Tag 1&2 in Polen – draußen regnets aber ich bin happy

Gestern…

…um 17:14 in Opoczno Południe angekommen. War von Berlin aus nach Warschau und dann mit einer viertel Stunde Umsteigezeit – ich dachte das wär viel zu kurz aber der Warschauer Hauptbahnhof Warszawa Centralna ist ja mal winzig – mit dem IC 5320 (ja das kann ich mittlerweile auswendig weil ich so ne Angst hatte dass ich den Zug nicht finde in Warschau – nach Opoczno gefahren.

Kurze Hintergrundinfo:

Meine Einsatzstelle und meine Wohnung ist in einem kleinen Ort namens Końskie, den erstmal niemand kennt dem du erzählst du gehst nach Polen. Ich war anfangs als ich das Angebot bekam auch erstmal skeptisch in so einem eher kleineren Ort auf dem Lande 6 Monate zu leben, aber ich entschied mich doch dafür, weil sowas ist bestimmt ne ganz andere aber super Erfahrung. Auch als die Freiwillige die vor mir hier war, Svea, mir von ihrer Zeit in Końskie erzählte, stieg meine Vorfeude.
An dieser Stelle nochmal ein riesen Kuss an Svea die mir mit ihren Tipps und Infos bisher echt geholfen hat. <3

Also weil der Ort aber natürlich auch schlecht angebunden sein musste holte mich Anna – meine unendlich liebe und verständnisvolle (klingt jetzt wie schleimen aber for real das ist sie) Betreuerin und die Deutschlehrerin der ich assistieren darf – vom Bahnhof Opoczno ab und fuhren nach Końskie. Auf der Fahrt haben wir schon echt viel geredet was mich sehr erleichtert hat.

Ankunft in meinem neuen Zuhause

Wir sind dann in Ulica Żużlowa, meiner neuen Adresse, angekommen und SURPRISE: Meine Vermieter/ein super liebes älteres Ehepaar/die Wilks können nur Polnisch… und ich kein Wort.

Das war also erstmal ne Challenge sich mit denen zu unterhalten, ich wollte doch auf jeden Fall einen guten Eindruck machen!
Also Google Translator rausgeholt (das aber auch erst später weil ich anfangs irgendwie dachte ich bekomme es auch ohne hin, aber Nein).
Nun, es ist nicht das einfachste von der Technik so abhängig miteinander zu kommunizieren und ich war auch echt frustriert am ersten Abend, aber wir meistern es ganz langsam, und ich versuche weiterhin ihnen zu verklickern, dass sie in mein Handy sprechen müssen wenn sie wollen, dass ich sie verstehe.
Ich bin positiv gesinnt: Wir kriegen das noch hin!

Immerhin sind sie – besonders die Frau, Lucyma – sehr offen und herzlich und probieren mit mir zu reden und mir auch schon ein bisschen polnisch beizubringen.
Ich schätze das echt wert und ich nehme mir fest vor ein gutes Verhältnis zu ihnen aufzubauen, oft auf sie zuzugehen und einfach mit ihnen reden, schnell polnisch für sie zu lernen und hoffentlich bald auch etwas mit ihnen zu unternehmen (z.B. kochen oder spazieren gehen oder einkaufen).

Ich schweife ab…

Ich – ein sehr müdes, frustiertes, mit leichten Blues, weil ich schon einige Menschen von zuhause vermisste, Vivi – war dann noch mit Anna Pizza essen (die Pizza war der Hammer, SOOO ein dicker Rand, i love it!).
Dort habe ich Anna also wirklich ins Herz geschlossen, denn sie machte mir Hoffnungen, dass alles gut wird und dass wir das zusammen alles schaffen – ich kam anscheinend auch etwas verzweifelt rüber.
Ich bin dann ganz schön schnell ins Bett gefallen, nachdem Anna und die Wilkes noch meine selbstgemachten Cookies kosten durften. (gott sei dank positives feedback – puh!)

