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Tag 125 – Narrenschiffchen

Heute ist ein großer Tag! Nein, nicht Valentinstag, sondern Karneval in Rijeka! Denn für alle, die es noch nicht wussten: Rijeka ist die kroatischen Karneval-Hochburg schlechthin! In normalen Jahren kommen über 10.000 Besucher am Karnevalssonntag in die Stadt, um sich den großen Umzug anzuschauen.

Auch ich hatte natürlich gehofft, dieses Jahr ein wenig Konfetti abzubekommen. Aber leider erlaubt es auch in Kroatien die aktuelle Situation nicht, im großen Maßstab zu feiern. Einen kleinen Umzug mit drei der Traditionsgruppen der Stadt gab es aber trotzdem.

Und auch danach konnte man noch ein paar der lustigen Gesellen begegnen. Am Hafen (wo denn sonst) wurde getrunken, gesungen und getanzt. Neben mir am Pier pinkelte ein Jeck im hohen Strahl ins Hafenbecken, ein anderer feuerte eine Rakete ab. Jaja, man muss Karneval einfach mit Humor nehmen.

Trotzdem, einer Fasnets-Hexe wie mir tut es schon ein wenig im Herzen weh, dass Karneval dieses Jahr so ins Wasser fällt. Da hilft nur eines: Die Videos der letzten Jahre.

Und wenn es klappt – einfach nächstes Jahr wieder zu Besuch kommen.

Ansonsten habe ich das schöne Wetter heute genossen, indem ich hoch zum Planetarium der Stadt gefahren bin. Dort habe ich eine kleine Wanderung auf schmalen Pfaden gemacht – wobei sich meine Schuhsohle endgültig von mir verabschiedet hat. Nun ja, ein Gepäckstück weniger für die Heimreise. Der Blick über Rijeka war auf jeden Fall „ganz nett“ wie wir Schwaben sagen würden.

Auf dem Rückweg wurde ich außerdem mal wieder von der Seite angemaunzt. Der kleine Casanova wusste schon, wie man mich rumkriegt. Nach einer ausgiebigen Streicheleinheit (also doch noch ein erfolgreicher Valentinstag 😉 ) wartete er noch ganz treuherzig mit mir auf meinen Bus. Was für ein Gentleman!

 

Übrigens: Gestern Abend war der kroatische Vorentscheid für den Eurovision Songcontest 2021 alias „Dora“. Dabei im Rennen: Ganze 14 verschiedene Acts! Gewonnen hat der (nach Brankas und meiner Meinung völlig überbewertete) Song „Tick Tock“. Ich hätte stattdessen lieber „Rijeka“ genommen – auch wenn es in dem Song um einen Fluss geht und nicht um unsere Stadt. Immerhin: Platz zwei.

Ansonsten war die Show eigentlich ganz witzig: Nach den Performances gab es zuerst die Jury-Punkte via „Live-Schalte“ aus den größten Städten Kroatiens. Auf jeden Fall ganz gut für meine innere To-Visit-Liste (auch wenn ich schon so einiges abhaken konnte). Dann die Stimmen des Telefon-Votings und am Ende noch einmal den Sieger-Song. Brankas Kommentar dazu: Kokos! („Huhn!“)

Bei der Gelegenheit habe ich mich natürlich auch gefragt, welchen fragwürdigen Song Deutschland 2021 nach Rotterdam schicken wird. Die Antwort: Steht noch nicht fest. Der Künstler allerdings schon: Jendrik. Sagen wir’s so: Wird schon schiefgehen.

Für mich steht sowieso bereits fest, wer gewinnt, nämlich – der ein oder andere mag sich erinnern: „Uno“ von „Little Big“! Oder dürfen die dieses Jahr nicht mehr damit antreten? Versteh einer den ESC!

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