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schlechte news und ein wochenende in warszawa pt.2

Witamy meine Freunde zum zweiten Teil,

am Wochenende war ich in Warschau.

das ganze war eine eher spontane Entscheidung, weil es mir tatsächlich Donnerstag und Freitag nicht ganz so gut ging. Ich hatte irgendwie das Gefühl nichts zu tun zu haben, mir war n bisschen langweilig und ich wollte einfach was unternehmen und abgelenkt sein von meinem bisschen Heimweh.

Also habe ich trotz der verschärften Corona Bestimmungen, erschwerten Bedingungen, weil der Bus von Końskie nach Warschau nicht fuhr, und natürlich ein paar Menschen die mir wegen dem Virus vom Kurztrip abrieten, Freitag Abend den Zug von Opoczno aus gebucht
und Anna angebettelt, ob sie mich bis dahin fahren kann.
Mal wieder hat sie mir diesen Gefallen getan, und mich sogar Sonntag Abend auch noch abgeholt, obwohl ich eigentlich gesagt hatte ich finde jemand anderen dafür, tja hab ich aber nicht.
Ich liebe sie einfach <3

Eine ganz liebe deutsche kulturweit-Freiwillige namens Merlit, die in Warschau wohnt, hatte mir angeboten ich kann bei ihr übernachten, ich musste nur ein Isomatte mitbringen. Also auf geht’s.

Merlit holte mich vom Bahnhof ab, ich schmiss meinen (doch ziemlich schweren) Rucksack bei ihr zuhause ab und wir gingen los in die Hauptstadt.
Sie hat mir eine wirklich wunderschöne Tour durch Warschau gegeben, mir all die tollen Orte gezeigt, die man gesehen haben muss und die man in einer acht Stunden zu Fuß Tour reinbekommt.

Und dann war das Wetter auch noch der absolute Hammer. Und der Herbst schlug auch voll zu. Es war wie im Bilderbuch.
Es war so schön, ich hab mir sogar mein wahrscheinlich letztes Eis dieses Jahr gekauft.

Nach der Tour war ich ganz schön fertig, aber nix mit ins Bett gehen.

Merlit wohnt in einer WG mit 5 anderen Studenten unter anderem aus Polen, Indonesien und Türkei. Es is schon ziemlich klein dort. Ihr Zimmer ist echt… gemütlich klein.

Aber die Mitbewohner waren super super nett. So welche hätte ich mir manchmal schon auch gewünscht. Wir haben uns also dann mit denen unterhalten und beschlossen einen Filmabend zusammen zu machen. Erstmal haben wir Pizza gegessen.
Dann sind wir alle zusammen in den Carrefour vor der Haustür gegangen und haben wirklich ne Menge Snacks gekauft.
Da war alles dabei und da wurde auch nicht gespart. Das fand ich echt cool.

Also waren wir nun ausgestattet.
Mittlerweile war’s neun uhr – es mussten schwere Entscheidungen beim Einkaufen getroffen werden, ob Cola oder Pepsi, Cheetos oder Chips – was das ganze n bisschen in die Länge gezogen hat.

Jetzt musste nur noch entschieden welcher Film es werden sollte. Naja auch nicht einfach.
Die Mädels wollten kein Horror, die Jungs unbedingt. Die Mädels wollten nen Kinder-Animationsfilm, die Jungs auf keinen Fall, usw…

Letztendlich wurde es Forrest Gump (womit ich echt zufrieden war, den wollte ich sowieso schon ewig schaun).
Der wurde um ca. zehn angefangen und ging also mehr als zwei Stunden.
Wär der Film nicht so gut gewesen wär ich bestimmt eingeschlafen, ich war einfach hundemüde.
Aber ich hielt durch.

Dann bin ich echt schnell eingeschlafen.
War aber gut, dass ich so müde war, denn meine Isomatte war nicht mal n Zentimeter dick und mein provisorisches Bett echt scheiße unbequem.
Ich durfte aber sogar ne Stunde länger schlafen, weil Zeitumstellung.
(Na hab ich das nicht schlau ausgesucht das Wochenende? Eine Stunde länger in Warschau, hehe.)

Am nächsten morgen war ich aber nicht wirklich ausgeschlafen… warum wohl. Mir hat alles wehgetan. Also bekam ich ein wenig Blues.
Besonders doll hab ich neben meiner Family die eine Person vermisst die ich nicht vermissen will. Und von der hatte ich auch noch geträumt. Bullshit 🙁

Aber die Stimmung war ganz schnell weg als ich den Ausblick am Morgen aus dem achten Stock und Sonne sah.

