El Paísito

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Halbzeit? Jetzt geht’s doch erst richtig los!

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Von vielen Freiwilligen, insbesondere meinen Mitfreiwilligen hier in Uruguay höre ich nun vermehrt, dass sich ihr FSJ für sie dem Ende nähert. Ende Februar reisen sie nämlich schon wieder ab.

Für mich nähert sich damit die Halbzeit und damit auch die Zeit für eine kleine Halbzeitbilanz. Diese hätte ich auch gerne auf einem Seminar gezogen, weil ich das bei meinem einjährigen Auslandsaufenthalt in USA sehr angenehm und auch lehrreich fand, aber nun hier auf dem Blog, vor allen Dingen für mich ziehen werde.

Von den 336 Tagen, die ich hier in Fray Bentos, Uruguay bin sind mittlerweile genau 130 Tage vergangen, es fehlt also noch ein knapper Monat bis zur exakten Hälfte, aber so genau wollen wir das jetzt mal nicht nehmen.

Begonnen haben die zurückliegenden 130 Tage mit einem Ruck in meinem Leben, vom einen Tag auf den anderen war ich komplett für mich und das Haus in dem ich, noch alleine lebe, verantwortlich. Natürlich konnte ich meine Familie anrufen oder mit ihnen skypen, aber das ist ja nicht das gleiche, wie gemeinsam einkaufen zu gehen oder gemeinsam zu kochen. Diese Tage waren wahrscheinlich die anstrengendsten Tage und gleichzeitig die, in denen ich am meisten gelernt und auch persönlich gewachsen bin, auch wenn ich das bei so einem Jahr nicht immer sagen kann. Rückblickend bin ich unfassbar froh, dass ich die Gelegenheit hatte diese Tage zu erleben und insbesondere alleine zu erleben, denn dadurch habe ich mehr oder weniger vom einen Tag auf den anderen auch mein Leben komplett selbst in die Hand genommen.

Die darauffolgenden Wochen waren geprägt von wunderbaren Reisen, nach Montevideo, Buenos Aires und Brasilien. Dazwischen habe ich jede Minute hier in der schönen Kleinstadt Fray Bentos genossen, die Arbeit wurde mehr und mehr zur Routine und auch Freunde begann ich zu finden. Nach meiner letzten großen Reise nach Brasilien verbrachte ich viel Zeit mit meinen Freunden, sei es am Strand, oder im Ruderclub und gewöhnte mich mehr und mehr an die uruguayischen Lebensgewohnheiten, wie das sehr späte Abendessen, die Ruhe während der Mittagszeit und vieles mehr.

Zu Weihnachten brach eine besondere Zeit an, ich reiste nach Argentinien und später mit meiner Familie durch Uruguay. Meine Familie kam auch mit in mein Haus in Fray Bentos, das sorgte nochmal für ordentlich Trubel, der aber wirklich sehr schön war, denn dadurch habe ich nochmal ein wenig Unterstützung bei der Einrichtung des Hauses und einigen anderen Sachen bekommen. Vollgetankt mit familiärer Nähe und Liebe und vielen guten Ratschlägen blickte ich auf die kommende Zeit.

Das ist noch gar nicht so lange her und auch im Moment geht es mir wirklich sehr gut hier, insbesondere für meine Freunde und meine Vermieterin bin ich sehr dankbar. Momentan mangelt es ein wenig an Arbeit, aber auch das wird sich hoffentlich bald ändern. So schlecht war das sowieso nicht, weil ich, aufgrund meiner Müdigkeit und leicht angeschlagen, eh nicht so produktiv war.

Insgesamt fällt meine Halbzeitbilanz also sehr positiv aus, ich bin sehr froh und dankbar diese Erfahrungen hier in Uruguay machen zu können und blicke voller Freude auf die kommenden 6 Monate auch wenn ich weis, dass es dann Herbst und langsam Winter werden wird und somit auch ruhiger.

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