Slava ist ein christlich-orthodoxes Familienfest, dass fast ausschließlich in Serbien begangen wird. Jede Familie hat einen Schutzheiligen oder Hauspatron, der vom Vater an die Kinder weitergegeben wird. Heiratet eine Tochter, übernimmt sie den Patron des Mannes. Am Jahrestag des Heiligen wird die Slava gefeiert. Die meisten Slavas finden zwischen Oktober und Januar statt, da man sich in dieser Zeit in vergangenen Zeiten nicht um die Ernte kümmern musste. Viele Familien feiern beispielsweise am St. Nikolaus-Tag ihre Slava, wobei dieser durch den orthodoxen Kalender auf den 19. Dezember fällt, oder am 20. Januar, dem Tag von Johannes dem Täufer.
Der 19. Dezember ist nun zwar schon einen Monat her, aber da die Zeit der Slavas noch nicht vorbei ist, kommt der Artikel nun an dieser Stelle. An besagtem 19. Dezember ist wohl jeder Serbe entweder irgendwo eingeladen, oder feiert selbst Slava. Ich war zwar nicht direkt zu einer Slava eingeladen, aber ich hatte das Glück am 20. Dezember sozusagen zu einer kleinen privaten Nachfeier eingeladen zu werden – nur meine Gastgeberin und ich. 😉 Sie erklärte mir auch einige Traditionen, von denen ich leider einige schon wieder vergessen habe… Auf jeden Fall geht die Familie an ihrem Slavatag gemeinsam in die Kirche um dort vom Priester eine Kerze, Wein, Brot und eine bestimmte Süßspeise (Zito) segnen zu lassen. Das Brot wurde vorher selbst gebacken und mit einigen Symbolen verziert. Sie sollen Glück für das nächste Jahr bringen. So kann man beispielsweise auch ein Symbol darauf machen, das für eine wichtige Sache im nächsten Jahr steht, die man gern erreichen möchte.
Wieder daheim kommt den ganzen Tag über Besuch. Wer einmal zu einer Slava eingeladen wurde, ist ab da jedes Jahr eingeladen. Jeder Gast isst einen Löffel von der Süßspeise (eine Art süße Weizengrütze) und trinkt einen Schluck des gesegneten Weines. Die Slavakerze brennt den gesamten Tag. Und dann, wie es bei Familienfeiern üblich ist, wird unglaublich viel gegessen, geredet, gelacht… und über allem wacht die Ikone des Hauspatrons.