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Tag 24 – Ciao Bruderschiff

Fast einen Monat bin ich schon mit kulturweit unterwegs und habe noch keinen meiner Mitfreiwilligen im „real life“ getroffen. Höchste Zeit das zu ändern! Die Entscheidung wohin es gehen soll, fällt dabei leicht: Außer mir gibt es nur einen einzigen kulturweit-Freiwilligen in ganz Kroatien: Christian. Christian ist wie ich Deutschlehrer. Allerdings nicht bei der ZfA sondern beim Goethe-Institut und nicht in Rijeka sondern in Pula. Also nichts wie dorthin! Ein kurzes Geplänkel via Whatsapp ein etwas längeres Jonglieren mit den Fahrplänen von Arriva und Flixbus und schon kann es losgehen. Dafür stehe ich sogar zur Abwechslung mal etwas früher auf 😉

Zugegeben, zuerst bin ich ein wenig gespannt, wie das mit den Arriva-Bussen funktioniert. Denn Arriva ist zwar eine DB Tochter, aber Arriva ist eben eine DB Tochter… Allerdings: Mit nur fünf Minuten Verspätung hält der Bus an der versprochenen Plattform. Maske auf, Kopfhörer rein, Abfahrt. Den Großteil der Strecke geht es an der Küste entlang. Und obwohl die vielen Kurven für meinen Geschmack etwas zu nahe am Abgrund entlanggehen, lehne ich mich entspannt zurück und lasse den Blick schweifen…

Keine drei Stunden später sind wir in Pula und kurz darauf stehe ich auch schon vor dem Hostel. Aber obwohl ich meine Ankunftszeit angegeben und eine halbe Stunde davor nochmal angerufen habe – nichts. Niemand da. Na super. Ich rufe an und warte. Rufe an und warte. Und immerhin – nach 30 Minuten trudelt die Besitzerin doch noch ein und ich kann die Stadt unsicher machen: Zuerst komme ich am Augustus-Tempel vorbei, dem ältesten erhaltenen Gebäude in ganz Kroatien. Dann erreiche ich mein eigentliches Ziel: Das berühmte Amphitheater! Zu Zeiten der Römer fanden hier bis zu 20.000 Schaulustige Platz. Aber heute gehört es beinahe mir allein; nur zwei andere Mädels und eine Katze stromern zwischen den steinernen Überresten herum. Ich tue es ihnen gleich, dann setze mich auf die Tribüne und beobachte die Katze dabei, wie sie geschickt eine Eidechse fängt. Wenig später meldet sich Christian: Er ist fertig mit dem Unterricht. Also: Hoch die Hände, Wochenende!

Ich verlasse das Amphitheater und schon stehen wir uns gegenüber. Klar, dass wir erstmal einen Kaffee trinken gehen! Christian erzählt von seiner Schule. Auf dem Weg zum Cafe sind wir an ihr vorbei gekommen. Und was soll ich sagen: Auf jeden Fall ganz schön busy der Herr Lehrer! Und busy sind auch unsere Pläne für heute – Frau ist ja schließlich nicht jeden Tag in Pula! Wir kraxeln hoch zum Kastell und wieder runter zum Triumphbogen. Dann nehmen wir den Bus Richtung Stoja, der Halbinsel am Rande der Stadt. Dort angekommen entdecken wir ein altes verfallenes Schwimmbad und eine Wakebording-Anlage. Immer wieder werden wir von Einheimischen angeprochen, deren aufmerksame Ohren das Deutsche in unserem Schwäbisch erkannt haben. Einmal stecken wir sogar plötzlich in einer Diskussion, wie schwer es doch sei, kroatische Mädels kennenzulernen.

Als wir endlich am angepeilten Felsstrand ankommen, steht die Sonne nur noch knapp über dem Horizont. Wir schauen ihr dabei zu, wie sie hinter den Wellen verschwindet, dann fahren wir zurück. Ein leckeres Abendessen in der Pizzeria hinter der Schule und dann ab ins Bett. Schließlich ist auch für morgen so einiges geplant!

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