Und wieder eine Stadt mit B

(M)ein »kulturweit« Blog

Das größte Gebäude Belgrads – der Palast Serbiens 27. Mai 2012

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 23:07

Schon häufiger bin ich am „Palast Serbiens“ vorbeigefahren, allerdings ohne zu wissen, dass das Gebäude so heißt. Es ist eines dieser überdimensional großen Gebäude, wie man sie in vielen ehemals kommunistischen Ländern findet.Von 1947-1959 erbaut, diente er als Regierungssitz, bzw. Sitz des Bundesexekutivrates (Savezno izvršno veće – weshalb er auch einfach als SIV bekannt ist). Hier begrüßte Tito ausländische Delegationen – das Gebäude wurde schließlich auch zu repräsentativen Zwecken gebaut. Fast jeder Serbe kennt vermutlich Bilder des Palastes aus dem Fernsehen oder der Zeitung, wenn sich vor dem riesengroßen Mosaik in der Eingangshalle Politiker die Hände schütteln. Aber mit den eigenen Augen haben es bisher nicht so viele gesehen, da der Palast für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Die einzige Ausnahme stellt die Belgrader Museumsnacht da. Für eine Nacht im Jahr ist es jedem möglich die repräsentativen Räume in Augenschein zu nehmen – im 15-20-Minuten-Takt werden jeweils Gruppen von ca. 20-25 Personen im Eiltempo durchgeschleust – viel zu wenig Zeit um die geballten Eindrücke aufzunehmen.

Beeindruckt von der Größe und der Ausstattung durchquerte ich die Räume mit offenem Mund. Mit den Augen versuchte ich so viel wie möglich aufzunehmen und mit den Ohren die Erklärungen auf Serbisch zu verstehen. Übrig bleiben Bilder, Eindrücke, Wortfetzen… die so schwer zusammenzufassen sind…

Wir waren im mittleren und damit repräsentativen Teil des Gebäudes. Um einen großen Saal in der Mitte, befinden sich mehrere kleinere Säle – jeder Saal wurde einer Teilrepublik Jugoslawiens gewidmet und individuell gestaltet und eingerichtet. Damit ist jeder Raum ein Unikat – designt von Künstlern. Teppiche und Lampen sind immer anders, selbst die Vorhänge oder Sitzgruppen wurden mit Motiven der jeweiligen Teilrepublik verziert, aber seht selbst:

 

 

Korso 20. Mai 2012

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 22:26

Laut Wikipedia kommt der Begriff „Korso“ vom italienischen „corso“, dass soviel wie Lauf, Laufbahn, Hauptstraße bedeutet und womit vor dem 18. Jahrhundert Wettrennen reiterloser Pferde bezeichnet wurden. Weiter bei Wiki: „Später wurde der Begriff auf das langsame Durchfahren der Hauptstraßen einer Stadt in geschmückten Kutschen angewandt.“ Einigen dürfte sonst auch der Autokorso nach gewonnenen Fussballspielen bekannt sein: man fährt hupend im Schritttempo hintererinander durch die Straßen.

Dass das ganze auch ohne irgendeine Art von Fortbewegungsmittel stattfinden kann, konnte ich in Podgorica beobachten. Da wird nämlich jeden Tag ab 17 Uhr eine der Hauptstraßen im Zentrum gesperrt. Und dann beginnt das Spektakel: man flaniert von einem Ende zum Anderen, macht auf dem Absatz kehrt und flaniert wieder zurück… unendliche Wiederholungen möglich. Es ist ein Sehen und Gesehenwerden. Im Hausanzug würde sich hier wohl keiner hin trauen. Hier eine Gruppe von drei jungen Mädels, die in ihren Highheels kaum laufen können, dort eine Gruppe älterer Herren, die den Mädels hinterherschauen, dazwischen zwei junge Männer, die Ausschau halten, ab und zu ein junges Pärchen, die Frau schiebt entweder einen Kinderwagen oder ist schwanger. Man zeigt bzw. präsentiert sich, tauscht Neuigkeiten aus, …

Mittlerweile habe ich erfahren, dass Korso auch in vielen serbischen Städten praktiziert wird, ebenso wie in den meisten Städten Montenegros. Ob dafür immer die Hauptstraße gesperrt wird, weiß ich nicht, aber eins ist laut meiner Mitbewohnerin klar: sowas gibt es nur in kleinen Städten, wo sonst nichts los ist…

Auf jeden Fall eine amüsante Angelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte, auch wenn der Lonely Planet sagt, dass man Podgorica bei einer Reise durch Montenegro ruhig links liegen lassen kann.

 

 

Sommer, Sonne, Meer… 12. Mai 2012

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 17:47

Auch das lange Wochenende über den 1. Mai wurde genutzt, denn Feiertage scheinen hier immer paarweise aufzutreten, weshalb auch der 2. Mai frei war. So hieß es für 5 Tage ab ans Meer! 😉 Ihr kennt es schon: es war sooooooooo schön. Und um euch nicht zu langweilen folgen einfach ein paar kurze Momente, die ich gern in Erinnerung behalten möchte und einige Fotos (eine kleine Auswahl im Verlgeich zu der Masse, die ich als gewöhnlicher Massen-Touri geschossen habe…):

(hm… ist jetzt doch ein wenig viel geworden, aber wer nicht so viel lesen möchte, kann sich ja einfach ein paar Punkte aussuchen)

– durch Visegrad an DER Brücke vorbeifahren

– im Bus von Belgrad nach Mostar (Bosnien) einfach so eine sehr leckere Blutorange geschenkt bekommen

– in Monaster wenigstens einen kurzen Blick auf die dortige Brücke erhaschen (nein, es ist nicht DIE Brücke, aber die in Mostar ist wohl auch sehr bekannt 😉 )

– von der Vermieterin des Apartements in Dubrovnik (Kroatien) für mein Serbisch gelobt werden

– die Altstadt von Dubrovnik nach 5 Minuten wieder für eine kurze Pause verlassen, weil es einfach zu viele Leute sind

– in einem Park in der Nähe der Altstadt doch ein sehr ruhiges Plätzchen mit Meerblick finden

– auf der Mauer um die Altstadt entlangspazieren und den fantastischen Ausblick genießen

– den Abend mit einem Bier in der Hollywoodschaukel ausklingen lassen

– sich über Sonnencreme für 10 Euro wundern und deshalb lieber einen Sonnenbrand riskieren…

– einfach mal 12 Stunden durchschlafen

– in Herceg Novi (mittlerweile sind wir in Montenegro) in Ruhe in einem kleinen Restaurant Mittag essen

– ganz allein in einer kleinen katholischen Kirche in Kotor zur Ruhe kommen

– Stolz auf mich selber sein, weil ich es geschafft habe die Festung in Kotor zu erklimmen (1.420 Stufen oder so…)

– mich mit Pasta mit Meeresfrüchten zu belohnen, mit Blick auf die Kathedrale von Kotor und einem Gitarrenspieler im Hintergrund

– mit einem polnischen Pärchen im Hostel endlich mal wieder ein wenig Polnisch sprechen

– auf dem Minibalkon des Hostel mit Blick auf die Festung frühstücken und mich mit dem Mädel aus dem Hostel über Belgrad austauschen

– sich spontan entscheiden einen Abstecher nach Perast zu machen um dort mit einem Taxiboot zu einer winzigen Insel mit Kirche zu fahren

– eine Stunde auf den Bus warten, da mir zwar 5 Minuten vor Abfahrt ein Ticket für den eigentlichen Bus verkauft wurde, der aber dann nicht fährt

– im Sonnenschein auf der Kirchen-Insel sitzen und Eis essen

– erfolglos versuchen zu trampen und schließlich doch noch einen Bus direkt nach Podgorica erwischen

– in Podgorica mit dem Auto vom Bahnhof abgeholt werden

– ein großes Zimmer und Bad für eine Nacht ganz für mich alleine haben

– Korso gucken (was das ist, erfahrt ihr beim nächsten Mal)

– am nächsten Morgen ein gemütliches Frühstück mit allem drum und dran bekommen (Danke!!! 😉 )

– die wirklich fantastische und beeindruckende montenegrinische Landschaft bei der Zugfahrt von Podgorica nach Belgrad genießen

 

 

Die Brücke! 5. Mai 2012

Filed under: Allgemein — Carola Dierich @ 14:59

Eigentlich wollte ich diesen Eintrag mit einem Zitat anfangen, aber da das Buch bereits wieder in Deutschland ist und ich im Internet nichts finden konnte, muss es auch so gehen… nun endlich, nachdem die Reise schon wieder drei Wochen zurückliegt…

Nachdem ich fast ein halbes Jahr gebraucht habe, um „Die Brücke über die Drina“ von Ivo Adric zu lesen, der dafür den Literaturnobelpreis bekam, ging es dann doch schneller als gedacht, dass ich zum Ort des Geschehens fuhr, an dem die Handlung des Buches spielt: an der Brücke über die Drina in Visegrad, Bosnien. Bisher hatte sich niemand gefunden, der da auch mal unbedingt hin wollte, aber da war Lena auch noch nicht da. 😉 Also nutzten wir das othodoxe Osterwochenende und machten uns auf den Weg. So würde es jetzt weitergehen, aber Lena hat da auch schonmal was zu geschrieben, also wer mehr erfahren möchte, der schaue doch mal in ihrem Blog vorbei.

Außerdem probieren wir uns gerade im Videodrehen und -schneiden aus, natürlich für die Arbeit. 😉 Also hat sich Lena mal die Mühe gemacht, ein kleines Urlaubsvideo zusammenzuschneiden.

 

 
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