tiefen Schnee stapfe, und die Dankbarkeit gegenüber meiner Familie und Freunden, die mich in dieser Entscheidung nach Belgrad zu gehen bestärkt haben und auch mein Bleiben unterstützen, für die tollen Menschen, die ich hier kennenlernen durfte und die schönen Momente, die ich bisher hatte und auf die nun noch einige folgen werden…

 

 

Schnee, Schnee, Schnee… 28. Januar 2012

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 22:10

Eindrücke von 24 Stunden Pristina:

Wer mehr lesen möchte, schaue doch einfach hier vorbei.

 

Slava 21. Januar 2012

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 14:48

Slava ist ein christlich-orthodoxes Familienfest, dass fast ausschließlich in Serbien begangen wird. Jede Familie hat einen Schutzheiligen oder Hauspatron, der vom Vater an die Kinder weitergegeben wird. Heiratet eine Tochter, übernimmt sie den Patron des Mannes. Am Jahrestag des Heiligen wird die Slava gefeiert. Die meisten Slavas finden zwischen Oktober und Januar statt, da man sich in dieser Zeit in vergangenen Zeiten nicht um die Ernte kümmern musste. Viele Familien feiern beispielsweise am St. Nikolaus-Tag ihre Slava, wobei dieser durch den orthodoxen Kalender auf den 19. Dezember fällt, oder am 20. Januar, dem Tag von Johannes dem Täufer.

Der 19. Dezember ist nun  zwar schon einen Monat her, aber da die Zeit der Slavas noch nicht vorbei ist, kommt der Artikel nun an dieser Stelle. An besagtem 19. Dezember ist wohl jeder Serbe entweder irgendwo eingeladen, oder feiert selbst Slava. Ich war zwar nicht direkt zu einer Slava eingeladen, aber ich hatte das Glück am 20. Dezember sozusagen zu einer kleinen privaten Nachfeier eingeladen zu werden – nur meine Gastgeberin und ich. 😉 Sie erklärte mir auch einige Traditionen, von denen ich leider einige schon wieder vergessen habe… Auf jeden Fall geht die Familie an ihrem Slavatag gemeinsam in die Kirche um dort vom Priester eine Kerze, Wein, Brot und eine bestimmte Süßspeise (Zito) segnen zu lassen. Das Brot wurde vorher selbst gebacken und mit einigen Symbolen verziert. Sie sollen Glück für das nächste Jahr bringen. So kann man beispielsweise auch ein Symbol darauf machen, das für eine wichtige Sache im nächsten Jahr steht, die man gern erreichen möchte.

Wieder daheim kommt den ganzen Tag über Besuch. Wer einmal zu einer Slava eingeladen wurde, ist ab da jedes Jahr eingeladen. Jeder Gast isst einen Löffel von der Süßspeise (eine Art süße Weizengrütze) und trinkt einen Schluck des gesegneten Weines. Die Slavakerze brennt den gesamten Tag. Und dann, wie es bei Familienfeiern üblich ist, wird unglaublich viel gegessen, geredet, gelacht… und über allem wacht die Ikone des Hauspatrons.

 

Momente, die glücklich machen 15. Januar 2012

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 19:17

1. heut das erste mal am Tag dicke Schneeflocken zu sehen, und das bei strahlendem Sonnenschein

2. zu Kaffe und Kuchen in ein schickes Cafe eingeladen zu werden, ohne vorher zu wissen warum, um dann festzustellen, dass derjenige Geburtstag hat und es für ihn das schönste Geschenk ist an diesem Tag etwas Zeit mit mir zu verbringen

3. zu versuchen sich auf serbisch zu unterhalten und festzustellen, dass es trotz viel Nachfragen einigermaßen funktioniert

4. von der Mutter meiner Mitbewohnerin, die ich nicht kenne, Krautrouladen zu bekommen, weil meine Mitbewohnerin ihr erzählt hat wie gern ich sie mag

5. jemanden zum Zuhören zu haben, bei dem man sich mal auslassen kann

6. spontan ins Kino zu gehen, ohne zu wissen was für ein Film das genau ist, weil ihn jemand anderes rausgesucht hat, und festzustellen, wie genial der Film ist

7. einfach mal die Seele baumeln zu lassen und sich mit einem Eis ins Bett zu kuscheln und irgendeinen Film zu sehen

8. die Dankbarkeit zu sehen, weil man gewillt ist sich mit jemandem auf Deutsch zu unterhalten, weil derjenige sonst selten die Möglichkeit dazu hat