Ausblick

Auch der Sonntag wurde ein ziemlich schöner Tag.
Wenn auch mit ein bisschen weniger Fußmarsch.
Ich und Merlit haben uns einfach in den Łazienki Park gesetzt, gebruncht und ewig getalked. Das war echt schön.

Ein paar Eindrücke aus Warszawa:

Dann ging für mich der Zug nach Hause.
Ich war nicht mal traurig am Sonntag Abend, nur echt fertig.

Es war ein Hammer Wochenende.

schlechte news und ein wochenende in warszawa pt. 1

Cześć meine Freunde,

ein glückliches Vivi ging am Freitag morgen ausgeschlafen (weil freitags erst ab 12 Uhr Unterricht) in die Schule, denn heute sollte das erste „Deutsch-AG“-Treffen mit den Kids stattfinden.

Doch es sollten sie schlechte Neuigkeiten erwarten.

Jeden Donnerstag werden in Polen Konferenzen abgehalten, wie sich die Situation mit Corona entwickelt (und das tut sie ja bekanntlich momentan ziemlich krass in eine schlechte Richtung hier in Polen).

So wurden also nach mehr als 10 000 neuen Corona-Fällen pro Tag hier, neue Maßnahmen beschlossen. und das is gar nich schön für mich.

Das bedeutet: Treffen nur mit maximal 5 Personen, überall Maske Tragen, Restaurants Bars und Cafés haben geschlossen, Kinder unter 17 Jahren dürfen von 9:00-16:00 einfach nicht alleine raus 😮 und das allerschlimmste:

Nur noch Online Unterricht für die Klassen 4 bis 12… und damit ist meine Anwesenheit hier an der Grundschule, wo die Kinder erst ab der vierten Deutsch lernen quasi ziemlich nutzlos.

AAAber wir wollen hier erst gar nicht in Selbstmitleid versinken denn ich bin Optimist und werde das beste aus der Situation machen, auch wenn ich von Maxi, meinem Goethe-Institut Koordinator jedes Mal geraten bekomme ich soll doch lieber nach Hause fahren, es kommt noch ein Lockdown und ich würde Depressionen bekommen wenn ich hier in meinem kleinen Ort den ganzen Tag rumsitze. Tja so denkt wohl ein Warschauer von dem kleinen Końskie.

Tatsächlich höre ich dauernd nur Leute die mich bemitleiden, dass ich in so einem kleinen Ort mitten im Nirgendwo gelandet bin, aber tatsächlich macht mir das echt überhaupt nichts aus.

Ich finds sogar besonders schön hier und bin echt oft echt froh dass ich hier so langsam fast jeden kenn (Vorsicht!! Übertreibung), mich überall auskenn, und ein wunderschönes großes gemütliches Zimmer habe und nicht so eine Mini-Hochhaus-Studenten-WG, die ich mir mit 10 anderen teile.
Klar das hat auch seinen Charme, aber eigentlich bin ich sehr zufrieden mit meiner Wohnsituation hier.
und Końskie im Herbst ist sowieso das allerschönste, hier sind so unendlich viele Bäume die gerade bunt werden und es is echt wunderschön.

das wunderschöne Konskie

Ich hab also schon ein paar Ideen wie ich auch im Online Unterricht etwas halbwegs cooles für die Schüler anbieten kann. Die hassen den Online Unterricht btw auch. Und sogar die Lehrer wissen dass dabei am Ende nix rauskommt, sondern währenddessen nur Among Us gespielt wird.
Ich hab für die Fünfte mal so n Animationsvideo erstellt (die lernen grad Lebensmittel in Deutsch) und dann so n Quiz auf kahoot. Mal gucken wie das ankommt.

Das Treffen mit den Kids diesen Freitag wolle ich auf keinen Fall absagen. Immerhin hat das ja eigentlich gar nichts mit der Schule zu tun. Also habe ich das ganze zu mir nach Hause verlegt. Immerhin wollen wir auch was cooles zu Halloween machen, und selbst das ist ja hier in Polen verboten. und das hat nichts mit Corona zu tun. why tho?!

Das erste Treffen am Freitag, war super schön.

Auch mein Polnisch geht sehr gut voran, ich lern echt immer mehr Ausdrücke und versuch das auch echt anzuwenden.

