Einigen von euch vielleicht eher aus der Türkei bekannt, ist Ajvar auch in Serbien ein beliebter Brotaufstrich oder findet als Würzmittel häufige Anwendung. Da das meiste Obst und Gemüse auf dem Markt Saisonware ist und aus der Region kommt, wird es im Winter knapper mit dem Angebot und dann auch deutlich teurer. Also bereitet man sich auf den Winter vor. Dazu gehört Sauerkraut und andere Gemüse einlegen und eben auch Ajvar kochen. Da meine Mitbewohner in diesem Jahr sehr spät dran waren, war der Paprika nicht mehr ganz so günstig, weshalb es auch nicht zu einer Massenproduktion kam. Mir wurde die Ehre zuteil dem Prozess beiwohnen und ihn tatkräftig unterstützen zu dürfen. 😉
Man nehme einen Haufen Paprika (bei uns etwa 5kg) und röste ihn bis er schwarz wird, um ihn dann in einer Plastiktüte zu verstauen und dort noch eine Weile nachgaren zu lassen, damit sich die Haut später leichter entfernen lässt. Dies ist dann auch der nächste Schritt: das Häuten der Paprika. Danach lässt man ihn am besten über Nacht abtrocknen. Am nächsten Tag werden 4 kleine Auberginen ebenso behandelt. Nachdem der Paprika von Stil und Kernen befreit wurde, wird er zusammen mit den Auberginen durch den Fleischwolf gedreht. Schließlich gebe man ganz viel! Öl in einen Topf, füge die Masse hinzu und schmecke mit etwas Essig und Salz ab. Nach Geschmack kann ein klein wenig Chilli hinzugefügt werden. Nun kommt der schwerste Teil: rühren, rühren, rühren,… und das etwas eine Stunde lang. Der Ajvar ist fertig, wenn man mit dem Kochlöffel durchgeht und der Ajvar an den Seiten stehenbleibt ( ein Kommentar, ich weiß leider nicht mehr von wem: so wie als Moses das Rote Meer teilte 😉 ). Nun den Ajvar in zuvor mit kochendem Wasser sterilisierte Gläser füllen und offen für einige Minuten in den Ofen stellen. Am Ende den Ajvar mit etwas Öl bedecken, Deckel zu und fertig. So hält er sich über den Winter… naja, ich glaube so lange wird er bei uns nicht durchhalten…