Heute…

…wachte ich auf und durfte mich auf mein erstes Treffen mit Iza um 11:00 freuen.

Ich hab erstmal n bisschen Morgensport gemacht (wer mich kennt weiß: kein morgen ohne Sport und ne kalte Dusche für mich).
Ich hatte zugegeben ein bisschen Angst vor dem Treffen aber hab mich auch gefreut, dass ich überhaupt was vorhabe.

Hintergrundinfo:Svea hat mir schon vor ein paar Wochen die Nummer von einer ihrer besten Freundinnen hier in Końskie, Iza, gegeben und ich habe also angefangen ein bisschen mit Iza zu schreiben und wir machten also ein Treffen für Donnerstag den 15.10. aus.

Ich wartete dann mit etwas Sehnsucht auf Iza’s Ankunft und als sie dann kam war ich echt aufgeregt.
Iza kann echt hammergut Englisch, ich glaube das ist eine Seltenheit hier auf dem polnischen Land.
Anfangs hatten wir viele Gesprächsthemen, auch wenn ich mehr versuchte das Gespräch aufrecht zu erhalten (machte mir aber gar nichts aus, ich rede ja gern).
Ich wollte wirklich, dass Iza mich nett und offen findet, denn ich merkte schon, dass sie etwas schüchterner war. 

Ich bin aber sowieso super dankbar, dass sie sich überhaupt mit mir treffen wollte und merkte auch, dass sie versuchte offen zu sein (sie hat sich sogar für ihre Schüchternheit entschuldigt, wie süß ist das denn?!).

Sie hat mir den Ort gezeigt und wir waren Nudeln essen (ja irgendwie mögen die Polen glaub ich italienisches Essen mehr als ihr eigenes).

Erste Fail-Story:

(ja ich setze voraus, dass noch einige folgen werden…)

Nachdem wir essen waren:
Wir sind eh schon super viel gegangen, als mir dann plötzlich auffiel, dass ich meine Mütze verloren hatte. Wir sind umgedreht und den ganzen Weg zurück zum Italiener gelaufen, wo ich dann endlich meine Mütze vor einem Kleiderspendecontainer fand. Ich habe mich auf dem Weg echt zig tausend mal entschuldigt und obwohl sie jedes Mal „Don’t worry“ antwortete, glaube ich dass sie am Ende echt genervt von der Aktion war.
Mann war mir das peinlich…

Auch als wir dann noch zusammen einkaufen waren – naja eigentlich bin nur ich durch den kleinen Supermarkt gelaufen und habe wild Lebensmittel in meinen Einkaufswagen geworfen – stand sie etwas entnervt rum.
Ich habe sie dann andauernd gefragt was sie mir denn empfehlen könnte um sie irgendwie etwas einzubinden, aber ich glaube das hat’s auch nicht besser gemacht.

Wir sind dann also mit dem letztendlich echt großen UND schweren Einkauf den Rest zu mir nach Hause gelaufen – ich glaube wir waren beide echt müde – und ich habe ihr in letzter Verzweiflung noch einen meiner Cookies angeboten, wovon sie mit einem müden Lächeln ein Stück nahm und dann sagte sie müsse jetzt nach Hause.
Eigentlich habe ich irgendwie gedacht wir chillen noch ein bisschen im Haus, aber daraus wurde wohl nichts.
Ich hoffe sie hat jetzt keinen schlechten ersten Eindruck von mir, ich jedenfalls mochte sie gern, trotz der awkward silence am Ende (aber das ist doch immer so bei ersten Treffen oder??)

Nun ja, dann habe ich also allein zuhause verbracht, wechselte noch ein paar Worte gebrochenes Polnisch mit den Wilkes, indem ich ihnen Fotos von meiner Familie zeigte, und habe mich entschlossen jetzt diesen Blog zu schreiben. Macht mir eigentlich super viel Spaß 🙂

Also bis zum nächsten Mal, wenn mich entschließe weiter zu dokumentieren.
Do widzenia, meine Freunde!

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