Besonders schön ist es dass ich mittlerweile sogar ein Gespräch (wenn auch in sehr sehr gebrochenem Polnisch) mit den Wilks (also dem Ehepaar mit denen ich lebe) führen kann.

Das ist so ein tolles Gefühl, glaubt mir, wenn man sich immer mehr gegenseitig versteht und ich auch endlich mal ausdrücken kann wie dankbar ich ihnen bin dafür, dass sie so oft für mich kochen, ich alles benutzen darf, von Waschmaschine bis zum Fahrrad, und tatsächlich glaube ich auch, dass sie tagsüber manchmal das Bad und die Wohnung generell für mich putzen, und das is schon echt n Luxus.
Ich hasse putzen nämlich.

Nur mein Zimmer, das betreten sie gar nicht. Sie wollen wahrscheinlich meine Privatsphäre respektieren, obwohl ich da ja eigentlich nicht so pingelig bin (hab auch einfach ganz dreist meine Unterwäsche bei denen im Keller aufgehängt hahaha).
Das ist schon süß.
Heißt aber wahrscheinlich auch, dass ich mein Zimmer irgendwann selber putzen muss, meh :/

Naja Online-Unterricht heißt also auch, dass etwaige Handball und Basketball Trainings, die mir letzte Woche so viel Spaß gemacht haben, abgesagt sind.
Und da mir der Morgensport nicht genug ist musste ich mich um noch irgendwas kümmern, wo ich meine Energie entladen kann.

Also habe ich nochmal die Idee mit dem Fußball Training aufgenommen.

Das wurde nicht verboten, weil’s draußen ist und weil hier Fußball auch ziemlich wichtig ist glaub ich. Die Mannschaft hier spielt in ner echt hohen Liga, also das Niveau ist nicht schlecht.

Und weil Anna einfach alles für mich hinbekommt um was ich sie bitte…
(das ist einfach das schönste, sie ist so busy, jetzt noch mehr wegen Online Unterricht, und trotzdem kümmert sie sich immer direkt um die Sachen die ich frage oder brauche. Ich bin so so dankbar, dass ich sie habe. Hoffentlich kann ich ihr das noch zurückgeben.)

… durfte ich also heute zu meinem ersten Fußball Training hier gehen.
Mit Jungs die angeblich 15 und 16 sind, aber wow die sind schon groß und stark,
so hatte ich die Jungs in meinem Alter damals nicht wahrgenommen.
Die könnten locker 18 sein mit denen ich heut trainiert hab.

Obwohl ich also mal wieder kein Wort vom Trainer verstand,
(der Trainer wirkte eigentlich auch nicht wirklich berührt von meiner Anwesenheit und hat nicht mal versucht mich anzusprechen oder mir die Übungen zu erklären,
dafür waren einige der Jungs echt süß und haben mir jede Übung auf Englisch erklärt und – bestimmt auch aus Mitleid und „sozialem Druck“ sag ich mal – mich echt mitmachen lassen, mir den Ball zugespielt und joa… ich hab mich sehr wie ein Teil gefühlt, was ich super fand.)
hatte ich n riesen spaß!
Wird definitiv weiter gemacht.

Die ersten paar Tage Online Unterricht sind also gar nicht so schlimm wie gedacht, ich fühle mich sogar mehr beschäftigt als davor. Meine ganze Woche ist schon durchgeplant mit Treffen mit lieben Kids, Kaffee trinken mit einer super lieben „Kollegin“, dem Halloween-Treffen am Freitag, uuuuund am Wochenende sollen wieder ein paar Verwandte ins Haus kommen (und wir wissen wie cool das letztes Wochenende war), denn am Samstag geht’s auf den Friedhof zu Allerheiligen, was hier sehr groß gefeiert wird.
Man besucht seine verstorbenen Verwandten und die Friedhöfe sollen echt schön aussehen. Man sieht schon jetzt wie massenweise Blumen und Lichter zum Gräber schmücken verkauft werden.
Ich freu mich riesig das zu sehen.

Über mein Wochenende in Warschau erzähle ich in einem zweiten Post. 🙂

Bis dahin,
miłego wieczoru!

Vivi

Tag 6 & 7 – Viele Kids versüßen mir die Tage

Dobry wieczór meine Freunde,

gestern ging’s so richtig los. Mein erster langer Schultag an der Stadnicka Wola!
Ich hab mich eigentlich riesig gefreut, hatte ja schon am Freitag super Erfahrungen gemacht.

