Und wieder eine Stadt mit B

(M)ein »kulturweit« Blog

Vom Gehen und Bleiben 6. Februar 2012

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 20:44

Noch vor zwei Wochen dachte ich: bald ist meine Zeit hier vorbei. Ich zählte bereits die Tage, aber nicht, weil ich es nicht erwarten konnte wieder nach Deutschland zurück zu kehren, sondern viel mehr um mir bewusst zu machen, was ich in diesen wenigen verbleibenden Wochen noch alles sehen, erleben, machen möchte… Es war klar: das ist nicht zu schaffen… also entschied ich mich für einige Dinge, die mir besonders am Herzen lagen: Zeit mit den Menschen verbringen, die mir hier wichtig geworden sind. Ich wusste, was ich alles vermissen würde, und ich wusste nicht, wie es in Deutschland weitergehen würde.

Andererseits freute ich mich auch, bald wieder Dinge zu haben, die ich hier vermisste: meine Familie, meine Freunde, Leipzig… Die Vorfeude andere Freiwillige vom Vorbereitungsseminar beim Nachbereitungsseminar wiederzusehen und ihre Geschichten zu hören stieg. Es war klar, es würde schon irgendwie weitergehen, das hatte bisher ja immer funktioniert. 😉

Und da kam plötzlich diese Gelegenheit: Verlängerung. Eigentlich war immer klar gewesen, dass der Freiwilligendienst nur 6 Monate dauert. Und hatte ich mich nicht auch deswegen dafür entschieden, weil 6 Monate ja sowieso schnell vergehen? Und dennoch, Belgrad hatte es mir angetan, ich fühlte mich in meiner WG rundum wohl und die Arbeit machte mir Spaß. Fast von Anfang an hatte ich davon gesprochen wie schön es wäre länger hier zu bleiben, den Frühling und den Sommer auf unserem schönen Balkon zu genießen, die Stadt durch das Jahr in all ihren Farben und Facetten kennenzulernen, den Balkan zu durchreisen… Oft träumt man von etwas, von dem man nicht das Gefühl hat, dass es sich erfüllen könnte. Und dann ist es auf einmal zum Greifen nah und man zögert, traut sich nicht, die tatsächliche Entscheidung dafür fällt einem schwer.

Schließlich habe ich mich für das Bleiben entschieden. Und da war es wieder: das Lächeln auf meinen Lippen, wenn ich durch Belgrad spaziere, die Freude darüber den Frühling hier erleben zu dürfen, wenn ich derzeit durch den tiefen Schnee stapfe, und die Dankbarkeit gegenüber meiner Familie und Freunden, die mich in dieser Entscheidung nach Belgrad zu gehen bestärkt haben und auch mein Bleiben unterstützen, für die tollen Menschen, die ich hier kennenlernen durfte und die schönen Momente, die ich bisher hatte und auf die nun noch einige folgen werden…

 

 

 
Zur Werkzeugleiste springen