Goodbye Deutschland!

Songs der Woche (ja gleich zwei, war ja auch ein bisschen länger als ’ne Woche):
nie ankommen von JEREMIAS und Ozean von AnnenMayKantereit, einfach weil die meine Gefühlslage bis zur Ankunft in Tbilisi am besten zusammengefasst haben!

Die letzten zwei Wochen in Berlin gingen unfassbar schnell herum. Es ist komisch zu wissen, dass du deine Stadt und alles, was du kennst und liebst, verlässt- selbst wenn du weißt, dass du wiederkommst.

Meine Freunde haben mich ungefähr anderthalb Wochen vor meiner Abreise mit einer Abschiedsfeier überrascht. Auf einmal standen alle in meinem Garten! Ich war ganz schön perplex, aber es war ein sehr schöner Abend. Ungefähr die Hälfte von ihnen habe ich aber tatsächlich noch im Verlauf der letzten Woche gesehen- sei es zum Boot fahren auf der Spree, zum Essen gehen oder zum Film gucken.

Überraschungsfeier mit meinen Freunden

Den Tag vor meiner Abreise habe ich die letzten Dinge in meinen Koffer gepackt und war abends noch mit meinen Eltern, meinem Opa und meinem Bruder georgisch essen.

Am Montag, den 13. September ging es dann los: ich hatte keinen Direktflug von Berlin nach Tblisi und flog über Frankfurt. Meine Eltern brachten mich zum Flughafen, da wir relativ spät erst angekommen waren, blieb nicht viel Zeit zum verabschieden. Um 11 flog ich nach Frankfurt ab. Komisches Gefühl.
Am Frankfurter Flughafen kam ich bei den Gates mit A an… und wohin musste ich um meinen Anschlussflug zu kriegen? Natürlich zu den Gates Z. Ich betete, dass es weniger weit war als es sich anhört, bis zum Boarding des nächsten Fluges hatte ich nämlich eigentlich nur 20 Minuten Zeit.

Als ich das richtige Gate gefunden hatte, traf ich dort auch schon Laetitia und Vera, die zwei Freiwilligen, mit denen ich auch zusammenziehen wollte. Der Flug nach Tbilisi ging ziemlich schnell vorbei, wir flogen in den Sonnenuntergang hinein. Erst dann kam auf einmal alles bei mir an, was ich die letzten 2 Monate verdrängt hatte. Eine Mischung aus Gefühlen: Angst, Aufregung, Vorfreude, dann wieder Angst und Trauer um das, was ich zuhause zurückgelassen hatte. Das Bonbon, was mein Sitznachbar mir anbot, als er meine Tränen bemerkte, machte mich erst noch trauriger, half dann aber doch mich zu trösten. Diese Geste wusste ich wirklich sehr zu schätzen und sie beruhigte mich: nette Menschen findet man nämlich überall!

Am Flughafen in Tbilisi angekommen, holte uns meine Ansprechpartnerin, eine Deutschlehrerin meiner Schule am Flughafen ab und brachte uns zu dem Haus, was wir uns zu fünft angemietet hatten.
Dort lernten wir dann auch Luis kennen, der fünfte im Bunde, Johannes, würde erst etwas später hinzukommen.

In Tbilisi geht die Zeit 2 Stunden vor. Dass heißt, dass wir erst sehr sehr spät müde wurden. So verbrachten wir den ersten Abend damit, einander kennenzulernen. Erst morgens um halb 4 gings für uns ins Bett.

Den nächsten Tag traf ich mich wieder mit meiner Ansprechpartnerin, wir besorgten mit ihrer kleinen Tochter zusammen eine Metro- Karte und eine SIM- Karte für mich.

Mein Opa väterlicherseits war vor etwa 15 Jahren für drei Monate hier in Tbilisi und hatte über die französische Botschaft eine Übersetzerin, mit der er sich gut verstand. Für mich hat er im Sommer den Kontakt zu ihr wieder hergestellt. Nachmittags traf ich mich mit ihr und ihrer Tochter Nathalie an der Metrostation Rustaveli, die gar nicht weit von hier ist und an der Hauptstraße liegt. Wir waren zusammen Khinkali, georgische gefüllte Teigtaschen, essen. Schwierig zu essen, aber wirklich sehr sehr lecker!