Erste Überraschung kam gleich: als ich zum Eingang ging (voll zu spät, wie immer) hörte ich wie mindestens zwanzig Fünftklässler von oben ans Fenster klopften und mir zuwinkten.
Mei war das ne schöne Begrüßung.

Erwarten sollten mich drei Schulstunden Deutschunterricht und zwei mal Englisch.

In jeder Schulstunde stellte ich mich erstmal vor.
Die Kids waren fast alle voll motiviert und stellten mir tausend fragen.
Die lieben die Freiwilligen hier, das freut mich echt weil dadurch hab ich einen erleichterten Start.
Ich erzählte also ganz viel von mir auf deutsch und Anna übersetzte für die Schüler, die es nicht verstanden. Was meistens so war weil deren Deutsch-Niveau ist noch nicht so hoch.

Ich habe auch schon super viele Kontakte mit den älteren Schülern ausgetauscht, Social Media und so. Is echt ne Hilfe zum Anschluss finden.
Hab jetzt auch facebook – ja omg oldschool – aber das benutzen die hier halt alle.

Die Englisch Stunden waren sogar noch besser, weil ich mich da auch wirklich mit den Schülern unterhalten konnte.
In der letzten Stunde durfte ich sogar selber die ganze Stunde leiten. Wir haben einen Sitzkreis gemacht und da das Thema „Wohnen“ war, habe ich von der Wohnsituation in Deutschland erzählt und die Schüler von der hier in Końskie.
Das ganze ist dann aber eher einfach in ’ner Quatschrunde geendet.

Danach kamen nochmal zwei Schülerinnen zu mir und haben gesagt sie wollten nochmal zu mir kommen und dachten wir können vielleicht Freunde sein.
Könnt ihr euch vorstellen wie sehr mich das gefreut hat??
Die waren echt nervös und wollten sich vorstellen, wussten dann aber gar nicht mehr was sie sagen sollten.
Ich war in dem Moment mal wieder super gesprächig und hab einfach ganz viel von mir gelabert und sie mit Fragen bombadiert. Dann wurde natürlich noch Instagram-connected. 🙂

Abends hatte ich meine erste Online Polnisch Stunde. Das war chaotisch aber cool.
Endlich mal wirklich produktiv was gelernt.
Ich hatte ja schon ewig keine Hausaufgaben mehr.
Irgendwie hab ich mich über die dann echt gefreut. Schön easy Lückentexte ausfüllen.
Sowas mag ich.

Heute war super schönes Wetter zum ersten Mal hier in Polen.

Das is jetzt nicht morgens sondern nachmittags, aber trotzdem schön 🙂

Bin schon um 7:00 aufgestanden für nen Morgenrun und die Atmosphäre war so schön.
Sonnenaufgang wie im Bilderbuch.

Ich war also super motiviert für den Schultag.
Dann hat aber während der ersten paar Stunden doch die Müdigkeit gekickt.
Auch weil Grammatik durchgenommen wurde und ich da nicht so wirklich was helfen konnte.
Das hat mich dann aber umso mehr motiviert mich darum zu kümmern, dass ich nächste Deutsch-Stunde bei der Siebten selber Unterricht machen darf, also richtigen Stoff.
Das wird cool, ich hab schon n paar Ideen.

Außerdem hab ich ein mega süßes Willkommensbild von der Sechsten bekommen.
Die hab ich richtig gern und das hat mich echt gefreut.
Hab’s gleich in meinem Zimmer aufgehängt.

Willkommensbild der VIa

Nachmittags durfte ich dann zu meinem ersten Handball-Training gehen. Das war richtig cool. Beim sport kann man echt alles verstehen ohne die Sprache zu können. Denn der Trainer konnte noch weniger Deutsch als die Schüler. Und trotzdem habe ich alles verstanden was ich erklärt bekam.
Hat super viel Spaß gemacht und Donnerstag is das nächste Training.
Habe mir gedacht ich lass mich hier einfach mal auf Handball ein weil das – neben reiten, aber ne du, das is gar nich mein Ding – der populäre Mädchensport ist.
Kicken tun hier NUR jungs. Und die sind auch noch richtig gut.
Das hab ich mir also für den Anfang nicht zugetraut.
Hab den Fußball Coach aber doch mal angesprochen ob er ausfindig machen kann, ob ich mittrainieren könnte.
Mal gucken was daraus wird.

