Zwischenseminar

Ich sitze in meinem Büro und warte darauf, dass ich sich die Fotos von DNG zu JPGs umwandeln, damit ich mit meiner Fotoliste zur Inventarisierung weiter machen kann. Mein Block schweift zum Fenster. Der Himmel ist eintönig weiß und eine Taube sitzt auf dem Hausdach gegenüber. Meine Gedanken schweifen ab und breiten wie der Vogel vor dem Fenster ihre Flügel aus und schweben los. Zwei Wochen zurück zum Zwischenseminar.

Mit gemischten Gefühlen habe ich an das Zwischenseminar erwartet. Einerseits habe ich mich gefreut, die anderen Freiwilligen wieder zu treffen, die ich auf dem Vorbereitungsseminar kennen gelernt habe und ein bisschen mehr in Griechenland herumzukommen. Anderseits hatte ich aber keine Lust auf langweilige und anstrengende Workshops. Am Wochenende vorher kamen die anderen Freiwilligen aus Spanienen, Rom und Rhodos zu uns nach Athen. Zusammen oder in kleineren Gruppen sind wir durch die Stadt gezogen. Sonntag sind wir zusammen auf die Akropolis und anschließend ins Akropolismuseum gegangen. Damit war ich dieses Jahr schon 5 mal auf der Akropolis. Abends sind wir zusammen essen gegangen und haben die Tage bei einem Glas Wein ausklingen gelassen.

Am Montag haben wir uns am Syntagmaplatz, wo auch das Paralmentsgebäude steht, getroffen. Von dort sind wir zusammen mit unserem Trainer und einer Kulturweit Mitarbeiterin nach Selianitika gefahren. Das ist ein kleiner Ort am Golf von Korinth also im Norden des Peloponnes. Dort waren wir in einem Gelände mit einem großen Garten und vielen Katzen untergebracht. Am Ende trennt nur eine schmale Straße das Ende des Geländes vom Meer. Leider war es deutlich zu kalt, um schwimmen zu gehen.

Das Seminar war in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eingeteilt. In der ersten Einheit haben wir über unsere Erlebnisse geredet und uns gegenseitig unsere Einsatzstellen vorgestellt. Am Mittwoch sind wir nach Delphie gefahren. Leider machen hier die meisten archäologischen Stätten im Winter schon um 15 Uhr Schluss und deshalb hatten wir ein bisschen Zeitdruck. Letzten Herbst war ich zwar auch schonmal in Delphie, aber es war trotzdem interessant alles wieder zuerkennen und mit einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Dadurch, dass ich viele Museen und archäologische Stätten mit Leuten besichtigt habe, die „wirklich Ahnung haben“, bin ich viel kritischer mit der Ausstellungsweise geworden. Man muss nicht immer alles gut heißen wie es dargestellt wird, denn es ist wichtig im Hinterkopf zu behalten, dass es sich fast immer nur um Theorien handelt. Für die Zukunft haben wir über Projekte geredet, die wir machen sollen und Ideen gesammelt. Ich habe gemerkt, dass ich schon mit meinem begonnen habe. Ich stelle mir nämlich einen persönlichen Reiseführer über Athen zusammen. Zum Schluss haben wir noch Themen, die wir uns zuvor gewünscht hatten, besprochen.

Abends haben wir uns auch mit unserem Trainer zusammen gesetzt und uns gegenseitig Fotos unserer Einsatzstellen gezeigt, gewichtelt, gemeinsam musiziert und gesungen oder einfach nur geredet. Donnerstag war es so stürmisch, dass man auf dem Weg zum Essen, wenn man nicht aufgepasst hat, völlig nass von den Wellen, die sich ander Straße gebrochen haben, geworden ist. Ich habe sehr viel mit den Katzen im Gelände gespielt und war auch froh nocheinmal aus dem Stadttrubel rauszukommen.

Am Freitag sind wir dann zurück gefahren und waren alle zusammen auch mit unserem Trainer nochmal Essen und sind danach in ein paar Bars gegangen. Am folgenden Tag bin ich mit den beiden anderen, die beim DAI sind, in den Kerameikos und in das Nationalmuseum gegangen. Anschließend haben wir uns für einen gemeinsamen Abschied nochmal mit allen in einer Bar getroffen. Nach einer durchfeierten Nacht und nur 2 Stunden Schlaf, habe ich am Sonntag noch beim Jubeläum der PASCH Schulen in Griechenland mitgeholfen. Beim anschließend letzten Essen mit den Freiwilligen, die noch in Athen waren, war ich deshalb nervlich ein bisschen am Ende.

Zusammenfassend fand ich die Woche zusammen mit den beiden Wochenenden echt sehr toll! Es war schön alle wieder zu treffen. Obwohl wir die Freiwilligen, die nicht in Athen sind, ja kaum kennen, ist eine Vertrautheit da, als wäre man schon länger befreundet. Der Austausch von Erfahrungen fand ich persönlich auchs sehr wichtig und spannend. Man hat auf die eigene Situation verschiedene Blickrichtungen kennengelernt. Allein schon anderen meine Stadt zu zeigen macht einem bewusst, was es doch für ein Luxus ist in so einer tollen Stadt leben zu dürfen.

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