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Tag 80 – Meeresfeste

Wie beginnt man am besten ein neues Jahr? Indem man sich eine weltberühmte Altstadt anschaut! Und da hat man in Dubrovnik so einiges zu tun. Gott sei Dank haben wir weder Zeitdruck noch müssen wir uns durch die sonst so üblichen Menschenmassen drücken. Dubrovnik gehört an diesem ersten Januar vor allem den Katzen – weiße mit schwarzen Flecken, flauschige Dr. No Exemplare und dunkel-gescheckte. Abwartend blicken sie uns aus ihren grünen Augen entgegen, streichen um unsere Beine und fordern maunzend ihre Streicheleinheiten ein.

Wir laufen kreuz und queer durch die Gassen, entdecken den Hafen und einige Badeterrassen direkt vor den Stadtmauern und finden schließlich sogar die Treppe aus Game of Thrones (Shame!). Immer wieder schauen wir in eine der zahlreichen Kirchen hinein. In dem künstlichen See einer Weihnachtskrippe schwimmen Quietscheentchen, die orthodoxe Kirche wird mit Zweigen geschmückt.

Dann geht es eine Ebene höher: Hinauf auf die Stadtmauer. 200 Kuna pro Nase – ganz schön teuer. Aber dafür können wir innerhalb der nächsten drei Tage noch ins Fort. Und der Blick auf die „Blackwater Bay“ und das Häusermeer ist tatsächlich mit nichts zu bezahlen! Es regnet, wenig aber beständig, und die Jungs gehen nach Hause. Mich hingegen zieht es hinunter in die Bucht und von dort hinauf zum Fort. Noch auf den Stufen kommt mir der Torwärter mit dem großen eisernen Schlüssel entgegen. Aber hinein wollte ich heute eh nicht – mir reicht die Aussicht auf den Regenbogen. Kurz darauf reißt die Wolkendecke endgültig auf und die Sonne setzt zu einem dramatischen Finale an.

Kurzentschlossen laufe ich noch einmal durch die Stadt und wage mich dann raschen Schrittes an den Aufstieg des Berges. Einen solchen Sonnenuntergang darf man einfach nicht verschenken! Serpentine um Serpentine geht es nach oben, die Bäume bleiben unter mir zurück. Der Himmel wird blau und schließlich schwarz, die Lichter gehen an und ich bleibe stehen. Ganz hoch zum Gipfel schaffe ich es heute nicht (obwohl mich das hell beleuchtete Gipfelkreuz wie eine Fliege anzuziehen scheint). Aber auch so muss ich beim Abstieg meine Handy-Taschenlampe anmachen, um nicht schneller unten zu sein, als gewollt. Trotzdem, für den ersten Tag gar nicht mal so schlecht!

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