Später war ich noch ne runde Radfahren, die Town erkunden, das war super entspannend.
N bisschen Self Care muss halt sein. 🙂

20-10-2020 17:42 Uhr

tag 4 – Pierogi-time, mhmmm

Dobry wieczór meine Freunde,

Heute wurden Pierogi gemacht!!
Hab mich um 10 mit Iza getroffen und ich durfte zum ersten mal dieses so berühmte polnische Gericht selber machen und kosten.

Das sind einfach so Teigtaschen mit beliebiger Füllung, bei uns war es eine
„Feta-noch irgend n anderer polnischer Käse-Spinat-Füllung“

Schritt 1: Teig und Füllung machen

Schritt 2: mit so einem Pierogi-Former (sowas hatten die einfach zu Hause, wie cool is das denn??) Pierogis zusammenbauen

Tadaaa!!

Einmal gekocht (wie Nudeln) und in der Pfanne angebraten, sehen die dann fertig so aus…

…und schmecken einfach super gut – bardzo smacny!!

[mein Gott, das wird ja schon fast n Essens-Blog hier]

Uuuund ich habe schon wieder super viele neue Wörter gelernt, weil ich und Iza (die übrigens Deutsch in der Schule lernt) dann die Idee hatten Kinderspiele zu spielen und uns damit gegenseitig polnisch bzw. deutsch beizubringen.

Also lernte ich z.B. Wörter wie Eichhörnchen, Hut, Fee, mit einem schönen Memory:

 

…und hab außerdem jetzt schon gelernt wann man „u“ und wann man „ó“ im polnischen benutzt, das spricht man nämlich beides [u] aus. Das war der eigentliche Sinn des Spiels.

…die verschiedenen Farben:
grün-zielony
orange-pomrańcowy
pink-różowy
blau-niebieski

…und Wörter wie
Augen-oczy
Brille-okulary
Mächen-dziewczynka
Junge-chłopiec
und mein neues Lieblingswort:
piegi – Sommersprossen

…bei „Who is who?“ (diesem Spiel wo man die Person die sich der andere rausgesucht hat durch ja/nein Fragen erraten muss).

Ja gut, jetzt habt ihr auch mal ein bisschen polnisch gelernt, schaden kann’s nicht.

Also ein sehr produktiver Vormittag.

Um 14:00 Uhr ging’s dann zurück nach Hause, denn es sollte der fünfte Geburtstag von Piotr, einem der beiden Jungs, gefeiert werden.

Es gab ne fette Torte, mit dem coolsten Cars-Design das ich je gesehen hab.
Geschmeckt hat der Kuchen letztendlich eher so semi-gut.
Ich war aber zugegeben auch schon voll von den guten alten Pierogi.

Dann hab ich wieder unendlich viel Spaß mit den zwei Jungs gehabt, die ne Menge neues Spielzeug bekommen haben, was natürlich unbedingt getestet werden musste.

Mir wurde den ganzen Tag lang auch dauernd Alkohol angeboten aber ich hab wirklich nur n bisschen Sekt gesippt heute weil boii hab ich n Bauchweh bekommen von dem Scheiß.
Also das mit der geplanten Alkohol-Pause ist irgendwie ein bisschen schwer, ich will ja nicht deren Gastfreundschaft so ablehnen :/

Abends wurde dann noch Cartoon Network auf Polnisch angeschaut, ich konnte sogar mitlachen, obwohl ich kein Wort verstand. Kinderserien halt. Voll cool.

Ich bin also all in all sehr glücklich.
Die gemeinsamen Essen find ich super.
Wurde gleich wieder von den Wilks zum gemeinsamen Abendessen (opiad) morgen eingeladen. yess!!

[bisschen persönlich aber ich öffne mich jetzt einfach mal]:
Außerdem bekomm ich meinen leichten ED hier irgendwie weg, ich ess mal n Stück Kuchen, Waffeln, oder viel Kohlenhydrate ohne mich schlecht zu fühlen, einfach weil ich denke ich muss den Shit hier ja probieren, Teil der Kultur you know, also das is echt top 🙂

Zuletzt noch n paar Tiere die mir heut den Tag versüßt haben:

wiśnia (polnisch: Sauerkirsche) – wie kann man so unglaublich süß sein?!

und Iza’s Schildkröte (żółw) auf ihrer Tour durch’s Haus

Bis denne.

 

 

Tag 3 – Plötzlich volles Haus hier

Dobry wieczór meine Freunde,

tag 3 ist angebrochen und obwohl ich erst so kurz hier bin kann ich sagen das war der beste Tag bis jetzt!

Erster Schultag

Heute sollte mein erster Schultag sein, ich war sehr gespannt.
Aber nix früh aufstehen sondern meine liebe Anna, die ich beim Deutschunterricht begleiten sollte, hat freitags nur zwei Stunden. und zwar von 12 bis 14:30…
Das soll jetzt nicht enttäuscht klingen, immerhin darf ich ausschlafen, yay.

Also wieder ein bisschen Morgensport – diesmal joggen und ein bisschen auf Entdeckungstour in Końskie gehen (btw: immer wenn ich wo neu bin nutz ich den morgendlichen Run um mir den Ort anzugucken und mir meine persönlich super optimierte Route zurechtzulegen) – duschen und mir ein absolut deliziöses Frühstück machen.

Ich habe hier im Supermarkt so getrocknete Reisflocken gefunden, die man so ähnlich wie Porridge im Topf mit Milch kocht, das hab ich also gleich mal ausprobiert und ich kann’s nur empfehlen, das schmeckt einfach Hammer. Wenn man kein Zucker dazu tut isses zwar null süß aber da kommt die reife Banane ins Spiel, schön zermantscht damit die Brei-Konstistenz nicht verloren geht.
Okay jetzt kam wieder der Fitness Coach in mir hervor, genug über’s Essen.

Dann ging’s also um 12 zur Schule. Es waren gefühlte minus 20 grad draußen. Aber ich wohne nur 10 Minuten zu Fuß von Stadnicka Wola Grundschule entfernt – ein Kinderspiel.

Zuerst eine kleine Tour durch die Schule bekommen und jetzt schon an tausend lächelnden Kindergesichtern vorbeigekommen. Das macht mich happy 🙂

[edit: in de ersten Stunden sollten die Schüler mich erstmal kennenlernen und durften mir alle Fragen, die sie hatten, stellen]

Aber das sollte nicht alles sein, denn die erste Stunde war bei einer wirklich neugierigen super lieben vierten Klasse, die zwar nur zwei Sätze Deutsch konnten dafür zehn mal so motiviert waren darin mir unendlich Fragen zuzurufen. Durfte dann auch so Fragen hören wie „Hast du einen Freund“ oder „stehst du auch auf jüngere Jungs“ … da hatte sich doch ein kleiner Neunjähriger in mich verguckt… oder er wollte nur ein bisschen Aufmerksamkeit.

Either way… ich habe die Viertklässler direkt in mein Herz geschlossen. Nur die Kommunikation ohne Anna als lebendige Übersetzerin wird etwas schwer.

Weiter zur nächsten Stunde: siebte Klasse, volle Kanne in der Pubertät, jeder muss den Clown spielen. Das kenne ich ja von meinem Bruder (15 Jahre).
Die Klasse war zwar mega laut aber mit der Zeit tauten sogar die Jungs aus der letzten Reihe auf und stellten ein paar Fragen. Ich durfte sogar damit prahlen, dass ich n paar Skate-Tricks kannte, hehe.

War also sehr positiv überrascht von meinem ersten Tag.
Hatte sogar schon ein Treffen nach der Schule mit der Siebten und ein TikTok-Videodreh mit der Vierten (die sind ja alle absolut TikTok-verrückt hier, wurde gleich beide Male direkt anfangs gefragt ob ich denn die süchtig machende App kenne und nutze. Ich bin natürlich schon lange Opfer des neuen Trends…) ausgemacht. Wie schön 🙂

Zurück in ein volles Haus

Ich wurde dann zurück nach Hause chauffiert, und kam an in ein wunderbar riechendes volles Haus. Die Kinder des älteren Ehepaars – die Wilks – bei denen ich lebe waren mit ebenfalls ihren Kindern zu Besuch und würden das ganze Wochenende bleiben. Das macht mich sehr glücklich. Ich liebe so viel Gewusel und Kinder im Haus und OBENDRAUF können zwei der neuen Besucher sogar deutsch. Was ein Glück!
(auch der Wlan-Router wurde endlich gefixt, ich darf jetzt auch mal mein Daten-Roaming ausstellen…)

Ich wurde ganz herzlich mit einem ziemlich leckeren Drei-Gänge-Menü-Mittagessen empfangen. Sofort wusste ich dass dieses Wochenende super wird. Zusammen mit einer Großfamilie essen, das mag ich.
Ich konnte mich auch endlich mal mit Leuten hier im Haus unterhalten.
Und dann waren da noch die zwei absolut süßen Jungs (ich schätz mal so 5 und 7 Jahre alt??) – und wer mich kennt weiß: ich liebe Kinder einfach.
Also ergriff ich gleich meine Chance und startete eine Riesen-Kissenschlacht mit den beiden. Genau das richtige für diese Energieballen.

