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Tag 41 – Wracktauchen

Ein wenig abendliches Geplänkel und der Plan für heute steht fest! Denn wie sich herausstellt haben Yvonne und ich eines gemeinsam: Unsere absolute Faszination für „Lost Places“. Und wie es der Zufall will, befindet sich der bekannteste „Lost Place“ Europas ausgerechnet auf Krk!

Extra früh stehen wir also auf, um nach einem dekadenten Frühstück auf den Bus zu hetzen. Es geht nach Malinska, genauer gesagt zum Hotel „Haludovo“ – oder dem, was davon übrig ist. Bereits wenige Meter nachdem wir den kleinen Hafen des Örtchens umrundet haben, stehen wir vor einem zerfallenen Restaurant. Noch ein paar Schritte: Die Überreste einer Strandbar. Weiter durch die Ruinen der Bungalows und da ist es : Der imposante Hotelkomplex. „Betreten verboten“ steht auf dem Boden des Haupteingangs. Einen Zaun sieht man hier nirgendwo. Wir gehen hinein und blicken hinunter auf das, was einst eines der gefragtesten Hotels Kroatiens war. 17 Jahre ist es her, dass das „Haludovo“ seine Türen schloß. Heute ist keine Fensterscheibe mehr ganz, die Decke steht kurz vor dem Zusammenbruch. Nur der Beton sieht noch halbwegs vertrauenserweckend aus. Also wagen wir uns hinauf zu den Zimmern. Nur nicht nach unten schauen, denke ich mir, als ich Stufe um Stufe nach oben steige. Klein sind die Zimmer. Bis zu 500 Gäste konnten früher im „Haludovo“ übernachten. Heute würde sicher niemand mehr darin wohnen wollen. Und das auch wenn die Zimmer nicht komplett morsch und schimmelig wären.

Wir gehen wieder runter, verlassen die Lobby nach links und entdecken den Pool. Gaddafi, der ehemalige Diktator Lybiens, soll hier einmal geplanscht haben. Wir lassen diese Info und die Architektur auf uns wirken. Es ist ganz still, kein Mensch weit und breit. Das „Haludovo“ gehört uns alleine.

Also zurück in die große Halle und nach rechts. Wir landen in der Großküche. Gruselig, die rießigen Abzugshauben und die leeren Kühlräume. Schnell raus auf die Terasse, die Treppe runter und wir stehen vor einer weiteren Attraktion: Der Bowlingbahn. Ein letztes Foto, dann kehren wir dem Beton endgültig den Rücken und gehen hinunter zum Strand. Während sich der Anblick des Hotels in den letzten Jahren stark verändert hat, ist der Zahn der Zeit hier beinahe spurlos vorbeigegangen. Alles was fehlt sind die Sonnenliegen. Und die Gäste darauf.

Wir folgen der Promenade und genießen den Blick nach Rijeka. Kaum mehr als eine Stunde später sind wir in Njivice. Eine Strandbar hat noch offen – in der Nebensaison ein Wunder, das wir gerne genießen. Noch ein leckerer Burger und dann ist es Zeit die Insel wieder zu verlassen. Schließlich hat, wenn auch von uns bisher gekonnt ignoriert, die Woche schon längst wieder begonnen.

Ihr fragt euch, wie das Hotel früher einmal aussah? Guckste hier: http://www.malinska.hr/2018/10/07/haludovo-rak-rana-malinskarskoga-turizma-prezentacija-stajalista-vlasnika-hotelskog-kompleksa/

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