… und das seit über zwei Wochen. Wir durften es am eigenen Leib erfahren, als wir letzten Freitag Abend mit dem Nachtzug von Belgrad nach Sofia fuhren. Eigentlich sollten wir ja Samstag früh halb acht in Sofia sein, aber so genau nimmt man das auf dem Balkan nicht. Bisher kam ich selten unter 90 Minuten Verspätung irgendwo mit dem Zug an. Um 8 Uhrmorgens blieb der Zug dann einfach stehen – allerdings nicht in Sofia. Der Schaffner kam, weckte uns und meinte, wir müssten aussteigen, die bulgarische Bahn streikt. Na toll… da standen wir nun in einem Kaff irgendwo in Bulgarien bei Kälte und Schnee, keine Ahnung wie weit es noch bis Sofia war. Nachdem der Bus uns dann auch noch vor der Nase wegfuhr, machten wir uns daran ersteinmal Geld aufzutreiben. Der Automat war schnell gefunden, wobei wir von zwei älteren Herrschaften verfolgt wurden. Sie fragten uns, ob wir mit Ihnen mit dem Taxi nach Sofia fahren wollten. Nichts lieber als das, allerdings wussten wir ja nicht wo wir waren und wie teuer das werden würde. Daraufhin der ältere Mann: das zahle ich natürlich. Na gut. 😉 Also schlossen wir uns den beiden an und gingen in einen kleinen Laden um Kaffee zu trinken. Nach zwei Espresso wurde ich dann zu Katjas Freude ziemlich munter. Der Ladenbesitzer telefonierte herum um uns ein Taxi zu besorgen und wollte nicht einmal Geld für den Kaffee haben. 15 Minuten später war das Taxi dann auch schon da und brachte uns schnell und sicher nach Sofia. Unsere Mitreisenden enpuppten sich als gute Freunde: ein niederländischer Justizpartner, der niederländische Gefangene in Süd-Osteuropa besucht und seine Freundin aus der Ukraine. Unser Lieblingssatz dieses amüsanten Vormittags, geäußert durch den Niederländer: Diese Taxifahrt bezahlt Beatrix. 😉
Um das Ganze nicht in einem Roman enden zu lassen gibt es zwei tole Tage Sofia in einigen wenigen Bildern:
- die Alexander Newski Kathedrale
- Kontraste zwischen alt und (naja fast-) neu
- Blick auf das Witoscha-Gebirge
- bulgarische Weihnachtsbeleuchtung
- Suchbild: was stimmt hier nicht?
- Art Hostel Sofia I
- Art Hostel Sofia II
- die Wanddeko in unserem Zimmer
- unsere Betten im Hostel
Die Rückfahrt war nicht minder spannend. Dieses mal hatten wir uns kein Schlafabteil gegönnt. Dafür hatten wir ein normales Abteil für uns und hatten die Sitze zu einer Liegewiese umgeklappt. Nachdem die Grenzkontrollen passiert waren, kuschelte ich mich wieder in meinen Schlafsack um die verbleibende Zeit bis Belgrad zum Schlafen zu nutzen. Zu früh gefreut: der Zoll weckte uns wieder und bat uns unser Abteil zu verlassen. Dieses wurde daraufhin sehr gründlich auseinander genommen. Dabei wurde selbst die Deckenlampe abgeschraubt und der Polizist verschwand zur Hälfte in der Decke… gefunden haben sie trotzdem nichts… Das Erstaunlichste: so gründliche Grenzkontrollen kannte ich sonst nur, wenn es in die EU ging, aber wir verließen sie ja gerade wieder…