Und jetzt gleich zu meiner wunderschönen Erkenntnis des Abends: 
Kinder sind einfach Engel. Bei all den Menschen die ich bisher traf gab es kleine Probleme wegen der Sprachbarriere. Erwachsene schaffen es einfach nicht einfache Dinge zu umschreiben. Ganz oft verstand ich ein Wort nicht und mein Gegenüber wusste nicht besser als es ständig zu wiederholen. „Sach mal ich versteh dich nich, kapierst du das nich?“. 
Mit den beiden Jungs war ich gleich auf einer ganz anderen Ebene. Wir verstanden uns durch das Spiel. Wir lachten, machten Bewegungen, stießen Laute aus und hatten echt viel Spaß. Es wurde weder ein Wort Polnisch noch ein Wort Deutsch gesprochen. Und trotzdem wussten wir genau was der andere sagen wollte.

Ebenso später: Wir haben zusammen angefangen zu malen. Zunächst einfach Kritzeleien, Tiere, Muster, ganz besonders oft Spider Man und weitere Superhelden, von denen die Jungs ganz große Fans waren. Dann fing ich an die polnischen Wörter für unsere Kunstwerke zu erfragen und schrieb sie dazu. Dann brachte ich den Jungs die deutschen Wörter dafür bei.
So hab ich an diesem Abend mehr neue Wörter gelernt als die letzten drei Wochen mit meiner Sprach-Lern-App. Kann außerdem schon bis zwölf zählen auf polnisch, hehe.
Alles mithilfe der zwei Jungs. <3

Polnische Straße hier in Konskie – die Polen sind übrigens sehr brav im Bezug auf Benutzung der Zebrastreifen

Die Kritzeleien & ich lerne Zahlen auf Polnisch

Die Kritzeleien numero 2 & ich lerne Tiere auf Polnisch

Polnisches Bier – nicht ansatzweise so gut wie bayerisches. Aber dafür der Beeren-Vodka den’s gab. Konnte man sogar pur trinken.

Also Fazit:
Man merkt einfach so sehr wie wichtig die Großfamilie hier ist. Allein, dass man  einfach so über’s Wochenende zusammen kommt und zusammen isst und quatscht. Die ganze Stimmung ist einfach wunderschön. Ich hab mich echt Teil davon gefühlt und wünschte ich wär’s wirklich.

Es war ein sehr bereichernder Abend.

Und damit dobranoc! meine Freunde.

Tag 1&2 in Polen – draußen regnets aber ich bin happy

Gestern…

…um 17:14 in Opoczno Południe angekommen. War von Berlin aus nach Warschau und dann mit einer viertel Stunde Umsteigezeit – ich dachte das wär viel zu kurz aber der Warschauer Hauptbahnhof Warszawa Centralna ist ja mal winzig – mit dem IC 5320 (ja das kann ich mittlerweile auswendig weil ich so ne Angst hatte dass ich den Zug nicht finde in Warschau – nach Opoczno gefahren. Weiterlesen

Dzień dobry, meine Freunde!

Witamy bei meinem »kulturweit« Blog!
Ich darf meine nächsten 6 Monate in Polen in einem kleinen Ort namens Końskie verbringen.
Hier werde ich für mich selbst aber besonders für jeden der sich dafür interessiert meine Erfahrungen dokumentieren.
Ich hoffe es kommen ein paar coole Stories zusammen.

Ich bin noch nicht so Blog-schreib-affin und kenn mich mit all den Features hier noch nicht so super aus aber ich hoffe ich lerne mit der Zeit dazu und kann ’nen coolen und meinen ersten Blog erstellen.

An alle die den Link angeklickt haben und hier gelandet sind:
Danke ich liebe euch dafür, gebt mir gern Feedback wie ihr den schulkensblog so findet. 🙂

Eure Vivien Schulken <3