Körper-, Stimm- und Sprechtraining

Letzte Woche gab es für die Lehrer*innen eine Fortbildung zum Thema „Körper-, Stimm- und Sprechtraining“, an der auch ich teilnehmen durfte. Für mich und meine sozialen Ängste war das eine riesige Herausforderung, sodass ich auch noch auf dem Weg zum Institut mit dem Gedanken spielte, besser wieder umzukehren. Ich bin dann aber doch die Stufen zum Veranstaltungssaal hochgegangen und habe versucht, mich auf den Workshop einzulassen.

Wir saßen in einem Stuhlkreis. 18 Personen, für die es kein Problem ist, vor anderen Menschen zu sprechen. Und dann ich dazwischen, die schon Fluchtimpulse bekommt, wenn sie vor der ganzen Gruppe ihren Namen sagen muss. Das erste Thema des Nachmittags war der Körper. Wir sollten durch den Raum gehen, uns selbst und die Begegnungen mit den anderen wahrnehmen. Eine Übung, die ich schon etliche Male bei Tanz- und  Theaterproben gemacht habe.

Die meiste Zeit ging es dann aber um die Stimme. Es war sehr interessant, weil es viele neue Informationen waren und ich mir vorher noch nicht so viele Gedanken über dieses Thema gemacht habe. Es war für mich aber auch sehr schwierig, weil es natürlich auch mehrere Übungen gab, bei denen jeder einzeln nacheinander etwas sagen musste. Mein Herz fing an schneller zu schlagen, mir wurde warm, meine Knie zitterten.

Am Ende hat jede*r eine Karte mit einem Spruch drauf bekommen. In beliebiger Reihenfolge sollten wir uns nacheinander vor das „Publikum“ stellen und den Spruch vortragen. Von selbst wäre ich sicherlich nicht nach vorne gegangen, aber den anderen blieb es (leider) nicht unbemerkt, dass ich noch nicht dran war, also ging auch ich nach vorne, sagte meinen Satz „Alles ist gut wenn es aus Schokolade ist“ und war froh, als ich mich danach schnell wieder auf meinen Platz setzen konnte.

Im Nachhinein frage ich mich jetzt: War es gut an dem Training teilzunehmen? Eine Antwort habe ich noch nicht. Es war mir sehr unangenehm, dass alle meine Angst und Unsicherheit mitbekommen haben. Zu Anfang sagte der Trainingsleiter, dass uns Menschen die unbekleideten Körperteile interessieren. Deshalb schauen wir auf die Hände und in das Gesicht unseres Gegenübers. Uns würde interessieren, ob der andere schwitze, rot werde, etc. Eine Aussage, die meinen Ängsten zustimmt und sie bestärkt. Gleichzeitig fand ich das Training inhaltlich wirklich interessant und kann jetzt sagen, dass ich mich wenigstens nicht von den Ängsten hab abhalten lassen und es irgendwie hinbekommen habe vor so vielen Menschen zu sprechen.

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