Zufällig traf ich dann die anderen kultis und wir liefen zusammen wieder nach Hause, um uns dort auszuruhen. Später machten wir uns dann auf die Suche nach etwas zu Essen, nachdem wir fündig geworden waren, kehrten wir nach Hause zurück. Und wieder blieben wir lange wach.

Gestern waren wir alle den ganzen Tag über ziemlich träge, schliefen lang aus und waren trotzdem noch so k.o., dass wir nach unserem Einkauf im Supermarkt (in dem es erstaunlich viele aus Deutschland importierte Sachen gab), sogar noch ein wenig geschlafen haben. Als wir alle wieder wach waren und wir jetzt nicht mehr zu fünft, sondern zu sechst waren (Friedrich ist auch noch bei uns eingezogen!), gingen wir typisch georgisch essen. Diesmal aß ich Kubdari, auch wirklich lecker! Nach dem Essen gingen wir etwas spazieren und setzten uns mit zwei kasachischen Touristen in einen Park, in dem wir dann auch von Georgiern angesprochen wurden. Es war wirklich ein lustiger Abend.

Heute war ich dann mit Nathalie und ihrer Freundin in der Altstadt unterwegs. Wir liefen bis zu einer Statue, die mother of Georgia genannt wird. Von dort hatten wir einen atemberaubenden Blick über die ganze Stadt. Später waren wir mit zwei weiteren Freundinnen von ihr im Stadtteil Vake und zu viert zeigten sie mir, wie man Adjaruli, noch eine Spezialität von hier, richtig isst. Ich hatte viel Spaß mit den Mädchen!

Blick auf Tbilisi

So viel zu meinen ersten 4 Tagen hier, ich habe wirklich viel zu viel geschrieben, aber was solls. Ist vermutlich auch normal, am Anfang ist ja alles so neu und anders. Georgisch ist wirklich eine krasse Sprache, sie ähnelt nichts und die Schriftzeichen sehen echt verrückt aus. Mal sehen, wie lange ich brauche, um ein bisschen etwas sagen zu können.

Bis ganz bald- oder auf georgisch: შენთან ძალიან მალე (keineeee Ahnung wie man das ausspricht, aber sieht schon krass aus, oder?),

Clara

Bevor es so richtig losgeht!

Hallo Welt!

In knapp 2 Wochen bin ich schon in Georgien- noch erscheint mir das alles sehr unwirklich. Erst durch das Vorbereitungsseminar, welches gerade leider nur online stattfinden kann, wird es greifbarer. Und halt dadurch, dass man anfängt, sich von allen seinen Freunden hier zu verabschieden und die ersten Dinge zusammenpackt. Ganz schöner Freizeitstress, wenn ihr mich fragt!

In dem Vorbereitungsseminar lerne ich auch die anderen Freiwilligen, die mit mir nach Georgien gehen, besser kennen. Es ist eine echt nette Gruppe und dadurch macht es sogar online ein bisschen Spaß (wobei es in Echt wirklich viel viel cooler gewesen wäre). Mit 4 von den 12 Leuten dort möchte ich eigentlich in eine WG ziehen- so richtig sicher ist das alles aber noch nicht. Vor ein paar Tagen haben wir außerdem erfahren, dass der Unterricht in den Schulen leider erstmal nicht in Präsenz stattfinden wird und auch die öffentlichen Verkehrsmittel fürs Erste nicht fahren.

Ich freue mich trotzdem schon sehr und werde mich das nächste Mal vermutlich aus Georgien melden, dann wahrscheinlich auch mit etwas Richtigem zu berichten! Ich werde versuchen, wöchentlich ein kleines Update zu geben.

Bis ganz bald,
Clara