9. einerseits immer wieder durch die gleichen Straßen zu laufen und dennoch etwas Neues zu entdecken

10. andererseits immer wieder neue Wege zu gehen

11. zu hören, dass die eigene Areit sehr geschätzt wird

12. einen kleinen Laden zu entdecken, der fast ausschließlich serbische Produkte verkauft, darunter den weltbesten Kirschsaft

13. vom Balkon aus die vielen kleinen Feuerwerke zum serbischen Neujahr zu beobachten

14. mal wieder mit daheim zu telefonieren

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, und es sind nur die Dinge, die mir aus der letzten Woche in Erinnerung sind, wobei ich da sicher noch einiges vergessen habe…

 

Frohe Weihnachten! 7. Januar 2012

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 19:24

Ist schon komisch ein zweites Mal Weihnachten zu haben. Aber irgendwie auch schön. Die Stadt ist noch voll beleuchtet, in den letzten Tagen war die Innenstadt voll mit Leuten und heute sind die Straßen wie leergefegt, da Feiertag ist und alle bei ihren Familien sind. Überall gab es eine Art Sträuße zu kaufen, die aus getrockneten Eichen-Blätter-Zweigen und Weizen gebunden werden. Sie sind anstatt unseres Weihnachtsbaumes in allen Wohnungen zu finden. Sogar ich bekam einen kleinen von meiner Serbischlehrerin.

Eichenzweige zum serbischen Weihnachtsfest

Eichenzweige zum serbischen Weihnachtsfest

Gestern hatte ich wohl den untraditionellsten serbischen Heiligabend überhaupt. 😉 Eigentlich ist der Tag ein Fastentag, also kein Fleisch und die die Familie begeht gemeinsam verschiedene Bräuche. In meiner Wohnung sah das ganze etwas anders aus: Leute kamen und gingen, meist nachdem sie bei ihren Familien waren, es gab ein großes fleischhaltiges Festmahl, Wein, Wodka,… 😉 und um 12 hatte man von unserem Balkon aus einen schönen Blick über kleinere Feuerwerke, wofür nur ich mich zu interessieren schien bei dieser „Anti“-Weihnachtsfeier. Ich war dann auch garnicht in der Kirche, wie ursprünglich mal angedacht, es war einfach zu schön daheim. 😉

Heute hatte ich das Glück, dass meine Mitbewohnerin mich mit zu ihren Großeltern zum Weihnachtsessen mitgenommen hat. Man begrüßte sich mit „Christus wurde geboren“, worauf man die Antwort erhielt „Wahrhaftig, er wurde geboren“. Die Oma meiner Mitbewohnerin kramte in ihrem Gedächtnis nach deutschen Brocken, die sie noch nicht vergessen hatte und konnte zu meiner Überraschung sogar ein deutsches Gedicht rezitieren. 😉 Es war toll, gemütlich und familiär, also eigentlich garnicht so anders. Leider ist mein Serbisch dann doch noch nicht so gut, dass ich alles verstehe. Die Oma erzählte so viele Geschichten aus ihrer Jugend, von denen ich nur einen Bruchteil mitbekam. Umso größer war die Freude, wenn ich doch einigermaßen mitbekam worum es ging. 😉

Hab gerade noch erfahren, dass man heute, wenn auch nur kurz, auf jeden Fall Dinge machen sollte, in denen man in diesem Jahr erfolgreich sein will. Also werde ich mich jetzt noch an Jobanzeigen und Bewerbungen setzen. 😉

 

Balkan Brass Battle 18. Dezember 2011

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 16:57

Als meine Mitbewohner letzten Donnerstag irgendwann nachts nach Hause kamen, fragten sie mich, ob ich Lust hätte am Freitag Abend auf ein Konzert zu gehen. Da es Freikarten waren, sagte ich, nichts ahnend worum es eigentlich geht, einfach mal ja. Es stellte sich heraus, dass es um den  „Balkan Brass Battle“ ging. Unter Balkan Brass versteht man eine spezifische Art der Blasmusik (im Serbischen auch „Bleh Muzika“ 😉 ), die im 19. Jahrhundert aus österreichischer und türkischer Blasmusik, sowie serbischer und Roma-Volksmusik entstand. Vor allem der serbische Regisseur Emir Kusturica machte diesen Musikstil durch seine Filme bekannt. Zu den erfolgreichsten Interpreten gehören das serbische „Boban & Marko Markovic Orchestra“ und die rumänische Gruppe „Fanfare Ciocarlia“. Beide Bands waren bereits in Kusturicas Filmen zu hören. Und genau diese beiden Bands standen am Freitag Abend auf der Bühne des Sava Centar, einem riesigen kommunistischen Shopping-Konferenz-Konzertsaal-Komplex. Was für ein Glück so tolle Mitbewohner zu haben. 😉 Da der Saal nicht voll war, entschlossen wir uns noch vor Beginn in die erste Reihe auf dem Balkon zu setzen – eine sehr gute Entscheidung. Was für ein Klangerlebnis – die erfolgreichsten Balkan Brass Bands, die sich versuchen gegenseitig zu übertrumpfen. Das Konzert war einfach genial!!! – das einzige Manko: es war ein Sitzkonzert… 😉

