Und schon ist Advent!

In den letzten vier Wochen, war doch ganz schön viel los.

In der ersten Woche war ich an einem Tag nach der Schule mit Badri am Schildkrötensee. In Begleitung eines Hundes liefen wir den Weg entlang, der überhalb des kleinen Sees liegt und von dem man einen sehr schönen Blick hat. Der kleine Hund wich uns dabei nicht von der Seite und zeigte uns sogar den Weg zum Svan Tower.

Am neunten November war Friedrichs 20. Geburtstag, deshalb feierten wir erst rein und abends buk ich mit Sveta eine Oreo- Torte, die leider erst kurz vor Mitternacht bei uns zuhause ankam- da waren alle schon im Bett! Der Kuchen wurde dann später geschlachtet.

Im Laufe der Woche kaufte ich mir auch einen Kapodaster für die Gitarre hier- und wurde dann von Badri und Omar zu ihrer Two- Man- Band Probe mitgenommen.

Am Donnerstag war ja in Deutschland St. Martins- Tag, deshalb hatte ich für den Unterricht der vierten Klasse vorbereitet, mit ihnen „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“ zu singen. Sie haben sich sehr darüber gefreut und begeistert mitgemacht. Das war total niedlich und ihre Begeisterung hat wiederum mich gefreut…

Am Wochenende war ich mir dann eine Winterjacke kaufen, weil es kalt werden sollte. In meiner Essenpause verfolgte ich gespannt den Livestream (aus Berlin!!)des Schwimmwettkampfes meines Bruders.

Dann ging es wieder in die Schule: mit der achten Klasse sollte ich ein Buch lesen, was mir früher nicht gefallen hat- also habe ich nach Alternativen gesucht und bin dabei auf ganz interessante Artikel gestoßen. Nach der Schule habe ich dann auch bei bestem Wetter einen Ausflug in die Altstadt, die im Gegensatz zum Stadtteil Saburtalo, in dem auch meine Schule steht, nicht von sowjetischen Plattenbauten geprägt ist, gemacht und war bei den Schwefelbädern und der Nariqala- Festung richtig schön spazieren. Da war mir mit der neuen Winterjacke auf einmal viel zu warm!

Außerdem gingen in dieser Woche die IDSS (Internationalen Deutsch- Sprechstunden) los, weshalb ich abends zweimal Zoomkonferenzen mit Deutschlernenden aus China, Litauen, Indien, der Slowakei und anderen hatte. Das war ziemlich interessant!

Am Mittwoch dieser Woche entdeckte ich den Kommentar einer anderen Clara (aber aus Österreich!) unter meinem Blog- nicht viel später trafen wir uns dann in einem Café. Damit hatte ich wirklich gar nicht gerechnet, aber es war total nett.

Am Donnerstag brachte mir eine vierte Klasse etwas georgisch bei- übrigens ist das Verhältnis zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen hier ganz anders. Es ist nicht unüblich die Lehrer*innen zu umarmen (nur wegen Corona fällt das jetzt ein bisschen weg) und sie werden mit ihren Vornamen angesprochen, wobei die meisten Kinder doch „მას“ (Maz = Abkürzung für Lehrer*in) rufen, um die Aufmerksamkeit der Lehrer*innen zu bekommen.

Nachmittags waren wir dann von der Deutschen Botschaft in die „Residenz“ eingeladen worden und lernten dort bei Kaffee und Kuchen den Botschafter Hubert Knirsch kennen. Abends waren wir noch in einer Ausstellung der „untitled gallery“, wo eine Künstlerin ausstellte, die mit der russischen Gruppe „Pussy Riot“ gearbeitet hatte. Dort berichtete sie sehr eindrücklich von ihrer Zeit im russischen „detention center“.

Am Wochenende fuhren einige Freiwillige nach Jerewan, wir anderen machten noch einmal Party und spielten Poker, bevor es in der nächsten Woche mit unserem Zwischenseminar losgehen sollte. In Mtskheta war ich an diesem Sonntag auch nochmal.

Darauf folgte eine Woche voller Zoom- Meetings: das Zwischenseminar, IDSS- Stunden und dann auch noch ein Prüfungsvorbereitungsseminar für die DSD (Deutsches Sprachdiplom) II- Prüfung an meiner Schule- ganz schön anstrengend!

Am Mittwoch war dann auch schon der Tag der Prüfung gekommen und ich half  etwas in meiner Schule aus. Abends traf ich mich dann mit Clara und anderen Freiwilligen aus Österreich in der Fabrika und wir spielten Brettspiele, bis wir rausgeschmissen wurden (wegen Corona wurde hier nämlich alles um 23 Uhr geschlossen).

Außerdem verbrachte ich relativ viel Zeit damit, nach Wohnungen zu suchen- am ersten Dezember sollten wir nämlich aus unserer bisherigen Unterkunft ausziehen. Nach vielen nervenaufreibenden Komplikationen (ich werde jetzt nicht ins Detail gehen, das war alles seeehr stressig für mich) haben Vera, Laeti und ich nun für die nächsten 20 Tage ein anderes Airbnb gebucht.

In Tbilisi ist es jetzt auf jedenfall schon merklich Herbst geworden- sieht man ja auf den Bildern- von Winter würde ich aber noch nicht unbedingt sprechen. Trotzdem wurden in den vergangenen Tagen auf den Hauptstraßen die Weihnachtsbeleuchtungen installiert und am zehnten Dezember sollen sie wohl angeschaltet werden. Ich hatte damit nicht unbedingt gerechnet, weil Weihnachten hier übrigens nach dem orthodoxen Kalender, also am sechsten Januar gefeiert wird, und ich auch sonst norch nirgendwo Weihnachtsdekorationen gesehen hatte- in Privathäusern und Wohnungen sind diese quasi nicht vorhanden, vor allem Läden machen von solcher Deko Gebrauch. Außerdem ist Neujahr wohl die größere Festlichkeit…

Montag kamen die anderen aus Jerewan zurück, Mittwoch waren wir nach unserem Sprachkurs noch gut essen und in einer Bar, bevor Helly und Paulina am Donnerstag wieder nach Hause gefahren sind.

Außerdem war ich am Dienstag noch bei einem Chor. Dieser Chor singt georgische Volkslieder, die Mitglieder sind aber Ausländer- das war total witzig und schön. Wir haben damit begonnen, eine Art Weihnachtslied zu singen- in drei verschiedenen Stimmen- und haben den Anfang, den wir gelernt hatten, am Ende sogar besser hingekriegt, als wir alle erwartet hatten.

…und jetzt ist schon wieder Wochenende!

Bis ganz bald,

Clara

Und diesmal wirklich- vier Wochen ohne Blogeintrag sind ganz schön viel! Ich bin nur leider echt nicht dazugekommen, hoffentlich kommt das nicht nochmal vor!

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