Und wieder eine Stadt mit B

(M)ein »kulturweit« Blog

Schnee, Schnee, Schnee… 28. Januar 2012

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 22:10

Eindrücke von 24 Stunden Pristina:

Wer mehr lesen möchte, schaue doch einfach hier vorbei.

 

Slava 21. Januar 2012

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 14:48

Slava ist ein christlich-orthodoxes Familienfest, dass fast ausschließlich in Serbien begangen wird. Jede Familie hat einen Schutzheiligen oder Hauspatron, der vom Vater an die Kinder weitergegeben wird. Heiratet eine Tochter, übernimmt sie den Patron des Mannes. Am Jahrestag des Heiligen wird die Slava gefeiert. Die meisten Slavas finden zwischen Oktober und Januar statt, da man sich in dieser Zeit in vergangenen Zeiten nicht um die Ernte kümmern musste. Viele Familien feiern beispielsweise am St. Nikolaus-Tag ihre Slava, wobei dieser durch den orthodoxen Kalender auf den 19. Dezember fällt, oder am 20. Januar, dem Tag von Johannes dem Täufer.

Der 19. Dezember ist nun  zwar schon einen Monat her, aber da die Zeit der Slavas noch nicht vorbei ist, kommt der Artikel nun an dieser Stelle. An besagtem 19. Dezember ist wohl jeder Serbe entweder irgendwo eingeladen, oder feiert selbst Slava. Ich war zwar nicht direkt zu einer Slava eingeladen, aber ich hatte das Glück am 20. Dezember sozusagen zu einer kleinen privaten Nachfeier eingeladen zu werden – nur meine Gastgeberin und ich. 😉 Sie erklärte mir auch einige Traditionen, von denen ich leider einige schon wieder vergessen habe… Auf jeden Fall geht die Familie an ihrem Slavatag gemeinsam in die Kirche um dort vom Priester eine Kerze, Wein, Brot und eine bestimmte Süßspeise (Zito) segnen zu lassen. Das Brot wurde vorher selbst gebacken und mit einigen Symbolen verziert. Sie sollen Glück für das nächste Jahr bringen. So kann man beispielsweise auch ein Symbol darauf machen, das für eine wichtige Sache im nächsten Jahr steht, die man gern erreichen möchte.

Wieder daheim kommt den ganzen Tag über Besuch. Wer einmal zu einer Slava eingeladen wurde, ist ab da jedes Jahr eingeladen. Jeder Gast isst einen Löffel von der Süßspeise (eine Art süße Weizengrütze) und trinkt einen Schluck des gesegneten Weines. Die Slavakerze brennt den gesamten Tag. Und dann, wie es bei Familienfeiern üblich ist, wird unglaublich viel gegessen, geredet, gelacht… und über allem wacht die Ikone des Hauspatrons.

 

Momente, die glücklich machen 15. Januar 2012

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 19:17

1. heut das erste mal am Tag dicke Schneeflocken zu sehen, und das bei strahlendem Sonnenschein

2. zu Kaffe und Kuchen in ein schickes Cafe eingeladen zu werden, ohne vorher zu wissen warum, um dann festzustellen, dass derjenige Geburtstag hat und es für ihn das schönste Geschenk ist an diesem Tag etwas Zeit mit mir zu verbringen

3. zu versuchen sich auf serbisch zu unterhalten und festzustellen, dass es trotz viel Nachfragen einigermaßen funktioniert

4. von der Mutter meiner Mitbewohnerin, die ich nicht kenne, Krautrouladen zu bekommen, weil meine Mitbewohnerin ihr erzählt hat wie gern ich sie mag

5. jemanden zum Zuhören zu haben, bei dem man sich mal auslassen kann

6. spontan ins Kino zu gehen, ohne zu wissen was für ein Film das genau ist, weil ihn jemand anderes rausgesucht hat, und festzustellen, wie genial der Film ist

7. einfach mal die Seele baumeln zu lassen und sich mit einem Eis ins Bett zu kuscheln und irgendeinen Film zu sehen

8. die Dankbarkeit zu sehen, weil man gewillt ist sich mit jemandem auf Deutsch zu unterhalten, weil derjenige sonst selten die Möglichkeit dazu hat

9. einerseits immer wieder durch die gleichen Straßen zu laufen und dennoch etwas Neues zu entdecken

10. andererseits immer wieder neue Wege zu gehen

11. zu hören, dass die eigene Areit sehr geschätzt wird

12. einen kleinen Laden zu entdecken, der fast ausschließlich serbische Produkte verkauft, darunter den weltbesten Kirschsaft

13. vom Balkon aus die vielen kleinen Feuerwerke zum serbischen Neujahr zu beobachten

14. mal wieder mit daheim zu telefonieren

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, und es sind nur die Dinge, die mir aus der letzten Woche in Erinnerung sind, wobei ich da sicher noch einiges vergessen habe…

 

Frohe Weihnachten! 7. Januar 2012

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 19:24

Ist schon komisch ein zweites Mal Weihnachten zu haben. Aber irgendwie auch schön. Die Stadt ist noch voll beleuchtet, in den letzten Tagen war die Innenstadt voll mit Leuten und heute sind die Straßen wie leergefegt, da Feiertag ist und alle bei ihren Familien sind. Überall gab es eine Art Sträuße zu kaufen, die aus getrockneten Eichen-Blätter-Zweigen und Weizen gebunden werden. Sie sind anstatt unseres Weihnachtsbaumes in allen Wohnungen zu finden. Sogar ich bekam einen kleinen von meiner Serbischlehrerin.

Eichenzweige zum serbischen Weihnachtsfest

Eichenzweige zum serbischen Weihnachtsfest

Gestern hatte ich wohl den untraditionellsten serbischen Heiligabend überhaupt. 😉 Eigentlich ist der Tag ein Fastentag, also kein Fleisch und die die Familie begeht gemeinsam verschiedene Bräuche. In meiner Wohnung sah das ganze etwas anders aus: Leute kamen und gingen, meist nachdem sie bei ihren Familien waren, es gab ein großes fleischhaltiges Festmahl, Wein, Wodka,… 😉 und um 12 hatte man von unserem Balkon aus einen schönen Blick über kleinere Feuerwerke, wofür nur ich mich zu interessieren schien bei dieser „Anti“-Weihnachtsfeier. Ich war dann auch garnicht in der Kirche, wie ursprünglich mal angedacht, es war einfach zu schön daheim. 😉

Heute hatte ich das Glück, dass meine Mitbewohnerin mich mit zu ihren Großeltern zum Weihnachtsessen mitgenommen hat. Man begrüßte sich mit „Christus wurde geboren“, worauf man die Antwort erhielt „Wahrhaftig, er wurde geboren“. Die Oma meiner Mitbewohnerin kramte in ihrem Gedächtnis nach deutschen Brocken, die sie noch nicht vergessen hatte und konnte zu meiner Überraschung sogar ein deutsches Gedicht rezitieren. 😉 Es war toll, gemütlich und familiär, also eigentlich garnicht so anders. Leider ist mein Serbisch dann doch noch nicht so gut, dass ich alles verstehe. Die Oma erzählte so viele Geschichten aus ihrer Jugend, von denen ich nur einen Bruchteil mitbekam. Umso größer war die Freude, wenn ich doch einigermaßen mitbekam worum es ging. 😉

Hab gerade noch erfahren, dass man heute, wenn auch nur kurz, auf jeden Fall Dinge machen sollte, in denen man in diesem Jahr erfolgreich sein will. Also werde ich mich jetzt noch an Jobanzeigen und Bewerbungen setzen. 😉

 

 
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