 

Bulgarien streikt… 13. Dezember 2011

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 00:25

… und das seit über zwei Wochen. Wir durften es am eigenen Leib erfahren, als wir letzten Freitag Abend mit dem Nachtzug von Belgrad nach Sofia fuhren. Eigentlich sollten wir ja Samstag früh halb acht in Sofia sein, aber so genau nimmt man das auf dem Balkan nicht. Bisher kam ich selten unter 90 Minuten Verspätung irgendwo mit dem Zug an. Um 8 Uhrmorgens blieb der Zug dann einfach stehen – allerdings nicht in Sofia. Der Schaffner kam, weckte uns und meinte, wir müssten aussteigen, die bulgarische Bahn streikt. Na toll… da standen wir nun in einem Kaff irgendwo in Bulgarien bei Kälte und Schnee, keine Ahnung wie weit es noch bis Sofia war. Nachdem der Bus uns dann auch noch vor der Nase wegfuhr, machten wir uns daran ersteinmal Geld aufzutreiben. Der Automat war schnell gefunden, wobei wir von zwei älteren Herrschaften verfolgt wurden. Sie fragten uns, ob wir mit Ihnen mit dem Taxi nach Sofia fahren wollten. Nichts lieber als das, allerdings wussten wir ja nicht wo wir waren und wie teuer das werden würde. Daraufhin der ältere Mann: das zahle ich natürlich. Na gut. 😉 Also schlossen wir uns den beiden an und gingen in einen kleinen Laden um Kaffee zu trinken. Nach zwei Espresso wurde ich dann zu Katjas Freude ziemlich munter. Der Ladenbesitzer telefonierte herum um uns ein Taxi zu besorgen und wollte nicht einmal Geld für den Kaffee haben. 15 Minuten später war das Taxi dann auch schon da und brachte uns schnell und sicher nach Sofia. Unsere Mitreisenden enpuppten sich als gute Freunde: ein niederländischer Justizpartner, der niederländische Gefangene in Süd-Osteuropa besucht und seine Freundin aus der Ukraine. Unser Lieblingssatz dieses amüsanten Vormittags, geäußert durch den Niederländer: Diese Taxifahrt bezahlt Beatrix. 😉

Um das Ganze nicht in einem Roman enden zu lassen gibt es zwei tole Tage Sofia in einigen wenigen Bildern:

 

Die Rückfahrt war nicht minder spannend. Dieses mal hatten wir uns kein Schlafabteil gegönnt. Dafür hatten wir ein normales Abteil für uns und hatten die Sitze zu einer Liegewiese umgeklappt. Nachdem die Grenzkontrollen passiert waren, kuschelte ich mich wieder in meinen Schlafsack um die verbleibende Zeit bis Belgrad zum Schlafen zu nutzen. Zu früh gefreut: der Zoll weckte uns wieder und bat uns unser Abteil zu verlassen. Dieses wurde daraufhin sehr gründlich auseinander genommen. Dabei wurde selbst die Deckenlampe abgeschraubt und der Polizist verschwand zur Hälfte in der Decke… gefunden haben sie trotzdem nichts… Das Erstaunlichste: so gründliche Grenzkontrollen kannte ich sonst nur, wenn es in die EU ging, aber wir verließen sie ja gerade wieder…

 

Belgrad bei Nacht 9. Dezember 2011

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 19:30

Da es gegen 4 dunkel wird und ich Belgrad nicht mehr so häufig bei Tageslicht sehe, hier mal ein paar Eindrücke bei Nacht, wobei die Stadt dabei nicht an Charme verliert, ganz im Gegenteil. ;-)Ich hoffe es macht euch neugierig diese tolle Stadt zu erkunden.

 

 
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