Schon häufiger bin ich am „Palast Serbiens“ vorbeigefahren, allerdings ohne zu wissen, dass das Gebäude so heißt. Es ist eines dieser überdimensional großen Gebäude, wie man sie in vielen ehemals kommunistischen Ländern findet.Von 1947-1959 erbaut, diente er als Regierungssitz, bzw. Sitz des Bundesexekutivrates (Savezno izvršno veće – weshalb er auch einfach als SIV bekannt ist). Hier begrüßte Tito ausländische Delegationen – das Gebäude wurde schließlich auch zu repräsentativen Zwecken gebaut. Fast jeder Serbe kennt vermutlich Bilder des Palastes aus dem Fernsehen oder der Zeitung, wenn sich vor dem riesengroßen Mosaik in der Eingangshalle Politiker die Hände schütteln. Aber mit den eigenen Augen haben es bisher nicht so viele gesehen, da der Palast für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Die einzige Ausnahme stellt die Belgrader Museumsnacht da. Für eine Nacht im Jahr ist es jedem möglich die repräsentativen Räume in Augenschein zu nehmen – im 15-20-Minuten-Takt werden jeweils Gruppen von ca. 20-25 Personen im Eiltempo durchgeschleust – viel zu wenig Zeit um die geballten Eindrücke aufzunehmen.
Beeindruckt von der Größe und der Ausstattung durchquerte ich die Räume mit offenem Mund. Mit den Augen versuchte ich so viel wie möglich aufzunehmen und mit den Ohren die Erklärungen auf Serbisch zu verstehen. Übrig bleiben Bilder, Eindrücke, Wortfetzen… die so schwer zusammenzufassen sind…
Wir waren im mittleren und damit repräsentativen Teil des Gebäudes. Um einen großen Saal in der Mitte, befinden sich mehrere kleinere Säle – jeder Saal wurde einer Teilrepublik Jugoslawiens gewidmet und individuell gestaltet und eingerichtet. Damit ist jeder Raum ein Unikat – designt von Künstlern. Teppiche und Lampen sind immer anders, selbst die Vorhänge oder Sitzgruppen wurden mit Motiven der jeweiligen Teilrepublik verziert, aber seht selbst:














