Nun ist es schon wieder ein paar Tage her, aber letzten Freitag habe ich meine Mitbewohner aus Anlass meines Namenstages zum Essen eingeladen. Sie führten mich in eine kleine, gemütlich-uhrige und natürlich verrauchte Kneipe. Der Kellner bediente uns, als wäre es sein Wohnzimmer und meine Mitbewohner bestellten einfach mal alles, was ich ihrer Meinung nach nach über 6 Wochen in Serbien nun endlich mal probieren müsste. Auf unserem Speiseplan standen schließlich: eingelegter Weißkohl und Sülze mit Zwiebeln als Appetizer, eine Hühnersuppe als Vorspeise und zum Hauptgang schließlich Cevapi (auch als Cevapcici bekannt), Sarma (Krautrouladen), Prebranac (ein Gericht aus weißen Bohnen), sowie gebackener Paprika mit ganz viel Knoblauch.
Untermalt wurde das ganze von Gitarrenklängen aus dem Nebenzimmer. Dort saß eine Runde älterer Herrschaften bei dem ein oder anderen Schnaps und sang begleitet von der Gitarre serbische Volkslieder. Wie konnte es anders sein – wir wurden dazugebeten, meine Mitbewohner sangen mit und einen Schnaps durften wir natürlich nicht verweigern. Der Gitarrist war schließlich hocherfreut, als ihm ein deutsches Lied einfiel – vermutlich das einzige, dass er kennt. So durfte ich an einem Abend Anfang November in einer kleinen serbischen Kneipe in der Nähe meiner Wohnung „Stille Nacht“ zum besten geben. 😉 Am Ende wurden wir gebeten doch recht bald wiederzukommen – definitiv, beschlossen meine Mitbewohnerinnen und ich – ein wirklich sehr gelungener Abend.