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Buenos Aires Reise 05.-06. Oktober 2019 Teil I

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Hola!

Mein Wochenendtrip nach Buenos Aires vom 05 bis 06. Oktober entwickelte sich zu einem wahren Abenteuer.

Ich hatte mir am Mittwoch für teures Geld Bustickets gekauft und war Freitagnacht, nach der Einweihungsfeier des Labors noch voller Vorfreude schlafen gegangen. Als ich dann morgens um 1 am Busterminal saß bemerkte ich, dass mein Ticket schon abgelaufen war. Anstatt für Samstagmorgen hatte ich ein Ticket für Freitagmorgen gelöst, was dann natürlich nicht mehr gültig war. Trotz betteln nahm mich der Busfahrer nicht mit. Also hieß es, wieder zurück nach Hause. Dort angekommen habe ich online nach einer neuen Verbindung gesucht und wusste auch von meiner Kollegin, dass es von Gualeguaychú viele Verbindungen nach Buenos Aires gibt. Nachdem ich also eine Verbindung gefunden hatte und mich entschieden hatte, stellte ich den Wecker auf 5:40 Uhr und legte mich noch gute 3 Stunden schlafen. Morgens um 6 Uhr kaufte ich das Ticket nach Gualaguaychú wartete noch eine Stunde und um 7:15 Uhr begann meine Reise dann endlich!

Wir passierten die internationale Brücke und nach einer guten Stunde erreichten wir Gualeguaychú, wo ich direkt mal wieder das argentinische Temperament zu spüren bekam und Zeuge einer kleinen Schlägerei wurde. Im Terminal kaufte ich ein Ticket nach Buenos Aires für 10 Uhr mit „Tigre Iguazu“ und erreichte so um 13:40 das Zentrale Busterminal Retiro Buenos Aires.

Um 14:15 Uhr hatte ich mich mit dem Cousin meines Vaters und seiner Familie zum Mittag verabredet. Es wurde also schon knapp, aber es war noch zu schaffen…

Dann kam das Remis, was nur Cash nahm und der Bankautomat, der kein Geld ausgeben wollte und das WLAN, was nicht präsent war. Ich schaffte es ein wenig WLAN zu bekommen und dem Cousin meines Vaters zu schreiben, da war es wohlgemerkt schon 14:13 Uhr und er sagte mir ich solle ein Taxi nehmen und er würde es dann bezahlen. Das war meine Rettung. Der äußerst nette Taxifahrer, der zum Glück viel Verständnis für meine Situation hatte brachte mich in Windeseile im Rahmen der „Regeln“ zum Restaurant.

Ende gut alles gut, als ich nach gefühlten 8 Stunden Reise am Tisch saß und ein perfekt gegrilltes Stück Bife aß war die ganze Qual und Aufregung wieder vergessen. Wichtiger war aber das Wiedersehen mit einem Teil der Familie, den ich seit 2 Jahren nicht gesehen hatte! Es gab unheimlich viel zu erzählen und die Zeit reichte lange nicht für alles, so das ein nächster Trip schon beschlossene Sache ist. Nach dem Mittagessen genoss ich dann noch kurz die super Aussicht aus dem Appartement des Cousins und dann brachte er mich zum Mueso Nacional de Bellas Artes, wo sich meine doppelte Staatsbürgerschaft wieder mal auszahlte und ich als Argentinier gratis hereinkam.

Drinnen traf ich mich dann endlich mit meiner Cousine, ihrem Freund und meinem Cousin, der aus Córdoba angereist war. Das Wiedersehen war unheimlich schön und auch hier gab es nach 2 Jahren unheimlich viel zu erzählen. Zum Glück hatten wir ein bisschen Zeit. Das Museum erkundeten wir ein wenig, bevor es dann zum 12. Festival Ciudad Emergente ging. Ein Festival, auf dem es von allem etwas gab, Musik, Essen und andere Events. Die Stimmung war sehr angenehm entspannt und es war gerade die richtige Anzahl an Leuten da, nicht zu voll nicht zu leer. Wir hörten zuerst die Band Hipnotica aus Córdoba im großen Hauptauditorium. Mein Cousin Mati und ich hatten irgendwann Hunger und wollten das Gelände noch ein wenig erkunden. Wir machten uns auf den Weg, aßen einen Burger und erkundeten noch ein wenig das Gelände mit seinen vielen verschiedenen Angeboten, unter anderem einen Tunnel der zunächst aus kontaminiertem und dann aus purem Plastik bestand.

Eigentlich bin ich kein Festival Mensch, aber dieses hat mir wirklich richtig gut gefallen. Wir trafen uns an der Hauptbühne mit meiner Cousine Nadia und ihrem Freund wieder und hörten uns die letzten zwei Bands „Conociendo Russia“ und „Mirinda“an. Conociendo Russia machte sehr entspannte Musik, mit einer ziemlich coolen Show. Mirinda war aber das Highlight, die Musik, die man so in der Poprichtung verorten kann und die Show war echt richtig klasse. Die beiden Sänger waren live auch meiner Meinung nach besser als auf Spotify oder sonst wo.

Was interessant ist, ist dass auf dem Festival nicht wie auf vielen Konzerten in Deutschland überwiegend englische Musik gespielt wurde, sondern eigentlich ausschließend spanische Musik von Bands aus Argentinien. Das habe ich schon vor einigen Jahren gemerkt, als ich mit meinen Cousins in Argentinien Musik gehört habe und wir fast ausschließlich spanische Bands gehört haben. Auch hier in Uruguay ist das so, beispielsweise werde ich bei meinem Namen fast immer auf den Raper Paulo Londra angesprochen, der in Europa meines Wissens nach relativ unbekannt ist, hier aber ein Star aus Cordoba ist und allen ein Begriff ist.  Soll natürlich nicht heißen, dass man hier nicht auch englische Musik hört, aber die breite Masse hört Musik von hier. Der Economist hat diese Entwicklung auch im Jahr 2017 in einem Artikel https://www.economist.com/business/2017/09/21/streaming-has-pushed-latin-music-into-the-mainstream dokumentiert, es geht zwar überwiegend um Streaming, aber gewisse Rückschlüsse auf Konzertbesuche lassen sich trotzdem machen.

„Now six of YouTube’s top ten music videos are predominantly in Spanish. In August the Billboard Hot 100, which tracks streams, sales and radio plays, sported seven Latin hits. Just five graced the chart in all of 2016.

Latin music is helping the music industry to arrest years of decline. Its growth is far outpacing that of other genres. Last year Latin America yielded just $598m out of total global recorded-music revenue of $16bn, but sales increased by 12%, against 5.9% worldwide.“

Ein interessanter Aspekt wie ich finde, der zeigt, dass sich kulturell in ganz Lateinamerika in den letzten Jahren viel getan hat.

Nach der letzten Band machten wir uns auf den Weg zu einem Burgerladen in Palermo, wo ich und mein Cousin nur ein Bier tranken, weil wir ja schon gegessen hatte. Danach gingen wir zur Wohnung meiner Cousine, wo Mati und ich uns noch ein Eis genehmigten und dann schlafen gingen.

Das war Tag I, um den zweiten geht es im folgenden Beitrag!

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